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Netzwerke mit OS X Mavericks einrichten

25.11.2013 | 12:00 Uhr |

Apples OS X Mavericks bietet wie seine Vorgänger einfache Kommunikation mit anderen Macs und Windows-PCs. Wir zeigen, wie Sie schnell Netzwerkverbindungen einrichten können.

Schon vor der Einführung von OS X war der Mac sehr kommunikationsfreudig. Ende der 1980er-Jahre hatte Apple sich für die Implementation des sogenannten Internet-Protokolls TCP/IP entschieden, zum Datentausch untereinander nutzten und nutzen Macs das Protokoll AFP (Apple Filing Protocol). Schon mit OS X 10.2 implementierte Apple Samba, die Open-Source-Version des Microsoft-Netzwerkprotokolls SMB, und machte so einfachen Datentausch mit Windows-PCs im Netzwerk möglich. Mavericks unterstützt genau wie Mountain Lion das SMB2-Protokoll, das Microsoft mit Windows Vista vorgestellt hatte.

Die Basis dafür ist seit OS X 10.7 nicht mehr Samba, sondern eine eigene Implementierung von Apple namens SMBX. Der von Apple genutzte Schwerpunkt von SMB2 liegt weiter auf dem Datentausch zwischen den Systemen. Weitere Optionen wie Remote- und Gruppenfunktionen spielen in reinen Windows-Umgebungen, nicht aber für Macs in Umgebungen mit Windows-PCs eine Rolle. Die inzwischen mit Windows 8 ausgelieferte Version SMB3 kommt in Mavericks nicht zum Einsatz, die genannte zusätzliche Funktionalität wird nicht hier benötigt.

Einfach und sicher

Einen recht großen Bruch zeigt Mavericks nur unter der Haube: Mit OS X 10.9 kommt beim Datentausch zwischen zwei Macs mit Mavericks nicht mehr das Apple-Protokoll AFP, sondern SMB2 zum Einsatz. Laut Apple bietet es bessere Performance und mehr Sicherheit als das in die Jahre gekommene AFP. Das Protokoll ist aber weiter an Bord und kommt zum Einsatz, wenn ein Mavericks-Mac mit einem anderen Mac Daten tauscht, der ein älteres OS X einsetzt – etwa Lion oder Mountain Lion.

Wer in seinem Netzwerk nur mit Macs unter Mavericks und Windows-PCs kommuniziert, kann Apples Protokoll AFP in den Systemeinstellungen unter Freigaben ausschalten. Untereinander kommunizieren Mavericks-Macs schneller mit SMB2, AFP wird nur für den Datentausch mit Macs unter älteren OS-X-Versionen benötigt.
Vergrößern Wer in seinem Netzwerk nur mit Macs unter Mavericks und Windows-PCs kommuniziert, kann Apples Protokoll AFP in den Systemeinstellungen unter Freigaben ausschalten. Untereinander kommunizieren Mavericks-Macs schneller mit SMB2, AFP wird nur für den Datentausch mit Macs unter älteren OS-X-Versionen benötigt.

Kabel oder WLAN

Von all den Protokollhintergründen bemerkt der Benutzer auch unter Mavericks nichts. Neben dem reinen Datentausch oder der Ausgabe auf Netzwerkdruckern greifen inzwischen fast alle Programme auf Daten im lokalen Netzwerk oder im Internet zu. Ob nun Adressen und Termine über iCloud, Facetime-Telefonate, Chats oder andere Kommunikationswege, ohne Netzwerk geht fast nichts am Mac. Mavericks unterstützt zudem diverse Netzwerkprotokolle, kann also auch mit „fremden“ Netzen kommunizieren.Bereits seit Lion integriert ist etwa die Unterstützung von Version 4 des von Sun entwickelten Network File Sys­tem (NFS). Mit dem Mac können Sie ohne besondere Probleme auf alle möglichen Dienste und Server zugreifen. Die Grundlage für all das bildet ein Netzwerk.

