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Den richtigen Tarif für das iPad finden

05.08.2014 | 10:13 Uhr |

Zwar kostet der SIM-Kartenslot beim iPad extra, dafür entfällt unterwegs die lästige Suche nach einem WLAN-Netzwerk, wodurch sich das Apple-Tablet mit 3G/LTE besonders für Unternehmungslustige eignet. Allerdings ist es eine hohe Kunst, den richtigen Tablet-Tarif aus den zahllosen Angeboten der Mobilfunkanbieter herauszufiltern. Wir raten dabei dringend zur Flexibilität.

Egal ob auf der Autobahn oder im Hotel, im Stadion oder bei der Wanderung: Ein iPad mit Anschluss ans Mobilfunknetz bedeutet die totale Bewegungsfreiheit, ohne dabei auf das Internet verzichten zu müssen. Denn gerade im Wi-Fi-Entwicklungsland Deutschland, in dem die Betreiberhaftung freie WLANs unmöglich macht und die großen Hotspot-Provider wie die Telekom anachronistische WLAN-Tarife von rund 5 Euro am Tag (oder 9 Cent pro Minute) veranschlagen, kann es durchaus sinnvoll sein, das eigene Internet immer in der Tasche zu haben. Wer clever kalkuliert, ist dabei nicht nur jederzeit mobil im Netz, sondern kann damit gegenüber der Nutzung von Hotspots auch noch bares Geld sparen. Denn 3G- und LTE-Tarife mit monatlichem Volumen sind oft deutlich günstiger.

Prüfen, ob Vertrag Multisim erlaubt

Die einfachste und kostengünstigste Lösung, um ein iPad ins Mobilfunknetz zu bringen, ist die Nutzung einer sogenannten Multisim. Dabei handelt es sich um die Möglichkeit, eine oder mehrere zusätzliche SIM-Karten zu bestellen, die einen bereits bestehenden Vertrag und dessen Datenkontingent nutzen. So bietet T-Mobile mit der Option "Multisim" für monatlich 4,95 Euro die Möglichkeit, ein bestehendes Datenvolumen für das Smartphone auch mit dem iPad zu benutzen. Dabei wird die SIM-Karte im Handy oder Smartphone zur "Hauptkarte" ernannt, mit der auch SMS, MMS-Dienste genutzt werden können, die bis zu zwei zusätzlichen Karten fungieren hingegen als reine Telefonie- und Datenkarten für Tablet, Surfstick oder Autotelefon. O2 nennt die Option "Multicard": Statt einer monatlichen Grundgebühr für die zweite Karte kostet diese einmalig 21,50 Euro und kann danach zeitlich unbegrenzt kostenlos genutzt werden. Auch Vodafone bietet mit der "Ultrasim" und "Red Datasim" entsprechende Möglichkeiten abhängig vom Basisvertrag. Die Ultrasim kostet einmalig 30 Euro, Red Datasims kosten monatlich bis zu 10 Euro, bringen dafür aber auch zusätzliches Datenvolumen mit. Mehrere Sim-Karten sind immer dann interessant, wenn bereits ein relativ teurer Vertrag bei einem Provider besteht: Es gibt nur einen Vertrag, nur eine Rechnung und die Buchung von Zusatzoptionen wie der Erhöhung des Datenvolumens ist im Handumdrehen zentral erledigt.

Alternative: Smartphone verwenden

Wer kein iPad mit 3G/LTE-Option besitzt, muss nicht zwangsläufig auf das mobile Surferlebnis verzichten: Ein Smartphone mit Datentarif – zum Beispiel das iPhone – lässt sich bei den meisten Providern problemlos als mobiler Hotspot verwenden. Das Handy eröffnet dazu ein WLAN, auf das das iPad (oder ein beliebiges anderes Gerät mit WLAN) sich nur noch verbinden muss. Beim iPhone wird die entsprechende Einstellung "Persönlicher Hotspot" direkt in den Einstellungen angezeigt. Schalten Sie die Option ein und verbinden Sie das iPad anschließend mit dem WLAN, das den Namen des iPhones trägt. Nun noch das Passwort eingeben, schon steht die mobile Internetverbindung. Das klappt übrigens auch mit mehreren Geräten – und natürlich auch mit Notebooks, anderen Smartphones oder beliebigen anderen WLAN-tauglichen Geräten. 
Das iPad mit 3G/LTE beherrscht diese Option übrigens auch und ermöglicht es, andere Geräte ins Netz zu bringen.

