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Airdrop unter Mac-OS X Lion nutzen

28.07.2011 | 11:34 Uhr |

Mit Airdrop bietet Lion eine extrem simple Möglichkeit, Dateien ohne Konfigurationsstress, Anmeldedialoge und andere Unannehmlichkeiten von einem Mac zum anderen zu transferieren

Manchmal ist es erstaunlich, welche Verrenkungen man unternehmen muss, um eine Datei von einem Rechner zum anderen zu schaffen. Da werden Mails mit Anhängen verschickt, Dienste wie Dropbox in Anspruch genommen, Netzwerke geknüpft oder USB-Sticks angeschlossen, obwohl man eigentlich mit seinen Rechnern direkt nebeneinander steht.

Mit Airdrop bietet Lion eine erstaunlich einfache Alternative. Halten sich zwei Lion-Anwender mit ihren Macs unmittelbar nebeneinander auf und klicken sie auf das Airdrop-Icon im Finder, sehen sie sich gegenseitig. Nun kann man Dateien auf das Symbol des anderen ziehen, und der andere kann sich entscheiden, ob er sie annimmt. Und das ist schon alles, denn weder müssen sich beide im gleichen Netzwerk anmelden noch irgendwelche Freigaben konfigurieren oder Passwörter eintippen.

Simpel und sicher

Airdrop will keineswegs andere Netzwerkarten ersetzen. Natürlich kann man sich weiterhin mit zwei Rechnern im gleichen Netzwerk anmelden und Dateien über herkömmliche Freigaben austauschen. Doch dies ist umständlicher und letztlich unsicherer, denn einer von beiden muss den Inhalt eines Ordners freigeben, in dem der andere wühlen kann.

Bei Airdrop-Übertragungen bekommt niemand Zugriff auf den Platteninhalt des anderen, vielmehr muss der Absender einer Datei diese aktiv verschicken, während der Empfänger lediglich die Annahme verweigern kann. Die eigentliche Übertragung wird verschlüsselt.

Airdrop nutzt eine sogenannte Ad-hoc-Verbindung über den im Mac integrierten Wi-Fi-Sender. Dabei verbinden sich die beiden Teilnehmer direkt in Form eines Peer-to-peer-Netzwerks und folglich ohne eine WLAN-Basis miteinander. Das Netz wird erst dann zwischen den Rechnern aufgespannt, wenn beide das Airdrop-Symbol in der Seitenleiste anklicken, sodass versehentliche Verbindungen eigentlich ausgeschlossen sind. Das Airdrop-Symbol mit dem Fallschirm wechselt dann in ein animiertes Icon, das einem Radarschirm nachempfunden ist. Erst dann sucht das Wi-Fi-Interface aktiv nach Spielpartnern in der unmittelbaren Umgebung und zeigt sie direkt im Airdrop-Fenster an.

Voraussetzungen

Um Airdrop zu unterstützen, muss eine Wi-Fi-Karte in der Lage sein, gleichzeitig eine Verbindung zu einer Basis aufrechtzuerhalten und auf anderen Kanälen nach Airdrop-Partnern zu fahnden. Der Mac kann also ohne Weiteres per WLAN und Router mit dem Internet verbunden sein und zur gleichen Zeit per Airdrop ein zweites Wi-Fi-Netz nutzen. Diese Betriebsart beherrschen nur wenige topaktuelle WLAN-Karten, während die meisten älteren Macs außen vor bleiben und das Airdrop-Symbol nicht einmal anzeigen.

Klarheit über die Airdrop-Fähigkeit der WLAN-Karte verschafft unter Lion das Dienstprogramm Systeminformationen unter " Systembericht > Netzwerk > W ifi ". Nur wenn dort oberhalb der Statuszeile "Airdrop: Unterstützt" zu lesen ist, unterstützt der Mac überhaupt das neue Feature. Bei Rechnern, die nicht mitspielen dürfen - und das sind nicht wenige -, fehlt die Zeile dagegen.

Noch sind Spielpartner für Airdrop also kaum leichter zu finden als das Bernsteinzimmer, und man sollte seinen USB-Stick daher noch nicht zu weit weglegen, doch der extrem einfache und unkomplizierte Direktaustausch von Dateien ist enorm praktisch.

Dateien per Airdrop übertragen

Airdrop aktivieren

Wenn das kleine Airdrop-Symbol in der Seitenleiste nicht auftaucht, unterstützt entweder der Mac leider überhaupt kein Airdrop, oder aber man hat es aus Versehen in den Finder-Einstellungen deaktiviert. Airdrop funktioniert zudem nur bei aktiviertem Wi-Fi. Das Symbol wechselt vom kleinen Fallschirm zu einem scannenden Radarschirm, sobald Airdrop aktiv nach anderen Rechnern zu fahnden beginnt.

Partner finden

Erst wenn alle Beteiligten ein Airdrop-Fenster im Finder geöffnet haben, versuchen die WLAN-Karten der Macs, ein gemeinsames Netzwerk miteinander auszuhandeln. Alle gefundenen Teilnehmer werden nun im Airdrop-Fenster angezeigt, wobei der Name des Rechners aus der Systemeinstellung für Freigaben und das Symbol aus den Einstellungen für Benutzer und Gruppen stammen. Sobald sich alle sehen, können sofort Dateien übertragen werden.

Übertragung starten

Bei Airdrop kommunizieren beide Rechner immer direkt miteinander, und Partner werden nur in der nächsten Umgebung gefunden, was ein hohes Maß an Sicherheit gewährleistet. Nun muss immer der Absender einer oder mehrerer Dateien diese auf das Symbol des Empfängers ziehen und damit die Übertragung starten. Eine Sicherheitsabfrage verhindert, dass man den Falschen erwischt. Man kann Dateien stets nur an einen einzigen Mac schicken.

Dateien übertragen

Der Empfänger muss den Empfang von Dateien grundsätzlich erst bestätigen, bevor die Übertragung wirklich zustande kommt. So lange bekommt der Absender einen Hinhaltedialog zu sehen. Der Empfänger kann den Empfang natürlich auch ablehnen, wird sich aber meist für das Sichern entscheiden. Die Datei wird danach direkt in den Download-Ordner des Empfängers übertragen und optional auch gleich geöffnet.

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