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Lahmer CPU und GPU Beine machen

01.04.2014 | 10:05 Uhr |

CPU und GPU lassen sich nicht tauschen, wohl aber entlasten. Und auch Problem mit einer lahmen Internetverbindung sind rasch gelöst. Teil 3 unseres Ratgebers zum Beschleunigen von Macs

Problem: Lahme CPU und GPU

Keine Aufrüstoptionen hat man leider, sollte der Prozessor zu lahm sein. Die Zeiten von austauschbaren CPU-Karten sind lange vorbei. Hier hilft nur ein neuer Computer. Allerdings ist für viele Büroarbeiten die Bedeutung der CPU gar nicht so groß. Selbst das schwächste Macbook Air mit lahmer 1,4-GHz-CPU wirkt beim Texten mit Word oder Rechnen mit Excel noch schnell und performant. Die Leistung hängt nämlich sehr stark von der verwendeten Software ab. Beim Musikhören mit iTunes oder Surfen mit Safari merkt man wenig Unterschiede, völlig anders sieht es aus, wenn man Profi-Software wie Cinema 4D, Final Cut Pro oder Aperture benutzt, welche die Quadcore-CPUs eines Macbook Retina oder iMacs oder die 12-Core-CPUs eines Mac Pro ausnutzen. Die Fähigkeit, mehrere Aufgaben gleichzeitig abzuarbeiten, das können auch Teilaufgaben innerhalb einer App sein, ist die Stärke aktueller Macs. So erreicht das Macbook Air mit 1,4 GHz beim Benchmark Geekbench gerade 1442 Punkte, das neue Macbook Retina mit seinem Vierkernprozessor ganze 14 440 Punkte, also etwa die zehnfache Leistung.

Das Docksymbol der Aktivitätsanzeige kann die aktuelle Prozessorlast anzeigen.
Vergrößern Das Docksymbol der Aktivitätsanzeige kann die aktuelle Prozessorlast anzeigen.

CPU entlasten

Um mit einem alten Core-2-Rechner produktiv zu arbeiten, sollte man unnötige Systemlast vermeiden. Ein Tipp: Das Dock-Symbol der Aktivitätsanzeige kann eine Mini­grafik der CPU-Last anzeigen. So kann man gut beobachten, ob auftretende Performance-Probleme bei hoher CPU-Last auftreten. Sollte bei alltäglichen Arbeiten eine auffallend hohe CPU-Last auffallen, lohnt es sich, nach der Ursache zu suchen. Die einfachste Möglichkeit ist die Sortierung nach CPU-Aktivität. Mit einem Klick auf den Reiter „% CPU“ sortiert das Tool die Prozesse nach ihrer aktuellen CPU-Last. Hier erkennt man schnell, ob beispielsweise eine Safari-Seite mit Flash-Werbebanner 50 Prozent CPU-Last erzeugt oder die automatische Gesichtserkennung von iPhoto alle anderen Programme ausbremst. Eine hohe CPU-Last sollte immer nur sehr kurz auftreten, etwa beim Start eines Programms.

Das Tool Luxmark prüft die Leistung der Mac-Grafikkarte.
Vergrößern Das Tool Luxmark prüft die Leistung der Mac-Grafikkarte.

Was ebenfalls an der Performance zehrt, ist eine hohe Anzahl an gleichzeitig laufenden Anfragen. Hier hilft die Anzeige „CPU-Time“ weiter, die in der Einheit Stunden, Minuten und Sekunden beziffert, wie intensiv ein Prozess oder Programm die CPU belastet. Das ist vor allem bei bremsenden Hintergrundprozessen wie Dropbox oder einem Virenscanner wichtig, die nur eine niedrige, aber stetige CPU-Last erzeugen. Eine weitere interessante Option bietet die Anzeige „Energie“, die den Energieverbrauch von Apps anzeigt. Leider ist selbst für erfahrene Anwender der Sinn mancher Prozesse nicht erkennbar, hier kann auch Profis oft nur eine Websuche weiterhelfen.

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Erfahrenen Anwendern empfehlen wir einen Blick in das Systemprogramm Konsole, um nach auffälligen Einträgen zu suchen. So gibt es manchmal alte Hintergrundprozesse längst gelöschter Programme, die alle paar Sekunden aktiv werden. Hier ist ein Tool wie Etre Check nützlich, das installierte Erweiterungen und Plug-ins übersichtlich auflistet.

