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Heimnetz für Streaming optimieren

23.05.2014 | 15:30 Uhr |

Wenn häufig Bildfehler und kleine Aussetzer das Streamen von Videos stören, sind meistens Netzwerkprobleme die Ursache. Im Folgenden zeigen wir, wie Sie die Verbindungen optimieren können.

Mac, iPhone, Apple TV - viele Geräte wollen mit dem Internet und untereinander verbunden werden. Dabei wachsen private Netzwerke oft chaotisch mit der Anschaffung neuer Geräte. Es lohnt sich unbedingt, etwas Struktur in die Sache zu bringen. Als Ergebnis surft es sich schneller, Geräte beeinflussen sich weniger und gestreamte Filme laufen wieder ohne Ruckler. Wir starten ein Wochenendprojekt zur Optimierung eines typischen privaten Netzwerks, wie man es in vielen Wohnungen vorfindet.

Das Macwelt-Wochenendprojekt

Unser Do-it-Yourself-Experte Matthias Zehden stellt ab sofort jede Woche ein kleines Projekt vor, das Sie sich an einem verregneten Wochenende vornehmen können, egal ob Optimierungen an Ihrer Netzwerkinfrastruktur oder Ausmist-Arbeiten an Ihren Mediatheken.

Den Anfang macht ein bekanntes Problem: Zuviele Geräte hängen im Wifi-Netz, vernünftiges Video-Streaming ist nicht mehr perfekt möglich.

Stress im WLAN

Das Hauptproblem beim Streamen von Videos ist oft das WLAN. Es ist einfach zu verlockend, nur einen WLAN-Router am DSL-Anschluss anzuschließen und alle Netzwerkfunktionen über WLAN abzuwickeln. Man muss keine Kabel verlegen und kann sofort loslegen. Leider stößt das Konzept schnell an seine Grenzen, wenn die Bedingungen nicht optimal sind, und das sind sie in der Realität nunmal selten.

Geräte wie Mac und Apple TV, die man häufig für Videostreaming nutzt, sollten per Ethernet verbunden werden. Das sorgt für stabile Streams mit guter Bildqualität und entlastet das WLAN.
Vergrößern Geräte wie Mac und Apple TV, die man häufig für Videostreaming nutzt, sollten per Ethernet verbunden werden. Das sorgt für stabile Streams mit guter Bildqualität und entlastet das WLAN.

In Neubauten mit viel Beton werden Funksignale stark gedämpft und das, was übrig bleibt dann auch noch mehrfach reflektiert. Da bricht die Übertragungsrate schnell zusammen. Bei einer Wohnung im Altbau hat man das gegenteilige Problem. Hier sind die verfügbaren Funkkanäle doppelt und dreifach belegt, weil sich das eigene WLAN und die Funknetze der Nachbarn überlagern.

Nutzt man mit dem Macbook Ethernet und WLAN, konfiguriert man beides. Dann schiebt man Ethernet bei der Reihenfolge der Dienst nach ganz oben, damit es bevorzugt genutzt wird.
Vergrößern Nutzt man mit dem Macbook Ethernet und WLAN, konfiguriert man beides. Dann schiebt man Ethernet bei der Reihenfolge der Dienst nach ganz oben, damit es bevorzugt genutzt wird.

Hinzu kommt dann noch, dass heutzutage neben Mac, iPhone oder iPad auch viele Unterhaltungsgeräte wie Fernseher, Spielkonsolen, Bluray-Player und Streaming-Clients das Netzwerk nutzen und ebenfalls ihren Teil von der Bandbreite abknapsen.

Bessere Lastenverteilung

Als Lösung binden Sie Geräte, die öfter eine hohe Bandbreite fordern, per Ethernet ins Netzwerk ein. Dazu gehören der Mac und das Apple TV sowie andere stationären Streaming-Geräte. Das WLAN bleibt den mobilen Geräten wie iPhone und iPad vorbehalten oder zur flexiblen Ergänzung. Es spricht nichts dagegen, ein Macbook zum Surfen, Chatten oder Beantworten von E-Mails drahtlos auf dem Sofa zu nutzen, wenn man es für die Filmwiedergabe via Apple TV wieder auf den Schreibtisch stellt und per Ethernet verbindet.

Dafür müssen Sie übrigens nicht einmal die Netzwerkeinstellungen verändern. Sie konfigurieren in „Systemeinstellungen > Netzwerk“ sowohl WLAN als auch Ethernet. Danach klicken Sie unterhalb der Schnittstellenliste auf das Zahnrad und wählen im zugehörigen Menü „Reihenfolge der Dienste festlegen“. Hier schieben Sie Ethernet nach ganz oben, damit dieser Weg bevorzugt genutzt wird, sobald er verfügbar ist.

