Von Florian Kurzmaier - 31.01.2013, 18:30

Spielen am Mac

Mit dem Mac im MMO-Kosmos

©Apple/ NCSoft

Die Gaming-Branche ist wohl ohne MMO-Games nicht mehr denkbar. Spätestens seit dem bahnbrechenden und vor allem lang anhaltenden Erfolg von World of Warcraft buhlen immer mehr Titel um die Aufmerksamkeit der Spieler. Wir haben uns die wichtigsten Online-Spiele am Mac angesehen.
MMOG, Free2Play, PvP et cetera ... Sie verstehen nur Spanisch? Nicht schlimm, denn wir helfen Ihnen beim Einstieg in das Online-Gaming am Mac – und da gibt es einiges zu berichten.

Was ist das überhaupt?

MMOGs, sogenannte „Massivly Multiplayer Online Games“, sind Spiele, deren Fokus auf dem Online-Mehrspieler-Gameplay liegt. Man unterscheidet dabei grundsätzlich zwischen den sogenannten Client- und Browser-basierten Spielen. Während zum Spielen eines Client-basierten Titels ein separater Game-Client geladen werden muss, über den dann der Login stattfindet, kann man Browser-Games unabhängig von der Plattform im Browser spielen.
Bestes und bekanntestes Beispiel für einen Client-basierten Titel ist das Fantasy-Rollenspiel Word of Warcraft (WoW) des Entwicklers Blizzard Entertainment. Hier erstellt man sich eine Figur und zieht dann in die weite virtuelle Welt des Landes Azeroth – als Mönch, Krieger oder in einer anderen Klasse. Zu den Client-basierten MMOGs gehören auch Titel wie Der Herr der Ringe Online oder Guild Wars 2.
Etwas anders sieht es bei Browser-basierten Spielen aus: Hier benötigen die Spieler lediglich einen Browser und die entsprechenden Anmeldedaten des Browser-Games. Beliebte Titel in diesem Bereich sind beispielsweise Battlestar Galactica Online, Dark Orbit oder Die Siedler Online.

Was kostet es?

Die alles entscheidende Frage: Was kostet mich das Vergnügen? Bei normalen Titeln, wie man sie über Steam (siehe dazu unseren Beitrag zu den verschiedenen Bezugsquellen für Mac-Games) oder den App Store laden kann, wird einmal bezahlt, dann lässt sich das Spiel spielen. Bei Online-Spielen dagegen unterscheidet man grob zwei Bezahlmodelle: das „klassische“ Abo-Modell und den MMO-Trend des letzten Jahres – Free2Play.
Während das Abo-Modell schnell erklärt ist – der Spieler kauft das Spiel im Laden oder als Download und führt monatlich eine Gebühr für die Nutzung der Server an den Betreiber ab –, verhält es sich mit Free2Play-Spielen etwas anders. Die Abo-Zahlen der großen MMO-Spiele gingen in den letzten Jahren kontinuierlich zurück. Das betrifft neben dem Platzhirsch World of Warcraft auch hoffnungsvoll gestartete WoW-Konkurrenten wie Age of Conan, Star Wars: The Old Republic (von den Rollenspiel-Experten von Bioware) oder Der Herr der Ringe Online. Um zumindest einen Teil der Investitionen retten zu können, musste ein neues Konzept her. Dieses war mit einem grundsätzlich freien Hauptspiel, das durch In-Game-Käufe erweitert werden kann, schnell gefunden – eben Free2Play. Mittlerweile lässt sich auch eine Vielzahl einstmals per Abo-Modell gestarteter Titel kostenlos spielen und auf Wunsch kostenpflichtig erweitern: Age of Conan, Star Wars: The Old Republic oder auch Star Trek Online und Der Herr der Ringe Online wären hier als Beispiele zu nennen.

Nativ oder Bootcamp?

Wie bei Mac-Games im Allgemeinen stellt sich natürlich auch bei den MMOGs die Frage, ob man sie nativ mit eigenem Client am Mac spielen kann oder ob man dafür eine Windows-Installation über Bootcamp braucht. Viele Mac-Besitzer sind in Sachen Bootcamp eher skeptisch gestimmt: Ich dagegen finde, dass Bootcamp eine legitime und vor allem praktikable Methode bietet, um PC-Games am Mac genießen zu können, vor allem im MMO-Bereich. Denn nur für einen oder zwei Titel einen zusätzlichen PC anzuschaffen, erscheint wenig sinnvoll.

Browser-MMOGs

Ein nicht zu unterschätzender Markt in der Gaming-Branche sind Browser-Games. Durch Plattformen wie Facebook konnte beispielsweise der Entwickler Zynga unzählige Browser-basierte Titel veröffentlichen, unter anderem Farmville, Mafia Wars oder Zynga Poker. Auch Branchengrößen wie Electronic Arts versuchen, sich und ihre „großen“ Spielemarken wie beispielsweise Sim City Social auf die „Plattform“ Browser zu bringen. Wir haben in dieser Galerie eine Auswahl an beliebten Browser-Games zusammengestellt.

