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Flash deinstallieren - oder kontrolliert nutzen

16.10.2015 | 06:56 Uhr |

Immer häufiger gerät Adobe Flash wegen Sicherheitslücken in die Schlagzeilen. So werden Sie das Plug-in los - oder kontrollieren es.

Update 16. Oktober: Laut Kollegen der PC-Welt ist wieder eine schlimme Lücke beim Adobe Flash Player im Umlauf. Zwar verspricht der Hersteller das Update für heute, die Schutzmaßnamen sind nie verkehrt.

Update 15. Juli: Erst heute morgen ist es bekannt geworden, dass Adobe eine aktualisierte Version seines Flash-Players gebracht hat . Darin sind die kritischen Lücken behoben worden, weswegen zum Beispiel Firefox keine Flash-Anwendungen nicht zuließ.

"Wir halten viel von Flash - wir bauen jede Menge Flash-Speicher-Chips in iPhone und iPad ein," antwortete einst Steve Jobs auf die wiederholte Frage, warum Apple iPhone und iPad die Installation der Multimediasoftware nicht zuließ, die für einen Großteil der bewegten Bilder im Internet zuständig war. In einem offenen Brief erklärte der mittlerweile verstorbene Apple-Chef , warum iOS auf Flash verzichte. Die Software sei für Desktop-Prozessoren konzipiert, langsam, unflexibel und vor allem unsicher. Schon kurz darauf gab Adobe Jobs indirekt recht, in dem es das Flash-Plug-in für Android einstellte. Derzeit machen beinahe im Wochentakt Meldungen über neu entdeckte Sicherheitslücken und hektische Updates die Runde. Der Browser Firefox weigert sich in seiner aktuellen Fassung, Flash-Inhalte abzuspielen , solange Adobe keine sichere Fassung der Software bringt. Auch OS X meldet, wenn das Flash-Plug-in veraltet ist und empfiehlt die Installation der neuen Version. Und immer weniger Gründe sprechen für die Installation von Flash und immer mehr dafür, das Plug-in zu deinstallieren. So kann man mittlerweile Youtube komplett ohne Flash nutzen - es bestht lediglich die Ausnahme, dass Facebook eingebundene Videos im Desktopbrowser nur in diesem Format abspielt.

Google Chrome hat Flash in den Browser integriert, und sorgt so dafür, dass das Plug-in automatisch immer auf aktuellem Stand ist. Das hilft aber nicht immer: Bis ein Fehler bekannt und behoben ist, sind aber Attacken möglich. Die ideale Lösung ist deshalb der komplette Verzicht auf Flash, gibt es doch immer mehr alternative Technologien für Animationen und Effekte.

Wer ohne Flash nicht auskommt, kann es in Safari nur für bestimmte Webseiten erlauben – etwa für Spiegel Online oder Facebook. Eine weitere Alternative ist das Plug-in Click to Flash . Es deaktiviert Flash-Animationen auf jeder Webseite und ersetzt sie durch einen Platzhalter. Will man eine Flash-Funktion nutzen, etwa eine interaktive Grafik, kann man diese per Kontextmenü freischalten. In Chrome und Firefox ist diese Option bereits integriert.

Flash deinstallieren

Wer nun aber auf Flash völlig verzichten will und kann, wird das Plug-in wie folgt los: Installiert man Flash-Player, wird gleichzeitig auch ein Programm installiert, um diese Software wieder von der Festplatte zu löschen. Das Programm hat den nicht ganz einleuchtenden Namen "Adobe Flash Player Install Manager" und ist unter "Programme/Dienstprogramme" abgelegt. Nach einem Doppelklick auf die Anwendung genügt ein Klick auf "Deinstallieren", um alle Spuren des Flash-Players zu beseitigen. Falls Sie den Install Manager nicht mehr auf Ihrem Mac finden, können Sie bei Adobe auch einen Deinstaller laden . Flash Player Uninstaller funktioniert entgegen der Angaben auf der Adobe-Website auch mit OS X 10.10 Yosemite und aller Voraussicht auch mit OS X 10.11 El Capitan.

Flash-Cookies entfernen

Nun haben einige Anwender aber noch Gründe, Flash weiter zu benutzen. Wer dabei Wert auf Datenschutz legt, sollte "Flash-Cookies" komplett sperren (Englisch: "Shared Objects"). Über " Adobe Flash Einstellungs Manager " im Internet kann man diese Cookies auf ein Minimum reduzieren, wenn man alle Reiter dieses Mangers auswählt und dort die Einstellungen "Immer verweigern" aktiviert respektive die Schieberegler auf "0" stellt.

Leider notiert das Flash-Plug-in dann noch den Namen der Web-Seiten (und das Zugriffsdatum), wenn deren Designer versucht hat, Speicherplatz für Flash-Cookies zu reservieren. Um auch dieses Protokoll zu verhindern, muss man tief in der Ordnerhierarchie den Zugriff auf einen Ordner sperren: Von der Library des Benutzerordner hangelt man sich in den Unterordner "Preferences/Macromedia/Flash Player" vor und wählt dort den Ordner "#Shared Objects" aus. Alle in "#Shared Objects" enthaltenen Unterordner sind "Flash Cookies", die man bedenkenlos in den Papierkorb ziehen kann. Anschließend wählt man "#Shared Objects" im Finder aus und öffnet das Fenster "Ablage > Information" (Tastenkombination "Befehlstaste-I"). Dort aktiviert man im Abschnitt "Allgemein" die Option "Geschützt" und hat fortan Ruhe vor Flash-Cookies. Hinweis: Manche Internetseiten und Funktionen des Flash-Plug-ins werden damit beeinträchtigt; in unserem Test lassen sich beispielsweise Einstellungen für die Lautstärke nicht speichern oder die Internetseite verweigert komplett die Herausgabe des Videos. Um solche Probleme zu beheben, hebt man den Schutz für den genannten Ordner auf dem gleichen Weg wieder auf.

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