Von Halyna Kubiv - 22.10.2012, 12:44

Hidden Features

Versteckte Funktionen in OS X Mountain Lion

©Apple

Apples neues Betriebssystem ist knapp zwei Monate alt. Zeit genug, um sich mit grundlegenden Neuerungen vertraut zu machen und über etliche nicht gerade offensichtliche Funktionen zu stolpern.
Apple hat mit seinem neuen Betriebssystem über zweihundert Neuerungen versprochen. Man kann davon ausgehen, dass dieses Versprechen eingehalten wurde und Apple Bugs beseitigt, neue Befehle implementiert und Optionen zu den vertrauten Programmen hinzugefügt hat. Zu den Offensichtlichen gehören das Duden Wörterbuch in der Lexikon-App, die Nachrichten-App statt iChat oder die bessere Implementierung von iCloud in native Programme wie Pages und Vorschau. Wir haben uns auf die Suche nach weniger offensichtlichen Neuerungen in Mountain Lion gemacht und viel entdeckt.

1. Diktierfunktion unter Mountain Lion aktivieren

Siri feierte 2011 Einzug auf den iPhones und später den iPads, ab Mountain Lion profitieren auch die Desktop-Nutzer von der Spracherkennung. Zwar liefert Apple keinen vollwertigen persönlichen Assistenten, Grundfunktionen wie Diktieren lassen sich aber auch am Mac nutzen. Die Diktierfunktion ist ab Werk abgeschaltet, man aktiviert sie unter „Systemeinstellungen -> Diktat und Sprache“. Bei Macbooks ist die Funktionstaste für den Start der Diktierfunktion zuständig. Außerdem lässt sich die Sprachausgabe nach eigenem Geschmack optimieren. Apple liefert neben Standardstimmen wie Alex und Viky auch die deutschen Varianten wie Anna, Steffi oder Yannick. Diese muss man jedoch zuerst nachladen und installieren, bevor man sie nutzen kann. Die Einstellungen finden sich auch unter „Diktat und Sprache“, der Reiter dafür heißt „Sprachausgabe“.

2. Programme aus dem Dock löschen

Etwas anders als zuvor verhalten sich Programme, die der Nutzer im Dock abgelegt hat. Will man dort ausmisten und zieht ein Programm heraus, spring das Icon auf seinen Platz im Dock zurück. Mountain Lion verhindert so das unbeabsichtigte Löschen mit einem einfachen Mausklick. Jetzt muss man das Icon des Programms aus dem Dock ziehen und einige Sekunden mit gedrückter Maustaste warten. Erscheint daneben eine Wolken-Animation, kann man die Maustaste loslassen, das Programm ist nun aus dem Dock entfernt.

3. Erinnerungen schneller eintragen

Erinnerungen sind neben Nachrichten und Kalender noch eine Übernahme aus iOS. Unter Mountain Lion versteht sich Erinnerungen auf die Zeitangaben im Text und fügt sie automatisch als Datum hinzu. Tippt man beispielsweise in einer neuen Erinnerung „Treffen morgen um 12:00“ und drückt anschließend die Schalttaste, wird daraus ein Eintrag „Treffen“, der automatisch um 12:00 am Tag darauf eingetragen ist. Andere Dateneinträge wie „26. Oktober“ versteht Erinnerungen auch.

4. iCloud-Dateien verwalten

Pages, Vorschau und Numbers verstehen sich immer besser auf iCloud. Dazu bietet der Speichern-Dialog der jeweiligen App eine zusätzliche Option. In der horizontalen Leiste erscheint jetzt eine Wolken-Schaltfläche zum Speichern in der iCloud. Sind die Bilder oder Texte erstmals im eigenen Account gespeichert, ist es schwierig, sie wieder zu finden und zu öffnen. Es gibt nämlich keine zentrale Stelle für iCloud-Dokumente, die auch im Finder angezeigt werden kann. Stattdessen öffnet man die betreffende App, beispielsweise Vorschau, und dort die Option „Öffnen“ (Apfel-O). Im Dialogmenü in der oberen linken Ecke befinden sich dann die beiden Optionen „iCloud“ und „Lokal“.  Über „iCloud“ bringt die App, in unserem Beispiel Vorschau, die Liste aller zuvor gespeicherten Dokumente. Die bereits geöffneten Bilder lassen sich auch direkt in iCloud befördern. Diese Option bietet der Befehl „Bewegen“ im Menü „Ablage“.

