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Die Basisdienste von Apples iCloud

13.07.2015 | 12:38 Uhr |

So kümmert sich iCloud um den Abgleich von Kontakten, Kalendern, Erinnerungen, Bookmarks, Notizen und Mails

Als Apple das iPhone vorstellte, waren Cloud-Speicher noch kaum ein Thema und das iPhone war noch ein verlängerter Arm eines Macs oder PCs, mit dem es seine Daten per Kabel und iTunes austauschte. Hatte man ein iPhone, einen Rechner und ein iPad, musste man die Geräte mehrfach miteinander synchronisieren, damit sich Änderungen und Neuigkeiten von Gerät zu Gerät herumsprachen.

Das muss man sich gelegentlich in Erinnerung rufen, wenn man sich ansieht, wie geschmeidig alle Geräte heutzutage in Sekundenschnelle Informationen austauschen. Man legt auf dem iPhone einen Kontakt an, und in wenigen Sekunden taucht er auf dem Mac auf.

iCloud und Datensicherheit

Noch immer gibt es mancherorts Vorbehalte gegen die Nutzung von Cloud-Speichern, weil Nutzer Angst davor haben, dass ihre Daten in falsche Hände geraten könnten. Gerade Adressbuch, Termine und Notizen sind sehr private und damit sensible Daten. Apple garantiert für iCloud allerdings einen sehr hohen Sicherheitsstandard: Kontakte, Kalender und Erinnerungen werden sowohl während der Übertragung wie auch auf dem Server verschlüsselt und können nur dann abgegriffen werden, wenn jemand es schafft, das iCloud-Passwort zu erhaschen. Mail und Notizen hingegen werden während der Übertragung per SSL verschlüsselt, liegen auf Apples Servern aber ungesichert, was für Mailserver leider vollkommen normal und üblich ist.

Im Folgenden geht es erst mal um den Austausch derjenigen Daten, die für ein Smartphone gewissermaßen die Basis darstellen: Kontakte, Termine, Erinnerungen und Notizen. Dazu kommen noch der Mail-Account und die Lesezeichen des Safari-Browsers. Mittlerweile lassen sich diese Basisinformationen gar nicht mehr per Kabel und iTunes zwischen den Geräten austauschen, sondern praktisch nur noch per iCloud, was viele Vorteile, aber auch ein paar Nachteile hat. Eine iCloud-ID ist damit zur Pflicht geworden, wenn man sein iPad oder iPhone auch als Organizer benutzen möchte.

Austausch und Backup zugleich

Neue Besitzer eines iPhone fragen sich oft, was sie eigentlich von der Nutzung der Cloud haben – zumal dann, wenn sie womöglich gar keinen Bedarf für die Synchronisierung von Daten mit anderen Geräten haben. Aber selbst dann ist iCloud-Synchronisierung sinnvoll, um ein Backup seiner Daten zu haben. Geht ein iPhone oder iPad verloren, bleiben so wenigstens Adressen, Termine und weitere Basisdaten erhalten.

Sämtliche iCloud-Einstellungen sind in einer Einstellung zusammengefasst. Wer noch keine icloud.com-Adresse hat, kann diese beim Aktivieren der Mailfunktion direkt anlegen.
Vergrößern Sämtliche iCloud-Einstellungen sind in einer Einstellung zusammengefasst. Wer noch keine icloud.com-Adresse hat, kann diese beim Aktivieren der Mailfunktion direkt anlegen.

iCloud-Einstellungen

Die iCloud-Systemeinstellungen fassen alles zusammen, was mit Apples Cloud-Service zu tun hat. Schaltet man die Synchronisierung eines Dienstes ab, dürfen die Daten auf dem Gerät bleiben. Schaltet man sie wieder an, führt das iOS die Daten meist recht gut wieder zusammen, ohne doppelte Datensätze oder dergleichen zu erzeugen. Da das Datenaufkommen durch die Basisdienste sehr gering ist, gibt es aber nur wenig Grund, iCloud abzuschalten.

Schaltet man die Synchronisierung eines Dienstes ab, bleiben die Daten auf Wunsch erhalten und werden beim Aktivieren auch wieder zusammengeführt.
Vergrößern Schaltet man die Synchronisierung eines Dienstes ab, bleiben die Daten auf Wunsch erhalten und werden beim Aktivieren auch wieder zusammengeführt.

Und allen modernen Trends zum Trotz dürften letztlich die meisten Anwender doch noch einen PC, Mac oder andere iOS-Geräte besitzen, mit dem ein Datenabgleich sinnvoll möglich ist. So lassen sich Adressen beispielsweise sehr viel einfacher auf der richtigen Tastatur eines Computers als auf dem Bildschirm eines iPhone eintippen, und die iCloud-Synchronisation sorgt dann dafür, dass die Adressen praktisch sofort auf das andere Gerät übertragen werden.

