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Die 30 wichtigsten Fragen zu Yosemite beantwortet

06.06.2014 | 12:58 Uhr |

OS X 10.10 bringt einige große Veränderungen mit sich. Wir klären die wichtigsten Fragen für alle, die nicht bis Herbst warten wollen.

Apple hat auf der WWDC einen ersten Blick auf OS X 10.10 alias Yosemite ermöglicht. Das System bringt eine neu gestaltete Oberfläche, spannende neue Funktionen und verbesserte Apps mit. Während registrierten Entwicklern die aktuelle Preview sofort zur Verfügung steht, muss Otto Normalanwender bis Herbst warten oder versuchen am angekündigten Public Beta Programm teilzunehmen. Für alle die nicht länger warten wollen, klären wir vorab die am häufigsten gestellten Fragen.

OS X Public Beta

1. Kann jeder am Public Beta Test teilnehmen?

Jein. Man muss keine besonderen Bedingungen erfüllen, doch die Zahl der Beta-Tester ist auf eine Million Anmeldungen begrenzt. Um teilzunehmen sollte man sich daher zügig auf der Website des OS X Beta Program mit einer Apple ID registrieren. Dazu muss man bestätigen die erhaltenen Informationen vertraulich zu behandeln.

Wer an Apples Public Beta Test im Sommer teilnehmen will, sollte sich zügig auf der zugehörigen Website registrieren.
Vergrößern Wer an Apples Public Beta Test im Sommer teilnehmen will, sollte sich zügig auf der zugehörigen Website registrieren.

2. Kostet die Teilnahme etwas?

Nein, die Teilnahme ist kostenlos und freiwillig. Es erfolgt also auch keine Entlohnung der Tester.

3. Kann man das vollständige System testen?

Nein, einige Funktionen fehlen schlicht noch, andere setzen iCloud Drive oder iOS 8 voraus, die noch nicht allgemein zur Verfügung stehen. Dazu gehören zum Beispiel Handoff, Phonecall, SMS und Instant Hotspot.

4. Was muss ich noch beachten?

Es handelt sich um nicht finale Software. Man sollte die Yosemite Beta also nicht in Produktionsumgebungen verwenden oder auf Macs mit wichtigen Daten installieren. Als Voraussetzungen nennt Apple einen Mac mit Mavericks.

Die neue Oberfläche

5. Was macht den Yosemite-Look aus?

Am auffälligsten ist sind zusätzliche Transparenzeffekte. Außer der Menüleiste sind nun auch Menüs, Seitenleisten der Fenster und teilweise die Symbolleisten mehr oder wenig durchsichtig. Außerdem hat die Apple die Icons und Bedienelemente vereinfacht und 3D-Effekte entfernt. Das Ergebnis ist eine deutliche optische Annäherung an das Flat-Design von iOS 7.

Die neue Oberfläche von OS X zeichnet sich durch dezente Transparenzen, reduzierte Bedienungsobjekte und Verzicht auf 3D-Effekte aus.
Vergrößern Die neue Oberfläche von OS X zeichnet sich durch dezente Transparenzen, reduzierte Bedienungsobjekte und Verzicht auf 3D-Effekte aus.

6. Ich hasse Transparenzen. Kann man die abschalten?

Ja. Wer will, die Transparenz der Menüleiste lässt sich wie bereits unter Mavericks in den Systemeinstellungen abschalten. Dadurch werden auch die Menüs fast undurchsichtig. Als weitere Maßnahme lassen sich wie in iOS 7 die Transparenzen generell reduzieren. In Yosemite findet man diese Einstellungen in den Bedienungshilfen.

7. Hat Apple wirklich die Systemschrift geändert?

Ja. Mit Helvetica Neue wechselt Apple auf einen Font, der weniger für die Bildschirmdarstellung optimiert ist. Auf einem Retina-Display sieht die Schrift prima aus, feiner und eleganter als die alte Lucida. Auf älteren Bildschirmen mit geringerer Auflösung, hilft es in den allgemeinen Einstellungen die LCD-Schriftglättung auszuschalten. Dadurch wird das Schriftbild etwas schlanker und besser lesbar.

Die neue Systemschrift ist feiner, was vor allem auf Retina Displays gut aussieht.
Vergrößern Die neue Systemschrift ist feiner, was vor allem auf Retina Displays gut aussieht.

8. Warum sieht das Dock so seltsam aus?

Das kommt sehr auf den Hintergrund an. Apple hat das schicke, aber seit jeher perspektivisch unlogische 3D-Dock wieder durch eines mit transparentem Hintergrund ersetzt. Das neue Dock hat aber nicht einfach durchsichtig, sondern hat eine sehr diffuse Frostoptik, die keine feinen Struktur durchlässt. Dadurch hebt es sich stark vom Hintergrund ab. Vor allem vor dunklen Bildern wirkt es ein bisschen wie ein matter Klebestreifen auf dem Bildschirm.