Das Ethernet bildet das Rückrat des heimischen Netzwerks, ein Switched Hub sein Herz. Hier laufen die Netzwerkkabel zusammen. Wo vielen Geräten stehen, stellt man zusätzliche kleine Switches auf, das spart viele Meter Kabel.
Vergrößern Das Ethernet bildet das Rückrat des heimischen Netzwerks, ein Switched Hub sein Herz. Hier laufen die Netzwerkkabel zusammen. Wo vielen Geräten stehen, stellt man zusätzliche kleine Switches auf, das spart viele Meter Kabel.

Gibt es Wiedergabefehler, sollte man WLAN beim Streamen von Videos generell meiden. Wollen Sie einen Film Ihrer Mediathek per Airplay zum Apple TV schicken, spielen Sie ihn nicht mit iPhone oder iPad, sondern mit iTunes auf dem Rechner ab, der per Ethernet angebunden ist. Nutzer des Videodienstes Watchever, können dessen App direkt auf dem Apple TV starten, statt auf dem iPhone.

Bei älteren Routern nutzt man besser ein externes Hub. Das eingebaute bietet oft zu wenige Ports oder noch kein Gigabit-Ethernet. Außerdem lohnt es sich bei alten Geräten den Stromverbrauch zu prüfen.
Vergrößern Bei älteren Routern nutzt man besser ein externes Hub. Das eingebaute bietet oft zu wenige Ports oder noch kein Gigabit-Ethernet. Außerdem lohnt es sich bei alten Geräten den Stromverbrauch zu prüfen.

Muss die Wiedergabe vom iPhone erfolgen, sollte man unbedingt vermeiden, den Film live aus dem Internet zu laden und gleichzeitig per Airplay auszugeben, da dann sogar die doppelte Bandbreite benötigt wird. Besser sind Dienste, die es erlauben, Filme vorab zu laden und lokal zu speichern.

Kabel als Rückgrat

Die Ethernet-Verkabelung erfolgt sternförmig, das heißt alle Kabel laufen an einer zentralen Stelle zusammen. Hier werden Sie in einen Verteiler gesteckt, Switched Hub oder kurz Switch genannt. Den platziert man am besten relativ zentral, um die Kabel nicht unnötig lang zu machen. Das spart auch Geld. Viele Router besitzen bereits einen integrierten Switch. Steht der Router irgendwo gut sichtbar, empfiehlt sich aus kosmetischen Gründen ein externer Switch in einer Kammer oder einer unauffälligeren Ecke, wo die vielen Kabel nicht so auffallen.

Ein großer Vorteil von Watchever gegenüber anderen Flatrate-Diensten ist, dass er direkt auf dem Apple TV verfügbar ist. Ein Grund mehr, das Apple TV per Ehternet anzuschließen.
Vergrößern Ein großer Vorteil von Watchever gegenüber anderen Flatrate-Diensten ist, dass er direkt auf dem Apple TV verfügbar ist. Ein Grund mehr, das Apple TV per Ehternet anzuschließen.

Stehen an einem Ort mehrere Netzwerkgeräte, zum Beispiel Mac, Drucker und NAS im Arbeitszimmer oder Fernseher, Spielkonsole und AV-Anlage im Wohnzimmer, so stellt man dort einen weiteren Switch auf, damit man nur ein Kabel zum zentralen Verteiler ziehen muss. Das Netz sollte so geplant werden, dass die Verbindungen zwischen Ihren Geräten nicht über mehr als drei Switches laufen.

Wer nicht die Wände aufstemmen will, kann Netzwerkkabel unauffällig in hohlen Fußleisten verlegen, die sich auch nachträglich öffnen und bestücken lassen. Solche Leisten gibt es in allen möglichen Formen und Farben.
Vergrößern Wer nicht die Wände aufstemmen will, kann Netzwerkkabel unauffällig in hohlen Fußleisten verlegen, die sich auch nachträglich öffnen und bestücken lassen. Solche Leisten gibt es in allen möglichen Formen und Farben.

Tipp: Achten Sie beim Router und anderen Netzwerkgeräten auf den Stromverbrauch. Da diese rund um die Uhr laufen, rechnet sich ein kleiner Aufpreis für das sparsamere Modell schnell. Ein Austausch lohnt auch, wenn noch alte Hubs ohne Gigabit-Support vorhanden sind.

Strippen verstecken

Wer ohnehin gerade renovieren muss, kann die Kabel einfach in der Wand verstecken. Dann sollte man auch gleich andere Zimmer in denen ebenfalls Rechner stationär genutzt werden mit anschließen. Denken Sie auch an Zimmer, in denen das in absehbarer Zeit der Fall sein wird, wie Kinderzimmer oder einen Hobbykeller.

Steht keine Renovierung an, so kann man Staub und Dreck vermeiden, in dem man flache Kabelkanäle montiert oder aufklappbare Fußleisten, die bei Bedarf einige Kabel aufnehmen können. Das sieht besser aus als lose Kabel und vermeidet Stolperfallen.

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