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Haussteuerung mit dem iPad

14.08.2012 | 10:28 Uhr |

Ein intelligentes Haus ist eine faszinierende Sache. Es sorgt für das ideale Klima oder macht automatisch bei Dunkelheit das Licht an. Das iPad lässt sich komfortabel für Konfiguration und Steuerung solcher Systeme nutzen.

Moderne Elektroinstallationen bieten mehr als Schalter und Steckdosen. Die Verbraucher werden zentral überwacht und gesteuert. Zu den einfachsten Aufgaben der Hausautomation zählt das Schalten von Lichtquellen oder von Geräten, die an einer Steckdose angeschlossen sind. Passende Lösungen hierfür sind zum Beispiel das neue Wemo-Sys­tem von Belkin oder das Z-Wave System E-Domotica von Eminent. Aufwendigere Installationen lassen sich mit Homematic von Eq-3 oder vom Profi mit KNX und Enocean-Komponenten realisieren. Hier arbeitet man nicht mehr mit Zwischensteckern für die Steckdose, sondern mit unsichtbaren Unterputzschaltern.

Smarthome

Aufwendigere Lösungen liefern über Sensoren Umgebungsdaten und die Schaltzustände aller Komponenten. Ein automatisiertes Heim bietet auch Vorteile, wenn Sie unterwegs sind. Die reichen von automatisch verschickten Statusmeldungen bis zur kompletten Fernwartung.

Beliebt bei der Nachrüstung von Automatisierungen sind Heizkörperregler. Hierbei liefern an beliebiger Stelle installierbare Fühler Messwerte für die Raumtemperatur, und eine Zentrale steuert Stellantriebe an den Heizkörpern, So etwas lässt sich durch eine App regeln – zum Beispiel mit Pocket Control HM für das Homematic-System. Ein optionaler Öffnungsmelder für die Fenster signalisiert, wenn die Zentrale die Heizkörper beim Lüften abschalten muss. Über die App kann man sich die Raumtemperatur anzeigen lassen oder die Solltemperatur einstellen.

In der Zentrale einer Haussteuerung laufen alle Fäden zusammen, hier sind die Programme für Aktionen abgelegt.
Vergrößern In der Zentrale einer Haussteuerung laufen alle Fäden zusammen, hier sind die Programme für Aktionen abgelegt.
© Thomas Bergbold

Die Zentrale kann auch bei Dunkelheit das Lichts im Garten einschalten oder den Rasensprenger aktivieren. Über den Touchscreen hat man immer den Überblick. Steuerungsaufgaben im Haus sind das tägliche Brot der Hausautomation. Die Kür sind Alarmfunktionen wie Bewegungs-, Rauchmelder oder Überwachungskameras. Durch sie kann ein Licht- oder Tonsignal, eine E-Mail oder ein Telefonanruf ausgelöst werden.

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Eine schöne Lösung für Netzwerkkameras hat Synology in ihr NAS eingebaut. Jedem Gerät liegt eine Lizenz für die Ansteuerung von fünf bis acht Kameras bei. Die Anzahl ist abhängig vom Modell und lässt sich jederzeit gegen Aufpreis erweitern. Der NAS dient nicht nur zur reinen Aufzeichnung, sondern mit der Synology iOS-App DS Cam kann man von allen Netzwerkkameras das Livebild sehen. PTZ-Kameras lassen sich sogar schwenken und zoomen.

Die einfache Nachrüstung

Als Beispiel für ein ausgefeiltes Nachrüstsystem dient uns Homematic. Der Hersteller Eq-3 bietet es über den Online-Shop ELV (www.elv.de) an. Die Basis ist die Zentrale CCU 1, über die alle Komponenten via Funk oder einen verdrahteten RS485-Bus angebunden sind. Im Gegensatz zu Billigsystemen setzt Homematic auf das eigens entwickelte Bidcos, ein bidirektionales Funkprotokoll, das nicht nur die Aktion sendet, sondern auch den Status des Gerätes empfangen kann. So wird ein Ausfall oder eine Funkstörung direkt erkannt. Das System eignet sich für nahezu alle Steuerungsaufgaben, vom Wohnklima, der intelligenten Steuerung von Licht und Strom über die Überwachung von Fenstern und Türen sowie dem Wetter bis zum Öffnen und Schließen von Fenstern und Türen.

