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Windows auf dem Mac nutzen

08.11.2011 | 11:01 Uhr |

Wer auf Windows nicht verzichten mag, nutzt es einfach auf dem Mac. Wir zeigen, welche Möglichkeiten es gibt und welche Software Sie brauchen

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Manchmal nützt es eben nichts: Nicht jedes Dokument lässt sich am Mac nutzen, nicht für jeden Zweck gibt es die passende Software, und auch bei Spielen hat der PC die Nase vorn. Doch da Macs und PCs von der Hardware her fast identisch sind, läuft auf Macs mit nur wenig Aufwand auch Windows-Software oder auch das komplette Microsoft-Windows-System.

Virtuelle Maschinen und Alternativen

Drei verschiedene Ansätze bringen Windows-Programme auf dem Mac zum Laufen: das Starten des kompletten Rechners unter Windows, virtuelle Maschinen und Windows-Emulationen. Den direkten Weg geht das von Apple stammende Boot Camp. Dahinter steckt die Fähigkeit jedes Intel-Macs, bei Bedarf wie ein PC auch direkt Windows booten zu können. Apple liefert nur einen Assistenten zur Einrichtung und Treiber für Mac-spezifische Hardware wie etwa die iSight-Kamera.

Virtuelle Maschinen (VMs) hingegen sind Programme, innerhalb derer ganzen Betriebssystemen vorgegaukelt wird, sie liefen auf einem richtigen PC. Die Rahmenbedingungen wie etwa die Größe des Speichers oder die virtuelle Grafik-karte diktiert die VM. Der große Vorteil ist aber, dass die VM parallel zu OS X läuft und man Windows- und Mac-Software nebeneinander nutzen kann. Die drei Vertreter dieser Gattung, Parallels Desktop (ab 60 Euro), Vmware Fusion (ab ca. 50 Dollar) und Virtual Box (kostenlos), stellen wir Ihnen hier vor.

Während alle bislang genannten Lösungen eine zusätzliche Windows-Lizenz verlangen, kommt Crossover (ab 37 Euro) ohne eine solche aus, denn diese Software fängt Aufrufe an Windows-Systemroutinen ab und er-setzt sie durch eigene. Das funktioniert vor allem bei einfacheren Programmen recht gut, klappt aber keineswegs immer

Welchen Weg wählen?

Virtuelle Maschinen sind sehr komfortabel, weil man mit ihnen Windows-Programme nutzen kann, ohne die Arbeit am Mac zu unterbrechen. Gleichzeitig sind sie aber langsamer als Boot Camp , das sich daher für leistungshungrige oder grafikintensive Programme wie Spiele anbietet. Crossover hingegen kann die Lösung sein, wenn nur sehr wenige Windows-Programme noch weiterhin benutzt werden sollen. Glücklicherweise lassen sich alle Lösungen zumindest kostenlos testen, sodass sich jeder selbst ein Bild machen kann.

Apples Boot Camp

Platte partitionieren

Was Sie für Boot Camp brauchen: eine Windows-7-Lizenz, genügend Platz auf der internen Platte für eine Windows-Partition und - falls Sie Apples Bluetooth-Exemplare nutzen - zumindest für die Windows-Installation USB-Tastatur und -Maus. Der Boot-Camp-Assistent lädt zunächst die später für Windows benötigten Treiber, erstellt eine Festplat-ten-Partition für Windows und startet den Rechner von der Windows-DVD. Am Beginn der Installation müssen Sie die "BOOTCAMP" genannte Plattenpartition zunächst formatieren.

Windows einrichten

Die Windows-7-Installation läuft genau ab wie auf einem PC, also mit etlichen Neustarts, vielen Fragen und jeder Menge Updates. Sobald Sie das hinter sich haben, installieren Sie zunächst die Boot-Camp-Treiber von dem USB-Stick oder der CD, die Sie zuvor erstellt haben, damit auch Tastatur und dergleichen laufen. Über die Boot-Camp-Systemsteuerung können Sie wieder OS X als Startsystem einstellen und umgekehrt unter OS X dann Windows als Startlaufwerk wählen.

Der Mac als besserer PC

Nur wenn der Mac direkt unter Crossover von Codeweavers Ganz ohne Windows kommt das auf dem von Linux bekannten Wine-Projekt basierende Crossover von Codeweavers aus, denn hier werden Windows-Systemroutinen durch einen Emulator nachgebildet. Crossover als kommerzielle Variante vereinfacht die Installation, verknüpft die Windows-Programme mit eigenen Routinen und legt sie lauffähig bereit. Das klappt aber nur mit anspruchsloser Software und läuft oft nicht ganz reibungslos. Geeignet ist es nur, wenn nur ein oder zwei Programme benötigt werden und diese sich im 30-Tage-Test als lauffähig erweisen, sonst ist eine VM die bessere Lösung. Windows gestartet wird, steht hier auch die volle Grafik- und Prozessorleistung zur Verfügung. Dadurch ist Boot Camp ideal für alle, die auch mal ein Spielchen wagen oder besonders leistungshungrige Programme nutzen wollen. Dafür muss man sich jeweils zwischen OS X und Windows entscheiden - beides gemeinsam geht nur mit virtuellen Maschinen und entsprechenden Leistungseinbußen.

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