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Fünf Wege zur perfekten iPhone-Diashow

09.05.2014 | 11:00 Uhr |

Das iPhone bietet viele Wege, Fotos vorzuführen, von der einfachen Diashow auf dem Display bis zur Präsentation auf TV oder Beamer.

Das iPhone ist nicht nur eine prima Kamera für Schnappschüsse, sondern erlaubt auch die Nachbearbeitung und Präsentation der Bilder, ohne sie dafür erst auf einen Rechner oder ein anderes Gerät übertragen zu müssen. Im Folgenden beschäftigen wir uns damit, wie man mit dem iPhone Fotos zu einer Diashow zusammenstellt und anschließend präsentiert.

Wer nur mit dem iPhone fotografiert, ist fein raus, da in der Regel alle aktuellen Bilder lokal vorliegen oder zumindest über Fotostream im Zugriff sind. Fotografiert man jedoch auch mit anderen Kameras, muss man deren Bilder zuerst auf das iPhone laden, damit sie sich in Diashows einbauen lassen.

Vorbereitung

Während das iPad den Import von einer Kamera über Apples USB-Adapter und SD-Kartenleser unterstützt, muss man beim iPhone andere Wege gehen. Es empfiehlt sich, die Fotos zuerst auf den Rechner zu laden und dann über das Internet auf das iPhone zu übertragen. Mit Apples Fotostream lässt sich das sehr gut automatisieren, es funktionieren aber auch viele andere Dienste, zum Beispiel ein kostenloses Konto beim verbreiteten Cloud-Speicher Dropbox oder beim Fotospezialisten Flickr, die beide breite Unterstützung auf dem iPhone finden. Zu guter Letzt kann man seine Fotos natürlich auch ganz klassisch über iTunes mit dem iPhone synchronisieren. Bei Bedarf erfolgt dann noch eine kleine Nachbearbeitung, und schon steht der Präsentation nichts mehr im Weg.

1. Schritt: Vorbereitung

Wer nicht nur schnell ein paar Aufnahmen durchscrollen will, sondern gezielt ausgesuchte Bilder zeigen will, der sollte die Fotos vorab auswählen. Damit man nicht im Eifer des Gefechts die falschen Bilder zeigt, empfiehlt es sich, die vorgesehenen Fotos in einem eigenen Album zu sammeln. Dafür ruft man die Bilder in der App Fotos auf, tippt oben rechts auf "Auswählen" und markiert die gewünschten Aufnahmen. Dann tippt man unten rechts auf "Hinzufügen". Nun kann man ein lokales Album auswählen oder – ganz unten in der Liste – ein neues anlegen, dem man die Bilder hinzufügt. So sammeln Sie alle Fotos für die Diashow.

Zur Vorbereitung der Diashow fügt man die Fotos (Bild links) am besten einem neuen Album hinzu, um alle an einem Ort zu haben (Mitte). In den Einstellungen für Fotos finden Sie Angaben zu Diashows (Bild rechts).
Vergrößern Zur Vorbereitung der Diashow fügt man die Fotos (Bild links) am besten einem neuen Album hinzu, um alle an einem Ort zu haben (Mitte). In den Einstellungen für Fotos finden Sie Angaben zu Diashows (Bild rechts).

Außerdem können Sie in "Einstellungen > Fotos & Kamera" festlegen, wie lange ein Bild in einer Standarddiashow der App Fotos gezeigt werden soll. Hier kann man auch einstellen, dass sich die Präsentation ständig wiederholt oder in zufälliger Reihenfolge abläuft. Die letzteren Funktionen nutzt man aber eher, um Bilder als Party-Deko per Beamer an die Wand zu werfen oder für den Einsatz eines Monitors oder Fernsehers als digitalen Bilderrahmen.

Möglichkeit 1: Schnelle Diashow

Die einfachste Form der Vorführung ist die von der App Fotos weitgehend automatisch erstellte Diashow. Um sie zu starten, rufen Sie das Album mit den Fotos auf und öffnen das erste Bild. Dann tippen Sie unten links auf das Bereitstellensymbol. Unter den Ausgabe­funktionen wählen Sie nun "Diashow". Es öffnet sich ein Bildschirm mit Optionen, in dem Sie oben das iPhone für die Ausgabe wählen. Darunter können Sie im Menü "Übergänge" einen von fünf Effekten für den Bildwechsel auswählen.

