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iPad: Alternativen zu Apple Mail

03.07.2013 | 15:51 Uhr |

Das Lesen und Schreiben von Mails ist so etwas wie die Kernaufgabe der meisten iPads. Wir zeigen Ihnen Alternativen und Ergänzungen zu Apples Mail-Client

Fragt man iPad-Besitzer, was sie mit ihrem Gerät so machen, findet sich „mailen“ fast immer in der Antwort, denn das iPad ist nun einmal für viele vor allem ein Kommunikationsmittel. Der Mail-Client, den Apple iOS mitgibt, ist ebenso funktional wie einfach gehalten und dürfte den meisten Anwendern durchaus reichen. Doch im App Store finden sich einige Alternativen, die etwas mehr können.

Nur Apples originaler Mail-Client kann sich mit fast allen Maildiensten verbinden.
Vergrößern Nur Apples originaler Mail-Client kann sich mit fast allen Maildiensten verbinden.

Ob und wenn ja, welche Alternativen es zur Mail-App gibt, hängt auch davon ab, wo man seinen Mail-Account hat: Viele nutzen Anbieter mehr oder weniger kostenloser Mail-Accounts wie Google, Yahoo, Web.de und dergleichen mehr, von denen wiederum etliche auch eigene Mail-Apps anbieten, die allerdings nur selten mehr können als Apples Pendant. Dessen Einrichtungsassistent vereinfacht für viele populäre Mailanbieter zudem die Einrichtung. Wer seine Mail-Accounts bei einem anderen Anbieter hat oder seine Firmenmails abfragen möchte, wird dafür oft die Standardprotokolle Pop oder Imap für die Abfrage und SMTP für das Senden von Mails verwenden und kann auch dafür natürlich die Standard-App des iPad nutzen. Erstaunlicherweise wird hier das Angebot aber bereits erstaunlich dünn, für die als etwas veraltet geltende Pop-Abfrage, bei der die Mails komplett aufs Gerät geladen und vom Server gelöscht werden, fanden wir tatsächlich keine Alternative zur Mail-App des iOS.

Microsoft Exchange

Weitgehend außen vor gelassen haben wir Clients für das von Microsoft stammende Exchange-Activesync-Protokoll, zumal dieses nicht nur für E-Mails, sondern auch für den firmenweiten Abgleich von Kontakten und Terminen genutzt wird. iOS lässt sich recht gut in eine Exchange-Infrastruktur integrieren und verteilt Mails, Kontakte und Termine auf die jeweiligen „Werks-Apps“. Im App Store finden sich einige Apps, die ebenfalls mit Exchange-Servern kommunizieren können und dabei meist in Sachen Funktionalität und Darstellung näher am Original unter Windows bleiben als die iOS-Apps von Apple, die ja auch auf einem ganz anderen Ansatz basieren. Wer wie auf dem PC Mails, Kontakte und Termine unter dem Dach einer einzigen App verwalten möchte, findet im App Store einige Clients wie beispielsweise Touchdown für 17,99 Euro.

Patentstreit: Frust mit der Push-Funktion

Theoretisch beherrscht Apples Mail-App die automatische Benachrichtigung über neu eintreffende Mails im Push-Verfahren. Tatsächlich sorgen die allgegenwärtigen Patentstreitigkeiten mit anderen Anbietern dafür, dass zumindest für iCloud-Accounts derzeit keine Push-Funktion zur Verfügung steht, sondern man auf den manuellen Abruf oder das Abfragen in regelmäßigen Intervallen ausweichen muss. Da das minimale Abfrageintervall immerhin bei 15 Minuten liegt, wünschen sich nicht wenige die Push-Funktion zurück.

Ein ähnliches Problem haben viele Nutzer eines Google-Mail-Accounts. Früher klappte die Push-Benachrichtigung innerhalb von Apples Mail-App ganz einfach dadurch, dass man den Gmail-Server über das Exchange-Protokoll abfragte, für den Push-Benachrichtigungen problemlos funktionieren. Leider hat Google jedoch die Exchange-Unterstützung seiner Mail-Accounts im Januar zumindest für die kostenlosen Accounts eingestellt. Seit Längerem am iPad oder iPhone eingerichtete Exchange-Verbindungen zu Google Mail funktionieren zwar weiterhin, doch neu einrichten lassen sich diese Verbindungen leider nicht mehr. Google-Mail-Nutzern, die weiterhin per Push über neue Mails unterrichtet werden möchten, bleibt also nur das Ausweichen auf einen alternativen Mail-Client, der die verlorene Push-Benachrichtigung wieder zurückbringt. Dies tut beispielsweise die kostenlose Gmail-App von Google selbst, zu der es auch eine ganze Reihe Alternativen gibt.

Gmail

Eine Seltenheit auf dem iPad ist die Möglichkeit, Mails als Spam zu deklarieren.
Vergrößern Eine Seltenheit auf dem iPad ist die Möglichkeit, Mails als Spam zu deklarieren.

Seit einiger Zeit kann Apples Mail-App Gmail-Nutzer nicht mehr per Push-Nachricht über neue Nachrichten informieren. Hier springt Googles eigene Gmail -App in die Bresche und bietet zudem ein an die anderen Apps des Anbieters angepasstes Design sowie eine recht einfache Bedienung. Außerdem gibt es die sonst kaum zu findende Möglichkeit, aus der App heraus Mails als Spam zu deklarieren und so den Filter auf dem Server zu trainieren.

Gute und übersichtliche Lösung für Gmail-Nutzer

+ Push-Benachrichtigung, Spam-Markierung möglich

– Kaum mehr Funktionen als Apples Mail-App

Voraussetzung: iPad 2 (ab iOS 5.0)

Hersteller: Google Inc.

Preis: Kostenlos

WERTUNG: 2.1

Tipp: Mehr Sicherheit durch Code-Sperre

Das iOS bietet Apps die Möglichkeit, Daten verschlüsselt im Speicher abzulegen, was beispielsweise Apples Mail-App auch tut – nur die App selbst kommt dann wieder an die Daten. Liegen die Daten dagegen, wie leider bei manchen alternativen Mail-Apps der Fall, unverschlüsselt auf dem iPad, lassen sie sich am Rechner mit Programmen wie iExplorer oder Phoneview problemlos auslesen, sobald das iPad – womöglich unbemerkt vom Besitzer – per USB angeschlossen wird. Ein simpler Schutz dagegen ist die Aktivierung der Code-Sperre, die auch die Verbindung zum Rechner unterbindet. Wer alternative Mail-Clients nutzt, sollte auf die Code-Sperre nicht verzichten.

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