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USB-Stick erstellen

Mavericks vom USB-Stick installieren

05.11.2013 | 15:27 Uhr |

Ist die interne Festplatte defekt oder steht kein Internet zur Verfügung, fällt es schwer, Mavericks neu zu installieren. In solchen Fällen hilft es, den OS-X-Installer auf einen startfähigen USB-Stick zu kopieren

Eigentlich ist das Prinzip, das aktuelle System bei Bedarf aus dem App Store zu laden, eine bequeme Sache. Der Download dauert zwar etwas, aber dafür erhält man immer die aktuelle Version und braucht kein eigenes Backup der großen Installationsdatei. Im Notfall kann man den Mac von der bei der Installation angelegten Rettungspartition starten und das Startvolume reparieren, ein Time-Machine-Backup einspielen oder Mavericks neu laden und installieren. Es gibt aber auch Situationen, da wünscht man sich ein startfähiges externes Medium, um davon OS X installieren zu können. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn man die interne Festplatte des Macs austauscht oder sie komplett löscht. Dann fehlt die Rettungspartition und damit der Zugang zum App Store. Das gleiche Problem hat man auf Macs ohne Zugang zum Internet oder mit OS X 10.5.x oder älter, die ebenfalls nicht auf den Store zugreifen können.

Download

Für unser kleines Projekt müssen Sie zunächst Mavericks aus dem App Store laden. Falls Sie einen Apple Store in der Nähe haben, ist man Ihnen sicherlich auch dort beim Download behilflich.

Als Lösung können Sie mithilfe des Mavericks-Installers einen USB-Stick in ein startfähiges Medium verwandeln, von dem sich OS X installieren lässt. Dafür stellen wir im Folgenden zwei Wege vor.

Vorbereitungen treffen

Als Erstes müssen Sie sich auf einem geeigneten Mac am App Store anmelden und Mavericks laden. Verwenden Sie hierfür ein eigenes Konto im Store, da die Apple-ID im Installer gespeichert wird. Haben Sie noch kein Konto, können Sie es kostenlos anlegen. Als Zweites benötigen Sie einen mindestens 8 GB großen USB-Stick. Prüfen Sie, ob sich noch Daten darauf befinden, da er gelöscht wird. Dann öffnen Sie das Festplattendienstprogramm und klicken auf den Reiter „Partition“. Wählen Sie das Layout „1 Partition“, und legen Sie ein Volume namens „Stick“ mit dem Format „Mac OS Extended (Journaled)“ an. Vergewissern Sie sich, dass unter „Optionen“ die GUID-Partitionstabelle ausgewählt ist. Mit „Anwenden“ wird der Stick gelöscht.

Zwei Wege zur Auswahl

Bei der ersten Methode, den USB-Stick startfähig zu machen, übernimmt die Hauptarbeit das Festplattendienstprogramm. Die Arbeit erfolgt in mehreren kleinen Schritten, die auch weniger erfahrene Anwender nicht vor Probleme stellen sollten. Am Ende erhalten Sie einen USB-Stick, von dem sich ein Mac starten und Mavericks installieren lässt. Dieser Weg hat einen Schönheitsfehler. Bei der Installation wird keine Rettungspartition angelegt. Da man den Rechner bei Bedarf vom Stick starten und von dort die üblichen Dienstprogramme, einschließlich Restore vom Backup, nutzen kann, stört das erst mal nicht. Doch es gibt einige OS-X-Funktionen, wie Filevault oder Meinen Mac suchen, die ohne die Rettungspartition nicht arbeiten.

Man kann die Partition relativ leicht nachträglich erstellen, indem man den Mavericks-Installer nach der Installation vom Stick noch einmal auf dem Rechner startet. Dafür lädt man ihn aus dem App Store oder kopiert ihn vom Download-Rechner in Programme. Bei der erneuten Installation legt der Installer die Rettungspartition an. Er läuft zwar komplett durch, verhält sich aber wie ein Update. Alle Accounts und Einstellungen bleiben erhalten.