Öffnen Sie das Startfoto, und tippen Sie auf "Bereitstellen" (Bild links). Dann wählen Sie die Ausgabe als "Diashow" aus (Mitte). Sind alle Optionen festgelegt, starten Sie die Diashow (rechts).
Vergrößern Öffnen Sie das Startfoto, und tippen Sie auf "Bereitstellen" (Bild links). Dann wählen Sie die Ausgabe als "Diashow" aus (Mitte). Sind alle Optionen festgelegt, starten Sie die Diashow (rechts).

Außerdem lässt sich die Musikwiedergabe während der Diashow aktivieren und dafür ein Titel aus der Mediathek wählen. Mit dem Befehl "Präsentation starten" be­ginnen Sie die Diashow. Sie startet mit dem am Anfang geöffneten Foto und endet mit dem letzten Bild oder wenn Sie das Display erneut berühren. Verbinden Sie das iPhone per HDMI-Adapter mit einem Beamer oder Fernseher, wird der Inhalt des iPhone-Displays gespiegelt.

Ausgabe: WLAN vs. HDMI

© 2015

Für die Ausgabe auf dem HD-Fernseher oder Beamer hat man zwei Wege zur Auswahl. Die elegante Lösung ist Airplay. Dabei schickt das iPhone den Videostream per WLAN direkt zum Fernseher, wenn dieser Airplay unterstützt, oder zu einem daran angeschlossenen Apple TV. Man kann sich frei mit dem iPhone bewegen, dafür benötigt man jedoch ein WLAN, geeignete Hardware und muss mit einer kleinen Verzögerung bei der TV-Ausgabe leben.

Apples Digital-AV-Adapter (49 Euro) erlaubt dagegen eine Verbindung per HDMI-Kabel. Das reduziert den Aufwand und bietet eine verzögerungsfreie Ausgabe in bester Qualität. Dafür ist das iPhone aber per Kabel angebunden. In der Regel ist Airplay eher die Komfortlösung für zu Hause, während man eine HDMI-Verbindung auch unterwegs im Hotel oder in der Ferienwohnung ziemlich sicher hinbekommt.

Möglichkeit 2: Airplay

Eine andere Möglichkeit, Fotos in gemütlicher Runde auf dem Fernseher vorzuführen, ist die Ausgabe per Airplay auf ein Apple-TV. Dafür öffnen Sie in Fotos wie bereits beschrieben ein Bild des neuen Albums und tippen danach unten links auf das Icon zum Bereitstellen. Nachdem Sie die Ausgabe als "Diashow" gewählt haben, wechseln Sie in den zugehöri­gen Optionen das Ausgabe­gerät. Ist das Apple TV angeschaltet, sollte es hier wie alle anderen videofähigen Airplay-Geräte mit seinem Namen angezeigt werden. In unserem Beispiel (ganz links) heißt das Apple TV "Wohnzimmer".

Wählen Sie das Apple TV in den Diashow-Optionen aus (links). Bei diesem Weg stehen mehr Übergangseffekte zur Wahl (Mitte). Der iPhone-Bildschirm wird bei der Ausgabe nicht genutzt (rechts).
Vergrößern Wählen Sie das Apple TV in den Diashow-Optionen aus (links). Bei diesem Weg stehen mehr Übergangseffekte zur Wahl (Mitte). Der iPhone-Bildschirm wird bei der Ausgabe nicht genutzt (rechts).

Nun können Sie wieder Übergänge und Musik festlegen. Ein Vorteil der Ausgabe auf einem Apple TV ist, dass dabei nun 13 statt nur fünf Übergänge zur Verfügung stehen, darunter auch der bekannte Ken-Burns-Effekt und aufwendigere Module mit mehreren Fotos. Ein kleiner Nachteil ist, dass der iPhone-Bildschirm bei aktivem Airplay nichts mehr anzeigt.

Möglichkeit 3: Mit iPhoto präsentieren

Als weitere Möglichkeit zur Erstellung einer Diashow bietet sich iPhoto an, das viele Anwender ohnehin als leistungsfähigere Alternative zur iOS-App Fotos für die Verwaltung von Bildern nutzen. Hier wird die Diashow als Projekt für die Ausgabe angelegt, wie Webjournale oder Fotobücher. Dabei kann man auch ein bereits mit Fotos angelegtes Album als Basis nutzen. Der Einsatz von iPhoto hat einige Vorteile.

