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Familienfreigabe: Besser shoppen für Familien

26.06.2015 | 12:58 Uhr |

Mit der Familienfreigabe ab lassen sich Einkäufe, Fotos, Termine und mehr für alle Familienmitglieder organisieren. So konfigurieren Sie die praktische Funktion richtig.

Apple Music startet am 30. Juni mit einem konkurrenzlos günstigen Angebot. Wer statt des Standardtarifs von 10 Euro im Monat die 15 Euro für die Familienversion bezahlt, kann bis zu sechs Familienmitglieder mit Apple Music versorgen. Jeder bekommt damit Empfehlungen auf Basis seines eigenen Musikgeschmacks und muss nicht beim Familienoberhaupt mithören. Voraussetzung ist die Familienfreigabe, die Apple bereits mit iOS 8 eingeführt hatte. Einer bezahlt, jeder kann aber seine eigenen Songs und Alben erwerben, die man im Familienkreis beliebig teilen kann, solange die Familienbande der Familienfreigabe besteht. Das Teilen bezieht sich auch auf Apps und Filme. Lesen Sie im Folgenden, wie Sie die Familienfreigabe einrichten und nutzen.

Die Familienfreigabe ist eine bequeme Methode, um Einkäufe im iTunes und App Store mit mehreren Personen gemeinsam zu nutzen. Darüber hinaus werden die Einkäufe von einem gemeinsamen Konto aus bezahlt. Damit ist auch klar, dass hier ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen den Mitgliedern existieren muss, wie es in der Regel in der Familie oder Partnerschaften vorhanden ist. Für WGs, die Inhalte gemeinsam nutzen möchten, ist die normale Privatfreigabe besser geeignet, da sie auf den gemeinsamen Einkauf verzichtet.

Kontrollierter Einkauf

Die Abrechnung der Familieneinkäufe erfolgt über eine Kreditkarte, die vom Organisator der Familie bereitgestellt wird. Dieser kann auch für Kinder unter 13 Jahren neue Apple-IDs anlegen, mit denen sie der Freigabe beitreten können. Einkäufe von Minderjährigen lassen sich von der Zustimmung eines Erwachsenen abhängig machen, damit das Konto nicht geplündert wird. Dabei muss man beachten, dass dies nur für Kinder unter 13 Jahren voreingestellt ist, für ältere muss man die Funktion selbst aktivieren, wenn man sie zur Familienfreigabe einlädt.

Durch Schwächen im Bezahlsystem (Kasten) eignet sich die Familienfreigabe momentan vor allem für Familien, die Ihren Kindern kontrollierte Einkäufe ermöglichen wollen.

Bezahlung

Bei der Bezahlung ist die Familienfreigabe leider sehr unflexibel und nicht zu Ende gedacht. Zum einen ist die Abrechnung nur über Kreditkarte möglich. Wer vorher als Einzelperson zum Beispiel über Click and Buy per Lastschrift gezahlt hat, muss sich nun mit der Abrechnung über Kreditkarte anfreunden. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie der Organisator oder ein erwachsenes Mitglied mit eigenem Konto und eigener Kreditkarte sind. Es gilt der Grundsatz eine Karte für alle. Dadurch ist es für Mitglieder einer Familienfreigabe gar nicht so einfach, etwas selbst zu bezahlen, ohne das Familienkonto zu belasten. Die Freigabe ist einseitig darauf ausgelegt, dass der Organisator der Freigabe das Konto für alle verwaltet. Sogar vor dem Beitritt abgeschlossene Abos werden zukünftig mit der Familienkreditkarte bezahlt. Eine sehr unglückliche Lösung. Ein Ausweg ist die Verwendung von iTunes-Guthabenkarten, denn die werden vom Benutzer für sein Konto eingelöst und dann vorrangig zur Zahlung genutzt. Bei Abos hilft aber selbst das nicht. Sehr viel besser wäre die Möglichkeit, beim Einkauf eine Zahlungsmethode auswählen zu können.