Wer darf mitspielen?

Direkt funktioniert die iCloud-Synchronisation zunächst einmal nur mit Apple-Geräten, also iPhone, iPad und Macs. Auf dem Mac gibt es passende Gegenstücke zu den iOS-Apps für Kontakte, Termine, Notizen und so weiter, die funktional praktisch identisch mit den iOS-Versionen sind und durch die Synchronisation nahtlos mit ihnen zusammenarbeiten.

iCloud einrichten: Alles in iCloud

Unter Windows hingegen sind die Möglichkeiten deutlich beschränkter: Wer sich bei Apple iCloud für Windows herunterlädt und unter Windows 7 oder 8 installiert, kann Mail, Kontakte, Kalender und Aufgaben einzig und allein mit dem normalen Microsoft Outlook-Programm synchronisieren. Ist dieses zuvor auf dem PC installiert, fügt Apples iCloud-Installer ihm ein Plug-in hinzu. Das Problem daran ist, dass man dafür zumindest eine kostenpflichtige Office-365-Lizenz von Microsoft benötigt. Die gibt es zwar zu durchaus humanen Preisen ab aktuell etwa 7 Euro monatlich, doch viele Windows-Anwender nutzen alternative Workflows, die beispielsweise auf Libre Office und anderen Mail-Clients wie etwa Thunderbird beruhen. Leider unterstützt Apple keinerlei Alternativen zu Outlook.

Für den iCloud-Abgleich unter Windows muss man sich zunächst iCloud für Windows bei Apple laden und installieren. Nach Eingabe der Apple-ID bekommt man eine Systemsteuerung, die der unter iOS ähnelt.
Vergrößern Für den iCloud-Abgleich unter Windows muss man sich zunächst iCloud für Windows bei Apple laden und installieren. Nach Eingabe der Apple-ID bekommt man eine Systemsteuerung, die der unter iOS ähnelt.

iCloud unter Windows

Während Macs naturgemäß von Haus aus perfekt mit iCloud synchronisiert werden können, müssen Windows-7-und -8-Anwender zunächst iCloud für Windows installieren und auf etwas Komfort verzichten. Denn Mail, Kontakte, Kalender und Aufgaben lassen sich nur dann mit dem PC synchronisieren, wenn dort das reguläre Microsoft Outlook installiert ist – andernfalls bleibt nur das Webinterface unter www.icloud.com.

Hat man, wie oben zu sehen, Outlook unter Windows installiert, gleicht iCloud Mail, Kontakte, Kalender und Aufgaben damit ab. Wer aber kein vollwertiges Outlook hat, dem bleibt nur der Zugang zu iCloud über den Browser – ohne Integration in vorhandene Programme unter Windows.
Vergrößern Hat man, wie oben zu sehen, Outlook unter Windows installiert, gleicht iCloud Mail, Kontakte, Kalender und Aufgaben damit ab. Wer aber kein vollwertiges Outlook hat, dem bleibt nur der Zugang zu iCloud über den Browser – ohne Integration in vorhandene Programme unter Windows.

Nur ein Weg funktioniert immer und übrigens auch sehr gut: Unter www.icloud.com stehen alle Basisdienste auch im Browserfenster zur Verfügung. Damit lassen sich die Daten letztlich genauso gut wie mit einer App oder einem Programm bearbeiten und stehen jederzeit und überall zur Verfügung, wenn man ein Gerät mit Browser und Internet-Verbindung hat, das heißt beispielsweise auch im Internet-Café im Urlaub.

Kontakte, Kalender, Erinnerungen

Für Adressen, Termine und Erinnerungen gelten jeweils dieselben Voraussetzungen und Einstellungen: In der iCloud-Systemsteuerung kann man per Schiebeschalter bestimmen, ob die jeweiligen Daten mit iCloud synchronisiert werden. Unterbricht man per Schalter die Synchronisierung auf dem iPhone oder iPad, fragt das System, ob es die vorhandenen Daten behalten oder verwerfen soll. Schaltet man die Synchronisierung ein, werden die womöglich lokal auf dem Gerät vorhandenen Daten mit denen in iCloud zusammengeführt, wobei man nur wenig Angst davor haben muss, dass Dubletten entstehen oder Änderungen verloren gehen könnten. Gespeichert werden diese Daten für den Anwender unsichtbar im Datenbereich von iCloud und sind dem iCloud-Account direkt zugeordnet.

Mail

Früher gab es einmal die Möglichkeit, seine diversen Mail-Accounts vom Rechner im Rahmen der iTunes-Synchronisierung auf iOS-Geräte zu übertragen und sich so zu ersparen, seine Account-Einstellungen erneut einzutippen. Doch das ist leider Geschichte: Der Mailschalter in den iCloud-Einstellungen macht nur noch eines: Man kann damit den iCloud-Mail-Account einschalten. Hat man diesen zuvor noch nicht mit einer „… @icloud.com“-Adresse eingerichtet, kann man dies direkt an dieser Stelle nachholen.

