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Frische Musikdienste in der Übersicht

16.06.2014 | 15:00 Uhr |

Spotify ist heute sehr verbreitet, doch es gibt noch viel mehr Musikdienste. Wir stellen Geheimtipps vor, die gute Ergänzungen oder Alternativen darstellen

Qobuz

Streaming-Dienste bringen Millionen Songs aufs iPhone. Aus Sicht vieler Klangfanatiker gibt es aber ein entscheidendes Manko: die Soundqualität. Diese lässt s ich zwar bei den meisten in den Einstellungen optimieren („extrem“ heißt das bei Spotify und bietet immerhin 320 KBit/s), doch wem das nicht reicht, sollte sich den in Frankreich gestarteten und seit Dezember auch in Deutschland erhältlichen Dienst Qobuz anschauen. Hier geht es um High-End-Soundqualität, die mit der CD mithalten kann.

Das Musikangebot von Qobuz umfasst mehr als 15 Millionen Lieder aller Labels und Genres, die alle in höchster Qualität gestreamt werden können. Nach Installation der Gratis-App kann jeder im kompletten Angebot stöbern, jedoch nur kurze Ausschnitte der Songs hören. Ab 10 Euro Monatsgebühr fällt die Beschränkung weg, jedoch zieht die Qualität hier nur mit der höchsten von Spotify gleich. Echte CD-Qualität gibt es für 20 Euro im Monat – beide Angebote samt Download-Möglichkeit fürs Offline-Hören. Musikfans finden hier zudem digitale Booklets, die es bei anderen Anbietern nicht gibt. Für Neulinge gibt’s einen kostenlosen Probemonat zum Ausprobieren des Angebots.

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Concert Vault

Der Konzertpromoter Peter Graham ist Classic-Rock-Fans als Besitzer der legendären Clubs Fillmore West und Fillmore East in San Francisco und New York noch ein Begriff.

Durch eine kleine Klausel sicherte er sich damals bei allen auftretenden Bands die Rechte an den Livemitschnitten. Als Wolfgangs Vault (eigentlich hieß Graham Wolfgang) werden diese Schatztruhen jetzt geöffnet und für alle verfügbar. Für die Jahresgebühr von zirka 40 Dollar findet man hier ein riesiges Archiv unverfälschter Audio-und Video-Livemitschnitte von den Allman Brothers bis ZZ Top, für die man früher sicher ein Vermögen hätte hinblättern müssen. Das Angebot wächst ständig, da sich die Macher immer tiefer durch die Archive wühlen. Die App macht die Musik per Streaming oder Download verfügbar. Absolut genial: Die Jahresgebühr kann man für Kauf-Downloads oder Fanartikel wie T-Shirts und Poster verbraten.

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Aupeo

Der persönliche Radiosender, der aus ähnlichen Titeln eine Dauerberieselung zusammenstellt, ist bei Aupeo nicht eine unter vielen Funktionen, sondern die Hauptattraktion. Aupeo, gegründet 2008 in Berlin, sucht mit einem vom Fraunhofer-Institut entwickeltem Algorithmus ähnliche Musik aus seinem Programm. So ist hier die Funktion des persönlichen Radiosenders wesentlich verfeinerter als bei der Konkurrenz. hier wählt man zunächst das Lieblingsgenre wie „Rock“, zu dem es noch viele Unterkategorien wie „Alternative“ und Attribute wie „tanzbar“ gibt.

Zudem gibt es Themenstationen wie „Garage Rock“ oder „Hair Metal“, Radiostationen von Metal Hammer, Rolling Stone & Co. und stimmungsbasierte Stationen. Mit zwei Knöpfen für „Love“ oder „Ban“ lässt sich der laufende Sender für künftige Streams verfeinern. Überspringen eines ungeliebten Titels geht auch, jedoch ist die Anzahl der „Skips“ begrenzt. Aupeo ist komplett kostenlos und schon ohne jedes Abo ein starkes Gratisangebot. Wer Werbung loswerden und öfter an einem Tag skippen möchte (wunderlicherweise auf 50 pro Tag begrenzt), holt sich das Premium-Upgrade für rund 3 Euro Monatsgebühr (auf der Website, per In-App Kauf werden 5,50 Euro fällig). Dabei wird die Qualität des Streams außerdem auf 192 Kbps MP3 aufgebohrt. Aupeo überzeugt durch starke Musikauswahl und ist dem Gros der Webradios weit überlegen.

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Soundcloud

Bei Soundcloud denken die meisten daran, dass hier DJs und Musiker ihre eigenen Kompositionen und Mixes hochladen – vergessen aber ganz, dass sie auch gern gehört werden dürfen. Im Jahr 2007, als der Dienst startete, war Soundcloud tatsächlich eine Art Flickr oder Vimeo für Musiker, inzwischen hat sich der Dienst jedoch stark den Hörern zugewandt.

Bei Soundcloud werden alle fündig, die abseits des Mainstreams neue Klänge suchen. Die einmalige Funktion bei Soundcloud, die es nirgendwo sonst gibt, ist die Hüllkurve. Jedes Musikstück wird so grafisch veranschaulicht. hier kommt dann die Social-Komponente ins Spiel: Hörer können zum Beispiel ihre Lieblingsstelle in der Hüllkurve, wie das Intro, das Solo oder eine Pause, markieren und kommentieren. So entsteht ein „gemeinsames“ Hörerlebnis, das es bei keinem anderen Musikdienst gibt. Wie auf Twitter ist es möglich, seinen Freunden oder Künstlern zu folgen – und es gibt hier keineswegs nur Unbekannte. Viele Größen veröffentlichen ihre Werke vorab in Ausschnitten oder gar komplett auf Soundcloud. Hören ist hier immer kostenlos, die Premium-Funktionen sind nur für Musiker interessant.

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