Das neue Dock: satiniertes Glas statt 3D-Look.
Vergrößern Das neue Dock: satiniertes Glas statt 3D-Look.

9. Gibt es den Fullscreen-Modus noch?

Ja. Im Rahmen der Vereinfachung der Bedienelemente hat Apple den Doppelpfeil am rechten Ende der Titelleiste des Fensters gestrichen. Die Funktion übernimmt jetzt der grüne Knopf der Ampel. Für dessen bisherige Zoom-Funktion hält man beim Klicken die Wahltaste gerückt.

10. Was ist der Dark Mode?

Der Dark Mode ist eine Option, um Menüleiste, Menüs und Dock abzudunkeln. Das sieht nicht nur cool aus. Dadurch treten die Elemente optisch zurück und lenken weniger vom Geschehen auf dem Bildschirm ab. Viele Foto-Apps nutzen zum Beispiel dunkle Arbeitsflächen und Menüs, um die Kontrast- und Farbwahrnehmung nicht zu stören.

Systemdienste

11. Wie funktioniert die Suche mit Spotlight?

Die Suchfunktion wurde komplett überarbeitet. Ruft man sie auf, öffnet sich nicht mehr ein Menü, sondern eine Suchmaske direkt auf dem Bildschirm. Außerdem sucht Spotlight nicht nur lokal auf der Festplatte, sondern auch über diverse Internet-Dienste. Dazu gehören Wikipedia, Bing, Yelp, Karten, die Stores von iTunes und iBooks sowie der App Store. Auffällig ist hier, das Apple wie bei Siri auf Bing statt Google als Suchmaschine setzt.

Spotlight sucht auch im Inter, zum Beispiel auf Wikipedia (im Bild), Bing oder im iTunes Store.
Vergrößern Spotlight sucht auch im Inter, zum Beispiel auf Wikipedia (im Bild), Bing oder im iTunes Store.

12. Wie nutzt man die Spotlight-Ergebnisse?

Die Vorschaufunktion von Spotlight wird leistungsfähiger. Sie erlaubt nicht nur die Anzeige vieler Dokumente, sondern wird auch interaktiv. Man kann zum Beispiel direkt aus dem Suchfenster heraus Mails schreiben oder Karten für die Routenplanung aufrufen.

Durch die suche in Karten erhält man direkt in Spotlight Infos zu Sehenswürdigkeiten, Adressdaten oder Routen.
Vergrößern Durch die suche in Karten erhält man direkt in Spotlight Infos zu Sehenswürdigkeiten, Adressdaten oder Routen.

13. Die Mitteilungszentrale sieht aus wie in iOS 7?

Ja. Apple hat die Systemfunkion deutlich erweitert. Sie enthält nun eine aktuelle Tagesübersicht mit Kalendereinträgen, Erinnerungen, Wettervorschau und Aktienkursen. Außerdem kann man die Übersicht durch zusätzliche Widgets erweitern.

Die neue Mitteilungszentrale gewinnt durch die Heute-Übersicht und auswählbare Widgets deutlich an Gehalt.
Vergrößern Die neue Mitteilungszentrale gewinnt durch die Heute-Übersicht und auswählbare Widgets deutlich an Gehalt.

14. Entfällt dafür das Dashboard?

Nach Angaben von Entwicklern ist die Dashboard-App in der aktuellen Developer Preview noch enthalten, muss aber manuell gestartet werden. Wir finden für kleine Widgets den Zugriff über die Mitteilungszentrale praktischer, aber die nutzbare Fläche ist im Vergleich zum Dashboard natürlich deutlich kleiner. Vermutlich wird das Dashboard als Alternative für Widgets zunächst noch erhalten bleiben.

15. Gibt es Änderungen an den Systemeinstellungen?

Hier und da gibt es kleinere Änderungen, wie die bereits erwähnte Transparenzeinstellung oder zur Regelung von Handoff . Das einzige neue Modul dient zur Verwaltung von Erweiterungen, unter anderem den Widgets für die „Heute“-Übersicht in der Mitteilungszentrale oder die Freigabefunktion im Finder, die zum Weiterleiten von Objekten an bestimmte Dienste dient.

iCloud Drive

16. Was ist iCloud Drive?

iCloud Drive ist die lang vermisste Speicherfunktion für iCloud. Es stellt einen Ordner in der Cloud bereit, in dem man Dateien direkt vom Finder aus Speichern kann, statt wie bisher nur über die Dokumentverwaltung bestimmter Apps. Die Daten werden automatisch zwischen allen verbunden Geräten synchronisiert.

