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Mehr Leistung für weiße Macbooks

18.07.2014 | 13:47 Uhr |

Auf dem weißen Macbook mit Unibody-Gehäuse und Multitouch-Trackpad läuft auch Mavericks wunderbar – wenn man es durch mehr Arbeitsspeicher und eine SSD beschleunigt

Die letzte Generation des weißen Macbook gab es in zwei Versionen: Das erste Modell (Macbook 6,1) erschien im Oktober 2009 und wurde bis Mai 2010 verkauft. Es hat einen Core-2-Duo-Prozessor mit 2,26 GHz und den Grafikprozessor Nvidia Geforce 9400M. Das von Mai 2010 bis Juli 2011 verkaufte Modell (Macook 7,1) unterscheidet sich nur durch einen etwas schnelleren Prozessor mit 2,4 GHz und den Grafikprozessor Nvidia Geforce 320M, ansonsten sind beide Modelle gleich. Beide haben ein weißes Unibody-Gehäuse aus Polycarbonat mit gummierter Unterseite, ein Multitouch-Trackpad aus Glas, einen Bildschirm mit LED-Hintergrundbeleuchtung und einen fest verbauten Akku, der rund 1000 Ladezyklen erlaubt. Standardmäßig wurden diese Modelle mit zwei Gigabyte Arbeitsspeicher und einer Festplatte mit 250 Gigabyte ausgeliefert.

Da sich auf diesen Macbooks OS X Mavericks problemlos installieren lässt und sie auch hardwareseitig noch nicht zum alten Eisen gehören, lohnt es sich, sie mit mehr Arbeitsspeicher und einer SSD aufzurüsten und ihnen so zu weiteren zwei bis drei Jahren Einsatzzeit zu verhelfen. Sinnvoll sind etwa eine SSD mit 256 Gigabyte, da diese Modelle momentan das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten, sowie vier Gigabyte RAM. Eine SSD mit 256 Gigabyte kostet rund 120 Euro und vier Gigabyte Arbeitsspeicher etwa 50 Euro, sodass sich die Aufrüstung in überschaubaren Preisgrenzen bewegt. Meist benötigt man nach mehreren Jahren noch einen neuen Akku, den Apple für 129 Euro einbaut. Der Selbsteinbau ist von Apple nicht vorgesehen.

Der Umbau

Wir haben das ältere Modell des weißen Unibody-Macbook dieser Auffrischungskur unterzogen und jeweils mehrere Tests vor und nach dem Umbau durchgeführt. Der Umbau selbst ist recht schnell erledigt. Zuerst löst man mit einem Kreuzschlitzschraubendreher der Größe 00 die acht Schrauben, die den unteren Gehäusedeckel mit der Gummierung halten, und nimmt den Deckel vorsichtig ab. Die Schrauben haben alle dieselbe Länge, man muss sich also nicht merken, wohin sie jeweils gehören. Der Arbeitsspeicher lässt sich dann ohne weitere Werkzeuge austauschen. Man zieht nur die Haltehebel etwas zur Seite und kann dann die Speichermodule, die übereinander angeordnet sind, entnehmen. Die neuen Module – man benötigt DDR3 SO-DIMMs mit 1066 MHz – setzt man schräg in die Aufnahmen ein und drückt sie dann jeweils nach unten, bis sie einrasten.

Etwas mehr Arbeit erfordert der Tausch der Festplatte gegen die SSD. Zuerst löst man die beiden Kreuzschlitzschrauben des Haltebügels und entfernt diesen, anschließend kann man die Festplatte aus den Halterungen in der Gehäuseseite vorsichtig herausziehen und dann das SATA-Kabel von der Festplatte abziehen. Nun muss man noch die vier seitlichen Halteschrauben von der Festplatte zur SSD umziehen, wozu man einen Torx-Schraubendreher der Größe 6 benötigt. Anschließend steckt man das SATA-Kabel an die SSD an, schiebt sie mit den seitlichen Halteschrauben in die Halterungen in der Gehäuseseite und befestigt abschließend den Haltebügel. Nun muss man nur noch den unteren Gehäusedeckel wieder befestigen.

Booten

Ausschalten

Starten iTunes

Starten iPhoto

Einheit

Sekunden

Sekunden

Sekunden

Sekunden

Vorher  (Festplatte, 2 GB RAM)

45

4,8

7,1

4

Nachher (SSD, 4 GB RAM)

22,9

2,3

2,9

2,6

Starten  Safari

Starten Numbers

Duplizieren Ordner (2,53 GB)

Duplizieren Musikdateien (1,06 GB)

142 Fotos in iPhoto importieren

Einheit

Sekunden

Sekunden

MB/s

MB/s

Min:Sek

Vorher  (Festplatte, 2 GB RAM)

5,2

4,6

13,2

16,2

03:25

Nachher (SSD, 4 GB RAM)

1,5

2,3

50,5

56,3

02:38

Die Messwerte

Wir testen vor und nach dem Umbau das Starten und Ausschalten des Macbook und das Starten von Safari, iTunes, iPhoto und Numbers und duplizieren einen Ordner mit vielen unterschiedlichen Dateien und einen Ordner mit Musikdateien. Zudem exportieren wir 142 Bilder aus iPhoto. Rechnerstart und Ausschalten dauern nach dem Umbau nur noch halb so lange wie vorher, und auch die Programme starten etwa doppelt so schnell, Safari und iTunes sogar noch schneller. Die Dupliziervorgänge sind mehr als drei Mal so schnell mit der SSD als mit der Festplatte. Nur beim Export aus iPhoto ist der Geschwindigkeitsgewinn nicht so groß, da hier das Programm einige Umrechnungen machen muss, die durch den Umbau nicht beschleunigt werden. An die Werte aktuellerer Macbooks kommt man aber nicht heran. Dies liegt daran, dass die in den Macbooks verbauten Chip-Sätze von Nvidia (MCP87 und MCP89) eine SSD nicht mit SATA II (3 Gigabit), sondern nur mit SATA I (1,5 Gigabit) anbindet. Leider gibt es von Apple keine Firmware-Updates, die das Problem beheben. Sehr hilfreich ist der größere Arbeitsspeicher. Vor dem Umbau reicht der Speicher nicht, um iPhoto, iTunes, Pages, Safari und Pixelmator dort unterzubringen, weshalb etliche Daten im Arbeitsspeicher komprimiert sowie auf die Festplatte ausgelagert werden müssen (Swap), was die Arbeitsgeschwindigkeit spürbar senkt. Nach dem Umbau ist die Lage wesentlich entspannter. Alle Anwendungen haben deutlich mehr Platz zur Verfügung, Auslagerungen auf den Datenträger entfallen.

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Fazit

Die Aufrüstung betagter Macbooks kostet nicht die Welt und spart Zeit. Zudem lassen sich das aktuelle Sys­tem und aktuelle Software installieren. Der Kauf eines gebrauchten Macbooks zwecks Aufrüstung lohnt nicht, da Anschaffung plus Aufrüs­tung preislich schon in die Nähe eines aktuellen Macbook Air rücken.

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