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Der Umgang mit dem Dateisystem von OS X

15.04.2013 | 16:00 Uhr |

Der Wechsel von Windows zum Mac zieht nicht nur eine andere Bedienoberfläche nach sich, sondern auch eine andere Art und Weise, wie das System mit den Dateien umgeht. Von Berechtigungen über das Speichern bis hin zur Verwaltung ist so ziemlich alles anders. Was genau Sie beim Wechsel berücksichtigen müssen, klären wir in diesem Artikel.

Unter Windows wird das Dateisystem NTFS verwendet. Es ist proprietär und nur Microsoft hat den Quellcode. Das ist einer der Gründe, warum OS X standardmäßig nicht auf USB-Sticks oder Festplatten mit dem „Windows-Format“ speichern kann. Dritthersteller-Tools schaffen hier Abhilfe. Der aufmerksame Benutzer weiß sich aber anders zu helfen, denn OS X beherrscht ein Dateiformat, das von beiden Betriebssystemen verstanden wird.

FAT und exFAT - Formate zwischen Windows und Mac

Die verfügbaren Dateisysteme für externe Speichermedien, die unter Windows und OS X schreib- und lesbar sind, heißen FAT und exFAT. Wählen Sie beim Formatieren von USB-Sticks FAT aus, lassen sich nur Dateien mit einer maximalen Größe von vier Gigabyte speichern. Mit größeren Dateien kann dieses Format nicht umgehen.

Abhilfe schafft das exFAT-Format, das speziell für Flash-Speicher geschaffen wurde (USB-Sticks). Dieses kann auch größere Dateien speichern und eignet sich somit besser für iTunes-Bibliotheken oder andere Backups (wenn beide Systeme darauf zugreifen wollen).

Wenn Sie einen USB-Stick an Ihren Mac anschließen, öffnen Sie das „Festplattendienstprogramm“ (via Spotlight oder unter /Programme/Dienstprogramme/) und wählen in der linken Liste den Stick oder die externe Festplatte aus:

Nachdem Sie Ihren USB-Stick in der linken Liste ausgewählt, und auf den Reiter "Löschen" geklickt haben, können Sie jetzt das Partitionsformat auswählen. Wir empfehlen das "exFAT" - Format das auch größere Dateien zum Tausch zwischen OS X und Windows erlaubt.
Vergrößern Nachdem Sie Ihren USB-Stick in der linken Liste ausgewählt, und auf den Reiter "Löschen" geklickt haben, können Sie jetzt das Partitionsformat auswählen. Wir empfehlen das "exFAT" - Format das auch größere Dateien zum Tausch zwischen OS X und Windows erlaubt.

Sie haben über den Reiter „Löschen“ die Möglichkeit, per Aufklappmenü ein Dateisystem zu wählen:

Das exFAT - Format ist der letzte Eintrag in der Liste. Haben Sie dieses ausgewählt wird der komplette externe Datenträger gelöscht. Sichern Sie sich also vorher noch alle wichtigen Daten lokal auf Ihrem Mac.
Vergrößern Das exFAT - Format ist der letzte Eintrag in der Liste. Haben Sie dieses ausgewählt wird der komplette externe Datenträger gelöscht. Sichern Sie sich also vorher noch alle wichtigen Daten lokal auf Ihrem Mac.

Sicher oder schnell - Löschmöglichkeiten in OS X

Im Festplattendienstprogramm lässt sich zusätzlich Ihr angeschlossenes Speichermedium sicher löschen. Nachdem Sie das Dateisystem ausgewählt haben, kann über die Schaltfläche „Sicherheitsoptionen...“ der „Grad der Sicherheit“ angegeben werden:

Die schnellste Option beim Löschen ist gleichzeitig auch die unsicherste. Spezielle Programme können nach dieser Lösch-Variante noch fast alle Daten wieder problemlos herstellen. Wenn Sie den Regler weiter nach rechts schieben wird es sicherer, gleichzeitig dauert der Löschvorgang aber auch länger.
Vergrößern Die schnellste Option beim Löschen ist gleichzeitig auch die unsicherste. Spezielle Programme können nach dieser Lösch-Variante noch fast alle Daten wieder problemlos herstellen. Wenn Sie den Regler weiter nach rechts schieben wird es sicherer, gleichzeitig dauert der Löschvorgang aber auch länger.

Haben Sie die von Ihnen gewünschte Sicherheitsstufe gefunden, können Sie mit einem Klick auf die Schaltfläche „Löschen...“ vertrauliche Informationen für immer ins Daten-Nirvana schicken.

Eigene Daten vs. Benutzerordner am Mac

Neben dem Dateisystem unterscheidet sich auch der Speicherort Ihrer persönlichen Dokumente von einem Windows-System. Microsoft hat zwar einen Ordner namens „Eigene Dateien“, doch diesem kommt bei Weitem nicht die gleiche Bedeutung zu wie Ihrem Benutzer-Ordner unter OS X.

Wie bereits im Artikel zur Benutzerverwaltung beschrieben, bekommt jeder Anwender eines Mac ein eigenes Verzeichnis. Dieses verschwindet komplett, sobald sich dort ein anderer Benutzer anmeldet (beziehungsweise es wird dann temporär „unzugänglich“ gemacht).

Daher speichern Sie alle Dateien unter Ihrem eigenen Verzeichnis und richten sich dort Ihre Arbeitsordner et cetera ein.

Wer darf was: Rechtevergabe am Mac

Ein großer Pluspunkt bei der Dateihandhabung unter OS X ist die einfache Rechtevergabe. Bei jeder Datei kann damit angegeben werden, wer diese lesen oder bearbeiten darf. Markieren Sie eine Datei oder ein .app-Paket (einfacher gesagt: eine App oder ein Programm), so lässt sich mit Befehlstaste-I das Informationsfenster aufrufen. Im unteren Abschnitt können Sie anschließend festlegen, wer diese Datei lesen und bearbeiten darf:

Im letzten Abschnitt des Info-Fensters können Sie die Rechtevergabe der ausgewählten Datei / des ausgewählten Ordners einstellen. Wie überall in OS X: Zuerst das Schloss-Symbol auswählen und das Administrator-Passwort eingeben. Erst danach können Änderungen gemacht werden.
Vergrößern Im letzten Abschnitt des Info-Fensters können Sie die Rechtevergabe der ausgewählten Datei / des ausgewählten Ordners einstellen. Wie überall in OS X: Zuerst das Schloss-Symbol auswählen und das Administrator-Passwort eingeben. Erst danach können Änderungen gemacht werden.

Das Prinzip von OS X lautet: Alles ist eine Datei. Somit ist ein einfaches Pages-Dokument bei Weitem mächtiger, als es scheint. Die komplette Rechtevergabe ebenso wie die Kommentare und alle Informationen, die für die Dateihandhabung nützlich sind, werden darin zusätzlich zum „puren Text“ gespeichert.

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