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Mikrofon-Abdeckung: So schützen Sie sich wirklich vor Spionage-Angriffen

07.07.2016 | 10:10 Uhr |

Mit einem Foto-Post wollte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg einen neuen Meilenstein feiern: Bis heute nutzen jeden Monat mehr als 500 Millionen Menschen die Foto- und Videoplattform Instagram, davon sogar rund 300 Millionen Nutzer jeden Tag. Auf dem Foto ist im Hintergrund auch Zuckerbergs Macbook zu sehen, an dem ein bestimmtes Detail für Diskussionen über die Sicherheit gegenüber Hackerangriffen sorgte.

Auf seiner Facebook-Seite teilte Mark Zuckerberg ein Foto, welches im Netz für viele Diskussionen sorgte. Eigentlich wollte Zuckerberg neue Rekordzahlen feiern: Instagram wird jeden Monat von mehr als einer halben Milliarde Menschen genutzt, täglich machen sogar mehr als 300 Millionen Nutzer davon Gebrauch. Auf dem Foto verbirgt sich jedoch noch ein weiteres spannendes Detail: Der Facebook-CEO hat mit einem einfachen Klebeband die Kamera und den Mikrofon-Eingang seines Macbook verdeckt.

Mark Zuckerberg feiert neue Instagram-Rekordzahlen.
Vergrößern Mark Zuckerberg feiert neue Instagram-Rekordzahlen.
© Facebook / Mark Zuckerberg

Dies hat eine interessante und nützliche Diskussion über ein Problem ausgelöst, welches in ähnlicher Form bereits von Edward Snowden thematisiert wurde. In einem Video zeigte der Whistle-Blower, wie die Audio- und Video-Eingänge in einem Smartphone entfernt werden können.

Dies mag zwar nach einer sehr extremen Maßnahme klingen, doch manche Personen geraten immer wieder in Situationen, in denen Hackerangriffe auf sie gestartet werden. Obwohl die wenigen Sicherheitslücken von OS X bisher nicht zu größeren Problemen führten, ist trotzdem Vorsicht geboten.

Viele Anwender machen sich zwar keine Sorgen, dass sie eventuell ein mögliches Ziel von Hacker-Angriffen sein könnten. Gleichzeitig wollen sie sich aus Prinzip davor schützen. Es ist ein Kinderspiel, die installierte Kamera eines Laptops zu verdecken. Bei einem Mikrofon reicht ein einfaches Klebeband jedoch nicht aus. Solche Maßnahmen mögen zwar die Lautstärke dämpfen, die Aufnahmen können damit jedoch nicht ganz verhindert werden. Bei der Intelligenz von Mark Zuckerberg kann man daher vermuten, dass er bezüglich seiner privaten  Sicherheitsmaßnahmen tiefgreifendere Veränderungen in Sachen Soft- und Hardware vorgenommen hat.

Auch wenn ein Klebeband nicht ausreichend Sicherheit bietet, kann man dennoch dafür sorgen, dass das Mikrofon stumm geschaltet wird.

Eingangslautstärke reduzieren

Öffnen Sie Systemeinstellungen>Ton>Eingabe, um die Eingangslautstärke bestimmen zu können. Sollten Sie externe Geräte an Ihrem Mac angeschlossen haben, werden diese in einer Liste angezeigt, über welche sie die Geräte einzeln auswählen können. Sorgen Sie dafür, dass der Regler für die Eingangslautstärke ganz nach links geschoben ist.

In den Systemeinstellungen kann die Eingangslautstärke reduziert werden.
Vergrößern In den Systemeinstellungen kann die Eingangslautstärke reduziert werden.

Auch wenn die Gefahr besteht, dass bestimme Malware diese Einstellungen wieder zurücksetzen kann, ist dies ein einfacher Schritt, der vorerst keinerlei Auswirkungen für Sie hat. Sobald Sie ein Mikrofon über Ihren Mac nutzen wollen, können Sie den Pegel der Eingangslautstärke jeder Zeit erneut einstellen.

Installation eines Kontrollprogramms

Ein Überwachungsprogramm namens Micro Snitch benachrichtigt den Anwender umgehend, sobald Audio- und Video-Input-Aktivitäten erkannt werden. Das Programm kostet zwar 4 US-Dollar, dafür erhält der Nutzer jedes Mal eine Push-Benachrichtigung, wenn ein Mikrofon aktiv wird. Auch wenn Micro Switch manche Mikrofone, die über USB an den Mac angeschlossen sind, nicht erkennen kann, ist dieses Programm für besorgten Anwender eine gute Hilfe bei der Kontrolle der Audio-Signale.

Update : Der Hersteller Objective Development spricht jedoch davon, es gebe mit OS X 10.10 Yosemite gewisse Probleme, weswegen die Software auf bestimmten Modellen nicht vor Missbrauch der Kamera warnen kann. Konkret sind das das Macbook 12 Zoll, das Macbook Air ab dem Modelljahr 2013 und die Macbook Pro Retina in 13 und 15 Zoll. Warnungen vor missbräuchlichem Einsatz des Mikrofons gebe Micro Snitch auch auf diesen Rechnern aus - und darum geht es hier. Ob die Probleme in höheren Versionen des Mac-Betriebssystems behoben sind, sagt der Hersteller nicht. Die Verantwortung liege bei Apple - somit dürfte es sich auch eher um ein Feature als um einen Bug handeln. Aus technischen Gründen könne man auch nicht zuverlässig sagen, ob ein angeschlossenes Thunderbolt-Display sein Mikrofon nutzt oder nur Sound ausgibt - in diesem Fall ist Micro Snitch also wirkungslos.

Entfernen der Treiber

Im Gegensatz zu Windows und Linux bietet Apple keinen einfachen Zugang zu Hardware-Treibern, wenn es um die Installation, das Löschen oder das Modifizieren von Einstellungen geht. 

Über das Terminal-Programm kann der folgende Befehl jedoch dafür sorgen, dass die entsprechenden Treiber-Daten entfernt werden. 



WARNUNG: Derartige Veränderungen können zu einem unbrauchbaren System führen. Machen Sie daher zuvor ein Backup.

Über diesen Befehl können die Treiber-Daten entfernt werden.
Vergrößern Über diesen Befehl können die Treiber-Daten entfernt werden.

Mit diesem Befehl wird Audio-Input nicht erkannt, wobei auch der Audio-Output davon betroffen sein kann. Außerdem wird dieser Vorgang wahrscheinlich nach jedem System-Update wiederholt werden müssen, da dabei fehlende Treiber wieder hergestellt werden.

Entfernen der Audio-Input Hardware

Eine extreme Maßnahme kann die Deaktivierung oder Entfernung der Hardware im Computer sein. Das kann aber einfacher sein als es vielleicht klingen mag. Laut iFixit kann durch das Schmelzen der Lötstelle des Audio-Ports letztendlich das eingebaute Mikrofron entfernt werden.

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