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Die Kindersicherung des Mac: Effektiver Schutz für das Benutzerkonto

20.06.2016 | 10:11 Uhr |

Auf dem Mac lassen sich einzelne Benutzerkonten so absichern, dass man ihn bedenkenlos Kinder anvertrauen kann.

Anders als iOS ist OS X (ab Herbst macOS genannt) als Mehrbenutzersystem dazu geeignet, den einzelnen Nutzern unterschiedliche Rechte zuzuweisen. So ist eine effektive Kindersicherung möglich – der Nachwuchs soll den Computer nur zu bestimmten Zeiten und Zwecken nutzen können. Die Kindersicherung für Benutzerkonten ist aber nicht nur für Kinder oder Jugendliche sinnvoll, lässt sich damit das System effektiv vor Änderungen schützen und nur bestimmte Websites besuchen.

Die Kindersicherung in OS X 10.11 El Capitan ist jedoch ein wenig rudimentär, erst Tools von Drittanbietern bieten gleichermaßen befriedigenden Komfort und Schutz. Auf der Seite AV-Test.org finden Sie eine Liste und einen Test für verschiedene Kinderschutz-Software für Mac und PC. Doch der integrierte Kinderschutz in OS X ist gewiss eine solide Hilfe für Kinder auf ihren ersten Schritten in digitalen Welten. In Folge stellen wir die Kindersicherung in OS X 10.11 El Capitan ausführlich vor, nach unseren ersten Erkenntnissen wird sich aber auch in macOS 10.12 Sierra nichts daran ändern.

Kindersicherung in der Benutzerverwaltung

Um den Kinderschutz in OS X einzurichten, muss man zunächst ein eigenes Benutzerkonto einrichten, das nur eingeschränkt nutzbar ist. Dies geschieht über die Systemeinstellung "Benutzer & Gruppen".

Generell sollte jeder Benutzer auf einem Mac über ein eigenes Benutzerkonto verfügen. Vor allem sind die persönlichen Daten der Benutzer voneinander getrennt und in jeweils eigenen Ordnerstrukturen gespeichert. Daten eines anderen Kontos sind auf diese Weise nicht einsehbar.

In den Systemeinstellungen sind die Konfiguration für Benutzer und die Kindersicherung zu finden.
Vergrößern In den Systemeinstellungen sind die Konfiguration für Benutzer und die Kindersicherung zu finden.

Das Recht, Benutzerkonten mit und ohne Kindersicherung anzulegen haben nur Benutzer mit Adminrechten auf dem Mac. Durch das Anklicken des Schloss-Symbols und der Eingabe der Benutzerdaten eines Adminkontos werden die Sicherheitseinstellungen freigeschaltet, erst dann kann man neue Benutzerkonten anlegen.

Im Wesentlichen unterscheidet OS X hier drei Arten mit unterschiedlichen Rechten: Administratoren, Standard-Benutzerkonten und eben solche mit eingeschränkten Rechten, eben „Verwaltet durch die Kindersicherung“.

Beim Anlegen von Benutzern lassen sich bereits Funktionen der Kindersicherung aktivieren.
Vergrößern Beim Anlegen von Benutzern lassen sich bereits Funktionen der Kindersicherung aktivieren.

Die Option lässt sich aber auch jederzeit nachträglich aktivieren und somit per Kindersicherung geschützte Konten in Standardkonten zu wandeln.

Setzen Sie für ein neues Konto die Option " Kindersicherung aktivieren", gelangen Sie über " Kindersicherung öffnen " zu den detaillierten Einstellungen. Für jedes Benutzerkonto stellt die Kindersicherung verschiedene Optionen zur Verfügung.

Die Kindersicherung lässt sich jederzeit über die Eigenschaften von Benutzerkonten aktivieren.
Vergrößern Die Kindersicherung lässt sich jederzeit über die Eigenschaften von Benutzerkonten aktivieren.

Kindersicherung konfigurieren - Apps einschränken

Ist die Kindersicherung für ein Konto aktiv, lassen sich verschiedene Einstellungen vornehmen. Diese untergliedern sich in "Apps" , "Web" , "Stores", "Zeit", "Datenschutz" und "Andere". Sie können für jedes Benutzerkonto eigene Einstellungen vornehmen.

Die Kinder-Sicherung ermöglicht umfassende Einstellungen für Kinder und Jugendliche.
Vergrößern Die Kinder-Sicherung ermöglicht umfassende Einstellungen für Kinder und Jugendliche.

In der Verwaltung der Kindersicherung stehen am oberen Rand des Fensters die verschiedenen Menüpunkte zur Einschränkung des Benutzerkontos zur Verfügung. Mit "Apps" können Administratoren – also die Eltern – festlegen, welche Apps das jeweilige Benutzerkonto nutzen darf. Auch der Zugriff auf die Dienstprogramme des Macs kann hier gesteuert werden.

Über den Menüpunkt "Apps" lässt sich auch festlegen, ob die Benutzer die Kamera im Mac nutzen dürfen, beziehungsweise Multiplayer-Spiele aus dem Game Center. Außerdem lässt sich hier das Hinzufügen von Freunden im Game Center untersagen.

