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Mavericks: iBooks in der Praxis

28.11.2013 | 13:00 Uhr |

Mit iBooks bringt Apple erstmals sein vom iPhone und iPad bekanntes Lese-Tool auf den Mac. Dank einer einfachen Oberfläche und Funktionen zum Markieren und Kommentieren ist iBooks eine runde Sache geworden.

Apples Bücher-App iBooks für Mavericks markiert einen Einschnitt, denn: Mit iBooks schafft Apple iTunes als Tool zum Verwalten von E-Books ab. Künftig soll neben dem Kauf auch die komplette Verwaltung, Organisation und Synchronisation von digitalen Büchern über iBooks erfolgen. Optisch verzichtet die App dabei auf Holzregale und orientiert sich an den Mavericks-Apps Kalender und Adressbuch – die dominierende „Farbe“ ist also Weiß. Das kommt der Funktionalität entgegen, da die Navigation von iBooks so schlicht und durchdacht daher kommt.

Das dominanteste Menüelement ist eine Leiste von Schaltflächen am oberen Rand der App. Von dort lassen sich entweder „Alle Bücher“, „Sammlungen“, „Autoren“, „Kategorien“ oder eine „Liste“ zur Übersicht anzeigen – so haben Sie stets den Überblick über Ihre digitale Bibliothek. Am linken Rand der Menüleiste von iBooks befindet sich die Schaltfläche „Store“ die in den iBooks-Store führt. Da iBooks schon beim Start eine Apple-ID abfragt, kann es gleich zu Beginn bereits gekaufte iBooks aus dem Store auf den Mac übertragen oder bestehende Daten aus iTunes importieren. Über die Schaltfläche „Ablage > Zur Bibliothek hinzufügen“ lassen sich sogar extern gespeicherte E-Books, beispielsweise im Format E-Pub hinzufügen. So ist die neue App flexibel und nicht auf das proprietäre iBooks-Format beschränkt. Leider hat Apple keine Möglichkeit eingebaut, die Metainformationen der importierten E-Books zu bearbeiten. So müssen Nutzer mit großen E-Book-Bibliotheken weiter auf Tools wie Calibre setzen, die neben der puren Verwaltung von Büchern auch noch Bearbeitungsfunktionen bieten.

Praktisch: In iBooks können Leseratten wichtige Passagen anstreichen und teilen. Ausserdem syct iCloud alle Anmerkungen und Lesezeichen über die Gerätegrenzen hinweg.
Vergrößern Praktisch: In iBooks können Leseratten wichtige Passagen anstreichen und teilen. Ausserdem syct iCloud alle Anmerkungen und Lesezeichen über die Gerätegrenzen hinweg.

Leseratte Mavericks

Um den Lesemodus zu starten, genügt ein Doppelklick auf ein ausgewähltes E-Book, schon öffnet sich das Textfenster. Im Mittelpunkt der Leseansicht steht der Fließtext, Seitenzahlen und der Titel des Buches werden dezent am unteren und oberen Rand des Fensters eingeblendet. Bewegt man den Mauszeiger auf die Höhe des Buchtitels, verändert sich der obere Bereich der Leseansicht hin zu einer kleinen Menüleiste. In dieser Menüleiste lassen sich diverse Einstellungen, Markierungen oder Hervorhebungen im und am Text vornehmen. Auf der rechten Seite der Menüleiste befindet sich beispielsweise die Schaltfläche für Lesezeichen. Die­se werden einfach per Klick auf die Schaltfläche gesetzt und via iCloud über alle verbundenen Geräte synchronisiert (siehe Kasten unten). Setzt man mehrere Bookmarks, blendet iBooks nach einem Klick auf das kleine Dreieck neben der Lesezeichenschaltfläche eine Liste aller im jeweiligen E-Book vergebenen Lesezeichen ein. Hinter der kleinen Lupe versteckt sich die Suchfunktion, mit der das gesamte Buch nach Wörtern oder Wortkombinationen durchsucht werden kann. Die Schaltfläche „aA“ beherbergt verschiedene Texteinstellungen.