Smarte Prepaid-Tarife

Natürlich gelten all diese Angebote nur für Vertragskunden der jeweiligen Provider. Wer auf dem Smartphone einen "Billigtarif" nutzt, also zum Beispiel ein Prepaid-Angebot von T-Mobile, Vodafone und O2, oder auf einen der zahllosen Discounter setzt, muss auf die praktische Option mit mehreren SIMs verzichten. Stattdessen ist es notwendig, eine zusätzliche SIM samt Datentarif zu buchen, was bedeutet, dass zwei Verträge geschlossen werden müssen. Das muss in der Praxis jedoch kein Nachteil sein: Viele Discounter bieten dedizierte Tablet-Tarife im Prepaid- oder Postpaid-Verfahren an, die nur die Datennutzung erlauben. Die SIM muss einmalig angeschafft und aktiviert werden, anschließend wird wahlweise ein monatliches Datenkontingent gebucht (ab ca. 10 Euro/Monat) oder bei Bedarf einfach eine Tagesflat (ab ca. 2 Euro/Tag) aktiviert. Gegenüber einem Multisim-Vertrag hat das im Zweifel zwei Vorteile: Einerseits kann das Datenvolumen abhängig vom Nutzungsprofil jederzeit angepasst werden, was Kosten spart. Und andererseits gibt es die Möglichkeit, jederzeit und ohne großen Aufwand auf einen günstigeren iPad-Datentarif umzusatteln, ohne dabei den Smartphone-Tarif samt lästiger Rufnummer-Mitnahme zu kündigen. Denn die Rufnummer der iPad-Datenkarte ist, da diese ohnehin nur für Daten verwendet wird, vollkommen egal, muss folglich also auch nicht umgezogen werden. Zudem kann in vielen Prepaid-Tarifen die Daten-Grundgebühr bei Bedarf abbestellt werden. Das spart Kosten, wenn die Datenkarte für eine Weile nicht benötigt wird, etwa bei einem Auslandsaufenthalt oder weil das iPad nur noch zuhause im WLAN benutzt wird.

Eigenes Datenvolumen berücksichtigen

Doch egal, ob Multisim oder zusätzliche Discounter-Datenkarte: Vor dem Abschluss eines Vertrages oder eines monatlichen Kontingents sollten Sie sich genau überlegen, wie viel Datenvolumen Sie tatsächlich am iPad benötigen. Grundsätzlich gilt: Zunächst sollte ein kleines Kontingent gebucht werden, um die Kosten nicht unnötig in die Höhe zu treiben. Als guter Wert haben sich 500 bis 1000 Megabyte bewährt, die bei den meisten Discount-Providern für rund 10 Euro im Monat zu haben sind. Wird das Datenvolumen überschritten, wird das Internet nicht etwa abgedreht – vielmehr wird es auf GPRS-Geschwindigkeit gedrosselt, was allerdings bei den heutigen Bandbreiten faktisch einer Abschaltung gleichkommt. Bei Prepaid- und Discount-Angeboten können die Volumina bei vielen Providern jederzeit nach oben oder nach unten korrigiert werden, da diese jeweils nur einen Monat lang laufen. Wer das iPad als mobilen Desktop benutzt und riesige Datenmengen zwischen Gerät und Cloud verschieben muss, stößt bei den Disountern nicht nur schnell an Volumen-, sondern auch an die Geschwindigkeitsgrenze: LTE ist in Prepaid-Verträgen derzeit noch nicht üblich, stattdessen wird mit 3G-Geschwindigkeit gesurft. Anwendern, die unbedingt die hohe LTE-Geschwindigkeit benötigen, bleibt keine Alternative zum Gang zu einem der "Edelprovider" samt Vertragsabschluss und 24 Monaten Laufzeit.

Sehr ähnliche Angebote

Grundsätzlich gilt: Die Datentarife der Provider unterscheiden sich in Umfang und Preis nur marginal. Prepaid-Karten sind in der Regel die günstigere Option, allerdings ist man hier "nur" mit 3G-Geschwindigkeit unterwegs. Wer sich nicht sicher ist, sollte zunächst eine Prepaid-Karte samt kleinem Datenkontingent anschaffen oder auf die Multisim seines ohnehin bestehenden Vertrages setzen. In vielen Fällen wird das unterwegs benötigte Datenvolumen nämlich deutlich überschätzt – trotz der bundesdeutschen WLAN-Problematik verlassen viele der Geräte nämlich nur selten das sichere Heim- oder Firmennetzwerk. Gerade Wenignutzer sollten deshalb überlegen, ob sie ihr iPad unterwegs nicht einfach per Hotspot-Option des Smartphones ins Internet bringen möchten – das spart nicht nur den Mehrpreis für die Mobilfunk-Slot des iPads, sondern auch das lästige Nachdenken über zusätzliche Tarife.

T-Mobile

E-Plus

O2

Vodafone

Multisim möglich?

Ja

Nein

Ja

Ja

Voraussetzung

Laufzeitvertrag

Laufzeitvertrag

Laufzeitvertrag

Laufzeitvertrag

Name des Produkts

Multisim

Flexicard (inzw. eingestellt)

Multicard

Ultracard / Red DataSim

Gesamtmenge SIM-Karten pro Vertrag

Bis zu 3

-

"Bis zu 3 (Consumertarife)
Bis zu 5 (Business-Tarife)"

Bis zu 3

Einmalige Kosten

Nein

-

21,50 Euro pro Karte

Einmalig 30 Euro (Ultracard)

Laufende Kosten

4,95 Euro/Monat

-

Nein

10 Euro/Monat (Red DataSim)

Zusätzliches Volumen pro Karte?

Nein

-

Nein

Ja/500 MB

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