OS X aufräumen

Mit Hazel Ordnung am Mac halten

05.02.2013 | 14:12 Uhr | Bastian Gruber

Die praktische Putzhilfe für Ihren Mac kümmert sich um all die Dinge, die Sie sonst mühsam per Hand erledigen müssten. Aber Vorsicht: Hazel ist ein Hilfsprogramm, ohne das Sie nicht mehr auskommen werden, wenn Sie es erst einmal im Einsatz haben.

Was macht dieses Helferlein denn so nützlich? Es kann nicht mehr als OS X sowieso schon anbietet. Mit Applescript oder dem Dienstprogramm Automator lassen sich all diese Dinge auch erledigen.

Seine Stärke liegt darin, dass es für jeden nutzbar ist, ohne dass man auch nur eine Seite im Handbuch gelesen oder eine Skript-Sprache gelernt haben muss. Ein weiterer Vorteil: Es muss kein Skript gestartet werden. Hazel läuft immer. Das Tool hat es sich zur Aufgabe gemacht, Ordner zu überwachen und auf definierte Regeln zu reagieren. Sie können dieses Programm beispielsweise anweisen, den Download-Ordner zu überwachen und jedes PDF, das dort auftaucht, zu verschieben.  

Die Putzhilfe für den Mac gibt es aber nicht kostenlos: Für umgerechnet 18,50 Euro kann man eine Lizenz erwerben. Zuvor hat man 14 Tage Zeit, um das Programm auf Herz und Nieren zu prüfen.

Um die in diesem Artikel gezeigten Praxisbeispiele auszuprobieren, lässt sich die Anwendung also ohne Probleme herunterladen und installieren.

Hazel agiert unter OS X als sogenanntes „Menüleistensymbol“. Anders als bei anderen Anwendungen gibt es kein .app-Paket im Programme-Ordner, sondern nur einen Eintrag in den Systemeinstellungen unter „Andere“.

Nach dem ersten Öffnen finden Sie ein leeres Fenster vor:

Nach dem Programmstart blendet Hazel ein leeres Fenster
ein.
Vergrößern Nach dem Programmstart blendet Hazel ein leeres Fenster ein.

Noch einmal: Hazel überwacht angegebene Ordner und führt auf bestimmte Kriterien vordefinierte Aktionen aus. Zuerst bestimmen Sie daher einen Ordner, den Sie überwachen wollen (mit einem Klick auf das „Plus-Zeichen“):

Mit dem Plus-Zeichen stellt man neue Regeln ein.
Vergrößern Mit dem Plus-Zeichen stellt man neue Regeln ein.

Download-Ordner automatisch sortieren

Ein populäres Beispiel ist der Download-Ordner, die Sammelstelle unter OS X.

In der Regel landen dort Programme, Zip-Dateien, PDFs, Bilder und viele weitere Dateiformate. Ein erster Schritt wäre nun, alle Dokumente und Dateien nach Typ zu sortieren.  

Haben Sie den Download-Ordner angewählt, können Sie als Nächstes passende Regeln dafür erstellen:

Ist in Hazel ein Ordner ausgewählt, greifen die Regeln nur
dafür.
Vergrößern Ist in Hazel ein Ordner ausgewählt, greifen die Regeln nur dafür.

Das Kriterien-Menü verhält sich wie die erweiterte Finder-Suche. Legen Sie zuerst einen Namen für Ihre neue Regel fest. Im Hinblick auf das spätere Verwalten der Regeln sollte also ein sprechender Name gewählt werden (in meinem Beispiel: „PDF Dateien verschieben“).

Wie Sie im Bildschirmfoto unten sehen: Im rot umrahmten Bereich bestimmen Sie die Dateien, die ausgewählt werden sollen. Im gelb markierten Abschnitt bestimmen Sie, was mit den ausgewählten Dateien passieren soll (Verschieben, Markieren et cetera).

Bei der neuen Regel kann man Kriterien und Aktionen für
die Dateien definieren.
Vergrößern Bei der neuen Regel kann man Kriterien und Aktionen für die Dateien definieren.

Das erste Aufklappmenü gibt an, welche Kriterien erfüllt sein müssen, damit die Aktion im gelb markierten Bereich greift.

