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Nicht ohne mein Backup - Time Machine in der Praxis

30.05.2014 | 16:41 Uhr |

Alle Daten weg? Mich wird es schon nicht treffen, denken viele Anwender. Statt auf das Glück zu vertrauen, nehmen Sie sich lieber am nächsten Wochenende ein paar Stunden Zeit für die Backup-Planung. Mehr braucht es nicht.

Eine kaputte Festplatte oder ein simpler Bedienungsfehler reichen, um wichtige Daten zu zerstören. Trotzdem gewinnt beim Thema Backup leider viel zu oft der innere Schweinehund. Es bringt keinen unmittelbaren Vorteil, macht zusätzliche Arbeit und ist überhaupt nur was für Profis. So oder so ähnlich sind die üblichen Ausreden zur Beruhigung des schlechten Gewissens. Wenn dann allerdings plötzlich unwiederbringliche Fotos, alle alten E-Mails oder die Arbeit der letzten Woche weg sind, ist das Gejammer groß. Dabei lässt sich das Risiko ganz einfach und kurzfristig aus der Welt schaffen.

Backup mit Mavericks

Alles was man dafür braucht, ist eine externe Festplatte, wobei ein günstiges USB-Laufwerk völlig ausreicht. Zur Bestimmung der Größe schauen Sie mit Befehlstaste-I nach, wie viel Platz auf dem Startlaufwerk belegt ist. Das Backup-Volume sollte dann mindestens doppelt so groß sein. Im Zweifel wählen Sie es lieber etwas üppiger. Haben Sie die interne Festplatte partitioniert, müssen Sie natürlich auch die anderen Volumes berücksichtigen, wenn die ebenfalls mit gesichert werden sollen.

Die benötigte Software bringt OS X mit Time Machine bereits mit. Dabei handelt es sich um eine sehr einfach zu nutzende Backup-Lösung, die einmal konfiguriert automatisch das Sichern Ihrer Daten übernimmt. Vom Anschließen einer externen Festplatte bis zum Start des ersten Backups darauf dauert es nur Minuten. Time Machine sichert einmal die kompletten Daten und dann stündlich alle geänderten Dateien. Dabei behält es zunächst die Sicherungen der letzten 24 Stunden. Danach fasst es die Backups für einen Monat zu täglichen Ständen zusammen und danach zu wöchentlichen. So spart Time Machine Platz auf dem Backup-Volume. Geht der Platz trotzdem zur Neige, werden allerdings die ältesten Backups gelöscht.

Das Macwelt-Wochenendprojekt

Unser Do-it-Yourself-Experte Matthias Zehden stellt ab sofort jede Woche ein kleines Projekt vor, das Sie sich an einem verregneten Wochenende vornehmen können, egal ob Optimierungen an Ihrer Netzwerkinfrastruktur oder Ausmist-Arbeiten an Ihren Mediatheken.

Den Anfang haben wir am vergangenen Wochenende mit einem bekanntes Problem gemacht: Zuviele Geräte hängen im Wi-Fi-Netz, vernünftiges Video-Streaming ist nicht mehr perfekt möglich .

Time Machine einschalten

Haben Sie Time Machine noch nicht konfiguriert und schließen eine externe Festplatte an, fragt OS X nach dem Mounten des Volumes automatisch, ob Sie es für Time Machine nutzen wollen. Bestätigen Sie das, beginnt in zwei Minuten das erste Backup darauf. Haben Sie die Platte schon anderweitig benutzt, löschen Sie sie am besten zuerst mit dem Festplattendienstprogramm. Sie können Time Machine dann manuell starten, indem Sie die gleichnamige Systemeinstellung öffnen. Hier stellen Sie den großen Schalter auf der linken Seite des Fensters auf „Ein“ oder klicken rechts auf „Backup-Volume auswählen“. Es erscheint eine Liste der verfügbaren Volumes, in der Sie die USB-Festplatte wählen. Falls vorhanden, können Sie hier übrigens auch eine Time Capsule auswählen, Apples Router mit eingebauter Festplatte. Danach startet Time Machine nach kurzer Pause. Mit dem Schalter in den Einstellungen können Sie das Backup später vorübergehend ausschalten und wieder einschalten, ohne die aktiven Einstellungen zu ändern. Damit ist die wichtigste Arbeit schon erledigt, das Backup ist aktiv. Als Feintuning lassen sich bei Bedarf nun noch einige weitere Optionen nutzen.