5. Wischgeste für Benachrichtigungen

Ähnlich wie iOS, informiert Mountain Lion den Nutzer über eingehende E-Mails, System-Updates und andere Neuigkeiten. In der rechten oberen Ecke des Bildschirms erscheint jetzt eine symbolische Liste. Klickt man darauf, erscheint eine Übersicht aller Benachrichtigungen. Mit einem Magic Trackpad oder auf dem Macbook gibt es für diesen Mausklick eine Touch-Geste: mit zwei Fingern von rechts nach links wischen. Diese Geste funktioniert in diesem Fall aber nur mit einem kleinen Trick – man setzt die Finger außerhalb des Trackpads an und wischt dann nach links. Setzt man die Finger wie gewöhnlich innerhalb der Touchpad-Fläche an, versteht das System diese Geste wie einen einfachen Blätterbefehl – beispielsweise für Safari – und blendet die Mitteilungszentrale nicht ein.

6. Benachrichtigungen aus der Mitteilungszentrale deaktivieren

OS X 10.8 bietet zwei Möglichkeiten, Benachrichtigungen zu deaktivieren. Befindet man sich in dem Reiter mit der Übersicht über alle Nachrichten, genügen zwei Klicks ganz oben in der Liste, um eine neue Schaltfläche zu aktivieren.  Schiebt man den Regler nach links, sind die neuen Benachrichtigungen bis zum nächsten Tag deaktiviert. Das Gleiche lässt sich direkt vom Desktop aus machen. Dafür klickt man mit gedrückter Wahltaste auf das Benachrichtigungs-Symbol in der rechten oberen Ecke des Bildschirms. Ist es ausgegraut, werden bis zum nächsten Tag keine neuen Meldungen mehr eingeblendet.

7. Adressbuch nicht freigeben

Bei der ersten Installation fragt Word oder Pages plötzlich nach, ob das Programm die Kontakte aus dem Adressbuch nutzen darf. Man kann hier den Zugriff getrost verweigern, wenn man die Text-Editoren nicht zum Verfassen von Briefen nutzt. Ein Überblick darüber, welche Programme auf die Kontakte zugreifen dürfen, befindet sich in den Systemeinstellungen unter „Sicherheit“ -> „Privatsphäre“. In dieser Einstellung kann man den Programmen den Zugriff auf die eigenen Kontakte im Nachhinein verbieten, falls man bei der Installation nicht aufgepasst hat.

8. Suche in Launchpad

Die Startrampe für alle Apps in Mountain Lion hat eine eigebaute Suche bekommen. Dies merkt man an einer kleinen Lupe, die jetzt oben erscheint. Anders als Spotlight ist diese Suche nur für Apps gedacht. Besonders praktisch ist sie, wenn man etliche Programme installiert hat. Um nach Apps in Launchpad zu suchen, muss man nicht einmal in das Suchfeld klicken. Gleich beim ersten eingetippten Buchstaben listet Launchpad die gefundenen Apps auf. In den Ergebnissen kann man mit Pfeiltasten navigieren. Die Suche in Launchpad ist eine praktische Verkürzung zum Öffnen jedes Programms: Auf dem Trackpad mit der Pinch-Geste (vier Finger zusammenziehen) Launchpad aufrufen, über die Tastatur die ersten Buchstaben des Programms eintippen, Programm auswählen, mit der Enter-Taste starten. All diejenigen, die noch nicht auf Mountain Lion umgestiegen sind, können sich mit der Tastenkombination Apfel-Leertaste vertrösten. Der Befehl ruft Spotlight auf. Tippt man die ersten Buchstaben eines Programms ein, ist es der erste oder zweite Treffer in der Liste.

9. Versteckte Optionen über die Programm-Hilfe anzeigen

Seit geraumer Zeit liefert Apple alle Programme mit dem zusätzlichen Menüpunkt „Hilfe“ aus. Wenn man nicht weiter weiß, lohnt es sich immer, dort nach Lösungen zu stöbern. Ab OS X 10.8 enthält die Hilfe eine kleine Verfeinerung: Der blaue Pfeil, der Ergebnisse in Menüpunkten veranschaulicht, weist auch auf die versteckten Funktionen eines Programms hin, die meist durch das zusätzliche Betätigen der Wahltaste aktiviert werden. In unserem Beispiel haben wir in der Vorschau-Hilfe nach „Vergrößern“ gesucht. In den Suchergebnissen findet sich die zusätzliche Option „Alles vergrößern“, die man per Tastenkombination Wahl-Befehl-Plustaste aufruft. Sie befindet sich zwar an der gleichen Stelle im Menü wie der gewöhnliche Befehl „Vergrößern“, die neue Hilfe-Funktion weist aber darauf hin, sobald man das entsprechende Suchergebnis aktiviert.

