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Micro-SD: Macbooks um 64 GB aufrüsten

10.04.2013 | 11:30 Uhr |

Mit einer Micro-SD-Karte und dem entsprechendem Adapter lässt sich der Speicherplatz eines Macbooks um bis zu 64 GB erweitern

Wer kennt das nicht: iTunes, iMovie oder iPhoto schleppen im Laufe der Zeit immer größere Mediatheken mit sich herum. Seitdem Apple bei seinen Macs zunehmend auf SSD-Speicher setzt, wird für viele Anwender die Speicherfrage immer akuter. Wohin also mit den ganzen Daten? Externe Festplatten sind zwar groß und verhältnismäßig günstig, eignen sich aber der Kabel wegen meist nur an festen Arbeitsplätzen. USB-Sticks kommen zwar ohne Kabelsalat aus, stehen aber ein gutes Stück aus den USB-Buchsen des Mac hervor – für ungeschickte Naturen ebenfalls unpraktisch.

Nifty Mini Drive

Das "Original": Mit dem Nifty Mini Drive wurde auf Kickstarter der erste kommerzielle Adapter dieser Art vorgestellt.
Vergrößern Das "Original": Mit dem Nifty Mini Drive wurde auf Kickstarter der erste kommerzielle Adapter dieser Art vorgestellt.
© Nifty Mini Drive

Auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter begann mit dem Nifty Mini Drive im vergangenen Jahr eine sehr interessante Kampagne, die das ursprüngliche Finanzierungsziel von 11 000 britischen Pfund deutlich übertraf und am Ende knapp 384 000 Pfund erlösen konnte. Das Konzept ist dabei denkbar einfach:

Um beispielsweise einem Macbook Air zusätzliche 64 GB Speicher zu verpassen, nutzt man einfach den SD-Card-Reader des Macbook für einen Micro-SD-Adapter. Der Adapter von Nifty ist dabei kürzer als konventionelle Micro-SD-Adapter und schließt bündig mit dem Alugehäuse des Macbook ab – eine saubere und zudem optisch ansprechende Lösung.

Alles, was Sie brauchen, ist ein freier SD-Card-Slot, der Adapter und eine Micro-SD-Karte. Wie es aber mit Kickstarter-Projekten so ist, sind die Initiatoren keine geübten Unternehmer – so dauern Updates und Weiterentwicklung deutlich länger, als man das von großen Firmen gewohnt ist. Im Moment ist das Zubehörteil nicht erhältlich, soll aber nach Auskunft der Entwickler ab Mitte Mai wieder lieferbar sein. Wer will, kann sich auf der Homepage für einen Newsletter eintragen.

Alternative: The Mini Drive

Das alternative Mini Drive wird in einem schnöden Briefkuvert versendet, tut aber was es soll – den Speicher schnell und einfach erweitern. Die Lasche dient dem sicheren Entfernen aus dem SD-Kartenleser.
Vergrößern Das alternative Mini Drive wird in einem schnöden Briefkuvert versendet, tut aber was es soll – den Speicher schnell und einfach erweitern. Die Lasche dient dem sicheren Entfernen aus dem SD-Kartenleser.

Um Ihnen den Einsatz einer solchen Lösung zu demonstrieren, haben wir uns nach Alternativen umgesehen und sind beim sogenannten Mini Drive fündig geworden. Das Mini Drive macht im Endeffekt nichts anderes als das Kickstarter-Produkt, Sie erhalten also eine einfache Möglichkeit, Ihren Mac um ein paar Gigabyte Speicher zu erweitern.

Der einzige Unterschied: Das von uns getestete Mini Drive sieht nicht ganz so hübsch aus wie das Konkurrenzprodukt, denn die Alukappe fehlt. Das tut jedoch der Funktionalität keinen Abbruch, zumal inzwischen auch Mini-Drive-Modelle mit Alukappen für alle gängigen Macbook-Modelle zu haben sind.