Auf iCloud Drive greift man direkt im Finder zu. Es dient als zentraler Datenspeicher für Mac, iOS und Windows
Vergrößern Auf iCloud Drive greift man direkt im Finder zu. Es dient als zentraler Datenspeicher für Mac, iOS und Windows

17. Welche Geräte werden unterstützt?

Die Daten auf dem iCloud Drive sind nicht nur vom Mac aus erreichbar, sondern auch von iOS-Geräten und auf Windows-PCs. Damit kann der Dienst als zentraler plattformübergreifender Datenspeicher beziehungsweise zum schnellen Datenaustausch den verschiedenen Geräten genutzt werden.

18. Was kostet iCloud Drive?

Die Grundausstattung von 5 GB ist kostenlos. Damit lassen sich die Basisfunktionen nutzen und komfortabel Daten zwischen Geräten austauschen. Wer iCloud Drive als zentralen Datenspeicher nutzen will, wird damit kaum auskommen und muss zusätzliche Kapazitäten dazu buchen. Apple will 20 GB für rund 1 Dollar und 200 GB für rund 4 Dollar im Monat anbieten. Als Obergrenze hat Apple 1 TB genannt. Die deutschen Preise stehen noch nicht fest, aber eine 1-zu-1-Umrechnung in Euro dürfte es näherungsweise treffen. Auf jeden Fall liegen die Preise deutlich unter den aktuellen iCloud-Tarifen.

19. Kann iCloud Drive meine Dropbox ersetzen?

Das kommt darauf an. Nutzt man Mac mit Yosemite und iOS-Geräte mit iOS 8, ist iCloud Drive erste einmal eine prima Lösung. Die angekündigten Preise für die größeren Pakete sind im Vergleich wirklich sehr günstig. Ob der Dienst auch mit älteren Systemen funktioniert und welche Windows-Version man mindestens braucht, hat Apple allerdings noch nicht bekannt gegeben. Man muss auch abwarten, wie es mit öffentlichen Links oder gemeinsam genutzten Ordnern aussieht. Hier bringt Yosemite allerdings schon diverse Funktionen mit, zum Beispiel Mail Drop für den Versand von Download-Links zu großen Dateien oder diverse Freigabefunktionen.

20. Wird mein kostenpflichtiges iCloud-Upgrade überflüssig?

Das wäre eigentlich nur vernünftig. Wir halten es für unwahrscheinlich, dass Apple zwei unabhängige iCloud-Speicherpakete verkauft, zumal sich die unterstützten Inhalte auch noch zum Teil überschneiden. Für Anwender mit zusätzlichem Speicherplatz dürfte es also günstiger werden. Anders herum wird es durch die zusätzlichen Daten in der Cloud jedoch immer schwieriger, mit einem kostenlosen 5-GB-Account auszukommen, wenn man sich nicht auf das nötigste beschränkt.

Mac und iOS-Geräte

21. Was meint Apple mit Continuity?

Unter dem Stichwort Continuity sammelt Apple Funktionen, die die Zusammenarbeit von Mac und iOS-Geräten verbessern. Hier findet zum Teil ein fließender Übergang bei der Arbeit an Dokumenten statt. Hierbei handelt es sich um einen sehr wichtigen Bereich von Yosemite, der auch eine Schlüsselfunktion bei der langfristigen Strategie für die Entwicklung der Apple-Systeme spielen dürfte.

22. Kann man mit Yosemite telefonieren?

In Verbindung mit einem iPhone mit iOS 8, ja. Befinden sich Mac und iPhone in Bluetooth-Reichweite oder im gleichen WLAN, werden die Daten eine Anrufers zum Mac übertragen, wo eine Mitteilung erscheint. Man kann man den Ruf am Mac annehmen und ihn quasi als Freisprecheinrichtung für das iPhone nutzen. Man kann auch direkt aus der Mac-App Kontakte oder aus anderen Apps, die OS-X-Adressbuchfunktionen nutzen, ein Nummer aufrufen und dadurch einen Anruf über das iPhone starten.

Ein am iPhone eingehender Anruf wird auf dem Mac gemeldet und kann dort angenommen werden.
Vergrößern Ein am iPhone eingehender Anruf wird auf dem Mac gemeldet und kann dort angenommen werden.

23. Wie unterstützt Yosemite SMS?

Die Nachrichten-App von Yosemite zeigt nicht nur iMessages an, sondern synchronisiert auch SMS (die grünen Nachrichten) mit ihrem iOS-Gegenstück. Dabei kann man nicht nur endlich die vollständigen Threads am Mac verfolgen, sondern von beliebigen Geräten antworten oder auch den Versand von SMS über das iPhone initiieren.

