Von Walter Mehl - 27.01.2011, 13:02

Mac beschleunigen

Sieben Tipps gegen Zwangspausen am Mac

Strandball statt Pfeilspitze - wenn der Mac nicht mehr reagiert, gibt es keine einfachen Patentrezepte, aber viele Hilfen für Mac-Besitzer mit ein bisschen Ausdauer und Spürsinn.
Die offizielle Bezeichnung für das drehende Gebilde in Regenbogenfarben ist "rotierender Warte-Cursor". Inoffiziell dürfte die unschöne Animation einige Dutzend Namen führen; von Strandball über Diskus bis zu "Spinning pizza of doom". Und was das nervöse Unbehagen beim Anblick dieses Cursors sprunghaft erhöht, ist, dass die Ursachenforschung dieser Warteschleife der berühmten Suche nach der Nadel im Heuhaufen absolut nahe kommt.

Warte-Cursor

Einfach formuliert: Der Warte-Cursor wird sichtbar, wenn der Mac überfordert ist. Oder offiziell: Der Warte-Cursor wird automatisch eingeblendet, wenn das aktive Programm mehrere Sekunden lang nicht mehr auf Befehle reagiert.
Für Techniker: Im Hintergrund verteilt Window Server alle Ereignisse (Mausbewegung, Tastatur, Netzaktivität) an das aktive Programm. Werden die Ereignisse nicht verarbeitet, gibt es einen Stau in der Warteschlange für Ereignisse. Wird der Stau zu lang, wird der Warte-Cursor eingeblendet.
Oder wie es Apple (wenig hilfreich) in den Unterlagen für Hersteller formuliert: "Software-Entwickler sollten Situationen vermeiden, in denen ein Programm den Warte-Cursor anzeigt. Für die Analyse steht Spin Control zur Verfügung; ein Programm, das ermittelt, welche Teile einer Software die Verzögerung verursachen."

Was steckt hinter diesen Tipps

Wenn man den Mac neu startet (oder sich wenigstens über das "Apfel-Menü" ab- und wieder anmeldet), werden alle Programme dieses Benutzers beendet und der Arbeitsspeicher freigegeben. In Ausnahmefällen (bei Programmen, die als "Zombie" unkontrolliert weiterlaufen) muss es ein Neustart sein, da dann wirklich der Arbeitsspeicher kurz komplett geleert wird und dann das Betriebssystem neu von der Festplatte in den Arbeitsspeicher geladen wird.
Der Trick dahinter ist, dass jede Software ganz oder teilweise in den Arbeitsspeicher geladen werden muss, um zu funktionieren. Wenn alle Speicherchips (der "echte" Arbeitsspeicher) belegt sind, bietet Mac-OS X "virtuellen" Arbeitsspeicher an. Darunter versteht man spezielle Dateien, die auf der Festplatte gespeichert werden und die für das Betriebssystem ähnlich aussehen wie "echter" Arbeitsspeicher. Gravierender Nachteil des virtuellen Speichers ist aber die Geschwindigkeit: Festplatten mit rotierenden Magnetscheiben sind um den Faktor 100 oder 1000 (oder mehr!) langsamer als Speicherchips - sprich: Die Software läuft 100 oder 1000 Mal langsamer als normal. Jeder winzige Befehl dauert enorm lange und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass bei jedem Befehl der Warte-Cursor sichtbar wird, weil andere Befehle nicht oder verzögert ausgeführt werden.
TIPP 1 GB Arbeitsspeicher (RAM) sind die Untergrenze auf einem aktuellen Mac mit Intel-Prozessor. 2 GB oder mehr sollten es schon sein; ab 4 GB laufen handelsübliche Programme mit Normalgeschwindigkeit. Besprechen Sie mit Ihrem Händler, was die Erweiterung des Arbeitsspeichers für Ihren Mac kosten würde.
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