Mit Lion erst hatte Apple den seit 1999 für drahtlose Netzwerke eingeführten und nur bei Apple verwendeten Begriff „Airport“ abgeschafft und dafür „Wi-Fi“ eingeführt. Mit Mountain Lion wurde aus „Wi-Fi“ „WLAN“ – dabei ist es bei Mavericks geblieben. Die Technologie hinter den drahtlosen Netzwerken ist natürlich auch geblieben, in unserem Workshop zeigen wir Schritt für Schritt, wie Sie die Netzwerk­einstellungen von Mavericks für eine Verbindung per Ethernet oder WLAN konfigurieren, inklusive der Anmeldung an einem verschlüsselten drahtlosen Netzwerk. Mit den Zugangsdaten, die Sie von Ihrem Internet-Provider erhalten, ist die Verbindungsaufnahme normalerweise kein Problem.

Daneben zeigen wir auch, wie Sie einen geeigneten Mac mit Ethernet-Port und WLAN-Modul in einen Hotspot verwandeln – etwa unterwegs als Zugang für das iPad.

Ethernet konfigurieren

1. Automatische Konfiguration des Netzwerkzugangs: TCP/IP mit DHCP

Die Konfiguration des Netzwerkzugangs erfolgt in der Systemeinstellung „Netzwerk“. In OS X 10.9 sind links die Ports zu sehen und rechts daneben die Einstellungen. Um die Ethernet-Schnittstelle zu konfigurieren, aktivieren Sie sie und wählen rechts im Menü „Konfiguration“ den gewünschten Modus. Voreingestellt ist hier „DHCP“, was bedeutet, dass sich der Mac die notwendigen TCP/IP-Einstellungen automatisch von einem DHCP-Server holt.

2. Manuelle Eingabe der IP-Zugangsdaten zum Router : TCP/IP manuell

So einfach die Netzwerkverbindung über DHCP-Server auch ist, wenn Sie in Ihrem Netzwerk mehrere Rechner, dazu Drucker und iOS-Geräte einsetzen, raten wir zur manuellen Adressvergabe. Das hilft, den Überblick zu behalten. Wählen Sie die Konfigura­tionsmethode „Manuell“. Sie müssen die IP-Nummer und Teilnetzmaske eintragen. Wählen Sie dann „Weitere Optio­nen“, hier den Reiter „DNS“. Tragen Sie 8.8.8.8 für Googles Nameserver ein.

DSL-Modem

1. Direkten DSL-Zugang am Mac einrichten : Providerdaten

Neben dem Internet-Zugang über einen DSL-Router unterstützt Mountain Lion auch die direkte Verbindung über ein DSL-Modem vom Provider. Verbinden Sie den Ethernet-Port mit dem DSL-Modem, und wählen Sie im Konfigurationsmenü „PPPoE“. Danach können Sie die Zugangsdaten Ihres Internet-Providers eintragen. Für den normalen Ethernet-Dienst wählen Sie die Konfiguration „Aus“, damit das System hierüber keine Dienste anbietet.

2. PPP-Einstellungen: Verbindungsparameter und -dauer festlegen

Unter „Weitere Optionen“ finden Sie unter anderem die TCP/IP-Einstellungen. Außerdem können Sie unter „PPP“ noch einige nützliche Einstellungen zur Session vornehmen. Dazu gehört der automatische Aufbau einer Internet-Verbindung bei Bedarf, die Zeitspanne, nach der eine ungenutzte Verbindung beendet wird, sowie Einstellungen zum automatischen Beenden bei Abmeldung oder Benutzerwechsel.

WLAN-Zugang einrichten

1. Verfügbare WLAN-Netzwerke in der Umgebung anzeigen

Ist WLAN als Anschluss ausgewählt, stellt Ihnen Mavericks in der Sys­temeinstellung „Netzwerk“ und „Netzwerkname“ sämtliche WLAN-Netzwerke in der Umgebung dar, die sichtbar sind – sie lassen sich direkt auswählen. Das kleine Schloss neben dem Namen bedeutet, dass das Netz verschlüsselt ist. Mavericks zeigt darüber hinaus zu jedem Netzwerk dessen Signalstärke an.

