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iPad-Peripherie mit Lightning-Anschluss

08.07.2013 | 13:50 Uhr |

Über den Lightning-Port lassen sich aktuelle iPads einfach mit externen Geräten verbinden. Wir stellen nützliches Zubehör für den flexiblen Anschluss vor

Bei der Vorstellung des Lightning-Ports mit dem iPhone 5 war zunächst nicht klar, was die neue Schnittstelle leistet. Da anfangs außer ein paar einfachen Kabeln und Adaptern von Apple kein Zubehör verfügbar war, machten sogar Gerüchte die Runde, es wäre keine direkte Videoausgabe mehr möglich. Das hat sich zum Glück nicht bestätigt. Inzwischen ist eine ordentliche Auswahl an Lightning-Zubehör erhältlich, wovon das meiste auch mit dem iPad funktioniert. Eine Ausnahme bilden viele Geräte mit Dockfunktion wie etwa Soundsysteme. Hier reicht der Platz in den meisten Fällen nur für ein iPhone.

Klein, aber oho! Den Lightning-Port hat Apple vor allem aus Platzgründen mit dem iPhone 5 eingeführt und dann konsequent auch alle anderen iOS-Geräte darauf umgestellt. In der iPad-Familie findet sich der kleine Anschluss ab der 4. Generation sowie beim iPad Mini. Der Lightning-Stecker kommt mit lediglich acht paarweise gleichen Kontakten auf beiden Seiten aus, wodurch er sich in beliebiger Ausrichtung einstecken lässt. Trotzdem ist der Port sehr flexibel. Controller-Chips im Kabel sorgen dafür, dass sich viele verschiedene Funktionen darüber realisieren lassen.
Vergrößern Klein, aber oho! Den Lightning-Port hat Apple vor allem aus Platzgründen mit dem iPhone 5 eingeführt und dann konsequent auch alle anderen iOS-Geräte darauf umgestellt. In der iPad-Familie findet sich der kleine Anschluss ab der 4. Generation sowie beim iPad Mini. Der Lightning-Stecker kommt mit lediglich acht paarweise gleichen Kontakten auf beiden Seiten aus, wodurch er sich in beliebiger Ausrichtung einstecken lässt. Trotzdem ist der Port sehr flexibel. Controller-Chips im Kabel sorgen dafür, dass sich viele verschiedene Funktionen darüber realisieren lassen.

Zeit für den Wechsel

Lightning löst den bewährten 30-poligen Dock-Connector ab, den Apple vor fast genau zehn Jahren eingeführt hat – eine kleine Ewigkeit in dieser Branche. Damals gab es die weißen iPods der 3. Generation mit reiner Audiowiedergabe, Schwarzweißbildschirm und interner Festplatte. Mittlerweile sind die mobilen Geräte nicht nur vielseitiger, sondern auch deutlich kleiner und flacher, weshalb der alte Anschluss dem Lightning-Connector weichen musste. Letzterer ist nicht nur viel kleiner, sondern unterscheidet sich auch technisch deutlich vom Vorgänger. Da Apple verständlicherweise einen Verbindungsstandard für alle iOS-Geräte verwendet, wurde das iPad gleich mit umgestellt, obwohl es zumindest im aktuellen Modell noch keine akuten Platzprobleme gab.

Flexible Technik

Der wesentliche Unterschied vom Dock- zum Lightning-Kabel liegt in der eingebauten „Intelligenz“. In den Steckern ist nämlich ein Controller untergebracht, über den die Daten aufbereitet werden. So lassen sich mit Lightning-Kabeln ganz verschiedene Schnittstellen wie Analogaudio, USB oder HDMI realisieren, obwohl der Port nur acht Pins nutzt. Das jeweilige Kabel sorgt für die Umwandlung der Daten und die Bereitstellung der erforderlichen Signale. Technisch wäre so auch ein Lightning-Ethernet-Kabel ohne Weiteres denkbar. Grenzen setzen im Grunde nur die Fähigkeit des iOS-Geräts, die benötigten Daten schnell genug zu liefern und die Elektronik im Kabel mit Strom zu versorgen. Das macht Lightning so flexibel. Das gleiche Konzept fährt Apple seit einigen Jahren bei seinen Rechnern mit der Thunderbolt-Schnittstelle. Blitz und Donner passen nicht nur namentlich gut zusammen. Auch bei Thunderbolt wandeln externe Adapter mit integrierten Controllern den Port nach Bedarf in Anschlüsse für Netzwerk, Monitor, Massenspeicher oder andere Zwecke um. Mittlerweile gibt es auch PC-Boards mit Thunderbolt.

Genau genommen besitzt der flache Lightning-Connector übrigens 16 Kontakte, aber die Pins auf Ober- und Unterseite sind gleich belegt, sodass es egal ist, wie herum man den Stecker einsteckt. Ein weiterer Vorteil gegenüber dem Dock-Connector, der nur in einer Richtung passt und zudem gern mal etwas hakt.

