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Mac-OS X Lion als Server

29.07.2011 | 10:36 Uhr |

Apple krempelt seine Serverstrategie nachhaltig um, denn aus dem einst selbstständigen Mac-OS-X-Serversystem wird nun eine App, mit der Lion-Anwender einen Mac zum Server machen können. Das Server-Update kostet im Mac App Store 40 Euro.

Das nennt man wohl einen radikalen Schnitt: Nachdem Apple bereits die Xserve-Modelle hatte auslaufen lassen , geht es nun dem einst eigenständigen Serverbetriebssystem an den Kragen. In OS X Lion wird daraus nämlich eine App, die man aus dem Store lädt und die den vorhandenen Lion-Client in einen Server umwandelt. Für gerade einmal 40 Euro lässt sich die Server-App erstehen, die zusätzliche Dienste installiert. Einen Weg zurück gibt es dann allerdings nicht: Wer wieder das normale Lion möchte, kommt um eine Neuinstallation nicht herum.

Darüber hinaus hat Apple Umfang und Bedienungskonzept kräftig aufgemischt. Die neue Server-App bietet teils nur noch sehr eingeschränkte Konfigurationsmöglichkeiten, und einige Dienste wie FTP hat Apple gleich ganz gestrichen. Dafür ist die Bedienung allerdings so simpel geworden, dass sie auch von Nichtspezialisten zu meistern ist.

Lion Server: Verbesserte Dienste

Mac-OS X Lion als Server
Vergrößern Mac-OS X Lion als Server

Trotz des reduzierten Umfangs der Dienste gehen die Fähigkeiten nach wie vor weit über den normalen Client hinaus. Die File-Sharing-Dienste hat Apple nun zusammengefasst und bietet hier AFP für Macs, SMB für Windows-Anwender und WebDAV , wobei sich Letzteres erstmals an iOS-Anwender richtet, die den Server für Dokumente von Pages, Numbers und Keynote nutzen können.

Der iCal -Server bietet den Clients nun umfassendere Optionen zur Terminplanung und sendet Infos auf Wunsch per Push-Nachricht zu den Clients, die wiederum auch per iPad oder iPhone zugreifen können. Von Push-Nachrichten profitieren zudem einige andere Dienste wie der Adressbuchserver, der über neue Kontakte informieren kann oder der Mailserver. Letzterer kann nun auf dem Server Dateianhänge durchsuchen und bietet ein deutlich besseres Webmail-Interface. Auch der Wiki-Server, der ein idealer Ausgangspunkt für ein firmenweites Intranet ist, hat einen Versionssprung gemacht und bietet eine verbesserte Navigation für die Nutzer.

Vereinfachte Bedienung

Dienste- und Benutzerverwaltung hat Apple in einer einzigen Server-Applikation zusammengefasst, die im Vergleich mit den Vorgängerversionen ganz erheblich leichter zu durchblicken ist und die auch die Fernverwaltung per Netzwerk oder Internet ermöglicht. Für seltener benötigte Dienste wie DHCP oder Netboot bleibt weiterhin das Server-Admin-Programm zuständig, das eine sehr viel feinfühligere Steuerung erlaubt.

Profile erleichtern den Zugriff

Mac-OS X Lion als Server
Vergrößern Mac-OS X Lion als Server

Neu und sehr praktisch ist der per Browser erreichbare Profilmanager, über den sich Macs mit Lion und iOS-Geräte aus der Ferne konfigurieren lassen. So kann man Anmeldedaten, Systemeinstellungen, Zugangsdaten fürs Netz und etliches mehr für Geräte, Personen und Gruppen als Profil auf dem Server hinterlegen. Clients übernehmen dann die Einstellungen und können sich so die Konfiguration ihrer Geräte erleichtern, wobei sich die Profile per Push-Notification sogar automatisch aktualisieren lassen. Clients können ihre Geräte per Webportal zudem aus der Ferne sperren und löschen, falls sie gestohlen wurden.

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