Öffnet man das Album in iPhoto und wählt "Bereitstellen", findet man unter "Projekt erstellen" auch die Diashow.
Vergrößern Öffnet man das Album in iPhoto und wählt "Bereitstellen", findet man unter "Projekt erstellen" auch die Diashow.

Zum einen bietet iPhoto deutlich mehr Funktionen zur Nachbearbeitung von Fotos, und man kann man die Reihen­folge der Bilder in der Dia­show ganz einfach ändern. Außerdem nutzt iPhoto sehr schön gestaltete Vorlagen, zum Teil mit Hintergrund, anstelle einfacher Übergänge. Praktisch ist auch, dass man die Präsentation jederzeit anhalten und fortsetzen sowie vor- und zurückspulen kann.

Möglichkeit 4: Manuell steuern

Als Alternative zur kontinuierlich ablaufenden Diashow mit konstanter Zeitdauer pro Foto können Sie die Bilder auch manuell wechseln. Dabei nutzt man das iPhone wie eine Fernbedienung, während die Fotos gleichzeitig auf dem iPhone und per Airplay auf dem Fernseher erscheinen. Für die manuelle Vorführung öffnen Sie wie vorher schon beschrieben das Bild des Albums, bei dem es losgehen soll, und tippen unten links auf die Weiterleitung. Dann wählen Sie jedoch anstelle der Diashow die Funktion "Airplay". Auf dem nächsten Bildschirm zeigt Fotos ein Menü mit allen videofähigen Airplay-Geräten im lokalen Netzwerk. Hier wählen Sie das Apple TV am Fernseher aus, und schon wird die Ausgabe der App Fotos per Airplay auf dem Fernseher gespiegelt.

Statt der Diashow wie bei Variante 2 wählen wir hier Airplay und das Zielgerät. Nun zeigt der Fernseher die Bilder auf dem iPhone und Fernseher gleichzeitig.
Vergrößern Statt der Diashow wie bei Variante 2 wählen wir hier Airplay und das Zielgerät. Nun zeigt der Fernseher die Bilder auf dem iPhone und Fernseher gleichzeitig.

Im Gegensatz zur gestreamten Diashow (Möglichkeit 2) sehen Sie das aktuelle Bild sowohl auf dem iPhone als auch auf dem Fernseher. Der Wechsel zum nächsten Bild erfolgt per Wischgeste auf dem iPhone, sodass man selbst in der Hand hat, wie lange welches Foto zu sehen ist. Außerdem kann man bei Bedarf problemlos ein paar Bilder zurückblättern, was bei einer Diashow nur durch Abbruch und Neustart möglich ist. Wer will, kann die Airplay-Ausgabe auch schon vor dem Start von Fotos über das Kontrollzentrum aktivieren.

Möglichkeit 5: Individuelle Diashow mit iMovie

Während Fotos und iPhoto automatisch Diashows mit bestimmten Einstellungen er­zeugen, wie fester Bildlänge und einem einheitlichen Übergangseffekt, kann man mit iMovie eine ganz individuelle Präsentation erstellen. Apples Video-App erlaubt das Einfügen von Bildern aus der Fotosammlung des iPhone in ein Filmprojekt. Dabei lassen sich für jedes Bild individuell ein Ken-Burns-Effekt konfigurieren und die Anzeigedauer festlegen.

Für jedes Foto legt man einzeln Anzeigedauer sowie Anfangs- und Endpunkt für den Ken-Burns-Effekt fest. (Bild oben). Übergänge können einzeln in Länge und Stil angepasst werden. Eine Tonaufnahme sorgt für weitere Individualität (Bild unten).
Vergrößern Für jedes Foto legt man einzeln Anzeigedauer sowie Anfangs- und Endpunkt für den Ken-Burns-Effekt fest. (Bild oben). Übergänge können einzeln in Länge und Stil angepasst werden. Eine Tonaufnahme sorgt für weitere Individualität (Bild unten).

Zudem kann man Videos mit ein­binden und jeden Übergang einzeln mit einem Effekt belegen. Dazu sind Tonspuren mit Musik und Kommentaren möglich. Bei Bedarf lassen sich auch Vor- und Abspann erstellen und vieles mehr. All das macht viel Arbeit, die man sich wohl nur für einen besonderen Anlass macht, aber dafür erhält man eine wirklich individuelle Präsentation der Fotos.

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