Mac-OS X Lion
Mac-OS X Lion als Server
Apple krempelt seine Serverstrategie nachhaltig um, denn aus dem einst selbstständigen Mac-OS-X-Serversystem wird nun eine App, mit der Lion-Anwender einen Mac zum Server machen können. Das Server-Update kostet im Mac App Store 40 Euro.
Das nennt man wohl einen radikalen Schnitt: Nachdem Apple bereits die Xserve-Modelle hatte auslaufen lassen, geht es nun dem einst eigenständigen Serverbetriebssystem an den Kragen. In OS X Lion wird daraus nämlich eine App, die man aus dem Store lädt und die den vorhandenen Lion-Client in einen Server umwandelt. Für gerade einmal 40 Euro lässt sich die Server-App erstehen, die zusätzliche Dienste installiert. Einen Weg zurück gibt es dann allerdings nicht: Wer wieder das normale Lion möchte, kommt um eine Neuinstallation nicht herum.
Gesten: Eine der wichtigsten Verbesserungen ist die umfassendere Unterstützung von Trackpadgesten. Apple trägt hier den Verkaufszahlen der Macbooks Rechnung. Wer unter Lion mit der Maus arbeitet, ist fast im Nachteil. Vieles kann man per Multitouch-Geste steuern und so mit drei oder sogar vier Fingern über die großen Trackpads wischen.
Mit diesen Gesten kann man beispielsweise zwischen Vollbildanwendungen blättern oder vom Desktop zu Dashboard wechseln.
Mission Control: Dieser eigentümliche Name steht für eine Erweiterung der Fensterübersicht Exposé. Hier sieht man nicht nur Fenster, sondern auch offene Programme und Arbeitsbereiche auf einen Blick. Mission Control kann man ebenfalls schnell per Geste aufrufen.
Launchpad: Für eingefleischte Mac-Veteranen ein glatter Affront: Eine Programmübersicht zum Durchblättern von "Apps", die von der Oberfläche des iPhone inspiriert ist. Nüchtern betrachtet ist Launchpad aber nur eine weitere Möglichkeit um Programme zu starten – und dabei nicht einmal eine schlechte.
Adressbuch: Auch das Adressbuch von Lion bekommt einen natürlicheren Anstrich, der ebenfalls ein optischer Schwenk näher zu iOS ist.
iCal: Apple Kalender hat einen neuen Anstrich bekommen und ähnelt jetzt dem iPad-Kalender sehr.
Air Drop: Eine neue, ganz einfache Methode des Dateiaustauschs. Ein Klick auf den entsprechenden Reiter im Finder sucht nach umliegenden Macs mit Lion. Die Technik nutzt eine Adhoc-WLAN-Verbindung. Dafür ist kein Router und kein Netzwerk nötig. Leider müssen alle Beteiligten aktuell ein Air-Drop-Fenster offen haben, damit man sich findet.
Air Drop: Der Versand und auch…
… das Empfangen von Dateien per Air Drop ist spielend leicht.
Mail: Apple Mailclient zeigt jetzt auch zusammenhängende Mails auf Wunsch gemeinsam an. Zudem hat sich die Oberfläche von Mail deutlich verändert.
Mail: Die Spalte mit der Postfachübersicht (hier ganz links) wird standardmäßig ausgeblendet – wohl um Platz zu sparen. Man erreicht die wichtigsten Bereiche auch über die Buttons in der Leiste darüber.
Filevault: Neu ist auch die Verschlüsselung der gesamten Festplatte. Dies sollte für mehr Sicherheit sorgen.
Sticks verschlüsseln: Unter Lion kann man jetzt auch USB-Laufwerke wie Sticks verschlüsseln.
Backups verschlüsseln: Auch die Backups via Time Machine sind jetzt mit einem Kennwort verschlüsselt.
Rettungspartition: Sollte das System einmal spinnen, kann man von einer Not-Partition booten und hat die üblichen Rettungstools zur Hand.
Versions: Dies ist eine besonders wichtige und praktische neue Funktion: eine automatische Versionierung für Dokumente. Es ähnelt in der Praxis Time Machine – nur für einzelne Dateien. So kann man alle Versionen des Dokuments in der Übersicht sehen und wiederherstellen. Anwendungen müssen dies aber unterstützen, sonst funktioniert Versions nicht.
Versions: Man sieht des Versions-Status oben im Titel der Anwendung. Dort ruft man auch das entsprechende Menü auf, um alle Versionen zu sehen, die aktuelle Version zu sperren etc. Jetzt muss man auch nicht mehr manuell speichern, bevor man ein Programm schließt. Dies kann nun automatisch geschehen, wenn das Programm dies unterstützt.
Finder: Die Seitenleiste des Finders hat sich nicht nur optisch verändert. ganz oben findet man nun eine Datenbankübersicht über alle bestimmten Dateitypen auf dem Rechner…
… wer dagegen manuell durch Laufwerke und Ordner wühlt, der muss jetzt viel scrollen. Apple hat die Übersicht über Geräte, Laufwerke und andere physische Medien ganz nach unten gelegt – bislang stand sie ganz oben.
