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Alternativen für Fotostream am Mac und PC

19.04.2013 | 13:35 Uhr |

Es muss nicht immer Apples Fotostream sein, um Bilder zwischen diversen iOS-Geräten und Rechnern auszutauschen und überall zur Verfügung zu haben. Wir stellen Alternativen vor und zeigen, welche Vor- und Nachteile die Dienste haben

Mit der Digitalisierung der Fotografie hat bei den meisten Anwendern auch die Zahl der gemachten Bilder drastisch zugenommen, da die Kosten für Filme, Entwicklung und Abzüge entfallen. Außerdem haben heute auch viele Handys und Tablet-PCs eine Kamera, sodass man neben der Digitalkamera auch diverse andere Geräte nutzt. Cloud-Dienste à la Fotostream helfen dabei, die neuen Fotos automatisch zu sammeln und überall verfügbar zu machen. Wir vergleichen die Fotofunktionen der populären Dienste Fotostream , Dropbox und Google Drive .

Fotos sammeln
Es hat klare Vorteile, die Fotos an einer Stelle zu sammeln, egal ob sie mit dem iPhone, einem anderen iOS-Gerät oder einer beliebigen Digitalkamera aufgenommen wurden. Ein zentrales Archiv ist übersichtlicher und erleichtert die Suche. Außerdem wird das Backup einfacher. Hinzu kommt, dass man bestimmte Fotos von hier aus auf andere Geräte verteilen kann. Ein Cloud-Dienst ist eine komfortable Lösung. Er kann das Kopieren der Fotos automatisieren oder auch als zentrales Backup dienen.

3 Tippen Sie oben rechts auf die Plustaste, können Sie ein neues Dokument oder einen Ordner anlegen. Hier können Sie auch den manuellen Upload von Fotos starten. Es lassen sich mehrere in einem Rutsch hochladen.
Vergrößern 3 Tippen Sie oben rechts auf die Plustaste, können Sie ein neues Dokument oder einen Ordner anlegen. Hier können Sie auch den manuellen Upload von Fotos starten. Es lassen sich mehrere in einem Rutsch hochladen.

Bilder auf iCloud laden
Apples Fotostream ist ein Teil des iCloud-Dienstes. Als solcher ist er natürlich perfekt in iOS und OS X integriert. Windows-Nutzer müssen beim Komfort ein paar Abstriche machen, können Fotostream aber ebenfalls verwenden. Mit Fotostream können Sie automatisch neue Fotos vom iPhone oder anderen iOS-Geräten auf iCloud laden. Der Fotostream auf jedem Gerät zeigt die 1000 neuesten Bilder. Kommen nach Erreichen dieser Grenze neue hinzu, werden automatisch die ältesten gelöscht. Neu hochgeladene Bilder werden nach 30 Tagen vom Server entfernt. So lange hat man Zeit, sie mit jedem Gerät abzuholen. Löscht man ein Bild aus Fotostream, wird es von allen Geräten entfernt, die es geladen haben. Der Fokus von Fotostream liegt auf dem schnellen Synchronisieren über iCloud, nicht auf der Lagerung.

3 Tippen Sie oben rechts auf die Plustaste, können Sie ein neues Dokument oder einen Ordner anlegen. Hier können Sie auch den manuellen Upload von Fotos starten. Es lassen sich mehrere in einem Rutsch hochladen.
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Fotostream auf Mac & PC
Für die unbefristete Speicherung aktivieren Mac-Benutzer am besten den Zugriff auf Fotostream in iPhoto oder Aperture . Die Programme können neue Bilder automatisch in ihre Sammlung importieren und damit dauerhaft lokal speichern. Man muss sie dann nur noch regelmäßig starten, um neue Bilder zu laden, bevor sie wieder vom iCloud-Server gelöscht werden. Auch der Fotostream-Upload neu importierter Fotos – zum Beispiel von anderen Kameras – lässt sich in den beiden Fotoprogrammen problemlos automatisieren.

Fotostream nutzen

Zur Verwendung von Fotostream benötigen Sie einen iCloud-Account, der auf dem iPhone kostenlos über „Einstellungen > iCloud“ eingerichtet werden kann. Ist iCloud aktiv, können Sie dort auch Fotostream einschalten. Von da an werden bei aktiver WLAN-Verbindung neue Fotos vom iPhone hochgeladen und umgekehrt alle Bilder vom iCloud-Server in das Album „Mein Fotostream“ heruntergeladen. Das Gleiche passiert auf dem Rechner. Unter OS X wird der persönliche Fotostream in iPhoto oder Aperture angelegt, unter Windows dient ein Ordner, der in den iCloud-Einstellungen festgelegt wird, als Speicher.

