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Making Apps: So entstand Dawindci

18.06.2012 | 12:52 Uhr |

Einen der begehrten Apple-Desing-Awards hat heuer das Physik-Puzzle Dawindci gewonnen. Ein Blikc hinter die Kulissen der App-Entwicklung.

Die Grundidee von Dawindci ist schnell erklärt: Der Spieler übernimmt die Kontrolle über das Wetter. Er beschwört Winde, Wirbelstürme und Regenwolken herauf. Ziel ist es, einen Heißluftballon durch den geschickten Einsatz dieser Kräfte zu dirigieren und unversehrt ins Ziel zu manövrieren. Die Kamera zeigt die Welt dabei in einer Vogelperspektive.

Der Entwickler Mimimi Productions ist ein studentisches Team, das sich an der Mediadesign Hochschule in München zusammengefunden hat. Ihr Erstlingswerk Grounded erhielt 2009 den Deutschen Entwicklerpreis in der Kategorie Newcomer Award und war im darauffolgenden Jahr für den Deutschen Computerspielpreis nominiert. Das zweite Projekt Dawindci konnte diese Erfolge wiederholen und hat sich als kommerzielles Produkt auch auf dem Markt bewiesen: Es stand für mehrere Tage als meistverkaufte App und umsatzstärkstes Spiel auf Platz eins im deutschen App Store. Bei der Realisierung waren jedoch einige technische wie organisatorische Herausforderungen zu bewältigen.

Mit 45 Levels ist das Spiel in der Grundversion fast zu umfangreich, die meisten Spieler erreichen gerade einmal 15 davon.
Vergrößern Mit 45 Levels ist das Spiel in der Grundversion fast zu umfangreich, die meisten Spieler erreichen gerade einmal 15 davon.

Das Konzept wurde zuerst in Form eines 2D-Flash-Prototypen getestet (siehe dazu Abbildung rechts oben). Nach der Entwicklung von Grounded beschloss das Team, sich in eine 3D-Engine einzuarbeiten und setzte einen PC-Prototypen in der 3D-Engine von Unity um. Das erste Feedback der Branche und Spieler hätte kaum besser ausfallen können: Der aquarellartige Grafikstil gekoppelt an die entspannte Musikuntermalung von Filippo Beck Peccoz sowie die Spielidee und -mechanik kamen phantastisch an. Schnell wurde aber auch klar, dass das Eingabegerät Maus für die Gestensteuerung eine zu große Barriere darstellte. Nicht selten verursachte dies Frustmomente und führte zur Entscheidung, Dawindci auf einem Touch-Gerät umzusetzen.

Team ohne iPad oder iPhone

Ein witziges Detail der Entstehungsgeschichte ist mit Sicherheit die Tatsache, dass kein einziges Teammitglied ein mobiles Gerät von Apple besaß. Der eine oder andere hegte sogar Abneigung gegen die Firma. Trotzdem war ein Release im App Store der einzig realistische Weg. Die iOS-Geräte sind mit ihrer Auslegung auf Gesten- und Touchsteuerung wie für Dawindci gemacht und der Markt ist verglichen mit anderen Veröffentlichungsmethoden leicht zugänglich (was aufgrund der Überflutung durch schnell produzierte und billige Apps oft auch als Nachteil betrachtet werden kann). Wenn man sich an die Apple-Richtlinien hält, kann man sein Produkt zügig veröffentlichen. Zudem war es mit der eingesetzten Engine möglich, gleichzeitig für iPhone, iPod und iPad zu entwickeln. So ließen sich Fragmente des PC-Prototypen verwenden und die Entwickler mussten nicht bei null anfangen.

Lesen Sie weiter: Das Bedienungskonzept von Dawindci

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