Interessant ist auch die Möglichkeit, das Senden von E-Mails zu steuern. Es lassen sich Kontakte definieren, zu denen eine E-Mail gesendet werden darf. Wird über das Konto eine E-Mail an einen anderen Kontakt versendet, kann die Kindersicherung eine automatisierte E-Mail an die Eltern schicken.

Webzugriff und App-Store mit der Kindersicherung einschränken

Mit dem Menüpunkt "Web" können Administratoren des Macs festlegen, welche Internetseiten geöffnet werden dürfen. Hier gibt es im Grunde genommen drei wichtige Einstellungen:

"Unbeschränkten Zugriff auf Websites erlauben" - Es erfolgt keinerlei Sperrung von Internetseiten.

"Möglichst nur jugendfreie Websites" - Hier steuern Sie, dass Safari nicht jugendfreie Webseiten sperren soll. Diese Einstellung ist der Standard. Über die Schaltfläche "Anpassen" lassen sich Seiten zur Liste hinzufügen, oder Seiten direkt sperren.

"Zugriff nur auf diese Websites erlauben" - Hier sind alle Seiten erlaubt, außer die Seiten in der Liste. Um weitere Seiten hinzuzufügen, klicken Sie unten auf das Plus-Zeichen. Um eine Ordnung in der Liste zu behalten, können Sie weitere Ordner anlegen, in denen Sie die Adressen sammeln.

Über die Schaltfläche "Protokolle" lassen sich die besuchten Seiten der letzten Monate auch anzeigen.

Auch Webseiten lassen sich mit der Kindersicherung sperren.
Vergrößern Auch Webseiten lassen sich mit der Kindersicherung sperren.

Mit "Stores" können Sie den Zugriff auf die verschiedenen Stores beschränken sowie festlegen, dass nur bestimmte Musik, Filme und TV-Sendungen herunterladbar sind.

Zugriffszeiten für den Mac festlegen

Interessant ist die Registerkarte "Zeit", denn hier legen Sie genaue Nutzungszeiten für den Mac fest. Die Konfiguration erlaubt eine Unterscheidung zwischen Werktagen und dem Wochenende. Zusätzlich unterstützt die Kindersicherung auch die Konfiguration einer Nachtruhe, die ebenso zwischen den Nächten vor Schultagen und Nächten am Wochenende unterscheidet werden. Wie bei der Web-Filterung lassen sich auch hier Protokolle anzeigen.

Die Zugriffszeiten auf den Mac lassen sich über die Kindersicherung steuern.
Vergrößern Die Zugriffszeiten auf den Mac lassen sich über die Kindersicherung steuern.

Datenschutz konfigurieren

Über die Registerkarte "Datenschutz" lassen sich Einstellungen und Änderungen an Mac-Funktionen vornehmen, die den Datenschutz betreffen, vor allem für "Kontakte" , "Kalender ", " Erinnerung", "Twitter", "Facebook" und "Diagnose". Deaktivieren Sie Funktionen, lassen sich in diesen Bereichen keine Änderungen mehr vornehmen. Alle  in diesem  Konto vorgenommenen Aktionen protokolliert das System auch.

Zusätzlich lassen sich auf der Registerkarte "Andere" weitere Einstellungen vornehmen, etwa die die Sprachsteuerung deaktivieren. Auch die Steuerung der Drucker und das Brennen von CDs lässt sich verhindern.

Mit zusätzlicher Software, wie den kostenlosen KinderServer, lässt sich das Surfen von Kindern und Jugendlichen über den Mac absichern.
Vergrößern Mit zusätzlicher Software, wie den kostenlosen KinderServer, lässt sich das Surfen von Kindern und Jugendlichen über den Mac absichern.

Kindgerechtes Surfen im Internet mit Kinderserver-info.de

Eine weit verbreitete Lösung für den Jugendschutz finden Sie auf der Seite kinderserver-info.de , einer Arbeitsgruppe für kindgerechtes Surfen im Internet.  Die Software ist kostenlos, schnell eingerichtet und bietet ebenfalls Schutz vor unerwünschten Internetseiten. Wollen Sie nicht gleich die ganze Sicherheits-Anwendung installieren, finden Sie auf der Seite ein Add-On für Google Chrome. Dadurch wird der Mac zwar nicht vollständig geschützt, aber Ihre Kinder surfen zumindest mit dem Browser sicher.

Beim ersten Start der Anwendung geben Sie ein Kennwort für den Zugriff auf die Konfiguration der Software ein. Danach ist die Lösung einsatzbereit. Über ein eigenes Menü steuern Sie die Anwendung. Im Grunde genommen blockiert die Software vor allem Webseiten. Als zusätzlichen Schutz kann sie daher durchaus hilfreich sein, besser als das Bordmittel-Tool in OS X ist sie aber nicht.

Fazit

Die Kindersicherung in OS X bietet einen gewissen Grundschutz für die Verwendung des Rechners durch Kinder und Jugendliche. Allerdings sollten sich Erwachsene nicht blind auf die Lösung verlassen. Generell ist es empfehlenswert, parallel auf die Lösung eines Drittherstellers zu setzen. In jedem Fall ist die Aktivierung der Kindersicherung aber immer noch besser, als Kinder ohne Schutz an den eigenen Mac zu lassen. Denn neben dem Schutz des Kindes, kann die Kindersicherung auch den Mac selbst schützen. Die Verwaltung der Lösung ist recht einfach und schnell.

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