Unter Windows dient ein normaler Ordner als lokaler Speicher. Er funktioniert wie Fotostream auf iPhone & Co. Wird ein Foto hochgeladen oder gelöscht, wird die Änderung mit dem Ordner synchronisiert. Für eine dauerhafte Speicherung unter Windows benötigt man eine Software, die die Bilder aus dem Fotostream-Ordner abholt. Um Fotos auf den Server hochzuladen, legen Sie sie einfach in den Fotostream-Ordner.

Dienst mit Extras
Neben dem Synchronisieren von privaten Fotos auf eigenen Geräten hat Fotostream noch ein paar Extras zu bieten. Sie können Alben für andere freigeben. Diese gemeinsamen Fotostreams können andere mit der App Fotos (oder den genannten Mac-Apps) abonnieren und Kommentare zu Fotos hinterlassen. Wollen Sie Bilder mit jemandem austauschen, der kein geeignetes Gerät hat, lässt sich der gemeinsame Fotostream als Website veröffentlichen. Sie können übrigens auch via Apple TV auf Fotostream zugreifen.

Mit Dropbox speichern
Eine Alternative zu Fotostream ist der Cloud-Dienst Dropbox . Der hat sich vom reinen Online-Speicher für Dateien zu einem sehr vielseitigen Dienst entwickelt, der auch Fotofreunden einiges zu bieten hat. In der kostenlosen Variante bietet Dropbox dem Anwender 2 GB Speicherplatz, die man durch das Werben von Freunden und andere Aktionen auf bis zu 18 GB aufstocken kann. Dazu gibt es kostenpflichtige Pro- und Team-Accounts mit mehr Speicherplatz und zusätzlichen Funktionen. Für die Erweiterung auf 100 GB zahlt man zum Beispiel rund 10 Dollar im Monat oder 99 Dollar im Jahr.

Dropbox für Fotos

Zum Einrichten eines kostenlosen Kontos auf der Website des Dienstes ( www.dropbox.com ) brauchen Sie nicht mehr als eine gültige Mailadresse. Aber Dropbox ist nicht nur ein simpler Online-Speicher. Die Software kann auch mit dem iPhone gemachte Bilder und Videos automatisch in die Dropbox laden. Dabei wird ein eigener Ordner für das Fotoarchiv angelegt. Sie haben außerdem die Wahl, ob die Fotos nur per WLAN oder auch über Mobilfunk übertragen werden sollen. Beim Foto-Import von einer Kamera auf Mac und PC können Sie ebenfalls den automatischen Upload in die Dropbox aktivieren.

Dropbox bietet ein einfaches Webinterface, über das sich alle Funktionen nutzen lassen. Dazu gibt es eine Client-Software für Windows, OS X und Linux, die sich auf dem Rechner installieren lässt. Sie gleicht den Inhalt des Dropbox-Accounts mit einem Ordner auf dem Rechner ab. Wird über die Website oder den Dropbox-Ordner auf einem Rechner eine Datei hinzugefügt oder entfernt, so überträgt sich diese Änderung sofort auf alle angemeldeten Clients.

In den Dropbox-Einstellungen (links) starten Sie den Upload von Kameraimporten. Unter Windows führt das zur Systemfunktion „Automatische Wiedergabe“.
Vergrößern In den Dropbox-Einstellungen (links) starten Sie den Upload von Kameraimporten. Unter Windows führt das zur Systemfunktion „Automatische Wiedergabe“.

Dropbox auf dem iPhone
Als weitere Ergänzung gibt es eine Dropbox-App für iPhone und iPad. Im Gegensatz zu Fotostream zeigt sie den Inhalt der Dropbox nur an und lädt Dateien erst, wenn man sie auswählt. Man kann allerdings über die Favoritenfunktion Dateien markieren, die lokal auf dem iPhone gespeichert werden sollen und dann auch offline zur Verfügung stehen. Für mit dem iPhone aufgenommene Fotos bietet die App einen besonderen Service. Sie kann die Bilder des Albums „Aufnahmen“ der iOS-App Fotos automatisch auf den Dropbox-Account laden, in einen Ordner namens „Kamera-Uploads“. Auf diesen können dann alle Dropbox-Clients zugreifen. Außerdem können Sie mit der App manuell Fotos vom iPhone hochladen. Es lassen sich auch Bilder aus dem Upload-Ordner löschen.

