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Erste Geräte für Homekit: So geht's

05.06.2015 | 09:55 Uhr |

Vor fast einem Jahr kündigte Apple auf der Entwicklerkonferenz mit der Technologie Homekit die Apple-Lösung für das smarte Zuhause an. Die ersten Produkte sind da.

Schon seit ein paar Jahren buhlen verschiedene Hersteller um die Gunst von technikaffinen Benutzern, die ihr Zuhause cool via Smartphone überwachen und steuern wollen. Je nach Geldbeutel gibt es recht komplexe und kostspielige Komplettlösungen wie die von Somfy, intelligente Thermostate zur Heizungssteuerung wie die von Tado oder Netatmo oder smarte Beleuchtungssysteme wie Philips Hue oder Elgato Avea .

Allen gemeinsam ist die Tatsache, dass der Benutzer je Lösung eine App benötigt, die Hardware nach unterschiedlichen Standards untereinander und/oder mit einem Gateway kommuniziert und in vielen Fällen zur Steuerung von unterwegs neben dem Gateway einen Cloud-Account beim jeweiligen Hersteller benötigt. Genau damit will Homekit aufräumen und ermöglichen, dass alle Geräte, die das Framework von iOS unterstützen, miteinander kommunizieren, eine komplette Standardisierung. Dazu hat sich Apple entschieden, das smarte Zuhause nicht nur per App, sondern auch per Siri steuerbar zu machen – Raumschiff Enterprise lässt grüßen.

Häuser, Räume und Gruppen

Neben Homekit-zertifizierten Geräten und einer zugehörigen App des Herstellers benötigt der künftige Smarthome-Nutzer ein iOS-Gerät mit Version 8, verschiedene Entwickler haben uns mitgeteilt, dass es schon mindestens iOS 8.3 sein muss.

Die Einrichtung der Homekit-Geräte ist kinderleicht, folgt einem genauen Ablaufplan. Ist das Gerät mit Strom versorgt (per Steckdose oder integrierte Batterie), annonciert es seinen Namen und seine Services im lokalen Netzwerk, es sagt quasi: „Ich heiße Steckdose, lasse mich ein- und ausschalten und zeige den Stromverbrauch an.“

Um nachher eventuell Dutzende Geräte einfach steuern zu können, sind sie bei der Erstanmeldung Orten zuzuordnen. Vorher fragt die Homekit-App aber nach einer „Pairing-Nummer“, die auf das Gerät gedruckt ist, optional zudem im Handbuch verzeichnet. Sie dient als eindeutige Identifizierung.

Homekit kennt das „Haus“, verwaltet aber auf Wunsch auch mehrere, etwa zusätzlich die Ferienwohnung. In jedem Haus kennt Homekit Räume, die sich frei definieren oder aus einer Vorschlagsliste wählen lassen, und natürlich die Geräte. Optional unterstützt Homekit auch „Gruppen“: Das können alle „Badezimmer“ sein oder jeweils eine Etage. Die Einstellungen lassen sich später an veränderte Gegebenheiten anpassen.

Service, Aktionen und Historie

Homekit kennt weitere Einteilungen, ein paar seien hier exemplarisch genannt. Mit „Aktionen“ lassen sich übergreifend über mehrere Homekit-Geräte Funktionen auslösen, etwa das Außenlicht automatisch einschalten und die Heizung etwas absenken, wenn ein Lichtsensor „bemerkt“ hat, dass es dunkel wird. Mit zeitbasierten Triggern lassen sich Steuerungen zu einer bestimmten Uhrzeit festlegen, „Service-Gruppen“ fassen bestimmte Homekit-Devices zur Steuerung zusammen: So lassen sich über die Servicegruppe „Kronleuchter“ die Deckenleuchten in einem Raum ausschalten, während die Leselampen im selben Raum weiter mit Strom versorgt sind.

Spannend und notwendig ist natürlich auch die Option, historische Daten zu verfolgen, etwa bei Wetterstationen. Das erfolgt – wenn vom App-Hersteller vorgesehen – lokal auf dem Gerät, also dem iPhone oder iPad.

Siri befiehlt, Apple TV verbindet

Elegant wird das Ganze durch den intelligenten Sprachassistenten Siri – nach dem Willen von Apple das eigentliche Interface zur Bedienung. Das ist alles andere als trivial, aber spannend – auch wegen der vielen unterstützten Sprachen. So muss iOS auf die Frage „Wie warm ist es im Wintergarten?“ wissen, dass es um Homekit geht, in diesem Fall um die Abfrage eines Merkmals einer Wetterstation, die im Wintergarten arbeitet. Nur durch die vorher festgelegten Merkmale kann das gelingen. Siri muss wissen, dass „Wintergarten“ ein Raum von Homekit ist, sonst wird im Web gesucht.

Ist eine Homekit-kompatible Wetterstation eingerichtet, lassen sich Temperatur, Luftfeuchtigkeit und mehr einfach abfragen. Per Siri kann man Homekit-Geräte auch steuern, im Bild eine Steckdose, die nebenbei den Stromverbrauch anzeigt.
Vergrößern Ist eine Homekit-kompatible Wetterstation eingerichtet, lassen sich Temperatur, Luftfeuchtigkeit und mehr einfach abfragen. Per Siri kann man Homekit-Geräte auch steuern, im Bild eine Steckdose, die nebenbei den Stromverbrauch anzeigt.

Ebenso spannend ist die Nutzung der Homekit-App unterwegs – hier kommen iCloud und Apple TV ins Spiel. Die Settopbox (aktuelle Version Apple TV Rev. A) kommuniziert mit den Homekit-Geräten im Haus und macht die Verbindung zu iCloud, ist quasi das Gateway. So lässt sich die Steuerung auch von unterwegs nutzen, inklusive Siri. Wir haben hier nur ein paar der technischen Grundlagen von Homekit genannt, ein gewaltiges technisches Unterfangen.

Bereits zur CES Anfang des Jahres kündigte das deutsche Unternehmen Elgato mit der Produktlinie Eve eine ganze Reihe von Lösungen für Homekit an. Mittlerweile sind die ersten Geräte von Apple zertifiziert.
Vergrößern Bereits zur CES Anfang des Jahres kündigte das deutsche Unternehmen Elgato mit der Produktlinie Eve eine ganze Reihe von Lösungen für Homekit an. Mittlerweile sind die ersten Geräte von Apple zertifiziert.
© Elgato

Steuerung per Siri

Der intelligente Sprachassistent Siri „kennt“ Homekit-Funktionalität schon seit iOS 8, erst mit der Inbetriebnahme eines Homekit-Geräts klappt nach dessen Einrichtung auch die Nutzung. Dabei ist Siri nicht nur in der Lage, Sensoren abzufragen, sondern kann auch Aktionen auslösen, etwa das Einschalten von Lichtern und mehr. Das klappt nicht nur im lokalen Netzwerk, sondern nach dem Willen von Apple auch von unterwegs, ein Apple TV als Gateway vorausgesetzt.

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