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Die besten Word- und Excel-Alternativen für iPad

03.03.2017 | 10:00 Uhr |

Trotz unbestrittener Vorteile muss es nicht immer Microsoft Office sein. Diese Alternativen bieten sich auf dem iPad an.

Wie für die meisten Büroarbeiter geht es auch bei uns nicht ohne Office-Dateien. Microsofts Word, Excel und Powerpoint sind weiter der Standard, wenn es um Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentation geht. Wer darauf nicht verzichten will: Für 99 Euro pro Jahr erhält man das Office-Paket Office 365 von Microsoft . Häufig gibt es deutlich günstigere Sonderangebote, etwa bei Amazon.de . Das Paket lässt sich mit der jeweils aktuellen Version auf bis zu fünf PCs oder Macs und auch Mobilgeräten wie iPhone und iPad installieren. Inklusive ist immerhin 1 TB Speicherplatz auf dem One-Drive, Microsofts Cloud-Speicher. Vielleicht die eleganteste Lösung – auch wenn die Abo-Gebühr jährlich fällig wird.

Wer Microsoft-Produkte aber scheut oder zu teuer findet, dem hilft unser Überblick von Office-Alternativen. Wir haben im Laufe der letzten Jahre mehrere Apps ausprobiert, die diese Dateitypen öffnen, bearbeiten und erstellen können.

Im täglichen Einsatz hat sich nur Docs To Go Premium bewährt (16,99 Euro). Keine App ist voll kompatibel mit Microsofts Office-Dateien, Formatierungen sind dabei oft ein Problem. Die genannte Lösung von Dataviz bietet hier am meisten. Es gibt von der App auch die abgespeckte kostenlose Lösung Docs to Go Free , doch nur die Premium-Version unterstützt außerdem Cloud-Dienste wie Dropbox und kann mit Powerpoint-Dateien umgehen. Freilich kann man zur Free-Version auch einzelne Dienste wie den Cloud-Zugriff (6,99 Euro) und anderes separat dazukaufen. Mit dieser App lassen sich sogar iWork-Dateien öffnen, aber nur als Bild, also nicht bearbeitbar. Dies klappt in unserem Test mit Dateien wie Pages oder Numbers über Dropbox einwandfrei, aber die entsprechenden Dateien, die wir über iCloud Drive laden wollen, lassen sich erst gar nicht auswählen und dementsprechend nicht öffnen. Entwickler Dataviz meint zu unserer Anfrage, dies liege an Beschränkungen von Apple selbst. Doch der Hauptzweck dieser App ist es ja auch, Microsoft Office-Dokumente zu öffnen und bearbeiten zu können.

Für die reine Texterfassung nutzen wir iA Writer  (3,99 Euro, von iA Labs), eine sehr gute App. Nicht so überladen wie typische Textverarbeitungen, konzentriert sie sich auf das Wesentliche: das Erfassen von großen Textmengen. Der Programmierer hat dem tollen Textprozessor zudem eine Verbindung zu iCloud und Dropbox spendiert.  Wichtig in diesem Zusammenhang sind auch der Import und Export von Word-Dateien (*.docx) und die Einbettung von Bildern oder Tabellen – vorbildlich.

Pages, Numbers und Keynote

Apple selbst hat seit Jahren mit seiner iWork-Suite drei Programme für Office-Anwendungen auf dem Mac im Angebot, seit einiger Zeit gibt es Pages, Numbers und Keynote auch die iOS-Versionen. In einem reinen Mac-Umfeld mit zusätzlichen iOS-Geräten bietet Apples Lösung auf jeden Fall ein deutliches Plus an Bedienkomfort und gleichwertige, wenn nicht bessere Funktionalität, verglichen mit der Microsoft-Lösung.

Zwar nutzen wir unter macOS auch Apples iWork-Programme, haben sie also auch als App auf dem iPad installiert, doch ohne eine ”echte“ Office-Lösung wie Docs to Go Premium kommen wir nicht aus, da wir immer wieder mit ”reinen“ MS Office-Dateien aus anderen Quellen umgehen müssen. Wer in heterogenen Umgebungen arbeitet wie wir, sollte also Lösungen aus beiden Welten auf dem iPad dabeihaben.

Sonderfall iWork und iCloud.com

Neben Kompatibilitätsproblemen bei der Umwandlung von iWork-Dateien in das Office-Format erschwert Apple unsere Arbeit mit zusätzlichen Widrigkeiten bei der Produktausstattung. Alle drei Apps unterstützen iCloud, die Apps inklusive der Bearbeitung von Dateien sind mittlerweile auch direkt online, selbst vom PC aus, verfügbar – ein iCloud-Konto respektive eine Apple-ID vorausgesetzt. Für die direkte Offline-Bearbeitung muss aber nach wie vor Apples Lösung zum Datentausch bei allen Beteiligten installiert sein, auf iOS-Geräten und Macs. Ist das nicht gegeben oder möglich, insbesondere auf Windows-Rechnern, bleibt nur die teils eingeschränkte Online-Variante.

Die stationären iWork-Apps verbinden sich neben iCloud nur mit WebDAV-Servern zum Datentausch, ausgerechnet der verbreitete iCloud-Konkurrent Dropbox findet keine Unterstützung. Dropbox arbeitet auf der anderen Seite nicht mit WebDAV zusammen.

