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Versteckte Funktionen in OS X Lion - Teil 2

07.11.2011 | 15:25 Uhr |

Nicht jede Funktion von OS X Lion ist auf den ersten Blick zu erkennen. Wir zeigen, wo man versteckte Funktionen findet und mit welchen Mitteln man zusätzliche Fähigkeiten aktivieren kann

Nützliche Variationen mit Wahltaste

Viele Finder-Befehle lassen sich durch Halten der Wahltaste ("alt") beeinflussen. Dabei werden sie meistens so verändert, dass Optionen aktiviert werden, die man seltener benötigt und die deshalb nicht ständig im Zugriff sein müssen - zumindest nach Apples Auffassung. Gute Beispiele hierfür sind das bereits erwähnte Anbieten des eigenen Library-Ordners beim Öffnen des Menüs "Gehe zu" oder das Beenden von Programmen ohne Speicherung der offenen Fenster . Die Liste solcher Variationen ist noch deutlich länger. Es lohnt sich also, beim Öffnen von Programm- und Kontextmenüs einmal probeweise die Wahltaste zu drücken, um zu sehen, ob sich an den angezeigten Befehlen etwas verändert. Eine praktische neue Funktion in Lion ist die Veränderung der Funktion "Öffnen mit" im Finder. Markieren Sie ein Dokument, und öffnen Sie das Kontextmenü, um die Datei mit einem bestimmten Programm zu öffnen. Halten Sie dabei die Wahltaste gedrückt, wird der Befehl zu "Immer öffnen mit". So wird das Programm dauerhaft dem ausgewählten Dateityp zugeordnet.

Lion Tweaks - klicken statt tippen

Der Finder und viele der mitgelieferten Programme bieten Optionen, an die man auf dem normalen Weg nicht herankommt. Es fehlt schlicht der zugehörige Menübefehl oder die Checkbox in den Einstellungen. Abhilfe bietet in solchen Fällen meist das Terminal . Hier tippt man einfach den passenden Befehl ein, um die gewünschte Änderung herbeizuführen. Das Eingeben längerer Befehlszeilen in einer Kommandozeile ist jedoch nicht unbedingt jedermanns Sache und gerade für weniger erfahrene Anwender auch relativ fehleranfällig.

Für Abhilfe sorgt die kostenlose Software Lion Tweaks . Sie macht nichts anderes, als für diverse Funktionen die zugehörigen Terminalbefehle abzuschicken oder andere kleinere Änderungen vorzunehmen. So vermeidet man Tippfehler und kann die einzelnen Funktionen ganz einfach an- und ausschalten, ohne sich das Kommando merken zu müssen. Ein Klick auf einen Schalter von Lion Tweaks reicht, um die Änderung wieder zurückzunehmen. Über die Taste " Reset to Lion default " lassen sich sogar alle Werte auf einmal auf die Standardwerte von OS X Lion zurücksetzen. Mit dieser Unterstützung können auch Einsteiger ziemlich gefahrlos Änderungen an OS X Lion ausprobieren und versteckte Features aktivieren.

Die meisten Funktionen erklären sich selbst. So lässt sich etwa der in OS X Lion versteckte Library-Ordner des Benutzers wieder dauerhaft sichtbar machen (" Show the user Library Folder ") oder die gewöhnungsbedürftige Lederoptik von iCal und Adressbuch wieder in den alten Alu-Look verwandeln. Die Fensteranimationen von System und Mail kann man abschalten (" Remove?… Window animation "), genau wie die Rechtschreibprüfung, die sich allerdings auch in den Systemeinstellungen deaktivieren lässt. Das Dock lässt sich in eine einfache flache Ansicht schalten (" Enable the 2D-Dock ") und in Stapeln das Objekt unter dem Mauszeiger hervorheben (" Highlight Stack items on mouseover ").

Recht nützlich ist dagegen " Enable repeating keys ", das die Tastenwiederholung für Ziffern und Buchstaben wieder aktiviert, und " Enable permanent Scrollbars " zum Aktivieren der Scrollbalken. . Mit " Show hidden files " lassen sich alle unsichtbaren Dateien und Ordner des Systems sichtbar machen, was der Übersicht allerdings nicht zuträglich ist. Auch der nicht besonders sichere und unter Lion nicht mehr angebotene FTP-Server von OS X ist noch vorhanden und lässt sich starten (" Enable hidden FTP-server "). Wer will, kann mit " Disable local Time Machine Backup " auch die lokalen Sicherungen auf dem Startlaufwerk abschalten, die Time Machine anlegt, wenn das Backup-Laufwerk nicht verfügbar ist. Das lohnt sich allerdings nur, wenn der Platz auf der Festplatte sehr knapp ist. Diese drei Funktionen stehen unter OS X Lion normalerweise aus gutem Grund nicht zur Verfügung.

Während kosmetische Änderungen an Finder und Apps normalerweise harmlos sind, zeigen die drei zuletzt genannten Tweaks, dass man nicht jede versteckte Funktion grundlos aktivieren sollte, nur weil es geht. Weitere Beschreibungen zu Lion Tweaks finden Sie auf der Website des Entwicklers.

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