Von Jason Snell, Christian Remse - 02.07.2013, 12:00

Erste Eindrücke

Multi-Monitoring in OS X Mavericks

©Apple

Eine der bedeutendsten Funktionen unter OS X Mavericks ist die erweiterte Unterstützung mehrerer Monitore. Obwohl Macs dies schon seit Generationen beherrschen, kann der Anwender unter Mavericks nun erstmals Apps auf einem zweiten Display im vollen Umfang nutzen.
Mit OS X Mavericks kommt endlich eine Multimonitorunterstützung - sogar über Apple TV verbundene Fernseher dienen künftig als Zweitmonitor. Doch das ist noch nicht alles. Auch der Finder bietet einiges an cleveren Neuerungen.

Zwei Monitore, zwei Arbeitsbereiche

OS X Lion unterstützt Anwendungen im Vollbildmodus. Diese Funktion eignet sich vor allem für Anwender, die lediglich einen Bildschirm besitzen. Die Bedürfnisse der Nutzer, die mit mehreren Monitoren arbeiten, wurden bislang übergangen; das heißt, sobald ein Nutzer auf einem Monitor innerhalb einer Anwendung in den Vollbildmodus wechselt, erscheint auf dem anderen Bildschirm ein leerer Hintergrund. Folglich kann der Anwender Vorzüge eines Zweitmonitors wie die Ausbreitung mehrerer App-Fenster über zwei Bildschirme nicht nutzen.
Mavericks kommt nun Anwendern entgegen, die mit mehreren Monitoren arbeiten. Dabei stellen Bildschirme Inhalte unabhängig voneinander dar und verfügen über einen separaten Vollbildmodus. Beispiel: Ziehen Sie „Kalender“ auf den Bildschirm Ihres Laptops und klicken auf das Vollbildmodus-Icon, füllt die App den gesamten Bereich aus. Sobald der „Kalender“ auf dem Laptop im Vollbildmodus erscheint, können Sie nicht nur den Mauspfeil nutzen, sondern auch mit drei Fingern in eine andere Arbeitsansicht wechseln – der externe Monitor bleibt davon unberührt und behält somit ebenfalls seinen vollen Funktionsumfang bei. Hinweis: Alle, die es bevorzugen, dass die Arbeitsbereiche auf allen Bildschirmen gleich bleiben, können dies unter Mission Control einstellen.

Kein Zweitmonitor? Kein Problem

Sollten Sie über keinen externen Monitor, dafür über ein Fernsehgerät samt Apple TV verfügen, verwandelt Mavericks Ihre Flimmerkiste in einen Zweitbildschirm. Dies funktioniert ähnlich wie beim Airplay-Mirroring (das Spiegeln von Mac-Inhalten auf einem HDTV über Apple TV) unter Mountain Lion. Sind alle notwendigen Geräte innerhalb eines lokalen Netzwerks miteinander verbunden, erscheint ein Airplay-Icon in der Menüleiste. Wählen Sie Apple TV im Drop-down-Menü, können Sie wahlweise den Monitorinhalt spiegeln oder erweitern.
Aktivieren Sie letzteres, wird der Fernseher zum Zweitmonitor. Apple setzt dafür das Apple TV der zweiten Generation sowie einen Mac aus dem Jahr 2011 oder später voraus. Ein Fernsehgerät als Zweitmonitor zu verwenden hat allerdings auch seine Nachteile. So reagiert der Mauspfeil etwas zeitverzögert. Dies hat wiederum zur Folge, dass der Mauspfeil schnell einmal über das Ziel hinausschießt und es somit verpasst. Um dies zu vermeiden, ist es notwendig, den Mauspfeil so langsam wie möglich zu bewegen, was das Arbeiten allerdings erschwert. Der Fernseher erweist sich dennoch als nützlicher Zweitmonitor – auch wenn sich lediglich nur ein Apple TV auf einmal verwenden lässt.

Ein Dock, zwei Menüleisten

Während OS X bislang nur eine Menüleiste bot, erhält unter Mavericks jeder Monitor seine eigene – für die bessere Unterscheidung ist die inaktive Leiste transparenter als die aktive. Getrennte Menüleisten haben jede Menge Vorteile: So müssen Sie beispielsweise nicht mehr länger den Mauspfeil über zwei Monitore hinweg bewegen, sondern können Funktionen und Befehle direkt auf dem jeweiligen Bildschirm aufrufen und sich somit jede Menge Zeit und Mausarbeit sparen.
Etwas anders sieht es beim Dock aus. Mavericks bietet lediglich ein Dock, das der Nutzer wahlweise am ganz linken oder ganz rechten Rand der Arbeitsfläche ausrichten kann. Sollte der Anwender das Dock am unteren Rand des Arbeitsbereichs platzieren, „verfolgt“ ihn die App-Leiste. Das heißt: Verschiebt der Nutzer den Mauspfeil auf den externen Monitor und aktiviert beispielsweise eine App, verweilt das Dock zunächst an seiner Stelle. Bewegt der Anwender den Mauspfeil allerdings an das untere Ende des externen Monitors (ganz so als ob er das Dock aus der Versenkung hervorheben würde), rutscht das Dock vom primären auf den sekundären (externen) Monitor.
Verschieben Sie zudem ein Fenster von einem Monitor auf den anderen, verblasst es zunächst und erhält seine ursprünglich Gestalt erst dann wieder, wenn es auf dem Zielbildschirm angekommen ist. Somit wird das optische Halbieren von Fenstern elegant umgangen.
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