Einstecken und vergessen

Das brauchen Sie: Den eigentlichen Adapter aus den USA für knapp 16 Euro und eine handelsübliche MicroSD-Karte.
Vergrößern Das brauchen Sie: Den eigentlichen Adapter aus den USA für knapp 16 Euro und eine handelsübliche MicroSD-Karte.

Wir haben uns den Adapter schließlich bei Ebay besorgt. Der Versand aus den USA erfolgt nach Bezahlung (umgerechnet knapp 16 Euro) ziemlich fix – knappe fünf Tage mussten wir warten. Parallel haben wir uns nach einer schnellen Micro-SD-Karte umgesehen und uns für eine Class-10-Karte von Samsung ( Samsung MB-MGCGBEU Class 10 microSDXC Pro 64GB, knapp 55 Euro ) entschieden – insgesamt kostet das Ganze also etwas über 70 Euro für 64 GB mehr.

Die Installation ist dabei denkbar einfach: Micro-SD-Karte und Adapter auspacken, Micro-SD-Karte in den Adapter und dann beides in den SD-Kartenleser des Mac stecken – voilà! Anschließend müssen Sie nur noch die Micro-SD-Karte über das Festplatten-Dienstprogramm unter „Programme > Dienstprogramme“ im Format HFS+ (Mac OS X Extended (Journaled)) formatieren. Das war es auch schon, denn prompt erscheint das Mini Drive als Wechselspeicher auf dem Schreibtisch und wartet auf die ersten Daten.

Hat man das Mini Drive mit einer MicroSD-Karte versehen, braucht man es nur noch in den SD-Kartenleser eines Macs – hier ein Macbook Air – stecken. Im wahrsten Sinne des Wortes "plug-in-and-forget".
Vergrößern Hat man das Mini Drive mit einer MicroSD-Karte versehen, braucht man es nur noch in den SD-Kartenleser eines Macs – hier ein Macbook Air – stecken. Im wahrsten Sinne des Wortes "plug-in-and-forget".

Einsatzmöglichkeiten

In unserem Test fanden auf dem Mini Drive unter anderem die iPhoto-Bibliothek, die iTunes-Mediathek und einige Spiele Platz.
Vergrößern In unserem Test fanden auf dem Mini Drive unter anderem die iPhoto-Bibliothek, die iTunes-Mediathek und einige Spiele Platz.

Wir haben bei unserem Praxisversuch die iPhoto-Bibliothek, die iTunes-Mediathek und einige Mac-Games auf das Mini Drive ausgelagert. Das hat auf Grund der niedrigeren Datentransferraten einer Micro-SD-Karte zwar etwas gedauert, die Benutzung der Daten funktioniert aber völlig reibungslos. Für das einfache Auslagern von großen Mengen an Einzeldateien wie Musikstücken, Bildern oder Dokumenten eignet sich die Micro-SD-Variante also sehr gut.

Anders sieht es dagegen aus, wenn beispielsweise ein iMovie-Projekt vom Mini Drive aus bearbeitet werden soll. Für das Bewegen solcher Daten eignet sich die Micro-SD-Karte kaum, sind doch die Geschwindigkeitseinbußen im Vergleich zur internen SSD des Macbook oder iMac zu groß. Die getesteten Games, Lego Der Herr der Ringe, Tropico 3 und Cities in Motion 2 dagegen liefen einwandfrei auch vom Mini Drive aus.

Empfehlung

Wenn Sie eine schnelle und einfache Möglichkeit suchen, beispielsweise ihrem Macbook Air bis zu 64 GB mehr Speicher zu verpassen, ohne dabei auf eine kostspielige werksseitige Aufrüstung setzen zu müssen, ist die Variante über den meist nicht genutzten SD-Kartenleser eine interessante Alternative. Geschwindigkeitsmäßig dürfen Sie allerdings keine Wunder erwarten, da Micro-SD-Karten zu keiner Zeit mit der Geschwindigkeit einer SSD mithalten können. Zum Auslagern von Dokumenten oder Mediatheken reicht es aber allemal!

Das Mini Drive verschwindet komplett im SD-Kartenleser.
Vergrößern Das Mini Drive verschwindet komplett im SD-Kartenleser.
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