Nachrichten zeigt nicht SMS in Chats an, sondern kann auch welche über das iPhone versenden.
Vergrößern Nachrichten zeigt nicht SMS in Chats an, sondern kann auch welche über das iPhone versenden.

24. Was ist Handoff?

Handoff macht den Wechsel zwischen Mac und iOS-Gerät beim Arbeiten in verschiedenen Apps möglich. Bisher konnte man schon bestimmte Dokumente über iCloud synchronisieren oder Mail-Entwürfe über den Mail-Server, um diese dann auf einem anderen Gerät wieder zu öffnen und weiter bearbeiten zu können. Handoff geht hier noch einen Schritt weiter. Befinden sich die Geräte in Reichweite, überträgt die Funktion exakt woran Sie gerade arbeiten. Es reicht dann ein Mausklick auf dem Mac oder ein Fingertipp auf dem iPad, um App und Dokument zu öffnen, an dem gerade auf dem anderen Gerät gearbeitet wurde, und an der gleichen Stelle weiterzumachen. Handoff unterstützt Mail, Nachrichten, Safari, iWork, Erinnerungen, Kalender, Karten und Kontakte. Die Funktion ist dokumentiert, das heißt andere Entwickler können ihre Apps ebenfalls anpassen.

Handoff, ein Yosemite-Highlight: Startet man ein Projekt am Mac, kann man es an der gleichen Stelle auf dem iPad fortsetzen und umgekehrt.
Vergrößern Handoff, ein Yosemite-Highlight: Startet man ein Projekt am Mac, kann man es an der gleichen Stelle auf dem iPad fortsetzen und umgekehrt.

25. Funktioniert Airdrop zwischen Mac und iPhone/iPad?

Ja. Endlich. Die Geräte finden sich automatisch über Bluetooth und bauen dann eigene Verbindung über Bluetooth oder Wi-Fi auf. Dafür müssen sie sich nicht im gleichen lokalen WLAN befinden.

Wichtige Apps

26. Was sind die wichtigsten neuen Funktionen in Safari?

Safari hat eine neue Tab-Übersicht erhalten, die auf Knopfdruck alle geöffneten Tabs mit Vorschaubildern nach Websites sortiert anzeigt. Darunter finden Sie die iCloud-Tabs, also die auf anderen mit dem gleichen Konto verknüpften Geräten geöffneten Fenster. Der Zugriff auf Favoriten erfolgt jetzt direkt über das Eingabefeld, und die Suche liefert auch Spotlight-Ergebnisse. Außerdem bietet Safari einen neue Privatmodus für einzelne Fenster sowie Duckduckgo als nicht-trackende Suchmaschine. Weiterhin verspricht Apple deutliche Geschwindigkeitszuwächse.

Wer gern viele Fenster und Tabs öffnet, wird die neue Übersicht von Safari schnell zu schätzen lernen.
Vergrößern Wer gern viele Fenster und Tabs öffnet, wird die neue Übersicht von Safari schnell zu schätzen lernen.

27. Was sind die wichtigsten neuen Funktionen in Mail?

Mail erlaubt mit Mark up Notizen und Markierungen auf Mail-Anhängen und kann Nachrichten mit Anhängen bis zu 5 GB Größe verschicken. Die müssen sich natürlich nicht durch den Mai-Server quälen, sondern werden per Mail Drop komfortabel als Download-Link zur iCloud verschickt.

Startet man eine Suche in Safari, erhält man auch Spotlight-Ergebnisse.
Vergrößern Startet man eine Suche in Safari, erhält man auch Spotlight-Ergebnisse.

28. Was sind die wichtigsten neuen Funktionen in Nachrichten?

Neben dem bereits erwähnten Abgleich von SMS mit dem iPhone und den anderen Continuity-Funktionen, bietet Nachrichten die coole Funktion kurze Audio- und Videoaufnahmen zu verschicken, verbesserte Gruppen-Chats und die Möglichkeit Namen für Konversationen zu vergeben.

Mail erlaubt dank Mark up freie Markierungen per Maus oder Trackpad, die automatisch erkannt und in definierte Auszeichnungen umgewandelt werden.
Vergrößern Mail erlaubt dank Mark up freie Markierungen per Maus oder Trackpad, die automatisch erkannt und in definierte Auszeichnungen umgewandelt werden.

29. Wann kommt die neue Foto-App?

Apple hat für Anfang 2015 eine Version der App Fotos für OS X angekündigt. Sie bietet ähnliche Sortierungen und Ansichten wie die iOS-Version sowie nicht-destruktive Bearbeitungsfunktionen. Welchen Einfluss die App auf die Weiterentwicklung von iPhoto hat, bleibt abzuwarten.

30. … und was mit Gamecenter?

Kein grüner Filz mehr, dafür erhält es die gleichen bunten Blasen, die man schon aus der iOS-7-Version kennt.

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