Warum App Nap manchmal lästig ist

© 2015

Mavericks nutzt die neue Technologie App Nap, um hohe Systemlast zu vermeiden und den Stromverbrauch zu reduzieren. Ist ein Programm gerade im Hintergrund, kann das System die CPU-Zeit dieses Programms automatisch reduzieren. Öffnet man beispielsweise in iTunes den iTunes Store, sorgen Animationen für regelmäßige CPU-Last. Ist das Programm nun unter iTunes ausgeblendet oder von anderen Programmfenstern überdeckt, aktiviert das System nach kurzer Zeit App Nap – das Programm ruht und verbraucht kaum CPU-Kapazität. Zugriffe auf Schnittstellen und Festplatten sind ebenfalls reduziert. Das ist allerdings nachteilig, wenn die Aktivität des Hintergrundprogramms wichtig ist: Brennt man mit Toast eine DVD und wechselt zu einem anderen Programm, kann App Nap unerwünscht den Brennvorgang verlangsamen, was unter Umständen zu einem defekten Rohling führt. Auch bei FTP-Programmen kann es zu Problemen kommen. Deaktivieren kann man App Nap aber nur für einzelne Programme. Dazu sucht man im Ordner Programme die Programmdatei und öffnet mit Befehlstaste-I deren Infofenster. Hier setzt man nun ein Häkchen vor die Option „App Nap deaktivieren“.

Zu lahme Grafikkarte?

Nicht unterschätzen sollte man die Bedeutung der Grafikkarte für Programme, die über Technologien wie Open GL oder Open CL deren Leistung nutzen können. So kann eine Karte mit Open-CL-Unterstützung Programme wie Final Cut Pro und Motion stark beschleunigen. Nutzer mit der nicht unterstützten Grafiklösung Intel Media HD 3000 haben das Nachsehen. Allerdings kann man in kaum einem Mac die Grafikkarte tauschen. Interessant ist diese Option noch für Besitzer eines alten Mac Pro, die diesen mit einer schnelleren Grafikkarte stark beschleunigen können. Das gilt jedoch nur für die Modelle nach 2008. Die Leistung des eigenen Macs in diesem Bereich kann man unter anderem mit dem Benchmark Luxmark testen. Will man einen neuen Rechner etwa für HD-Videoschnitt nutzen, sollte man gleich beim Kauf auf diesen Faktor achten.

Ärger mit dem Internet-Zugang

Zum Abschluss kommen wir noch zur Verbindung nach außen. Wir zeigen, wie Sie eine lahme Internet-Verbindung beschleunigen können und die typischen Ursachen für Probleme mit dieser finden, um sie schnell beheben zu können.

Der Komplettausfall

Bei einem plötzlichen Internet-Totalausfall sollte der erste Blick dem Router gelten – meist ist nämlich der Internet-Anbieter der Schuldige. Über die LED-Anzeigen der meis­ten Router kann man schnell feststellen, ob der DSL- oder Internet-Zugang ausgefallen ist. Manchmal hilft es, alle Geräte aus- und wieder einzuschalten, eventuell muss man sie zusätzlich einige Minuten vom Anschluss trennen, damit sich alle Ports neu initialisieren. Ansonsten hilft wohl nur der Telefon-Support des Providers weiter, zur Not vom Handy aus. Fehlerhafte Einstellungen auf dem Mac sind dagegen eher selten. Bei Konfigurationsproblemen hat sich Apples Tool „Netzwerkdiagnose“ bewährt, das Schritt für Schritt nach Konfigurationsproblemen sucht. Es gibt alternative Tools, etwa ein Tool der Telekom, doch dieses bietet kaum einen echten Mehrwert.

Der Assistent der Netzwerkdiagnose geht alle Einstellungen der Internet-Verbindung Schritt für Schritt durch.
Vergrößern Der Assistent der Netzwerkdiagnose geht alle Einstellungen der Internet-Verbindung Schritt für Schritt durch.

Surft man über eine drahtlose Verbindung wie eine Airport-Basisstation, sollte man seinen Mac per Kabel an Modem oder Router anschließen. So kann man ausschließen, dass die Verbindungsprobleme eine andere Ursache haben. Bei vielen Anfragen in Support-Foren ist das Internet-Problem in Wirklichkeit ein WLAN-Problem und ein Reset des Routers oft schon die Lösung. Zu finden ist die Netzwerkdiagnose in der Systemeinstellung Netzwerk unter „Assistent“. Danach klickt man auf „Diagnose“.

Für Profis ist außerdem ein Spezialtool für Wi-Fi-Analysen vorinstalliert: Um es zu öffnen, muss man mit gedrückter Wahltaste auf das Wi-Fi-Menüleistentool klicken: Neben einigen Zusatzinformationen über das drahtlose Netz kann man nun den Befehl „Diagnose für drahtlose Netzwerke öffnen“ auswählen. Neben einem Assistenten steht dort ein Dienstprogramm mit mehreren Analysefunktionen inklusive sogenanntem Sniffer zur Verfügung.

Apple bietet auch Systemtools für die Analyse drahtloser Netzwerke, diese sind aber nicht so leicht zu finden.
Vergrößern Apple bietet auch Systemtools für die Analyse drahtloser Netzwerke, diese sind aber nicht so leicht zu finden.

Weit diffiziler ist die Fehlersuche allerdings, wenn man mit der Performance seines Internet-Zugangs unzufrieden ist: Die Seiten werden zwar geladen, aber nur unzuverlässig und langsam. Für dieses Verhalten kommen mehrere Gründe infrage.