Das Backup verschlüsseln

Um zu verhindern, dass jemand die Backup-Festplatte nimmt und davon unberechtigt Daten wiederherstellt, lässt sich deren Inhalt beim Sichern verschlüsseln. Bei der Auswahl des Backup-Volumes aktiviert man dafür unterhalb der Liste die Option „Backups verschlüsseln“. Die Codierung durch Time Machine ist unabhängig von der entsprechenden Einstellung des Startvolumes. Sichern Sie Letzteres mit Filevault, muss die Verschlüsselung in Time Machine trotzdem noch separat aktiviert werden. Sonst landen auch die Daten eines Filevault-verschlüsselten Volumes später ungesichert im Backup.

Platz beim Backup sparen

Im nächsten Schritt lässt sich auch der Umfang des Backups noch reduzieren. Oft ist es weder nötig noch erwünscht den kompletten Datenbestand zu sichern. Um dem gerecht zu werden, kann man Ausnahmen definieren, wie zum Beispiel externe Laufwerke oder den Dropbox-Ordner. Hierfür klicken Sie unten in den Time-Machine-Einstellungen auf „Optionen“. Es erscheint eine Liste der Objekte, die nicht gesichert werden. Sie können nun einfach Dateien, Ordner oder ganze Volumes vom Finder in die Lis­te ziehen, um sie vom Backup auszunehmen. Außerdem können Sie über die Plus-/Minustasten unter der Liste deren Inhalt bearbeiten. Mit „Sichern“ übernehmen Sie die aktuelle Auswahl.

Zwei Volumes nutzen

Eine praktische, mit Mavericks eingeführte Option ist die abwechselnde Sicherung auf zwei Volumes, die vor dem Ausfall einer Time-Machine-Platte schützt oder die Sicherung eines Macbooks an zwei Arbeitsplätzen erlaubt. Apple nennt das „Alternierende Backups“. Hierzu klicken Sie in den Einstellungen von Time Machine erneut auf „Volume auswählen“, markieren das zweite Laufwerk und wählen „Volume verwenden“. Time Machine fragt dann, ob Sie das früher ausgewählte Volume durch das neue ersetzen wollen. Antworten Sie hier „Beide verwenden“, führt Time Machine die Sicherungen zukünftig abwechselnd auf beiden Volumes durch.

Sicherung fürs Archiv

Sie können  auch einmalig ein anderes Volume auswählen und darauf ein Backup erstellen. Dafür wählen Sie das neue Volume über die Time-Machine-Einstellungen aus, klicken dann aber nicht auf „Beide verwenden“, sondern auf „Volume ersetzen“. Dann starten Sie ein Backup und wechseln anschließend auf dem gleichen Weg wieder zum normalen Backup-Volume zurück. Time Machine erkennt das alte Volume und macht damit wie gewohnt weiter. Das zusätzliche Backup können Sie zur Archivierung in den Schrank legen. Damit umgehen Sie das Problem, dass Time Machine normalerweise nicht als Archiv taugt, da es Backups mit der Zeit zusammenfasst oder alte Sicherungen sogar löscht, wenn ihm der Platz auf dem Backup-Volume ausgeht.

Eine weitere mögliche Ergänzung ist eine 1-zu-1-Kopie des Startlaufwerks. Dafür öffnet man das Festplattendienstprogramm und wählt in der Liste ein Volume aus. Dann klickt man auf den Reiter „Wiederherstellen“ und zieht das Startvolume in das Feld „Quelle“ und das Zielvolume – zum Beispiel auf einer externen USB-Platte – in „Ziel“. Die Taste „Wiederherstellen“ startet den Kopiervorgang. Als Ergebnis erhält man eine Kopie, die sich nicht nur zur Archivierung, sondern im Notfall auch als alternatives Startlaufwerk eignet.

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