Teurer Fortschritt

Wer bereits eine komplette Zubehörausstattung besitzt, ist nach dem Kauf eines neuen iPad erst einmal arm dran, und das gleich in doppelter Hinsicht. Einerseits müssen alle benötigten Kabel und Adapter neu angeschafft werden. Andererseits sind die aufwendigeren Lightning-Kabel auch noch deutlich teurer. Apple hat das Zubehör längst als lukrative zusätzliche Einnahmequelle erkannt. Das alte Kamera-Connection-Kit mit USB-Port und SD-Kartenleser ist mit 29 Euro nicht gerade günstig, da man bei einem Tablet der Premiumklasse entsprechende Funktionen eigentlich ab Werk erwarten darf. Die Lightning-Versionen sind zwar endlich einzeln erhältlich, kosten jedoch 29 Euro pro Stück. Für die neuen VGA- und HDMI-Adapter ruft Apple ungeniert jeweils 49 Euro auf. Der Dock-Connector-Lightning-Adapter zur Nutzung des alten Zubehörs hilft da übrigens auch nur bedingt weiter, da er keine Videoausgabe unterstützt. Kein Wunder, dass sich Anwender nach günstigeren Quellen im Internet umsehen, doch auch das ist nicht ohne Risiko.

Nützliche Peripherie mit Lightning-Anschluss

Im Folgenden zeigen wir eine Auswahl der besten Lightning-Produkte für iPads. Dazu gehören einfache Kabel und Adapter, Stromversorgungen für unterwegs oder auch komplette Soundsysteme.

Onbeat Mini

Ein iPad-taugliches Soundsystem mit Lightning-Connector zu finden ist gar nicht so leicht. Die meisten bieten nur Platz für das iPhone 5. Eine Ausnahme ist die Onbeat-Reihe von JBL. Das Onbeat Mini ist ein kompaktes Soundsystem mit zwei Breitbandchassis, das mit dem eingebauten Akku bis zu acht Stunden Musik macht. Schließen Sie das mitgelieferte Netzteil an, kann das iPad außerdem geladen werden. Als externe Anschlüsse bietet das Onbeat Mini außerdem USB und einen 3,5-mm-Audioeingang. Das Gerät ist in Schwarz oder Weiß erhältlich.

Mobiles Soundsystem

Hersteller: JBL

Preis: 149 Euro

+ Kompakt, integrierter Akku

– Keine Fernbedienung

Voraussetzung: iPad 4 und Mini

Alternative: Onbeat Venue Lightning

WERTUNG: 1.9

DCM2068

© Philips

Das DCM2068 von Philips ist mehr als ein normales iPad-Soundsystem, sondern eine komplette Minianlage mit UKW-Radio mit RDS und 20 Senderspeichern, Weckfunktion und CD-Laufwerk, die auch ohne iPad Musik machen kann. An der oberen Seite befindet sich eine USB-Buchse, über die Musik direkt von einem Stick abgespielt werden kann. Zwei 7-cm-Chassis sorgen für einen kräftigen Bass. Eine Fernbedienung gehört ebenfalls zum Lieferumfang. Und wer will, kann die flache Philips-Anlage einfach an die Wand hängen.

Mini-Stereoanlage mit iPad-Dock

Hersteller: Philips

Preis: 150 Euro

+ Sehr vielseitige Anlage mit Radio, Wecker, CD-Spieler

– Kein Querformat für Filme

Voraussetzung: iPad 4 und Mini

Alternative: Anlagen mit Airplay

WERTUNG: 1.8

Günstige Alternativen?

Wer etwas im Internet sucht, stößt schnell auf günstiges Lightning-Zubehör aus Fernost. Das Angebot umfasst einfache USB-Kabel, Dock-Connector-Adapter oder auch Kartenleser, die erheblich günstiger sind. So ist es kein Problem, sich ein Lightning-USB-Kabel für unter zwei Euro direkt aus China schicken zu lassen. Dabei kann es sich um Überschussproduktionen von Auftragsfertigern handeln, die über graue Kanäle in den Verkauf kommen, oder um dreiste Nachbauten ohne Apple-Lizenz. Neben dem rechtlichen Problem gibt es auch erhebliche Unterschiede in der Qualität. Einige Kabel taugen nur zum Laden, andere übertragen auch Daten. Dass Apples Dock-Adapter ein analoges Audiosignal liefert, liegt am eingebauten DA-Wandler. Solche Details sparen sich die Nachbauer ebenfalls gern. Es gibt aber durchaus Anbieter, die sich mit ausführlichen Beschreibungen und problemlosen Ersatzlieferungen bei defekt angekommener Ware um die Zufriedenheit ihrer Kunden bemühen. Es empfiehlt sich immer, nach Erfahrungen anderer Anwender mit dem ausgewählten Anbieter zu suchen.

Der Versand erfolgt aus Kostengründen meist als Warensendung in Briefform, was aus China schon mal zwei bis drei Wochen dauern kann. Außerdem ist die Warendeklaration oft sehr kreativ, um Zoll und Steuern zu sparen. Die Bagatellgrenze für die Einfuhrumsatzsteuer liegt übrigens bei 22 Euro (inkl. Versand).

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