Installation per Terminal

Der zweite Weg führt über das Terminal und macht den USB-Stick ebenfalls zum startfähigen Installationsmedium. Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass bei der Installation vom Stick gleich die Rettungspartition angelegt wird. Dafür muss man sich als Anwender allerdings etwas mit dem Terminal auseinandersetzen, denn für die Erstellung des Installationssticks muss man einen ziemlich langen Terminal-Befehl fehlerfrei eingeben, der mit Root-Rechten arbeitet und ein Volume löscht. Deshalb dürften viele Anwender den ersten Weg bevorzugen.

Methode 1: Festplattendienstprogramm nutzen

1. Installer-Paket öffnen

Mavericks-Installations-Image mounten

Nach dem Download aus dem App Store liegt die Datei „OS X Mavericks installieren“ im Ordner „Programme“. Klicken Sie mit gedrückter Control-Taste (rechte Maustaste) auf deren Icon, um das Kontextmenü zu öffnen. Darin wählen Sie „Paketinhalt zeigen“. Öffnen Sie dann „Contents > SharedSupport“, und mounten Sie dort die Image-Datei „InstallESD.dmg“ per Doppelklick. Es erscheint das Volume „OS X Install ESD“ auf dem Schreibtisch.

2. Unsichtbare Dateien zeigen

Darstellung des Finders im Terminal ändern

Als Nächstes machen wir die unsichtbaren Dateien auf dem Image sichtbar, die der Finder normalerweise ausblendet. Öffnen Sie hierfür das Dienstprogramm Terminal, und geben Sie die folgenden zwei Befehle ein, jeweils gefolgt von der Eingabe­taste:

> defaults write com.apple.finder AppleShowAllFiles TRUE
> killall Finder

Der erste Befehl ändert die Finder-Einstellungen und der zweite startet den Finder neu, um die Änderung zu aktiveren. Auf dem Image wird die gleich benötigte Datei „BaseSystem.dmg“ sichtbar, die etwas blasser dargestellt wird.

3. Image übertragen

System-Image auf den USB-Stick kopieren

Jetzt öffnen Sie das Festplattendienstprogramm und wechseln zum Tab „Wiederherstellen“. Ziehen Sie das gerade sichtbar gemachte Image „BaseSystem.dmg“ in das Feld „Quelle“ und das Volume „Stick“ des vorbereiteten USB-Sticks in „Zielmedium“. Dann starten Sie den Vorgang mit dem Button „Wiederherstellen“. Das Programm überträgt nun den Inhalt der Image-Datei auf den Stick. Nach Abschluss des Vorgangs wird das neue Volume „OS X Base System“ auf dem USB-Stick im Finder gemountet.

4. Stick fertigstellen

Alias durch Ordner mit Installationspaketen ersetzen

Öffnen Sie nun auf dem Stick den Ordner „Sys­tem > Installation“. Darin finden Sie den Alias „Packages“, den Sie löschen. Im Anschluss kopieren Sie den Ordner „Packages“ vom zuerst gemounteten InstallESD-Image dorthin, wo der Alias lag. Damit ist der startfähige USB-Stick fertig. Nun werfen Sie noch alle Volumes aus und stellen die normale Finder-Ansicht wieder her, indem Sie die beiden Terminalbefehle aus Schritt 2 erneut eingeben, dabei aber „TRUE“ durch „FALSE“ am Ende des ersten Befehls ersetzen.

Methode 2: Stick im Terminal erstellen

1. Terminal-Befehl eingeben

Daten des Mavericks-Installers auf den Stick kopieren

Der zweite Weg zur Erzeugung eines startfähigen USB-Sticks für die Mavericks-Installation besteht nur aus einem einzigen langen Terminal-Befehl. Das Problem dabei ist, dass man diesen mit allen Optionen fast 180 Zeichen langen Befehl fehlerfrei eingeben muss. Das dürfte viele Anwender abschrecken, zumal die Nachteile der ersten Methode in vielen Fällen gar nicht so gravierend sind. Für die, die es trotzdem probieren wollen, erklären wir nun den Aufbau des Befehls. Dabei setzen wir voraus, dass der Mavericks-Installer aus dem App Store geladen wurde und unverändert im Ordner Programme liegt. Der USB-Stick wurde wie vorher beschrieben vorbereitet und enthält ein Volume namens „Stick“, das im Folgenden mit den Installer-Daten überschrieben wird.