Das Kleingedruckte

Einer Familienfreigabe können bis zu sechs Personen angehören, die ihrerseits die geladenen Inhalte auf zehn Geräten nutzen können, davon maximal fünf Rechner. Jede Apple-ID kann nur zu einer Familie gehören. Außerdem kann man mit seiner ID nur zweimal im Jahr einer Familienfreigabe beitreten. Das iTunes-Konto, das mit der Familienfreigabe verknüpft wird, lässt sich nur alle 90 Tage ändern. So will Apple dem Umgehen von Linzenzbedingungen durch Familien-Hopping vorbeugen.

Weitere Funktionen

Neben dem gemeinsamen Einkauf bietet die Familienfreigabe auch einen Familienkalender und -erinnerungen für alle Mitglieder, mit denen sie ihre Termine und wichtige Ereignisse abstimmen können. Außerdem lassen sich über ein spezielles Fotoalbum Bilder innerhalb der Familie gemeinsam nutzen. Die Standortfreigabe ist für Familienmitglieder ebenfalls schon vorbereitet. Im Folgenden zeigen wir, wie Sie die verschiedenen Funktionen der Familienfreigabe konfigurieren.

1) Familienfreigabe starten

Organisator und Kreditkarte der Familie festlegen

Zum Anlegen einer Familienfreigabe öffnen Sie die iCloud-Einstellungen. Hier melden Sie sich mit Ihrer Apple-ID an und tippen dann auf „Familienfreigabe einrichten“. Es erscheint eine Übersicht der Funktionen. Mit „Los geht’s“ kommen Sie zur Wahl des Organisators. iOS schlägt die aktive ID vor, sodass Sie einfach „Fortfahren“ wählen. Es folgt die Freigabe der Einkäufe, wobei sich über den Link ganz unten im Fenster auch eine andere Apple-ID angeben lässt. Nun legen Sie noch die Zahlungsmethode fest. Nutzen Sie bisher keine Kreditkarte, öffnen Sie vor dem Start der Anmeldung im iTunes Store auf dem Rechner die Account-Einstellungen und geben eine ein. Auf dem iPhone folgt nach der Bestätigung der Karte die Frage, ob Sie Ihren Standort für die Familie freigeben wollen. Damit ist die Freigabe aktiv, der Eintrag in den iCloud-Einstellungen heißt nun einfach „Familie“. Zur Bestätigung erhalten Sie eine E-Mail mit einer Kurzanleitung.

2) Familie anlegen

Weitere Mitglieder zur Freigabe hinzufügen

Im nächsten Schritt ergänzen Sie die Familienfreigabe um die Apple-IDs Ihrer Angehörigen. Mit „Familienmitglied hinzufügen“ können Sie direkt fortfahren. Haben Sie die Einstellungen bereits verlassen, öffnen Sie in den iCloud-Einstellungen „Familie“. Dann geben Sie eine Mailadresse oder einen Namen für die Suche in Ihren Kontakten ein. Ist die Eingabe komplett, legitimieren Sie sich mit dem Sicherheitscode (CVV) von der Rückseite der Kreditkarte und tippen auf „Weiter“. Personen mit Apple-ID können Sie nun direkt mit Ihrem Passwort anmelden, anderen senden Sie eine Einladung per E-Mail. Die Einladung enthält einen Link, der unter iOS 8 direkt in die iCloud-Einstellungen für die Familienfreigabe führt. Nimmt die Person an, wird sie nach der Freigabe von Einkäufen und Standort gefragt. Das Alter wird über das zur Apple-ID gehörige Geburtsdatum erkannt. Bei Minderjährigen sollten Sie unbedingt prüfen, ob diese Angabe stimmt.

3) Mitglied konfigurieren

Elternfunktion, Inhalte freigeben, Mitgliedschaft beenden

Öffnen Sie die Einstellungen zur Familienfreigabe, sehen Sie eine Liste der Mitglieder. Unter jedem Namen finden Sie bereits die Angabe, ob es sich um einen Erwachsenen oder ein Kind handelt. Der Organisator kann Erwachsene aufrufen und ihnen das Recht geben. Einkäufe von Kindern zu erlauben. Dazu muss noch bei den Kindern aktiviert werden, dass sie die Erlaubnis benötigen, was wir gleich zeigen. Außerdem kann der Organisator Mitglieder wieder entfernen. Im eigenen Konto kann er die Freigabe seiner Einkäufe ausschalten und die Familienfreigabe ganz stoppen. Ruft ein Mitglied seine Einstellungen auf, kann es die Freigabe seiner Inhalte an- und ausschalten. Außerdem sehen Erwachsene hier, ob sie Einkäufe von Kindern erlauben dürfen. Hier findet jeder auch den Befehl zum Verlassen der Familienfreigabe. Dabei werden ihm alle eigenen Einkäufe zugeschrieben, auch wenn sie über das Familienkonto bezahlt wurden. 

