1812645

Mavericks: Energie, Apps und weitere Neuheiten

04.09.2013 | 13:30 Uhr |

Das Beste kommt zum Schluss: Wir blicken auf die neuen System-Apps und zeigen, was Mavericks Ihrem Macbook-Akku Gutes tun kann.

Mit der WWDC im Rückspiegel und dem Herbst vor Augen ist es an der Zeit, unsere kleine Serie mit ersten Eindrücken aus Apples neuester Version von OS X, Mavericks, zum Abschluss zu bringen. Bislang haben wir uns mit dem neuen Multi-Monitoring beschäftigt, Finder-Tabs und Tagging thematisiert und Safari 7 sowie die neue Mitteilungszentrale vorgestellt. Nun zeigen wir Ihnen, was noch an Neuerungen übrig geblieben ist.

Energie und Akku

Apple verspricht nicht gerade wenig: Mavericks soll Macbooks effizienter im Verbrauch machen und so die Batterielaufzeit der Geräte erhöhen. Das Problem dabei ist, dass sich dieses Versprechen mit Beta-Software nur sehr schwer testen lässt. Doch bei uns überwiegt die Zuversicht, denn Apple hat sich bei neuen Energiesparfunktionen wie App Nap oder Timer Coalescing nicht nur Mühe gegeben, sondern versucht damit gleichzeitig aggressiver als zuvor in die Prozessarchitektur von Apps einzugreifen – sowohl in den eigenen Anwendungen, als auch in die von Drittanbietern. Das Ziel dabei ist es zu verhindern, dass zig Apps, die im Hintergrund im Idle-Modus vor sich hindösen, den Akku leer saugen. Und obwohl man derzeit noch nichts Definitives über die Auswirkungen der Energiesparoptionen von Mavericks auf die Akkulaufzeit sagen kann, gibt es eine gute Nachricht: Zu keiner Zeit während der Arbeit mit OS X Mavericks konnte man Verzögerungen oder verlangsamte Reaktionen des Betriebssystems erkennen, die mit einer "schlafenden" App zusammenhingen. Denn: Apple hat alle Veränderungen so gestaltet, dass der Nutzer vom effizienteren Umgang mit CPU und Speicher gar nichts mit bekommt.

Die Aktivitätsanzeige wurde an die neuen Energiesparoptionen angepasst und zeigt nun an, welche Apps wie viel Energie verbrauchen.
Vergrößern Die Aktivitätsanzeige wurde an die neuen Energiesparoptionen angepasst und zeigt nun an, welche Apps wie viel Energie verbrauchen.

An einer anderen Stelle zeigt Apple die Anwendungen an, die besonders viel Energie verbrauchen: Im Drop-down Menü der Akkuanzeige in der Menüleiste finden sich nämlich fortan Informationen zu den derzeit aktiven Apps und deren Energieverbrauch. Durch die Anzeige "Apps mit hohem Energieverbrauch" wird dem User ein brauchbares und schnell zugängliches Werkzeug an die Hand gegeben, das anzeigt, welche Apps gerade den Lüfter sausen lassen. Und auch die Aktivitätsanzeige bietet in OS X Mavericks mit einem speziellen Tab eine Möglichkeit, den Energieverbrauch der eigenen Apps und Prozesse im Blick zu behalten. So lassen sich die Energiefresser ausfindig machen und gezielt abschalten.

OS X Mavericks zeigt über die Menüleiste diejenigen Apps an, die besonders energieintensiv arbeiten.
Vergrößern OS X Mavericks zeigt über die Menüleiste diejenigen Apps an, die besonders energieintensiv arbeiten.

Neue System-Apps

Apple hat Mavericks neben einigen Verbesserungen für bestehende Apps auch zwei neue Apps verpasst: Während Karten und iBooks unter OS X Mavericks ihr Debut feiern, erhalten Mail und Kalender eine Generalüberholung. Mit Mail verbindet viele Mac-User eine Art „Hassliebe“. Die wichtigste Neuerung, die Apple seinem altgedienten Mail-Client verpasst hat, ist dafür eine ganz einfache: Mail ist nun deutlich schneller. Gerade wenn man bisher größere Mail-Konversationen laden wollte, konnte das ziemlich lange dauern, gerade wenn die Mails komplex und mit vielen Anhängen versehen sind. In OS X Mavericks geht das nun deutlich schneller vonstatten. Grundsätzlich hat Mail aber keine neuen Features dazu bekommen und arbeitet mit der gleichen Benutzerführung wie unter Mountain Lion.

Anders sieht es da schon beim Kalender aus, denn hier hat sich der Look extrem verändert, denn: Das Leder ist weg (genauso übrigens wie in der Kontakte-App). Darüber hinaus hat der Kalender von OS X Mavericks aber auch einige spannende Verbesserungen seiner Funktionalität erhalten. Beispielsweise lässt sich nun mit einer einfachen Zwei-Finger-Geste die Reichweite der Wochen- und der Monatsansicht verändern, während eine schnelle Wischgeste von rechts nach links die Ansicht zur kommenden Woche springen lässt. Wischt man dagegen langsam mit zwei Fingern von links nach rechts, verschiebt sich die Ansicht Tageweise. In der Monatsansicht sorgt dann eine langsame Swipe-Geste nach oben für die Möglichkeit, die Kalenderwochen durchzublättern.

Der neue Kalender muss ohne Fake-Leder auskommen, bietet dafür aber eine Vorschaufunktion für Anreisezeiten.
Vergrößern Der neue Kalender muss ohne Fake-Leder auskommen, bietet dafür aber eine Vorschaufunktion für Anreisezeiten.