PC-MMOGs unter Bootcamp

Eine häufig unterschätzte Lösung für Spieler mit Mac-System ist Bootcamp. Dank des in OS X integrierten Bootcamp-Assistenten lässt sich Windows 7 oder Windows 8 (allerdings noch ohne vollständigen Treiber-Support) recht einfach auf Apples Rechnern zum Laufen bringen. Der Vorteil: Im Gegensatz zu Virtualisierungsprogrammen wie Parallels Desktop oder VM Ware Fusion steht durch Bootcamp die komplette Hardware des Mac zur Verfügung, da dieser als echter PC läuft. In der Galerie stellen wir Ihnen die wichtigsten MMOGs vor, die Sie dank Bootcamp auch auf Ihrem heimischen Mac genießen können.

Native Mac-MMOGs

Neben Browser-Games und PC-MMOGs gibt es auch einige Titel, denen die Entwickler gleich einen nativen Mac-OS-X-Client verpasst haben. So können Sie auf eine Bootcamp-Installation verzichten und das Spiel gleich unter Mac-OS X zocken. Wir zeigen Ihnen, welche Spiele Sie sich auf Ihren Mac holen können und was diese kosten.

Einschätzung

Das MMO-Segment ist eines der spannendsten Themenfelder der Spielebranche, denn hier werden die Trends von morgen geboren. Bestes Beispiel: Free2Play. Das Geschäftsmodell, ein grundsätzlich kostenloses Produkt zu veröffentlichen, das sich bei Bedarf oder auf ausdrücklichen Wunsch des Spielers durch kostenpflichtige Upgrades oder Abonnements erweitern lässt, verbreitet sich mittlerweile immer mehr. Eines der wichtigsten Entwicklerstudios der Welt, Crytek, hat das Free2Play-Modell als seine Zukunftsstrategie ausgegeben. Eigentlich kaum vorstellbar, dass ein Teil der aufwendigen und prestigeträchtigen Serien Crysis oder Far Cry kostenlos sein könnte – doch das Modell ist Realität: Noch 2013 soll mit Warface der erste Free2Play-Shooter des Studios erscheinen.

„Das Geschäftsmodell ändert sich, nicht die Qualität.“ – Interview mit Crytec-CEO Cevat Yerli

Unsere Kollegen von Making Games konnten vor einiger Zeit ein äußerst interessantes und aufschlussreiches Interview mit Cevat Yerli, dem Gründer und CEO von Crytek führen.  Seine These: „Die Zeit der 50 bis 60 Euro teuren Games geht langsam zu Ende. Free2Play-Spiele werden sie ersetzen, ganz einfach weil Free2Play das fairste Modell für den Endkonsumenten ist.“
Zumal viele MMO-Projekte, die in den letzten Jahren hoffnungsvoll und ambitioniert gestartet sind, um Branchenprimus World of Warcraft den Marsch zu blasen, grandios scheiterten – mal am überzogenen Geschäftsmodell, mal an Designmängeln. Das betraf Age of Conan, Aion, Star Trek Online oder als besonders gravierenden Fall Star Wars: The Old Republic. Hier hat Entwickler Bioware, bekannt für Hits wie Mass Effect oder Dragon Age viel Geld verloren. Das Ergebnis: Alle genannten Titel wurden auf das Free2Play-Modell umgestellt und konnten sich seither konsolidieren. Mittlerweile hält Free2Play auch auf der Xbox 360 und der Playstation 3 Einzug, siehe DUST 514. Es wird interessant zu sehen, wie tragfähig diese Konstruktion sein wird – wir jedenfalls freuen uns über mehr Spiele mit Free2Play!
Titel Genre nativer OS X-Client Bezahlmodell (Preis) Größe auf der HDD
Age of Conan Fantasy nein Free-to-Play ca. 30 GB
Aion Fantasy nein Free-to-Play ca. 30 GB
Der Herr der Ringe Online Fantasy ja Free-to-Play ca. 16 GB
DayZ Zombie-Action nein Free-to-Play (Vollversion von Arma II: Combined Ops wird benötigt, Standalone-Version in Arbeit) ca. 20 GB
EVE-Online SciFi ja Abomodell (14,95 pro Monat) ca. 20 GB
Guild Wars 2 Fantasy ja Einmal kaufen, immer kostenlos online spielen ca. 16 GB
Planetside 2 Shooter nein (angekündigt) Free-to-Play ca. 15 GB
Star Trek Online SciFi nein Free-to-Play ca. 25 GB
Star Wars: The Old Republic SciFi nein Free-to-Play ca. 23 GB
Warhammer Online SciFi ja Free-to-Play ca. 10 GB
World of Tanks Strategie nein Free-to-Play ca. 2 GB
World of Warcraft Fantasy ja Abomodell (Starter-Edition gratis, danach 12,99 Euro pro Monat) ca. 25 GB
The Elder Scrolls Online (noch nicht erschienen) Fantasy ja Abomodell –––
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