4) Konto für Kinder

Apple-ID einrichten und Einkaufsrechte beschränken

Zur Nutzung in der Familienfreigabe können Sie auch für Kinder unter 13 Jahren ein Konto anlegen. Dazu tippen Sie im Bildschirm zum Hinzufügen neuer Mitglieder ganz unten auf den Link „Apple-ID für ein Kind erstellen“. Hier geben Sie das korrekte Geburtsdatum ein. Auch hier wird wieder der CVV-Code abgefragt. Dann geben Sie den Namen ein und wählen eine neue Apple-ID. Wählen Sie ein sicheres Passwort und beantworten Sie die drei Sicherheitsfragen. Wählen Sie diese am besten so, dass auch das Kind sie nicht erraten kann. Mit Passwort und Sicherheitsfragen kann man nämlich die Angaben zur Apple-ID und damit das eingetragene Geburtsdatum ändern. Mit der Volljährigkeit entfällt automatisch der Schutz der Kaufanfrage, der im nächsten Schritt unbedingt aktiviert werden sollte. Er bewirkt, dass Erwachsene Einkäufe der Kinder genehmigen müssen. Es folgt die Freigabe des Standortes. Damit ist das Konto aktiv und erscheint in der Mitgliederliste, wo unter dem Namen das Alter steht. Über die Konfiguration kann der Organisator die Pflicht zur Kaufanfrage auch nachträglich noch an- oder ausschalten. Kinder unter 13 können nicht wieder entfernt werden, da sie kein Einzelkonto haben können. Falls nötig, setzen Sie das Alter hoch.

Alles in iCloud

5) Einkaufen im Store

Einkäufe anderer Mitglieder, Kaufanfragen von Kindern

Öffnen Sie als Mitglied einer Familienfreigabe eine der Store-Apps und rufen die Einkäufe auf, erscheint ein zusätzlicher Bildschirm, der alle Mitglieder zeigt, die die Freigabe ihrer Einkäufe erlaubt haben. Wählen Sie eine Person aus. So lassen sich ganz bequem Apps oder Musik laden, die mit einem anderen Konto der Freigabe gekauft wurden. Haben Sie für den Account eines Kindes die Kaufanfrage aktiviert, verlaufen dessen Einkäufe folgendermaßen: Wenn das Kind im Store einen Titel auswählt und auf den Kauf-Button tippt, erhält es zuerst eine Meldung, dass dafür eine Anfrage an die Eltern nötig ist. Wird das bestätigt, muss das Kind sein Passwort eingeben. Danach erscheint bei den Erwachsenen, die dazu berechtigt sind, eine Anfrage, die sie ablehnen oder mit ihrem Passwort bestätigen können. Es reicht dabei, wenn einer zustimmt. Danach meldet der Store dem Kind die Zustimmung und fordert erneut zur Passworteingabe auf.

6) Weitere Funktionen

Kalender, Fotos und Standorte in der Familie teilen

Die Familienfreigabe vernetzt die Mitglieder nicht nur in Bezug auf die Stores, sondern nimmt automatisch noch weitere Einstellungen zur gemeinsamen Nutzung vor. Dazu gehört die Standortfreigabe, nach der beim Beitritt explizit gefragt wird. Wer auf die Standortfreigabe zugreifen darf, kann jeder in seinen gleichnamigen iCloud-Einstellungen festlegen. Außerdem legt die Familienfreigabe einen gemeinsamen Kalender und eine Erinnerungsliste mit dem Namen „Family“ an. Was hier eingetragen wird, erhalten automatisch alle Mitglieder der Familie. Zu guter Letzte gibt es auch noch ein geteiltes Fotoalbum mit dem gleichen Namen.

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