Performance-Messungen

Hat man den Eindruck, nur mit Modemtempo zu surfen, lohnt ein Test mit einem Geschwindigkeitstest wie Speedmeter.de. Neben Download- und Upload-Tempo testen die Webdienste die sogenannte Ping-Zeit und Anzahl maximaler Verbindungen – ein schlechtes Zeichen sind hohe Abweichungen bei den Messungen und lange Ping-Zeiten. Mehrere Wiederholungen sind empfehlenswert, die gemessenen Werte sollten in etwa dem jeweiligen Vertrag entsprechen. Ideal ist für diese Messungen eine Verbindung per Kabel, sind Sie mit dem Router per WLAN verbunden, sind größere Abweichungen möglich. Außerdem sollten während des Tests keine anderen Programme aktiv sein. Hinweis: Dass die Werte in der Praxis nur zehn Prozent unter der Bandbreite liegen, die ein Provider verspricht, ist fast ein Idealwert. Angebunden per WLAN, ist in einigen Metern Abstand nur noch die halbe Download-Rate verfügbar und die Ping-Zeit doppelt so hoch. Bei mehreren Nutzern sinkt die Performance ebenfalls schnell. Profis können zusätzlich einen Blick auf die Daten des Routers werfen, zeigen neuere Modelle doch per Webinterface die wichtigsten Daten an und protokollieren Fehler und Verbindungen.

Empfangsqualität verbessern

Airport macht mobil, und man stolpert nicht mehr über Kabel. Leider hat die drahtlose Datenübertragung ihre Tücken. So ist nicht nur die Entfernung zum Router für die Signalqualität entscheidend, sondern ebenso das Material von Wänden oder Möbelstücken: In einer Ecke des Wohnzimmers hat man dann perfekten Empfang, einen Meter weiter permanente Empfangsstörungen. Wenig Probleme verursacht Glas oder Holz, mehr dagegen Zement oder Metall. Eine weitere Störquelle sind Bluetooth-Geräte, Mikrowellenherde, Satelliten-Empfangsgeräte und drahtlose Telefone. Oft sorgt bereits ein geringes Umstellen des Routers für deutlich besseren Empfang. Probleme können außerdem weitere Funknetze bereiten, wenn sie den gleichen Kanal benutzen. In diesem Fall sollte man über das Konfigurationsmenü des Routers den eingestellten Kanal ändern.

Netspot zeigt anhand eines Wohnungsgrundrisses, wo der WLAN-Empfang schwach ist.
Vergrößern Netspot zeigt anhand eines Wohnungsgrundrisses, wo der WLAN-Empfang schwach ist.

Interessante Aufschlüsse über „Funklöcher“ und störende Nachbarrouter kann ein Tool wie Netspot liefern: Als ersten Schritt erstellt man hiermit einen ungefähren Grundriss der Wohnung und geht danach mit einem Macbook die Räume ab. Punkt für Punkt erfasst das Tool die WLAN-Qualität und kann nach

einigen Minuten eine Grafik ausgeben. Fremde WLAN-Netze erkennt das Tool ebenfalls und zeigt sogar ihre Position an: Unter Umständen stört der Nachbarrouter nämlich nur in einem Zimmer den Empfang. Simpelste Lösung für mehr Leistung ist allerdings wohl ein sogenannter Repeater, der das Signal verstärkt und knapp 30 Euro kostet. Tools für die Optimierung der Internet-Verbindung sind unter einem modernen Betriebssystem dagegen kaum noch sinnvoll. Noch vor wenigen Jahren gab es unzählige Tipps, die Internet-Verbindung zu optimieren, etwa über die Einstellung des sogenannten MTU-Wertes. Mavericks optimiert diese Netzeinstellungen aber automatisch, eine eigene Konfiguration bringt kaum etwas.

Lahmes Web – DNS-Server prüfen

Unter Umständen kann ein lahmer DNS-Server die Internet-Verbindung ausbremsen. Testweise kann man hier unter der Systemeinstellung Netzwerk einen anderen DNS-Server eintragen. Dazu wählt man in der Systemeinstellung „Weitere Optionen“ und klickt im jetzt zu sehenden Fenster auf „DNS“. Normalerweise erhält der Mac seine Internet-Konfiguration per DHCP vom Router. Dessen IP-Nummer ist dann auch als DNS eingetragen, und der Router bezieht die Adresse vom Provider. Über das Pluszeichen kann man aber auch eigene DNS-Server am Mac eintragen. Oder man lässt die Mac-Einstellung, wie sie ist, und trägt den DNS-Server im Router ein. Schnell und zuverlässig ist beispielsweise der Google-DNS-Server mit der Adresse 8.8.8.8. Netzwerkprofis können die DNS-Performance außerdem mit dem Tool Namebench testen, das nach einem längeren Test den aktuell besten DNS-Server für Ihren Anschluss bestimmt.

Bisher erschienen in unserem Ratgeber zum Mac-Tuning:

Diagnose und Sofortmaßnahmen

Was gegen lahme Festplatten wirklich hilft

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