Die Inspektor-Funktion des Kalenders, die durch einen Doppelklick auf einen Kalendereintrag geöffnet wird, wurde von Apple deutlich aufgewertet. So kann man unter Mavericks Kalenderereignissen Vorlaufzeiten für die Anreise hinzufügen – das funktioniert derzeit aber nur mit iCloud-Kalendern vernünftig. Das Feld "Ort" von Ereignissen ist daneben an Apples Karten-Datenbank angeschlossen, es zeigt also noch während der Eingabe Karteninformationen ein. Zur Berechnung von Anreisezeiten nutzt der Kalender von Mavericks übrigens die Verkehrs- und Ortsdaten aus der Karten-App, was überwiegend gut funktioniert.

Die neue Karten-App für OS X beinhaltet das Komplettpaket an Apples Karten- und Ortsdatenbanken. Sie lässt sich dabei am besten als Mac-Version der Karten-App von iOS 6 beschreiben, denn das ist was die Mac-App ist. Mit ihr können Orte und Karten in 2D oder in 3D betrachtet werden, sowie Routen geplant und der Verkehr angezeigt werden. Dabei zeigt sich, dass Karten als native App mit Blick auf die Bedienung Vorteile gegenüber Google Maps besitzt, denn Karten nutzt am Mac alle Vorteile des Trackpads und bietet so eine sehr intuitive Handhabung.

Die neue Karten-App wird am komfortabelsten über Trackpad-Gesten gesteuert.
Vergrößern Die neue Karten-App wird am komfortabelsten über Trackpad-Gesten gesteuert.

Viele Mac-Nutzer fragen sich seit der Ankündigung von OS X Mavericks auf der WWDC, wie die iBooks-App am Mac funktioniert. Erst mit der kürzlich erschienenen fünften Entwicklervorschau konnten wir einen tieferen Blick ins OS-X-Bücherregal werfen – und waren positiv überrascht. Denn Apple zeigt mit iBooks für Mavericks allen Zweifeln zum Trotz, dass das Lesen von Büchern am Mac gut funktionieren kann. In einer ersten Vorschau, die Sie hier finden, haben wir die iBooks-Beta einem ersten Hands-on unterzogen .

Was sonst noch wichtig ist

Nach einem knapp 800MB großen Download wird die Diktierfunktion sehr viel besser.
Vergrößern Nach einem knapp 800MB großen Download wird die Diktierfunktion sehr viel besser.

Mit Mavericks erhalten viele Funktionen kleinere Leistungsverbesserungen. So zum Beispiel die mit Mountain Lion eingeführte Diktierfunktion. Diese funktioniert im Grunde genommen genauso, wie diejenige von iOS: Bei bestehender Internetverbindung kann man auf Knopfdruck beginnen, in ein Textfeld hinein zu sprechen. Hat man die Eingabe beendet, erscheint nach wenigen Sekunden der gesprochene Text (mehr oder weniger zuverlässig durch eine auf Apples Servern befindliche Text-to-Speech Funktion transkribiert) im Textfeld. Unter Mavericks bleibt dieses Feature erhalten, erhält aber mit einem optionalen Download von lokalen Daten zur Spracherkennung eine deutliche Verbesserung der Performance. Ungeachtet einer bestehenden Internetverbindung zeigt die Diktierfunktion nach dem Download sogar (fast) in Echtzeit den gesprochenen Text im Eingabefeld an (ähnlich wie Dragon Dictation) – und beseitigt damit einen der Hauptkritikpunkte der OS X Diktate. Die Diktierfunktion bietet zwar nach wie vor keine automatischen Korrekturen oder individuelle Einstellungen für Diktate, sorgt aber für dank der neuen Offline-Funktion und der Echtzeitanzeige für eine signifikante Verbesserung der OS X Diktate.

Daneben hat auch die Software-Update-Funktion in Mavericks ein Upgrade erfahren. Wie in iOS 7 können im Mac App Store gekaufte Apps nun automatisch aktualisiert werden. Vorbei sind also die Zeiten, in denen man über die „Alle aktualisieren“-Schaltfläche selbst tätig werden musste. Auf Wunsch können die automatischen Updates aber in den Systemeinstellungen deaktiviert werden. So lassen sich ungewollte Updates von Apps vermeiden.

Die Systemeinstellungen für den Mac App Store beinhalten in Mavericks die Möglichkeit, Updates von Apps oder OS X automatisch zu laden.
Vergrößern Die Systemeinstellungen für den Mac App Store beinhalten in Mavericks die Möglichkeit, Updates von Apps oder OS X automatisch zu laden.

Jetzt heißt es: Abwarten!

Die Entwicklung von Mavericks schreitet kontinuierlich voran, damit das neue OS X im Herbst auf den Markt kommen kann. Dafür hat Apple eingetragenen Entwicklern bereits  sechs Vorschau-Versionen von Mavericks verfügbar gemacht, mal mit Bugfixes, mal mit neuen Funktionen oder Apps wie iBooks. Doch bis wir einen finalen Blick auf Mavericks werfen können, werden wir uns bis Herbst gedulden müssen – dann aber werden wir OS X Mavericks für Sie bis ins Detail testen und erste Tipps für den Umstieg bereit halten. Bis dahin lesen Sie alle Neuigkeiten rund um Mavericks in unserem Macwelt-Special !

0 Kommentare zu diesem Artikel
1812645