10. Textbearbeitungs-Tools in Vorschau

Ab der neuen Systemversion setzt Vorschau die Bearbeitungs-Tools deutlich prominenter in Szene. Nach dem Programmstart muss man sie noch über die Schaltfläche „Werkzeugleiste“ einblenden. Die Auswahlwerkzeuge „Elliptische Auswahl“, „Lasso-Auswahl“, „Intelligentes Lasso“ und „Transparenz“ reihen sich nun in der Menüleiste rechts ein. Bei den grafischen Elementen sind die Sprechblase und die Gedankensprechblase neben den Formen Oval, Pfeil und Linie aufgelistet.

11. Schriften in Notizen ändern

Wer die drei Standardschriften in Notizen auf dem iPhone oder iPad nicht für der Weisheit letzten Schluss hält, kann die Schrift nach eigenem Geschmack wählen. Der Hacken dabei: Man muss die neue Notiz am Mac erstellen. Die Auswahl an verfügbaren Schriften ruft man über die Menüleiste „Format -> Schrift -> Schriften einblenden“ oder alternativ mit dem Tastenbefehl Befehl-T auf. Verfasst man eine neue Notiz in der ausgewählten Schrift, wird sie auch auf dem iPhone und iPad mit allen Formatierungen synchronisiert.

12. Geöffnete Dateien bearbeiten

Ab Mountain Lion bietet der Finder mehr Bearbeitungsmöglichkeiten in den bereits geöffneten Dokumenten. Klickt man auf den Dateinamen im Dateititel, lässt sich der neue Name direkt eintragen. Richtet man den Mauszeiger auf den Namen der Datei, erscheint dort ein kleines Dreieck. Dahinter versteckt sich ein Dropdown-Menü mit den zusätzlichen Optionen „Umbenennen“, In iCloud bewegen“, „Bewegen“, „Duplizieren“, „Schützen“ und „Alle Versionen durchsuchen“. Die direkte Bearbeitung der geöffneten Dokumente funktioniert bis jetzt nur mit den nativen OS-X-Apps. Um eine Word-Datei umzubenennen, muss man immer noch in den Finder wechseln oder die Option „Speichern unter“ aufrufen (Umschalt-Befehl-S).

13. Scrollbalken einblenden

Ab OS X Lion optimiert Apple seine Betriebssysteme auf die Nutzung der Vollbild-Modus-Apps. Der Scrollbalken ist somit zu einem Bedienelement degradiert worden, das nach einigen Sekunden automatisch ausgeblendet wird. In Lion war beispielsweise in Safari ein erneutes Scrollen erforderlich, um zu sehen, wo genau man sich auf der Seite befindet. In Mountain Lion reicht es dagegen, wenn man mit zwei Fingern auf das Touchpad tippt. Das Safari-Fenster zeigt mit dem Befehl den horizontalen und vertikalen Scrollbalken an.

14. Neue Touch-Gesten

Das neue Betriebssystem bringt mehr Touch-Gesten für alle Macbook- oder Magic-Trackpad-Nutzer. Zieht man beispielsweise drei Finger auseinander, werden alle geöffneten Dokumente ausgeblendet, und der Desktop erscheint. Befindet man sich in einer Textdatei, kann man die Definition des ausgewählten Worts abrufen, indem man mit drei Fingern auf das Touchpad tippt. Dabei wird das Lexikon aktiviert, der Duden sowie Wikipedia werden abgesucht. Tippt man im Finder mit drei Fingern auf eine Datei, öffnet sich Quicklook, eine Vorschau des Dokuments. Auf der Tastatur gibt es dafür allerdings bereits seit früheren Systemversionen eine Alternative – die Leertaste. Mit drei Fingern kann man die Dateien auf dem Bildschirm bewegen. Diese Option ist aber nach dem ersten Systemstart deaktiviert. Sie findet sich unter „Systemeinstellungen -> Trackpad -> Zeigen und Klicken“.

15. Ordner für iCloud-Dateien erstellen

Aktiviert man in Vorschau, Textedit oder Pages die Wolkenschaltfläche, werden die iCloud-Dateien gelistet. Wie gewohnt lassen sie sich in Ordnern organisieren, es fehlt im Öffnen-Dialog in Vorschau aber die Option „Neuer Ordner“. Dafür zieht man die Dateien mit der Maus einfach aufeinander. iCloud erstellt aus diesen zwei Dateien einen neuen Ordner. Weitere Dateien fügt man per Drag-and-drop hinzu.
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