2. Versteckte WLAN-Netzwerke: Anmeldung bei einer unsichtbaren Basisstation

Sicherheitsbewusste Netzwerk-Administratoren „verstecken“ den Netzwerknamen, das WLAN-Netzwerk wird nicht dargestellt. Um Verbindung aufzunehmen, wählen Sie im Menü „Netzwerkname“ den Befehl „Mit anderem Netz verbinden“. Nun können Sie Netzwerkname, Verschlüsselungsmethode und Kennwort eingeben. „Verbinden“ startet die Anmeldung.

Mac als Hotspot

1. Hotspot einrichten: Ethernet- und WLAN-Verbindung nutzen

Desktop-Macs und Macbooks verfügen sowohl über kabelgebundenes Ethernet als auch über WLAN. Verbinden Sie den Mac per Kabel mit dem Internet. Wählen Sie in der Systemeinstellung Sharing die Option „Internetfreigabe“ an, ohne die Checkbox zu aktivieren. Unter „Verbindung freigeben“ wählen Sie „Ethernet“ und aktivieren die Checkbox vor „WLAN“.

2. Hotspot nutzen: Verschlüsseltes Netz anlegen

Drücken Sie den Button „WLAN-Optionen“. Als Netzwerkname ist der Name Ihres Mac eingetragen, einen Kanal können Sie frei wählen. Unter „Sicherheit“ wählen Sie „Persönlicher WPA2“ und vergeben ein Passwort, damit Ihre Verbindung verschlüsselt ist. Klicken Sie „OK“, und aktivieren Sie das Häkchen vor „Internetfreigabe“. Das „Mac-WLAN“ steht jetzt iPad und Co. zur Verfügung.

Drahtlosnetze verwalten

1. DHCP oder manuell: Zugangsdaten zum drahtlosen Netzwerk eintragen

Wie bei kabelgebundenen Netzwerkverbindungen haben Sie auch bei WLAN-Netzen die Wahl zwischen DHCP (unterwegs) und manueller IP-Vergabe. Zu Hause sollten Sie auch hier die manuelle Vergabe wählen. Hierzu klicken Sie auf „Weitere Optionen“ und dort auf den Reiter „TCP/IP“. Wählen Sie bei manueller IP-Vergabe dann den Reiter „DNS“, und tragen Sie den Nameserver ein.

2. WLAN-Netze managen: Mavericks merkt sich einmal besuchte WLAN-Netzwerke

Sobald Sie sich mit einem WLAN-Netzwerk verbunden haben, merkt sich Mavericks die Zugangsdaten und speichert sie für spätere Besuche. Die Anmeldung zu bekannten WLAN-Netzwerken erfolgt dann automatisch. Bestimmte Aktionen, wie etwa die Deaktivierung der WLAN-Schnittstelle oder das Anlegen von Ad-hoc-Netzen, können Sie dem Administrator vorbehalten.

Airdrop und Mavericks

1.Prüfen, ob der Mac Airdrop und Wake on LAN bietet

Macs lassen sich durch Netzwerkanfragen anderer Rechner aus dem Ruhezustand wecken. Per Kabel funktioniert das immer, bei WLAN-Verbindungen ist ein Airport Extreme oder Timecapsule als Router vorausgesetzt. Um herauszufinden, ob Ihr Mac das Feature unterstützt, zudem auch für Airdrop vorbereitet ist, öffnen Sie Sys­tembericht und wählen „WLAN“ in der Sektion „Netzwerk“. Die Funktionen sind gelistet.

2. Airdrop nur mit Macs: Kein einfacher Datentausch mit iOS-7-Geräten

Den einfachen Datentausch zwischen Macs gibt es schon seit OS X 10.8 Mountain Lion. Mit iOS 7 haben Benutzer aktueller iOS-Geräte ab iPhone 5 und iPad 4/Mini Airdrop ebenfalls als Feature bekommen. Allerdings funken die Systeme ihre Dateien nur innerhalb ihrer Welten. Ein einfacher Datentausch per Airdrop zwischen einem Mavericks-Mac und einem aktuellen iPhone oder iPad klappt leider auch mit OS X 10.9 noch nicht.

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