Jeder auf IMAP basierende Mail-Account kann auch zum Austausch von Notizen genutzt werden. Die Notizen-App zeigt diese Accounts an.
Vergrößern Jeder auf IMAP basierende Mail-Account kann auch zum Austausch von Notizen genutzt werden. Die Notizen-App zeigt diese Accounts an.

Notizen

Notizen werden nicht wirklich über iCloud synchronisiert, sondern über einen beliebigen IMAP-Mail-Account – das kann natürlich auch der iCloud-Mail-Account sein. In den Account-Einstellungen lässt sich für jeden dieser Accounts die Notizfunktion aktivieren, wobei auch mehrere erlaubt sind.

Notizen

Der Schalter zur Synchronisierung von Notizen ist vielleicht etwas verwirrend, denn er ist nicht etwa der zentrale Schalter für das Synchronisieren von Notizen zwischen verschiedenen Geräten. Vielmehr ist dieser Schalter nur dafür zuständig, den iCloud Mail-Account für den Datenabgleich zu nutzen. Letztlich werden Notizen in Apples Ökosystem aber über Mailserver ausgetauscht – genauer gesagt kann jeder Mail-Account, der nach dem IMAP-Prinzip arbeitet, dafür genutzt werden. Unter „Einstellungen > Mail, Kontakte, Kalender“ lassen sich für jeden IMAP-Account außer der Mailfunktion auch die Notizen einstellen. Wer nicht ausdrücklich verschiedene, voneinander getrennte Notizserver nutzen möchte, sollte sich hier vermutlich auf nur einen zentralen Notiz-Account beschränken. Dazu sollte man sich die Mühe machen, auf allen iOS-Geräten und Rechnern nur einen Account für Notizen zu aktivieren. Nichts spricht dagegen, dafür den iCloud-Account zu nutzen.

iCloud für Dokumente: einrichten, retten, Platz sparen

Safari

Der Schalter für Safari in den iCloud-Einstellungen macht mehrere Dinge: Zum einen synchronisiert er die im Safari-Browser angelegten Lesezeichen mit der Cloud und damit mit weiteren Geräten und Rechnern. Unter iOS und auf dem Mac ist damit ausschließlich der Safari-Browser gemeint. Auf Windows-Maschinen lassen sich die Lesezeichen mit dem Microsoft Internet Explorer, Mozilla Firefox oder Google Chrome synchronisieren. Der Austausch der Lesezeichen erweist sich schnell als enorm praktisch und sollte auf jeden Fall aktiviert werden – selbst dann, wenn man iPhone und PC für ganz verschiedene Aufgaben nutzt.

Die Synchronsierung der Lesezeichen klappt auch mit den wichtigsten Browsern unter Windows. Apple-Geräte hingegen übermitteln sich auch die gerade offenen Tabs und die Leseliste.
Vergrößern Die Synchronsierung der Lesezeichen klappt auch mit den wichtigsten Browsern unter Windows. Apple-Geräte hingegen übermitteln sich auch die gerade offenen Tabs und die Leseliste.

Safari

Wer seine Safari-Lesezeichen synchronisieren möchte, kann dies auch mit mehreren Windows-Browsern realisieren. Auf Macs und anderen iOS-Geräten lassen sich in Safari außer der gemeinsamen Leseliste dann auch die offenen Tabs der anderen Geräte zeigen, was sehr praktisch sein kann.

Apple-Geräte können über die Safari-Synchronisierung allerdings noch die Liste ihrer offenen Tabs und ihre Leseliste untereinander austauschen. Dabei werden nicht etwa alle Tabs gleich synchron geöffnet, sondern die iOS-Geräte zeigen beim Erzeugen neuer Tabs jeweils eine Übersicht der auf anderen Geräten geöffneten Tabs. Das ist vor allem dann sehr praktisch, wenn man seine Surfsitzung, die man mit dem iPad auf dem Sofa begonnen hat, unterwegs mit dem iPhone oder am Schreibtisch mit dem Mac fortsetzen möchte.

Nur Vorteile?

Noch immer sperren sich viele gegen den Gedanken, ihre Adressen, Termine und andere, sehr private Daten über das Netz auf Apples iCloud-Speicher zu legen. Allerdings garantiert Apple hier ein hohes Maß an Sicherheit und hat überdies bislang nicht den geringsten Anlass dazu geliefert, an der Seriosität im Umgang mit den Daten seiner Kunden zu zweifeln. Insofern sollte man auf den Komfort des Austausches zwischen iOS-Geräten und Rechnern nicht verzichten, denn gleiche Daten auf allen Geräten sind einfach extrem praktisch.

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