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Filesharing von ganz unten

08.04.2009 | 10:51 Uhr |

Die Grundausstattung für Filesharing sind zwei Macs und eine Netzverbindung. Wenn der Dateientausch zwischen den Rechnern scheitert, bekommt man meist relativ wenig Hilfe - weder in den Handbücher von Mac-OS X noch im Internet

Filesharing ist eine wunderbare Sache: Man meldet sich im Finder am anderen Rechner an und kann danach Dateien von dort holen oder dort speichern. Mac-OS X macht es relativ einfach, diese Funktion zu nutzen - es genügt ein Häkchen in den Systemeinstellungen unter "Sharing".

Damit Filesharing aber funktioniert, müssen beide Rechner bestimmte Voraussetzungen erfüllen; außerdem das Netz, die Kabel (oder das WLAN) und selbst für die Festplatten, die man über Netz ansprechen will, gibt es Regeln. Bei einem Fehler ist deshalb die Liste der möglichen Ursachen lang.

Die Theorie der sieben Schichten

Analysiert man Filesharing bis ins letzte Detail, trifft man unweigerlich auf das "ISO/OSI-Schichten-Modell"; ein Schreckenswort für Nicht-Informatiker. Gemeint ist damit nur folgendes: Bis man im Finder eines Macs das Fenster für die Anmeldung an einem anderen Mac sieht, müssen eine ganze Reihe von Voraussetzungen erfüllt sein, die wie Schichten aufeinander aufbauen: Eine Schicht in diesem Modell ist, das Kupferkabel oder die Funkwellen, die so eingerichtet sein müssen, dass Strom (oder Stromsignale) von einem Ende zum anderen fließen kann. Das heißt umgekehrt: Ist in einem Kabel eine Ader gebrochen, scheitert sehr wahrscheinlich Filesharing...

Für Filesharing ist heute die Grundvoraussetzung, dass beide Rechner in der "Sprache" TCP/IP miteinander reden können. Bei der Planung und Einrichtung eines Firmennetzes hat man dafür passende Kabel und Knotenpunkte ("Router") eingebaut. Sie verteilen an Macs und an andere Geräte die Information über die TCP/IP-Konfiguration (mit Hilfe des Protokolls DHCP), die diese wiederum nutzen, um die Grundeinstellung von TCP/IP zu erledigen. Diese Grundeinstellung besteht aus 3 Werten: TCP/IP-Adresse, Subnetzmaske und Router (oder besser: Standard-Gateway).

Wenn in einem Netz also eine Autorität alias "Router" vorhanden ist, die die TCP/IP-Konfiguration überwacht und die Daten verteilt, dann genügt es, wenn man den Mac so einstellt, dass er mit Hilfe der "Sprache" DHCP die Konfiguration startet. Der Router wird in seiner Position als "DHCP-Server" antworten und die gewünschten Daten liefern. Die erwähnten drei Informationen machen den Mac eindeutig identifierbar (TCP/IP-Adresse), gestatten Mac-OS X selbst Rundfragen zu verschicken (Subnetzmaske) oder gezielt andere Rechner anzusprechen und dabei immer den vorgeschriebenen Standardweg (im Behördendeutsch: den "Dienstweg") einzuhalten, der fast immer über diesen Router führt ("Default Gateway" oder "Standard Gateway").

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