Um unseren Workflow auch kompatibel zu Apples Apps nutzen zu können, setzen wir den Service DropDAV ein. Für 5 US-Dollar pro Monat (14 Tage Test sind frei) bietet DropDAV eine Serverbrücke zwischen einem WebDAV-Client ( iWork-App ) und dem Dropbox-API. Ohne zu sehr ins Technische zu gehen: In Pages, Keynote oder Numbers wählen Sie bei den Servern ”WebDAV“ und setzen die Serveradresse, Ihren Benutzernamen und das Passwort von DropDAV ein; diese erhalten Sie dort nach der Registrierung für den Dienst. Verbinden Sie sich auf diese Weise mit dem WebDAV-Server, erscheint Ihr Dropbox-Laufwerk. DropDAV verbindet den WebDAV-Client der iWork-Apps transparent mit der Dropbox.

Fazit: Das kostengünstigste und komfortabelste mobile Office

Mit der vorgestellten Kombination aus Apps, Software für Mac und Windows sowie den diversen Online-Diensten und -Tools lässt es sich unterwegs auf dem iPad recht gut arbeiten. Die Apps schlagen zusammen mit rund 80 Euro zu Buche (DropDAV kostet aber weiterhin, also auch im Jahr darauf, 5 US-Dollar monatlich, das heißt knapp 60 Euro jährlich!) und bieten alles Wesentliche, was im Geschäftsumfeld unterwegs gefordert ist. Die einfache Verschlüsselung mit Boxcryptor ist kostenlos, wer Wert auf umfassendere Funktionen legt, greift zur Version ”Unlimited Personal“, hier sind pro Jahr freilich 36 Euro fällig, das Packet ”Unlimited Business” schlägt gar mit 72 Euro pro Jahr zu Buche ( Vergleich der Versionen und Preise hier ).

Kommt man mit 2 Gigabyte Speicherplatz bei Dropbox aus, läuft das kostenlos mit, ansonsten sind pro Jahr 100 US-Dollar für 1 TB fällig, für die optionale Einbindung der iWork-Apps in einen Dropbox-Account 60 US-Dollar für Drop-DAV pro Jahr. Letzteres ist in unsere obige Gesamtberechnung für die Apps schon eingerechnet.

Vergleicht man all die genannten Punkte und Preise, dürfte auch für eingefleischte Mac-User trotz gewissermaßen historischer Vorbehalte gegen Microsoft dessen Office 365 eine denkbare Alternative darstellen. Office 365 ist auch im Vergleich zu unseren vorgestellten Apps preislich verkraftbar und auf allen Plattformen verfügbar. Der Wechsel zwischen iOS, Mac und PC fällt so am einfachsten. Gerade im professionellen Bereich ist das ein starkes Argument. Wer es sich leisten kann, weitgehend in einer reinen iOS- und Mac-Umgebung zu bleiben, braucht dies aber nicht. Unsere genannten Lösungen mit oder ohne Microsoft Office sind je für sich praktikabel und etwa auf dem gleichen Preisniveau, wenn man die fortlaufenden jährlichen Kosten für DropDAV für die Microsoft-freie Lösung miteinbezieht. Der freie One-Drive-Cloud-Speicherplatz von 1 TB ist freilich ein weiteres gewichtiges Argument für Office 365 von Microsoft.

Zum Schluss ein Wort zur iOS-Plattform, mit der wir auf dem iPad auf Office-Niveau professionell arbeiten wollen: Trotz aller beachtlichen Fortschritte auch des iOS kommen wir damit an die Intuition, mit der es sich am Mac-Desktop über Finder, Drag-and-drop und parallelem Programmbetrieb schnell und flexibel arbeiten lässt, nicht heran. Das iPad-Office kann dort punkten, wo es auf leichte Handhabbarkeit, schnelle Verfügbarkeit, Mobilität und sehr geringes Gewicht unterwegs ankommt. Gerade die neueren iPads haben, etwa mit dem parallelen Fensterbetrieb zweier Apps ("Split View") inzwischen deutlich mehr zu bieten als die schlichteren Vorgänger. Insbesondere mit dem größeren iPad Pro mit 12,9 Zoll-Display und dem Smart Keyboard verfügt man über weitaus mehr Komfort und Präzision, die freilich auch ihren Preis haben, der bei entsprechender Ausstattung schon in Macbook-Nähe gerät. So zahlt man für das stärkste iPad Pro mit 256 GB Speicherplatz und neben WLAN auch Zugang zum Mobilnetz (”Cellular”) und dem optionalen Smart Keyboard für 179 Euro bei Apple insgesamt fast 1450 Euro.

Dennoch: Nimmt man nicht gerade die iPad-Flaggschiffe mit maximaler Ausstattung, lässt sich das iOS-Tablet für den Einsatz im Businessbereich mit relativ geringem finanziellem und Zeitaufwand fit machen. Dank zahlloser Spiele- und Entertainment-Apps, darunter auch Netflix oder Amazon Prime, bietet es uns zudem Spaß und Zerstreuung nach getaner Arbeit auch unterwegs und im Hotelzimmer.

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