Schaut man sich die einzelnen Komponenten des Kommandos einmal näher an, verliert das Ganze auch für weniger Terminal-erfahrene seinen Schrecken. Der komplette Befehl besteht aus fünf Teilen, die jeweils durch Leerzeichen getrennt eingegeben werden müssen. Der erste lautet:

sudo

Der Befehl zur Erstellung des Installationsmediums muss mit Root-Berechtigung ausgeführt werden, deshalb steht vor dem eigentlichen Befehl das Kommando „sudo“. Es fragt ein Administrator-Passwort ab und führt dann den Befehl mit entsprechenden Rechten aus. Als Zweites folgt der Befehl:

/Applications/Install\ OS\ X\ Mavericks.app/Contents/Resources/createinstallmedia

Um die etwas kryptisch aussehende Zeichenfolge zu verstehen, muss man sich klarmachen, dass das Terminal den Platteninhalt pur ohne deutsche Lokalisierung zeigt. Der Ordner „Programme“ heißt im Terminal also „Applications“ und der Mavericks-Installer wird zu „Install OS X Mavericks.app“. Leerzeichen in Dateinamen werden durch einen vorangestellten Rückwärts-Schrägstrich maskiert, da das Terminal sonst denkt, hier werden zwei Befehle getrennt. Außerdem haben wir bei der ersten Methode bereits gezeigt, dass der Installer ein Paket ist, in dem es weitere Ordner gibt. In diesem Fall „Contents“ und darin „Resources“. Der ganze zweite Block ist also nichts weiter als der Aufruf von „createinstallmedia“ mit dem dahin führenden Pfad im Installer-Paket. Dabei handelt es sich um ein im Terminal ausführbares Unix-Programm, mit dem sich ein Installationsmedium erstellen lässt.

Es folgen noch drei Optionen für den Befehl „createinstallmedia“, die jeweils mit einem doppelten Minuszeichen beginnen:

--volume /Volumes/Stick

Als Erstes wird mit der Option „--volume“ das Ziel des Befehls übergeben, also ein Volume, das gelöscht wird, um darauf die Installationsdaten zu kopieren. In unserem Fall ist das der Pfad zum Volume „Stick“ des USB-Sticks. Heißt Ihr Volume anders, müssen Sie diese Option entsprechend ändern.

--applicationpath /Applications/Install\ OS\ X\ Mavericks.app

Mit „--applicationpath“ teilt man dem Programm mit, wo der

Mavericks-Installer liegt. Diese Pfadangabe kennen Sie bereits.

--nointeraction

Die Option „--nointeraction“ sorgt schließlich dafür, dass der Befehl ohne weitere Rückfragen ausgeführt wird. Man sollte sich also bewusst sein, dass hier mit Root-Rechten ein Volume ohne Sicherheitsabfragen gelöscht wird. Entsprechend sorgfältig sollten Sie bei der Angabe des Ziellaufwerks sein.

Alle fünf Teile des Befehls werden in einer Zeile, getrennt durch Leerzeichen, eingegeben. Danach wird die Eingabetaste betätigt. Nun müssen Sie noch das Passwort eines Administrators eingeben, dann startet die Erzeugung des startfähigen Installationsmediums. Der Vorgang kann je nach Rechner 20 Minuten und länger dauern. Verlieren sie also nicht die Geduld. Im Terminal erscheinen einige Statusmeldungen, zuletzt ein „Done“ und dann wieder der Eingabe-Prompt. Im Terminal sieht das Ganze so aus:

2. Installation starten

Stick als Startvolume auswählen

Als Ergebnis des langen Terminal-Befehls wurde das Volume auf dem USB-Stick gelöscht und durch ein neues mit dem Namen „Install OS X Mavericks“ ersetzt. Der USB-Stick ist nun startfähig und kann in den Systemeinstellungen oder durch Halten der Wahltaste („alt“) beim Neustart als Startvolume ausgewählt werden. Dabei startet dann automatisch der Mavericks-Installer und erlaubt, das neue System auf einer beliebigen Festplatte zu installieren.

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