Mac-OS X Lion
Mitgelieferte Programme in Mac-OS X Lion
Zum Lieferumfang von Lion gehört ein stattliches Softwarepaket. Neben den Standardprogrammen wie Mail, Safari und iTunes finden sich viele nützliche Apps von Adressbuch bis Vorschau. Auch hier gibt es Neues zu entdecken
Direkt nach der Installation kann Lion bereits mit einer umfangreichen Softwareausstattung aufwarten. Im Ordner Programme tummeln sich diverse Applikationen. Apple hat die meisten für Lion aktualisiert und einige sogar beträchtlich erweitert. Es gibt vier Neuzugänge - Mac App Store, Facetime, Launchpad und Mission Control. Auf der Verlustliste stehen dagegen Front Row und iSync. Im Folgenden stellen wir den Inhalt des Ordners Programme ausführlich vor.
Von A wie Adressbuch bis I wie iTunes
Adressbuch
Gesten: Eine der wichtigsten Verbesserungen ist die umfassendere Unterstützung von Trackpadgesten. Apple trägt hier den Verkaufszahlen der Macbooks Rechnung. Wer unter Lion mit der Maus arbeitet, ist fast im Nachteil. Vieles kann man per Multitouch-Geste steuern und so mit drei oder sogar vier Fingern über die großen Trackpads wischen.
Mit diesen Gesten kann man beispielsweise zwischen Vollbildanwendungen blättern oder vom Desktop zu Dashboard wechseln.
Mission Control: Dieser eigentümliche Name steht für eine Erweiterung der Fensterübersicht Exposé. Hier sieht man nicht nur Fenster, sondern auch offene Programme und Arbeitsbereiche auf einen Blick. Mission Control kann man ebenfalls schnell per Geste aufrufen.
Launchpad: Für eingefleischte Mac-Veteranen ein glatter Affront: Eine Programmübersicht zum Durchblättern von "Apps", die von der Oberfläche des iPhone inspiriert ist. Nüchtern betrachtet ist Launchpad aber nur eine weitere Möglichkeit um Programme zu starten – und dabei nicht einmal eine schlechte.
Adressbuch: Auch das Adressbuch von Lion bekommt einen natürlicheren Anstrich, der ebenfalls ein optischer Schwenk näher zu iOS ist.
iCal: Apple Kalender hat einen neuen Anstrich bekommen und ähnelt jetzt dem iPad-Kalender sehr.
Air Drop: Eine neue, ganz einfache Methode des Dateiaustauschs. Ein Klick auf den entsprechenden Reiter im Finder sucht nach umliegenden Macs mit Lion. Die Technik nutzt eine Adhoc-WLAN-Verbindung. Dafür ist kein Router und kein Netzwerk nötig. Leider müssen alle Beteiligten aktuell ein Air-Drop-Fenster offen haben, damit man sich findet.
Air Drop: Der Versand und auch…
… das Empfangen von Dateien per Air Drop ist spielend leicht.
Mail: Apple Mailclient zeigt jetzt auch zusammenhängende Mails auf Wunsch gemeinsam an. Zudem hat sich die Oberfläche von Mail deutlich verändert.
Mail: Die Spalte mit der Postfachübersicht (hier ganz links) wird standardmäßig ausgeblendet – wohl um Platz zu sparen. Man erreicht die wichtigsten Bereiche auch über die Buttons in der Leiste darüber.
Filevault: Neu ist auch die Verschlüsselung der gesamten Festplatte. Dies sollte für mehr Sicherheit sorgen.
Sticks verschlüsseln: Unter Lion kann man jetzt auch USB-Laufwerke wie Sticks verschlüsseln.
Backups verschlüsseln: Auch die Backups via Time Machine sind jetzt mit einem Kennwort verschlüsselt.
Rettungspartition: Sollte das System einmal spinnen, kann man von einer Not-Partition booten und hat die üblichen Rettungstools zur Hand.
Versions: Dies ist eine besonders wichtige und praktische neue Funktion: eine automatische Versionierung für Dokumente. Es ähnelt in der Praxis Time Machine – nur für einzelne Dateien. So kann man alle Versionen des Dokuments in der Übersicht sehen und wiederherstellen. Anwendungen müssen dies aber unterstützen, sonst funktioniert Versions nicht.
Versions: Man sieht des Versions-Status oben im Titel der Anwendung. Dort ruft man auch das entsprechende Menü auf, um alle Versionen zu sehen, die aktuelle Version zu sperren etc. Jetzt muss man auch nicht mehr manuell speichern, bevor man ein Programm schließt. Dies kann nun automatisch geschehen, wenn das Programm dies unterstützt.
Finder: Die Seitenleiste des Finders hat sich nicht nur optisch verändert. ganz oben findet man nun eine Datenbankübersicht über alle bestimmten Dateitypen auf dem Rechner…
… wer dagegen manuell durch Laufwerke und Ordner wühlt, der muss jetzt viel scrollen. Apple hat die Übersicht über Geräte, Laufwerke und andere physische Medien ganz nach unten gelegt – bislang stand sie ganz oben.
Safari: Im Browser Safari hat Apple jetzt eine Markierungsfunktion integriert. Damit kann man Artikel ablegen, um sie später zu lesen. Hier hat sich Apple bei Drittanbietern wie "Read it later" inspirieren lassen.
Safari: Wie früher kann man immer noch per Geste vor- und zurückspringen. Jetzt ist dies jedoch bedeutend schöner und praktischer animiert: Safari schiebt volle Screenshots der entsprechenden Seite ins Bild.
