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Verschlüsselung

01.05.2008 | 19:02 Uhr |

Unverschlüsselt gehen keine vertraulichen Daten mehr auf die Reise, sonst könnte im Prinzip jeder E-Mails wie Postkarten mitlesen oder sehen, was man auf welchen Websites eingibt.

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SSL-Verschlüsselung

Bankgeschäfte lassen sich heute bequem über den Webbrowser erledigen, alle namhaften Institute bieten einen derartigen Zugang. Ebenfalls allen gemeinsam ist die Verschlüsselung der übertragenen Daten zwischen dem Browser des Benutzers und dem Server der Bank. Die Adresse solch "sicherer Webseiten" beginnt immer mit "https". In Safari erscheint bei sicheren Seiten rechts oben im Fenster ein Schloss und bei Firefox rechts in der Adresszeile, die zudem gelb hinterlegt ist.

Zertifikat

Ein Klick auf das Schloss zeigt das zur sicheren Seite gehörende Zertifikat an. Selbst gut gefälschte Webseiten haben kein gültiges Zertifikat. Auch Java-Applets zur Eingabe von persönlichen Daten müssen ein Zertifikat haben. Die Nutzung einer sicheren Verbindung schützt übrigens nicht nur vor potenziellen Horchern im Internet. Auch im lokalen Netzwerk der Firma oder im Internet-Café, sogar beim Internet-Provider können die Daten sonst im Klartext ausgelesen werden.

Grundprinzip

Das grundlegende Problem einer verschlüsselten Informationsübertragung ist, dass man zuerst ein Geheimnis austauschen muss, um dann ein Geheimnis austauschen zu können. Das heißt, sowohl derjenige, der die Daten verschlüsselt, als auch derjenige, der sie wieder entschlüsseln möchte, muss den Schlüssel kennen, der für die Verschlüsselung verwendet wird, aber niemand anderer darf diesen Schlüssel ebenfalls kennen. Nun könnte man sich zwar mit all jenen persönlich treffen, an die man verschlüsselte Nachrichten schicken möchte, und die Schlüssel dabei austauschen, ein sehr effektives Verfahren wäre dies aber nicht. Der direkte Austausch der Schlüssel zwischen Sender und Empfänger war jedoch die einzige Möglichkeit, Schlüssel zu vereinbaren, bis im Jahr 1977 die Mathematiker Ron Rivest, Adi Shamir und Leonard Adleman ein neues Verschlüsselungsverfahren vorstellten. Bei diesem gibt es einen öffentlichen Schlüssel, den man jedem zugänglich machen kann, und einen privaten, geheimen Schlüssel. Der öffentliche Schlüssel hat die Eigenschaft, dass sich alle damit verschlüsselten Informationen nur mit dem dazugehörigen privaten Schlüssel wieder entschlüsseln lassen. So kann jeder eine Nachricht mit dem öffentlichen Schlüssel einer Person verschlüsseln, die dann nur diese mit ihrem dazugehörigen privaten Schlüssel wieder entschlüsseln kann.


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Schritt für Schritt - Methoden der Verschlüsselung

Schritt für Schritt: Datenverkehr verschlüsseln

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