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Mpass mit dem iPhone ausprobiert

19.02.2013 | 11:00 Uhr |

O2 startet in diesen Tagen eine Offensive im Bereich des Mobile-Payment, unter anderem mit Blitzüberweisungen von Handy zu Handy. Macwelt hat das Mpass-System für Sie ausprobiert.

Es mangelt Mobile-Payment-Systemen an Akzeptanz in Deutschland: zu kompliziert, zu ungewohnt, zu unsicher. Mit Mpass soll sich das nun ändern – zumindest, wenn es nach dem Willen der „Großen Drei“ deutschen Mobilfunk-Provider Telekom , Vodafone und O2 geht. Wir haben ausprobiert, ob es funktioniert.

Was ist Mpass?

Im Jahr 2008 einigten sich Vodafone und O2 auf eine Kooperation im Bereich des Mobile-Payment – einer mobilen Alternative zur Bezahlung mit EC- oder Kreditkarten. Zunächst jedoch war Mpass als Bezahlsystem auf Online-Käufe bei ausgewählten Partnern beschränkt und noch dazu ziemlich umständlich in der Handhabung. 2010 stieg mit der Deutschen Telekom der dritte große Provider in Deutschland mit ein. So recht anschieben konnte das den Service aber auch nicht. Erst im vergangenen Jahr kam dann etwas Bewegung in die ganze Sache: O2 kündigte an, dass man Mpass um die Möglichkeit erweitern wolle, auch in lokalen Geschäften damit zu bezahlen. Nach der kostenlosen Anmeldung über die Homepage von Mpass kann ein kostenloser NFC-Sticker bestellt werden, den man sich nach Erhalt auf das iPhone oder die iPhone-Hülle klebt. In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen, wie die Anmeldeprozedur funktioniert.

Wo kann man bezahlen?

Der Mpass-Dienst basiert auf Paypass von Mastercard. Sie können also an allen Akzeptanzstellen, die mit dem Mastercard-System arbeiten, per Mpass Ihren Einkauf bezahlen. Zu den Partnern im Handel gehören beispielsweise die Douglas-Gruppe (unter anderem die gleichnamigen Parfümerien), Hussel, Thalia oder Christ, die Tankstellenkette Star, die Systemgastronomie von Vapiano , die O2-Shops oder ausgewählte Filialen von Conrad sowie die Müller-Drogerien. Auf der Seite von Paypass gibt es einen Shop-Locator ( auch als App verfügbar ), mit dem Sie recht komfortabel entsprechende Akzeptanzstellen in Ihrer Umgebung ausfindig machen.

Die Bezahlung im Geschäft selbst funktioniert denkbar einfach: Stehen wir an der Kasse, zücken wir einfach unser iPhone und halten dann den Chip in einem Abstand von mindestens vier Zentimetern über das NFC-Feld des Kassensystems – das war‘s auch schon, denn dank „Tap and Go“ wird das Geld nahezu in Echtzeit transferiert.

Entweder wird dabei auf im voraus aufgeladenes Geld (Prepaid) zurückgegriffen, oder man hinterlegt ein Girokonto für das Lastschriftverfahren. Bei Mpass wird übrigens erst ab Beträgen von über 25 Euro eine PIN verlangt. Für Klein- und Kleinstbeträge eignet sich das kontaktlose Bezahlsystem also perfekt. In Sachen Kontosicherheit gelten für Mpass-Konten übrigens die gleichen gesetzlichen Rahmenbedingungen wie für reguläre Girokonten.

Mpass Geld senden und O2 Wallet

Neben der Nutzung des NFC-Stickers in Geschäften hat der Mobilfunkanbieter O2 bereits die nächste Phase seines Mobile-Payment-Systems gestartet, nämlich Mpass Geld senden : Mit dieser Funktion können Mpass-Kunden untereinander fast in Echtzeit Geld austauschen – über die Telefonnummer. So werden Überweisungen von kleineren Beträgen zum Kinderspiel. Für die Nutzung dieser Funktion ist jedoch die persönliche Identifikation über das Postident -Verfahren notwendig.

So sehen die kontaktlosen Bezahlterminals aus.
Vergrößern So sehen die kontaktlosen Bezahlterminals aus.
© Vivotech

Im März will O2 mit der Einführung der O2 Wallet, einer digitalen Geldbörse, starten – die dritte Phase von Mpass. In einem Feldtest mit ausgewählten Kunden testet O2 dabei ein App-basiertes NFC-System ohne Sticker. Möglich ist das mit einem Smartphone mit integrierter NFC-Lösung – beispielsweise dem Samsung Galaxy S3 – sowie einer NFC-fähigen SIM-Karte. Für iPhone-Besitzer eignet sich der Dienst indes nicht: Das iPhone 5 bietet ja keine integrierte NFC-Lösung. Wollen Sie also mit Ihrem iPhone kontaktlos bezahlen, müssen Sie sich vorerst mit dem NFC-Aufkleber begnügen.

Empfehlung und Fazit

Das Bezahlen mit Mpass funktioniert in der Praxis schon ganz ordentlich. Nach der Anmeldung erhält man ein paar Tage später seinen NFC-Sticker, registriert ihn und kann nach dem Download der Mpass-App im App Store loslegen. Gerade bei kleinen Beträgen ohne PIN-Eingabe beschleunigt Mpass das Bezahlen ungemein, denn der Vorgang funktioniert quasi im Vorübergehen.

Mpass hat jedoch – wie alle aktuellen kontaktlosen Bezahlsysteme – ein Akzeptanzproblem. Zum einen unterstützen nur wenige Händler die kontaktlose Zahlung (auch wenn deren Zahl stetig zunimmt), zum anderen herrscht in Deutschland ein eher skeptisches Grundklima, wenn es um neue Zahlungsarten geht. Unter dem Strich steht und fällt der Erfolg von Mpass und Konsorten mit der Bereitschaft der Kunden, sich auf diese neue Zahlungsart einzulassen. Das wird O2 vor allem durch eine größere Verbreitung von Mpass bei den Händlern und eine weitere Vereinfachung der Anmeldung und Handhabung für die Kunden erreichen.

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