Safari: Auch Safari hat jetzt einen Vollbildmodus. Dies lässt bei vielen Webseiten aber einen großen weißen Rand entstehen.
Safari: Um den Vollbildmodus zu verlassen, muss man oben die Menüleiste aufrufen und klickt rechts auf das Vollbildsymbol.
Facetime: Unter 10.6 Snow Leopard musste man Facetime noch nachkaufen, bei Lion ist es mit dabei.
Spotlight: Sehr schön – die Suche Spotlight zeigt jetzt schon eine Vorschau des Suchergebnisses, wenn man darüber fährt. Dies funktioniert nicht bei allen Dateien.
Spotlight: Eine weitere Verbesserung in Spotlight: Man kann jetzt schon suchen, während Spotlight die Festplatte noch indiziert.
Java: Apple liefert die Java-Umgebung nicht mehr mit. Wer entsprechende Programme nutzen will, muss Java nachladen und installieren. dies passiert aber automatisch.
Erst nach der Installation von Java kann man entsprechende Programme nutzen.
Nicht alles funktioniert unter Lion. Diese Systemeinstellung, die USB-Massenspeicher, die in Belkin-Router stecken, mountet, ist unter Lion ohne Funktion. Gerade Treiber, Systemerweiterungen und ähnliche Software ist anfällig, unter einem neuen System nicht mehr zu funktionieren.
PPC-Software: Mit Lion kommt das Ende von Rosetta und damit auch von alter PowerPC-Software. Nur Intel- und Universal-Programme funktionieren unter Lion.
Auch Laufwerkstreiber haben es unter Lion schwer. Weder USB 3.0-Treiber noch der NTFS-3G-Treiber, der das Windows-Dateisystem nutzen kann, funktionieren unter Lion.
Das Adressbuch sammelt Kontaktdaten und stellt sie systemweit anderen Programmen zur Verfügung. Außerdem unterstützt das Adressbuch die Synchronisierung von Kontakten mit Mobile Me (ab Herbst iCloud), Google und Yahoo. Sie können Ihr Adressbuch freigeben und mit anderen gemeinsam nutzen. Außerdem unterstützt das Programm unter anderem Exchange- und LDAP-Server.
In Lion präsentiert sich das Adressbuch nach dem Start in neuer Optik. Es kann die iPhoto-Funktion Gesichter nutzen und Facetime-Verbindungen herstellen. Weiterhin hat Apple Unterstützung für Yahoo-Accounts, Profile in sozialen Netzen und noch einiges mehr integriert.
App Store
Der Mac App Store ist für viele Snow-Leopard-Benutzer schon ein alter Bekannter. Bei Lion gehört er nun zum Lieferumfang des Systems. Über das Programm können Sie Software in Apples Online-Shop kaufen, installieren und verwalten. Der App Store bietet eine große Auswahl an Software. Apple selbst benutzt ihn für den Vertrieb von Lion, dessen Update auf die Serverversion und weitere Anwendungsprogramme. Detaillierte Infos zur Nutzung des App Store finden im Ratgeber "Die ersten Schritte im Mac App Store".
Automator
Die Aufgabe von Automator besteht in der Automatisierung von Arbeitsabläufen. Dafür bietet das Programm eine große Zahl von Befehlen aus diversen Applikationen, die sich einfach mit der Maus zusammenbauen lassen. Das Ganze erinnert an einen Baukasten für Programmierer, bei dem man die einzelnen Funktionen aneinanderreiht.
Die aktuelle Version kann unter anderem verschiedene Typen von Automator-Workflows ineinander umwandeln. Sie besitzt deutlich erweiterte Funktionen zur Nutzung von Texteingaben, inklusive RTF-Unterstützung. Außerdem unterstützt die neue Automator-Version die automatische Sicherung und Versionsverwaltung von Lion.
Dashboard
Das Programm Dashboard verwaltet die sogenannten Widgets. Das sind kleine Zusatzprogramme mit sehr begrenztem Funktionsumfang. Viele fragen Daten aus dem Internet ab, zum Beispiel Wetterinformationen, Flugdaten oder Google-Suche. Sie können auch Teile von Webseiten aus Safari als Webclip ins Dashboard übernehmen. Apple liefert 17 Miniprogramme mit, wobei allerdings einige mangels lokaler Server keine sinnvollen Informationen liefern. Zum Glück können Sie einstellen, welche geladen werden sollen. Mit Dashboard hat man mit einem Befehl alle Minitools und Informationen zur Hand, ohne diverse ausgewachsene Programme starten zu müssen. In Lion wird das Dashboard nicht mehr als halb transparente Ebene über dem Schreibtisch eingeblendet, sondern läuft im Vollbildmodus auf einem eigenen Screen.
Digitale Bilder
Wer nicht iPhoto für Import und Verwaltung von Fotos nutzt, kann auch seine Kamera anschließen und die Aufnahmen über Digitale Bilder einlesen. Das Programm erkennt nicht nur Fotos von Kameras und Kartenlesern, sondern je nach Kamera oder Handy auch Filmclips und MP3-Dateien - bei einigen Modellen klappt sogar der Kontakt über Bluetooth und WLAN. Eine oft übersehene Option ist die inzwischen recht komfortable Steuerung von Scannern. Dieser Fähigkeit dürfte jetzt wieder mehr Bedeutung zukommen, da älteren Scannern oft noch Power-PC-Programme beiliegen, die unter Lion nicht mehr funktionieren.
Beim Fotoimport kann Digitale Bilder unter anderem automatisch die Größe anpassen oder bestimmte Filter anwenden. Auch eine Diashow lässt sich erstellen. Einige Kameras lassen sich sogar fernsteuern.
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