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Von Patrick Woods - 09.11.2012, 14:55

Fofo-Safari

Mit dem iPhone richtig fotografieren

Das iPhone ist als Kamera nicht nur sehr beliebt, sondern auch sehr gut geeignet. Damit die Bilder wirklich gut werden, sollte man aber einige Tipps beherzigen. Sonst sehen schnelle Schnappschüsse von unterwegs auch genau wie solche aus.
"Die beste Kamera ist die, die man immer dabei hat." Dies ist nicht nur der Titel eines Fotoprojektes, sondern im Alltag schlicht wahr. Auf der Fotoplattform Flickr ist das iPhone mit Abstand die beliebteste Kamera. Bei Diensten wie Instagram und Facebook ist das nicht anders. Wenn man weiß, wie es geht, kann man mit dem iPhone professionelle Bilder schießen, sogar das Titelmotiv des Time Magazines.

Nah dran sein!

Die erste und wichtigste Foto-Regel lautet: "Nah ran ans Motiv!" Weder viele Megapixel noch tolle Nachbearbeitung können es kompensieren, wenn das Motiv nur ein kleiner Punkt im Bild ist oder zu viel störendes Beiwerk auf dem Foto zu sehen ist. Vermeiden Sie deshalb den typischen Ablauf eines Schnappschusses: Man sieht etwas Hübsches, zückt an Ort und Stelle das iPhone und knippst ein Bild in diese Richtung. Besser: Gehen Sie hin, betrachten Sie das Objekt aus verschiedenen Winkeln durch den Bildschirm des iPhones und knipsen Sie erst dann, wenn Sie die bestmögliche Wirkung erzielen. Da das iPhone keinen optischen Zoom hat, zwingt es den Fotografen förmlich dazu, sich zum Motiv hin zu bewegen.
Das bedeutet nicht, dass Sie nicht auch weite Landschaftsaufnahmen oder offene Plätze mit dem iPhone fotografieren dürfen. Aber die schöne Blumenwiese kommt auf dem Bilder besser, wenn Sie einige wenige Blumen aus der Nähe ablichten. Die Ornamente eines Domes wirken nur aus der Nähe deutlich auf dem Foto. Sobald Sie konkret etwas ablichten wollen, müssen Sie dort hin. Selbst wenn das bedeutet, dass Sie die Straßenseite wechseln, 100 Meter laufen oder sich unbequem hinhocken müssen. Tun Sie es für das bessere Foto.

Scharf und hell

Sofern das iPhone kein Gesicht erkannt hat, stellt es die Schärfe und Belichtung auf die Mitte des Bildes ein. Das ist für viele schnelle Schnappschüsse in Ordnung, aber sehr oft nicht die beste Lösung. Dies kann dazu führen, dass das Bild nicht optimal belichtet ist, also wichtige Stellen zu dunkel oder überstrahlt, also weiß werden. Sehr oft ist es besser, selbst per Tap auf den Bildschirm die beste Stelle heraus zu suchen. Eine eher dunkle Stelle anzutippen, kann zum Beispiel dazu führen, dass zwar der Himmel zu hell wird, das Haus, das man eigentlich ablichten will, aber dann genau richtig belichtet ist, statt zu dunkel. Manchmal müssen Sie hier ausprobieren, bis die richtige Stelle im Vorschaubild perfekt belichtet ist.
Auch dem Autofokus kann man helfen, die richtige Schärfe zu wählen. Im iPhone arbeitet dieser rein optisch. Das bedeutet, die iPhone-Kamera findet den Schärfepunkt durch optische Kontraste und nicht durch Entfernungssensoren. Diese kann manchmal schneller und zuverlässiger fokussieren, wenn der Fotograf manuell eine eine gut sichtbare Kante oder kontrastreiche Stelle (harte Übergänge) im Bild als Fokuspunkt wählt. Bei größeren Entfernungen zum Motiv (ab wenigen Metern) macht es nichts aus, wenn dieser Punkt etwas neben dem Motiv liegt, die kleine iPhone-Optik stellt den Fokus dann ohnehin auf "unendlich".

HDR oder nicht?

Seit dem iPhone 4 hat Apple den HDR-Modus in die Kamera-App integriert. Dieser ist verlockend, denn hier können schön spektakuläre Bilder entstehen, die mehr Dynamikumfang haben als normale Smartphone-Fotos. Es können aber auch sehr verwackelte oder sehr leblose Bilder herauskommen. Auf dem iPhone 4 führt die HDR-Funktion besonders bei nicht ganz hellem Tageslicht fast immer zu unschönen "Geisterbildern" durch Verwacklung. Mit dem iPhone 4S und besonders dem iPhone 5 ist dies dagegen besser, da diese die Einzelbilder schneller hintereinander aufnehmen können. In Gebäuden sollte man aber dennoch auf HDR verzichten. Schon ein wackelfreies Einzelbild ist hier oft nicht einfach zu erzielen.

Einstellungstipps

Kurz zusammengefasst: Die Rasteransicht sollten Sie immer nutzen und daran das Bild ausrichten. Dazu hilft es, Fokus/Belichtung immer selbst per Fingertipp zu wählen – Sie wissen besser, was Sie den Fotobetrachtern später zeigen wollen als die Elektronik. Die HDR-Funktion nur draußen nutzen und beim iPhone 4 ohnehin nur bei sonnigem Wetter.
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