(Fast) Alles synchron zwischen iBooks für OS X und iOS

Einer der größten Vorteile der Mac-Version von iBooks ist zweifelsohne die geräteübergreifende Synchronisation. Egal ob es sich um Sammlungen, Lesezeichen, Kommentare oder Hervorhebungen handelt: Über die iCloud-Synchronisation sind stets alle wichtigen Daten auf Gleichstand.

Das erreicht Apple dadurch, dass die Bücher-Infrastruktur von OS X derjenigen von iOS angepasst wird, sprich: Waren die Bücherverwaltung und der Neukauf im iBooks-Store bisher eine Sache von iTunes, wandern diese Funktionen unter OS X Mavericks sinnvoller Weise in die iBooks-App. Dabei spielt ähnlich wie in iTunes die Apple-ID die wichtigste Rolle. Zum einen können iBook-Käufe über die ID direkt auf andere Geräte übertragen werden, zum anderen wird die Apple-ID auch zum Synchronisieren von Büchersammlungen, Lesezeichen, Kommentaren oder Hervorhebungen im Text genutzt. Das funktioniert im Zusammenspiel mit iPhone oder iPad schon prima, hat aber einen unpraktischen Haken: iBooks synchronisiert zwar automatisch Lesezeichen und Unterstreichungen, aber nicht die zugehörigen E-Books (es sei denn, Sie wurden über den iBooks-Store gekauft). Das heißt: Sollen Daten synchronisiert werden, müssen die entsprechenden E-Books schon vorher via iTunes-Sync auf das iOS-Gerät kopiert oder direkt über Apple gekauft worden sein.

Am linken Rand der Menüleiste sind die Schaltflächen für das Anzeigen der Bibliothek, des Inhaltsverzeichnisses und des Notizenbereiches verortet. Unter Notizen legt iBooks alle markierten Textstellen oder Kommentare ab – gerade für wissenschaftliches Arbeiten ist das äußerst praktisch, zumal iBooks auch mehrere Bücher nebeneinander darstellen kann. Um mit Textstellen zu arbeiten, muss man lediglich die gewünschte Textstelle markieren und per Rechtsklick auf den markierten Text das Kontextmenü öffnen. Hier lassen sich mit unterschiedlichen Farben Hervorhebungen oder eine Unterstreichung vornehmen sowie eine Notiz hinzufügen. Hinter dem Menüpunkt „Mehr“ verbergen sich dann noch die gewohnten Optionen zum Freigeben oder Teilen von Inhalten in Facebook, auf Twitter oder via Mail und Nachrichten. Daneben lassen sich einzelne Worte über das in OS X integrierte Lexikon, Wikipedia oder eine Websuche nachschlagen oder vorlesen.

Der Shop für Bücher ist nun Teil von iBooks und wurde aus iTunes ausgegliedert. Die Shop-Ansicht ist vertraut.
Vergrößern Der Shop für Bücher ist nun Teil von iBooks und wurde aus iTunes ausgegliedert. Die Shop-Ansicht ist vertraut.

Einschätzung: iBooks

Die Aufmachung und Funktionen von iBooks am Mac haben uns positiv überrascht. Die gut implementierten Notiz- und Kommentar-Funktionen sind vor allem für akademische Nutzer sehr wertvoll. Wer dagegen „nur“ liest und für die Zusatzfunktionen keine Verwendung hat, wird sich die Frage stellen, ob der Mac das richtige Gerät für den Konsum von digitalen Büchern ist. Die Synchronisierung mit iPad und iPhone jedenfalls sorgt dafür, dass die Übergänge bei wechselnden Lesegeräten fließend sind. Schade: Anders als beispielsweise in Calibre lassen sich die Metadaten (Titel, Autor etc.) der synchronisierten Bücher nicht bearbeiten. Als große Datenbank eignet sich iBooks daher nur bedingt.

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