Neue Techniken in Photoshop CS5
3D-Tricks in Photoshop CS5 Extended
Mit der Repoussé-Funktion in Photoshop CS5 Extended haben Anwender eine einfache Möglichkeit, 3D-Modelle durch Extrusionen zu erzeugen. Unser Workshop vermittelt einen Einstieg in den Ablauf bis hin zum fertigen Render-Ergebnis
Der Begriff "Repoussé" stammt aus dem Handwerklichen und meint das Austreiben von Formen aus einem Metallblech. In Photoshop CS5 Extended erweitert der Repoussé-Dialog entsprechend 2D-Vorlagen um die dritte Dimension. Damit hat man einen Mini-Modeller, mit dem sich bereits viele 3D-Körper gestalten lassen. Die Extrusionen funktionieren mit Textebenen, Masken, Pfade und Auswahlen. Durch Verdrehen, Neigen und Biegen können die Körper viele verschiedene Formen annehmen und mit weiteren Auswahlen oder Pfaden als so genannte Interne Constraints weiter verformt werden. Bereits im Repoussé-Dialog ist auch der Zugriff auf Materialien für die Oberflächen sowie Lichtquellen und Rendereinstellungen möglich. Außerdem lässt sich die Ansicht einstellen und der 3D-Körper (Mesh) im Raum positionieren. Das Finish findet allerdings im 3D-Bedienfeld statt, das wir hier in den Grundlagen behandeln.
Textkörper mit Repoussé
Simulierte 3D-Effekte mit Text gibt es schon seit der ersten Photoshop-Version. Mit Repoussé sind nun echte 3D-Textkörper möglich, und das auf sehr einfache Weise. Vor dem Einsatz von Repoussé sollte man allerdings die Rechtschreibung prüfen, denn das Editieren von Text ist dann nur noch schwer möglich.
1. Text vorbereiten
Für den Text verwenden wir die Schrift Gill Sans Bold. Denn für Repoussé sind solche serifenlosen und fetten Schriften am besten geeignet. Zur Vorbereitung nutzen wir die Text-Verkrümmen-Funktion "Torbogen" mit einer horizontalen Verzerrung von +25.
2. Texteingabe beenden
Der Texteingabemodus muss beendet sein, um nun Repoussé aus dem 3D-Menü aufzurufen. Da eine Textebene vorliegt, ist hierbei die einzige Menü-Option "Textebene". Für Repoussé muss die Ebene zudem gepixelt werden, wofür ein Warndialog erscheint. Um den Mesh-Körper schnell und räumlich darzustellen, wählt man am besten bei Materialien > Alles "Keine Textur". Mit den Werkzeugen "Mesh drehen" und "Mesh verschieben" passen wir die Ansicht an.
3. Schrift verzerren
In den Formvorgaben findet man bereits einige Ausgangspunkte für den Mesh-Körper. Wir wählen die Vorgabe "Wirbel" und passen Tiefe, Skalieren, Verdrehen und Biegen an, wie in der Abbildung zu sehen. Mit dem Werkzeug "Mesh schwenken" passen wir die Ansicht an. Die Kanten der Vorderseite werden mit der Halbrund-Kontur abgeflacht.
4. Oberfläche gestalten
Jetzt werden die Oberflächen mit Materialien versehen. Wir versehen die Vorderseite mit "Gemstone Aquamarin", die abgeflachte Kante 1 (die vordere) mit "Gemstone Garnet" und die Seiten mit "Metal Copper 2". Schließlich stellen wir die Lichtquellen auf die Vorgabe "Sonnenlicht", die Mesh-Qualität auf "Optimal" und bestätigen den Dialog mit OK. Noch gibt das Dokument nur eine ungefähre Darstellung der Oberflächen wieder, doch das ändert sich im nächsten Schritt.
5. Rendern
Nun ruft man das Bedienfeld "3D" auf und aktiviert in diesem oben den Filter "Gesamte Szene". Markiert man in der Liste oben "Szene", sind die Rendereinstellungen aktiv. Bei den Render-Einstellungen im unteren Teil wählen wir zunächst bei Qualität "Raytracing - Entwurf", um einen ersten Eindruck vom Renderergebnis zu bekommen. Bei "Malen auf" wählen wir "Eigenleuchten". Für die endgültige Ausgabe, bei der das Rendern etwas länger dauert, ist schließlich die Option "Raytracing - endgültig" geeignet.
Tipp Man kann während des Renderns wieder zum Repoussé-Dialog zurückkehren, um dort Änderungen vorzunehmen. Das Rendern wird dann automatisch wieder aufgenommen beziehungsweise von vorne gestartet.
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