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Deshalb lohnt der Umstieg auf El Capitan

18.09.2015 | 15:15 Uhr |

El Capitan ist das bessere Yosemite, suggeriert schon der Name von OS X 10.11. Wir erklären, für wen sich der Umstieg lohnt und warum.

Apples neue OS-X-Version El Capitan hat auf einer langen Reise viele Hürden nehmen müssen. Sicherheitslücken, Performance Probleme und Wi-Fi-Abbrüche unter Yosemite waren bei weitem keine gute Ausgangsbasis, um ein solides Betriebssystem auf die Beine zu stellen. Was besser wird und für wen sich der Wechsle lohnt.

Mit der sogenannten System Integrity Protection hat Apple eine zusätzliche Sicherheitsschicht in OS X eingeführt. Selbst mit einem Administrator-Kennwort können Anwendungen keine systemrelevanten Dateien mehr ändern. Nutzer sind dadurch besser durch Angriffe auf Systemebene geschützt. Heißt im Detail: Sogenannte Rootkits, die Angreifer installieren um auch nach einer kompletten Neuinstallation Zugriff auf die Festplatte zu haben, sind dadurch quasi unmöglich.

Auch Zugriffe auf die Facetime-Kamera werden erschwert. Denn all diese Funktionen sind in einem speziellen Bereich im Dateisystem abgespeichert, auf die der Nutzer keinen Schreibzugriff mehr hat. Heißt aber auch im Umkehrschluss, dass Dateien immer noch gelesen werden können. Schadsoftware kann also, einmal auf dem Mac, immer noch Passwörter aus dem Schlüsselbund auslesen.

Dennoch: Durch die reine Installation von El Capitan steigt das Sicherheitslevel enorm an. Dies bedeutet aber auch dass Programme, die bislang auf Systemdateien angewiesen waren (wie Total Finder ), nicht mehr funktionieren.

Netzwerk-Probleme

Schon seit Yosemite in Version 10.10.5 hat Apple den anfälligen Netzwerkdienst discoveryd durch mDNSResponder ersetzt. Seitdem ist die Stabilität in Sachen WLAN enorm gestiegen. Auch unter El Capitan verwendet Apple mDNSResponder, und verzichtet auf eine Implementierung eines neuen Dienstes. Auch wenn Langzeitstudien fehlen: El Capitan verspricht neben mehr Sicherheit auch eine erhöhte Stabilität in Sachen Netzwerk und WLAN-Verbindungen.

Ressourcen sparend und schnell

Snow Leopard gilt als das XP der Apple-Betriebssysteme. Schnell, gut gepflegt und so gut wie fehlerfrei. Apple versucht seither vergeblich den gesetzten Standard zu halten. Daher wurde schon im Vorfeld das Augenmerk auf Verbesserungen unter der Haube gelegt. Das Ergebnis bekommen die Nutzer jetzt zu spüren: El Capitan läuft in der letzten Version (Golden Master) extrem schnell und hat keinerlei Hänger.

Wie Nutzer auf Reddit bereits feststellen : El Capitan braucht weniger Akku, ist schnell, und arbeitet extrem Ressourcen sparend. Auch die Schriftart macht überraschend einen Unterschied aus: Das ganze System wirkt leichter und aufgeräumter. Zudem spielt sie vor allem bei Retina-Bildschirmen ihre Trümpfe aus.

Mauszeiger, Mission Control, Safari und Karten

Man mag es kaum glauben, aber einfache Verbesserungen innerhalb von Mission Control wirken vor allem bei zwei Bildschirmen für wahre Wunder. Die Handhabung geht spürbar schneller. Anwendungen, die im Vollbildmodus auf dem Mac-Bildschirm laufen, reagieren jetzt auch bei angeschlossenem Zweitbildschirm fehlerfreier. Auch das Verwalten von Anwendungen auf mehreren Desktops macht endlich wieder Spaß.

Kleinere Eigenschaften wie das Rütteln der Maus zum Vergrößern des Mauszeigers sind nicht nur eine Spielerei sondern oft eine enorme Hilfe. Daneben reicht Safari zwar immer noch nicht an Chrome in seiner Funktionsvielfalt heran, jedoch wirkt Version 9 des Apple Browsers schneller. Die neuen Funktionen wie das Pinnen von Tabs und Ausschalten von Tönen auf Websites verbessern das Browsen von Webseiten.

Berliner Nutzer dürften auch die Anzeige und Navigation von öffentlichen Verkehrsmitteln zu schätzen wissen - sobald die Funktion frei geschaltet ist. Apple präsentiert die ÖPNV-Infos im gewohnt wunderbaren Design. Zwar hakt es hier und da mit der besten Route, jedoch geht das Suchen spürbar schneller als unter Google Maps im Browser.

Apple zeigt in der eigenen Karten-Anwendung jetzt auch öffentliche Nahverkehrsmittel an. Zuerst in Berlin, im Laufe der nächsten Monate wohl auch in mehr Städten Deutschlands.
Vergrößern Apple zeigt in der eigenen Karten-Anwendung jetzt auch öffentliche Nahverkehrsmittel an. Zuerst in Berlin, im Laufe der nächsten Monate wohl auch in mehr Städten Deutschlands.

Schöneres Arbeiten mit Mail und Kalender

Apples Mail wird funktionsreicher, aber auf die Apple übliche Art: Ein cmd + T auf der Tastatur ermöglicht jetzt einen neuen Tab beim Verfassen einer neuen Mail. Was zuerst unnötig erscheint kommt beim täglichen Gebrauch öfter zum Einsatz. Auch zeigt der Kalender jetzt direkt alle Termine an, die in E-Mails gefunden werden. Mit einem einfachen Haken lassen diese sich Ein- oder Ausblenden.

Mail hat einen eigenen Kalender spendiert bekommen. Alle Termine, die in den lokal gespeicherten E-Mails gefunden werden, zeigt die Kalender Anwedung jetzt direkt an.
Vergrößern Mail hat einen eigenen Kalender spendiert bekommen. Alle Termine, die in den lokal gespeicherten E-Mails gefunden werden, zeigt die Kalender Anwedung jetzt direkt an.

Fazit

El Capitan macht erheblich mehr Spaß. Das System fühlt sich sogar auf dem neusten Macbook Pro 2015 deutlich schneller und leichter an. Die Animationen gehen locker ineinander über, und an vielen Ecken und Enden bemerkt man leichte Verbesserungen. Anwender älterer Modelle erfreuen sich längerer Akkulaufzeiten und müssen sich kaum mehr über Hänger oder Wartezeiten beim Arbeiten ärgern.

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