Safari: Im Browser Safari hat Apple jetzt eine Markierungsfunktion integriert. Damit kann man Artikel ablegen, um sie später zu lesen. Hier hat sich Apple bei Drittanbietern wie "Read it later" inspirieren lassen.
Safari: Wie früher kann man immer noch per Geste vor- und zurückspringen. Jetzt ist dies jedoch bedeutend schöner und praktischer animiert: Safari schiebt volle Screenshots der entsprechenden Seite ins Bild.
Safari: Auch Safari hat jetzt einen Vollbildmodus. Dies lässt bei vielen Webseiten aber einen großen weißen Rand entstehen.
Safari: Um den Vollbildmodus zu verlassen, muss man oben die Menüleiste aufrufen und klickt rechts auf das Vollbildsymbol.
Facetime: Unter 10.6 Snow Leopard musste man Facetime noch nachkaufen, bei Lion ist es mit dabei.
Spotlight: Sehr schön – die Suche Spotlight zeigt jetzt schon eine Vorschau des Suchergebnisses, wenn man darüber fährt. Dies funktioniert nicht bei allen Dateien.
Spotlight: Eine weitere Verbesserung in Spotlight: Man kann jetzt schon suchen, während Spotlight die Festplatte noch indiziert.
Java: Apple liefert die Java-Umgebung nicht mehr mit. Wer entsprechende Programme nutzen will, muss Java nachladen und installieren. dies passiert aber automatisch.
Erst nach der Installation von Java kann man entsprechende Programme nutzen.
Nicht alles funktioniert unter Lion. Diese Systemeinstellung, die USB-Massenspeicher, die in Belkin-Router stecken, mountet, ist unter Lion ohne Funktion. Gerade Treiber, Systemerweiterungen und ähnliche Software ist anfällig, unter einem neuen System nicht mehr zu funktionieren.
PPC-Software: Mit Lion kommt das Ende von Rosetta und damit auch von alter PowerPC-Software. Nur Intel- und Universal-Programme funktionieren unter Lion.
Auch Laufwerkstreiber haben es unter Lion schwer. Weder USB 3.0-Treiber noch der NTFS-3G-Treiber, der das Windows-Dateisystem nutzen kann, funktionieren unter Lion.
Darüber hinaus hat Apple Umfang und Bedienungskonzept kräftig aufgemischt. Die neue Server-App bietet teils nur noch sehr eingeschränkte Konfigurationsmöglichkeiten, und einige Dienste wie FTP hat Apple gleich ganz gestrichen. Dafür ist die Bedienung allerdings so simpel geworden, dass sie auch von Nichtspezialisten zu meistern ist.
Lion Server: Verbesserte Dienste
Trotz des reduzierten Umfangs der Dienste gehen die Fähigkeiten nach wie vor weit über den normalen Client hinaus. Die File-Sharing-Dienste hat Apple nun zusammengefasst und bietet hier AFP für Macs, SMB für Windows-Anwender und WebDAV, wobei sich Letzteres erstmals an iOS-Anwender richtet, die den Server für Dokumente von Pages, Numbers und Keynote nutzen können.
Der iCal-Server bietet den Clients nun umfassendere Optionen zur Terminplanung und sendet Infos auf Wunsch per Push-Nachricht zu den Clients, die wiederum auch per iPad oder iPhone zugreifen können. Von Push-Nachrichten profitieren zudem einige andere Dienste wie der Adressbuchserver, der über neue Kontakte informieren kann oder der Mailserver. Letzterer kann nun auf dem Server Dateianhänge durchsuchen und bietet ein deutlich besseres Webmail-Interface. Auch der Wiki-Server, der ein idealer Ausgangspunkt für ein firmenweites Intranet ist, hat einen Versionssprung gemacht und bietet eine verbesserte Navigation für die Nutzer.
Vereinfachte Bedienung
Dienste- und Benutzerverwaltung hat Apple in einer einzigen Server-Applikation zusammengefasst, die im Vergleich mit den Vorgängerversionen ganz erheblich leichter zu durchblicken ist und die auch die Fernverwaltung per Netzwerk oder Internet ermöglicht. Für seltener benötigte Dienste wie DHCP oder Netboot bleibt weiterhin das Server-Admin-Programm zuständig, das eine sehr viel feinfühligere Steuerung erlaubt.
Profile erleichtern den Zugriff
Neu und sehr praktisch ist der per Browser erreichbare Profilmanager, über den sich Macs mit Lion und iOS-Geräte aus der Ferne konfigurieren lassen. So kann man Anmeldedaten, Systemeinstellungen, Zugangsdaten fürs Netz und etliches mehr für Geräte, Personen und Gruppen als Profil auf dem Server hinterlegen. Clients übernehmen dann die Einstellungen und können sich so die Konfiguration ihrer Geräte erleichtern, wobei sich die Profile per Push-Notification sogar automatisch aktualisieren lassen. Clients können ihre Geräte per Webportal zudem aus der Ferne sperren und löschen, falls sie gestohlen wurden.






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