Zwischenstecker für die Steckdose sind die einfachsten und von jedermann installierbaren Remote-Schalter.
Vergrößern Zwischenstecker für die Steckdose sind die einfachsten und von jedermann installierbaren Remote-Schalter.
© Thomas Bergbold

Die Konfiguration erfolgt über die Weboberfläche der Zentrale und ist nach kurzem Einlesen in die Anleitung relativ leicht umzusetzen. Da jede Komponente eine eigene Hardwareadresse besitzt, ist die Zuordnung relativ einfach. Über die Web­oberfläche kann man auch Szenarien festlegen, was beispielsweise passieren soll, wenn man das Fenster nach dem Abschließen der Haustür offen gelassen hat oder welche Geräte nach dem Drücken auf einen Schalter ein- oder ausgeschaltet werden sollen. Und das Tolle daran: Mit einer App wie Pocket Control HM oder a.i.o. Remote hat man alles auf dem iPad unter Kontrolle.

Das System lässt sich langsam ausbauen. So empfiehlt es sich, klein mit dem Schalten von Licht anzufangen und später langsam Heizkörper und Energiesteuerung zu ergänzen. Nützlich ist auch die Erweiterung über die drahtgebundene Bus-Anbindung für Bereiche, die nicht mit Funk verbunden werden können oder sollen. Auf diese Weise lassen sich Komponenten anderer Hersteller, beispielsweise Sensoren wie Gasmelder oder Garagentorkontakte, einbinden.

Was kostet der Luxus?

Für eine Homematic-Lösung muss man beispielsweise mit 220 Euro für die Basisausstattung eines Zimmers rechnen:

- Licht: Funkschaltaktor (unter Putz), 40 Euro

- Heizkörper: Funkwandthermostat und -antrieb, 80 Euro

- Rollladen: Funkrollladenaktor (unter Putz), 50 Euro

- Sicherheit: VdS-Funkrauchmelder, 50 Euro

Hinzu kommen bei Bedarf 50 Euro für einen Bewegungs­melder, zum Beispiel für eine Alarmmeldung oder um das Licht beim Verlassen des Raumes automatisch auszuschalten, und einmalig 200 Euro für die Zentrale CCU 1.

Wer die Installation nicht selbst übernehmen möchte, findet Hilfe beim Elektriker – auf Neudeutsch Systemintegrator. Das kann zwar noch nicht jeder, aber wie die Leitmesse „light + building“ in Frankfurt gezeigt hat, kommt ein moderner Fachmann an dem Thema nicht mehr vorbei. Kein großer Hersteller von Schalterprogrammen wie Gira oder Busch-Jaeger kommt mehr ohne entsprechende Lösungen aus. Und durch die gegenüber einem systemeigenen Touchpad geringeren Kosten für ein iPad wird dieses zum Liebling der Systemintegratoren.

Für Profis: KNX und Enocean

Beim Neubau eines Hauses spielen Lösungen von Eq-3 und Z-Wave keine Rolle. Der Systemintegrator setzt hier auf Standards, die nicht nur von einem Hersteller unterstützt werden, sondern eine große Akzeptanz in der Industrie genießen. Die breiteste Unterstützung findet der KNX-Standard, der von allen großen Schalterherstellern unterstützt wird. Die Komponenten lassen sich über eine Busleitung für die Steuerung verbinden. Wie bei Homematic wird in der Regel eine Zentrale, der sogenannte Home-Server, benötigt. Hier sind alle Komponenten angemeldet und Steuerprogramme abgelegt.

Über die Kombination Thermostat (links) und Stellantrieb wird für jeden Raum das passende Wohnklima geschaffen.
Vergrößern Über die Kombination Thermostat (links) und Stellantrieb wird für jeden Raum das passende Wohnklima geschaffen.
© Thomas Bergbold

Ähnlich läuft es bei Enocean, nur dass dessen Komponenten per Funk verbunden sind und sich daher auch für die professionelle Nachrüstung eignen. Im Gegensatz zu den Mitbewerbern wird keine eigene Stromversorgung benötigt, kleine Solarmodule oder die Bewegungsenergie reichen in Verbindung mit hochoptimierten Schaltkreisen für die Stromversorgung aus. So kann ein Türgriff schon durch die Drehbewegung genug Energie erzeugen, um einen Befehl über das Netz zu schicken. Auch Enocean ist ein von vielen Firmen unterstützter Industriestandard.

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