1751344

Kompaktkameras der Luxus-Klasse

27.02.2014 | 15:50 Uhr |

Wir zeigen die Spitzenklasse der Kompaktkameras, die sogar manch eine DSLR-Kamera hinter sich lassen. Zudem erklären wir den Vorteil großflächiger Bildsensoren.

Das iPhone und Android-Smartphones machen den Kameraherstellern das Leben schwer. Kompaktkameras der Einsteigerklasse findet man deshalb schon zu Ramschpreisen auf dem Wühltischen der Elektronikmärkte gleich neben elektrischen Zahnbürsten und Billig-Navis. So bleibt den Kameraherstellern nur die Flucht nach vorne – beziehungsweise nach oben. Kompaktkameras punkten zusehends mit besserer Ausstattung und die Hersteller legen Wert auf eine bessere Wiedergabequalität. Möglich macht dies unter anderem eine neue Generation von Bildsensoren mit Hintergrundbelichtung ( Backlight ), die vor allem bei geringem Licht weniger Bildrauschen erzeugen als bei herkömmlichen Kompaktkameras.

Doch herkömmliche Kompaktkameras nutzen immer noch einen kleinflächigen Bildsensor, der meist so groß wie der Nagel des kleinen Fingers ist . Dies hat zwar den Vorteil, dass man kompakte Objektive mit hohem Zoom-Bereich bauen kann, doch ist auch hier das Bildrauschen immer noch höher und die tatsächliche Auflösung geringer als bei großflächigen Bildsensoren. Zudem ist der Schärfebereich bei kleinflächigen Bildsensoren deutlich höher als bei großflächigen Bildsensoren, daher kann man keine atmosphärischen Portraits erstellen, bei denen der Hintergrund unscharf verschwimmt.

Kompaktkameras der Oberklasse

Seit einiger Zeit gibt es einen kleinen, erlesenen Club bei den Kompaktkameras. Diese Spitzenklasse der Kompaktkameras kommt mit Ausstattungsmerkmalen, die ansonsten digitale Spiegelreflex-Kameras (DSLR) beziehungsweise hochwertige Systemkameras bieten - übrigens zu ganz ähnlichen Preisen.

Das Grundrezept hierbei sind großflächige Bildsensoren, meist in APS-C-Größe wie bei DSLR-Kameras, und lichtstarke, hochwertige Objektive. Der Vorteil großflächiger Bildsensoren ist zu einem eine geringere Schärfentiefe als bei kleinflächigen Bildsensoren. Dies ist vor allem für Portrait-Aufnahmen vorteilhaft, hier ist dann der Hintergrund unscharf während die portraitierende Person scharf dargestellt wird . Die weiteren Vorteile sind eine bessere Abbildungsqualität zu einem durch geringeres Bildrauschen und zum anderen durch eine bessere Ausbeute der Optik. Wir haben hier Kompaktkameras aufgelistet, die mit einem großen Bildsensor ausgestattet sind, deren Fläche mindestens dem des Micro-Four-Thirds-Standards von Panasonic und Olympus entspricht, also 17,3 x 13,0 Millimeter Fläche.

Bei den Objektiven geht dieser Qualitätsanspruch jedoch auf Kosten des Zoombereichs: Während bei vielen Kompaktkameras selbst 20-facher optischer Zoom keine Seltenheit ist, ist die Spitzenklasse hier puristisch ausgestattet und bietet oft nur eine Festbrennweite von 35 Millimeter im Vergleich zum Kleinbild-Format. Dies erlaubt zu einem eine bessere Lichtausbeute und ermöglicht es, die Baugröße der Objektive in einem kompakten Maß zu halten. Denn je großflächiger der Bildsensor, desto größer fällt auch das Objektiv aus.

Systemkameras die größte Konkurrenz zu hochwertigen Kompaktkameras

Für die Klasse der hochwertigen Kompaktkameras sind die Systemkameras die größte Konkurrenz. Oft mit ähnliche großem Gehäuse bieten Systemkameras den großen Vorteil, dass man das Objektiv tauschen kann. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu Systemkameras .

Empfehlung Kompaktkameras der Luxusklasse

Die in der Bildergalerie gezeigten Kompaktkameras bieten zwar eine ausgezeichnete Qualität, allerdings muss man dafür tief in die Tasche greifen und ist bei dem Gestaltungsspielraum eingeschränkter als bei Kameras mit Wechselobjektiv. Daher empfiehlt sich eine solche Luxus-Kamera vor allem als Zweit-Kamera neben einer hochwertigen Spiegelreflex-Ausrüstung oder für Fotografen, die eine solche Kamera überwiegend als kompakte Reportage-Kamera einsetzen. Denn für diesen Zweck sind diese Kameras wie geschaffen. So kann man in den Fußstapfen von Henri Cartier-Bresson wandeln, der überwiegend mit der kleinen Reportage-Kamera Leica-M fotografiert hat, damals natürlich noch analog.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1751344