3 Tippen Sie oben rechts auf die Plustaste, können Sie ein neues Dokument oder einen Ordner anlegen. Hier können Sie auch den manuellen Upload von Fotos starten. Es lassen sich mehrere in einem Rutsch hochladen.
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Darüber hinaus lässt sich mit dem Dropbox-Client auf dem Rechner der Upload von Kameras aktivieren. So wird die Dropbox zum zentralen Fotoarchiv, ohne Begrenzung von Alter oder Anzahl wie bei Fotostream. Die Daten werden über den Anbieter automatisch gesichert, und in Grenzen lassen sich gelöschte Dateien oder alte Versionen wiederherstellen.

Alternative Google Drive
Google Drive verfolgt einen anderen Ansatz, lässt sich aber trotzdem zur Sammlung von Fotos nutzen. Der Dienst bietet 5 GB kostenlosen Online-Speicher. Seine Stärke ist die Bearbeitung von Office-Dokumenten mit den integrierten Web-Apps im Browser. Dazu bietet er sehr gute Teamfunktionen, sodass man in Gruppen gemeinsam an Dokumenten arbeiten kann. Die Unterstützung für Fotos ist rudimentär, man kann sie sammeln, anzeigen lassen und mit Kommentaren versehen. Über Web-Apps von Drittanbietern lässt sich der Funktionsumfang im Browser erweitern. Für Windows und OS X gibt es eine Client-Software , die den Inhalt Ihres Online-Speichers automatisch mit dem Rechner synchronisiert.

Bilder auf Google Drive

Die Voraussetzung für Google Drive ist ein Google-Konto, das Sie kostenlos über die Website ( https://accounts.google.com ) oder die App des Dienstes beantragen können. Der Account bei Google stellt Ihnen 5 GB Online-Speicher und einen Mail-Account (mit 10 GB Kapazität) zur Verfügung. Die Fotos müssen manuell mit der iOS-App oder über einen Browser hochgeladen werden. Der Zugriff erfolgt dann auf dem gleichen Weg. Die Bilder lassen sich betrachten, herunterladen und mit anderen Nutzern teilen. Umfangreiche Bearbeitungsmöglichkeiten wie bei Office-Dokumenten gibt es für Fotos derzeit noch nicht.

Über die kostenlose App Google Drive kann man auch von iPhone und iPad auf seine Online-Dokumente zugreifen. Dabei werden die Dokumente nur angezeigt, Sie können jedoch die lokale Speicherung für einzelne aktivieren oder Favoriten markieren. Außerdem können Sie Fotos und Videos aus der iPhone-Sammlung manuell auf Google Drive laden. Automatische Uploads neuer Fotos gibt es nicht, aber Google ist ständig dabei, den Dienst zu erweitern. Für 2,49 oder 4,99 Dollar im Monat lässt sich die Kapazität auf 25 beziehungsweise 100 GB erweitern.

Die richtige Wahl
Wer neue Fotos schnell auf viele Geräte verteilen und auf allen lokale Kopien vorhalten will, ist bei Fotostream genau richtig. Der Dienst ist kostenlos und perfekt in das Apple-Universum integriert, von iOS über OS X und iPhoto bis Apple TV. Unter Windows muss man auf etwas Komfort verzichten, ist aber ebenfalls Teil des Fotonetzwerks. Negativ fallen am iPhone die großen Datenmengen für die Übertragung und lokale Speicherung auf. Außerdem werden alte Bilder gelöscht, sodass man Fotostream nicht als Archiv nutzen kann.

Dropbox bietet ebenfalls den automatischen Upload selbst gemachter Fotos und dazu die Möglichkeit zur zentralen dauerhaften Online-Sammlung mit integriertem Backup. Auf dem iPhone ist die Lösung deutlich schlanker, da Bilder auf den mobilen Geräten erst nach Anforderung geladen werden. Das kann aber auch lästig sein, wenn man unterwegs auf Bilder zugreifen will, jedoch gerade keine schnelle Internet-Verbindung hat. Ein prinzipielles Problem von Dropbox ist, dass relativ leicht versehentlich etwas entfernt wird. Die Dropbox wird am Rechner wie ein lokaler Ordner behandelt. Zieht man ein Bild heraus, verschwindet es vom Server und damit von allen Geräten.

Für Google Drive spricht das große kostenlose Platzangebot von 5 Gigabyte inklusive Backup durch Google. Über Browser und App haben Sie Ihre Dokumente von überall im Zugriff und können sie flexibel mit anderen Nutzern teilen. Auf besonderen Komfort, wie den automatischen Upload neuer Fotos oder das Synchronisieren mit dem iPhone, müssen Sie jedoch noch verzichten.

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