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Fusion Drive im Eigenbau

27.02.2013 | 10:55 Uhr |

Apple liefert nur den teureren Mac Mini und den iMac mit einem Fusion Drive aus. Wer den schnellen Speicher an einem kleinen Mac Mini oder einem älteren Modell benötigt, legt selbst Hand an

Weder für Geld noch gute Worte gibt es bisher das Basis-Modell des Mac Mini bei Apple mit einem Fusion Drive. Mithilfe eines Aufrüstkits für ein zweites Laufwerk (siehe Kasten) und einem SSD-Datenspeicher kann man aber selbst Hand anlegen. Hat man den Einbau der Hardware gemeistert (siehe dazu „ Highspeed-Mini im Eigenbau “), ist die Einrichtung eines Fusion Drives schnell erledigt.

Aufrüstkits

Einbaukits für ein zweites Laufwerk im Mac Mini 2011/2012 gibt es von den amerikanischen Herstellern iFixit und OWC . Da der Einkauf direkt in den USA umständlich ist, weil man sich mit Zollgebühren und Einfuhrumsatzsteuer herumschlagen muss, ist es einfacher, die Kits bei dem deutschen Anbieter Mac Speichershop ( www.mac-speicher-shop.de ) zu erwerben. Das Mac Mini Dual Hard Drive Kit von iFixit kostet dort mit Werkzeug 65 Euro und ohne Werkzeug 55 Euro, und für das OWC Data Doubler Kit bezahlt man 50 Euro mit und 45 Euro ohne Werkzeug. Dazu kommen jeweils noch die Versandkosten.

Aber auch einem Mac Mini aus dem Modelljahr 2011 lässt sich mit einem Fusion Drive auf die Sprünge helfen. Der Einbau der Hardware ist identisch, nur für die Einrichtung des Fusion Drives muss man ein paar Arbeitsschritte mehr unternehmen. Wir zeigen anhand eines Mac Mini von 2011 (Mac Mini 5,1, Core i5 2,3 GHz) und einem Basismodell von 2012, wie man zum Ziel gelangt. Auf dem Mac sollte OS X 10.8.3 ins­talliert sein, da erst diese Systemversion mit dem Festplatten-Dienstprogramm mit der Versionsnummer „13 (444)“ ausgeliefert wird, die zum Fusion Drive kompatibel ist. Diese Version des Dienstprogramms installiert Apple auch auf allen Macs, die mit OS X 10.8.2 und einem Fusion Drive ausgeliefert werden. Wer einen älteren iMac mit einer Festplatte und einem SSD-Laufwerk hat, kann diese ebenfalls mithilfe des Terminals zu einem Fusion Drive kombinieren.

So funktioniert das Fusion Drive

Die hinter Fusion Drive stehende Technik heißt Core Storage , die auch Grundlage für die Verschlüsselung der Festplatte mit File Vault ist. Core Storage fasst beide Datenträger zu einem sogenannten „Logical Volume“ zusammen. Der kombinierte Datenspeicher erscheint für den Anwender als ein einziges Volume, das System kümmert sich automatisch darum, welche Daten auf der schnellen SSD und welche auf der Festplatte gespeichert werden. Solange Platz auf der SSD ist, landen alle Daten dort. Ist das Fassungsvermögen ausgeschöpft, werden selten benötigte Daten auf die Festplatte verschoben. Dabei werden aber nicht komplette Dateien verlagert, sondern einzelne Blöcke. Deshalb ist bei einem Fusion Drive ein Backup besonders wichtig, da beim Ausfall eines der beiden Datenträger alle Daten verloren gehen. Core Storage hält zudem immer vier Gigabyte Speicherplatz auf der SSD frei, damit neu hinzugekommene Daten zuerst dort gespeichert werden können.

Leistungswerte

Vor und nach dem Umbau des Mac Mini von 2011 nehmen wir einige Messungen vor, um die Geschwindigkeit zu vergleichen

Für den Umbau auf das Fusion Drive verwenden wir eine Adata SSD S596 Turbo mit 128 GB sowie die von Apple verbaute Toshiba-Festplatte mit 500 GB und 5400 U/min. Laut den Systeminformationen sind die beiden Laufwerke mit 3 GBit/s am SATA-Anschluss angebunden. Wir duplizieren eine Filmdatei mit 5,3 GB sowie einen Ordner mit rund 2800 Objekten und 2,53 GB. Dabei testen wir zuerst die SSD und die Festplatte separat und dann das Fusion Drive, ein Mal im noch leeren und dann im vollen Zustand. Zum Testen des Fusion Drives verwenden wir zudem noch eine Filmdatei mit 3,95 GB. Deren Größe liegt knapp unterhalb der 4 GB, die normalerweise auf einem Fusion Drive frei sind. Beim vollen Fusion Drive dauert das Duplizieren der großen Filmdatei erwartungsgemäß deutlich länger als beim noch leeren Fusion Drive, da die Datei größer ist als der verfügbare Speicherplatz. Bei der kleineren Filmdatei geht es deutlich flotter, wenn wir dem Fusion Drive jeweils Zeit lassen, zwischendurch wieder Platz auf der SSD zu schaffen. Die Werte für das Duplizieren des Ordners sind deutlich langsamer auf dem vollen Fusion Drive, obwohl die Gesamtmenge niedriger ist als 4 GB. Den Test des aktuellen Mac Mini mit Fusion Drive finden Sie hier .

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