Zur Auswahl stehen „all“ (alle Kriterien müssen erfüllt sein), „any“ (mindestens eines der Kriterien muss erfüllt sein) oder „none“ (wenn kein Kriterium erfüllt ist, greift die Aktion).

Zeilen/Kriterien können mit Hilfe des Plus-Zeichens hinzugefügt werden. In meinem Beispiel habe ich ein einziges Kriterium gewählt: Wenn die Art („kind“) der Datei „PDF“ ist, dann soll die unten ausgewählte Aktion ausgeführt werden.

Lade ich eine PDF-Datei herunter oder verschiebe sie von Hand in den Download-Ordner, führt Hazel diese Regel aus. Es läuft also immer ein sogenannter „helper“ (Hilfs- oder Überwachungsprogramm) im Hintergrund und überwacht den Download-Ordner. Kommt eine neue Datei in diesem Ordner an, prüft Hazel, ob es dafür eine bestimmte Regel gibt.

Zurück zu der Aktion, die ausgeführt werden soll. Mit „Move to folder: PDF“ bestimme ich, dass künftig alle PDF-Dateien in einen Unterordner namens „PDF“ verschoben werden sollen.

Hazel nutzt unter OS X Mountain Lion die Mitteilungszentrale und blendet Hinweisfenster ein:

Alle Aktionen meldet Hazel über die systemeigene
Mitteilungszentrale.
Vergrößern Alle Aktionen meldet Hazel über die systemeigene Mitteilungszentrale.

Schön zu sehen: „File moved“ gibt an, dass eine Datei verschoben wurde. Der Text darunter beschreibt die Aktion detaillierter.

Eine fortgeschrittene Regel könnte so aussehen: „Markiere alle PDF-Dateien, die von einer bestimmten URL geladen wurden, und benachrichtige mich per Mitteilungszentrale darüber“:

Stammt die Datei von einer bestimmten Adresse, kann man
dafür auch einen speziellen Ordner auf der Festplatte
definieren.
Vergrößern Stammt die Datei von einer bestimmten Adresse, kann man dafür auch einen speziellen Ordner auf der Festplatte definieren.

Weitere praktische Beispiele: Alle Bildschirmaufnahmen in einen Ordner verschieben zu lassen. So benötigen Sie keinen Terminal-Befehl und können die Regel einfach deaktivieren, wenn Sie es für nötig halten. Auch lassen sich Dateien umbenennen oder direkt nach iTunes / iPhoto importieren.

Heruntergeladene Amazon-Lieder sind so in Windeseile zu iTunes hinzugefügt und heruntergeladene Bilder in iPhoto importiert:

Alle Bilddateien kann man grundsätzlich mit Hazel in
iPhoto importieren.
Vergrößern Alle Bilddateien kann man grundsätzlich mit Hazel in iPhoto importieren.

Apps mit Hazel ausmisten

Weiteres Praxisbeispiel: Haben Sie zu viele Apps installiert, von denen Sie gar nicht mehr wissen, welche Sie wirklich benötigen? Von Hand durchsuchen war gestern, Hazel macht das schneller:

Die lange nicht mehr verwendeten Apps werden lila
markiert.
Vergrößern Die lange nicht mehr verwendeten Apps werden lila markiert.

Wir überwachen im oben gezeigten Bildausschnitt den Programme-Ordner und weisen Hazel an, alle Dateien, die ein „Programm“ sind und zuletzt vor über einem Monat geöffnet wurden, lila zu markieren.

Jetzt können Sie sich bei allen markierten Anwendungen überlegen, ob Sie diese auch wirklich benötigen oder nicht doch lieber Speicherplatz sparen und die Anwendung deinstallieren wollen .

Vom einfachen Markieren und Verschieben bis hin zum Anstoßen von Skript-Dateien bietet Hazel eine Fülle von Möglichkeiten, die den Rahmen dieses Artikels sprengen würden.

Sein klarer Nutzen besteht jedoch darin, dass Hazel Dateien automatisch aufräumen kann, die sonst dem Benutzer selbst überlassen wären. Lästiges Verschieben, Umbenennen oder Markieren gehört somit der Vergangenheit an.

Wie eine Putzkraft wöchentlich Ihre Wohnung aufräumen könnte, so übernimmt Hazel Sekunde für Sekunde all die lästigen Aufräumarbeiten am Mac für Sie.

1680452