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macOS Grundlagen: Ordnung auf dem Desktop

21.10.2016 | 13:11 Uhr |

Ein Desktop mit tausend verstreuten Dokumenten ist schlecht geeignet, wenn man ganz schnell etwas finden muss. macOS hilft bei der Suche mit Spotlight, aber selbst die läuft besser, wenn man die Dateien nicht wahllos auf der Festplatte verstreut

Bei jedem neu gekauften Mac nimmt man sich wieder vor, diesmal endlich Ordnung auf dem Desktop zu halten. Die Bilder werden mit Stichworten versehen und die Rechnungskopie der Internet-Bestellung kommt in einen eigenen Ordner.

Datenverhau auf dem Desktop

In der Regel sind die guten Vorsätze (wie die von Silvester) spätestens nach einigen Wochen vergessen und auf dem Desktop (oder Schreibtisch) des Mac häufen sich wieder die Symbole.

Das hat zwei Gründe:

1.) Der Desktop ist jener Ort, der immer sichtbar ist - vor allem bei Drag-and-Drop-Aktionen.

2.) Die Vorteile aller anderen Speicherorte für Dateien sind nicht sofort offensichtlich.

Ein vollkommen leerer Desktop ist deshalb ein sehr hohes Ziel, das man anstreben kann, aber selten erreichen wird - es ist ungefähr so wahrscheinlich wie die Verwandlung aller Mitmenschen in gelassene und heitere Meister des Zen.

Der Desktop als Ablage

Die folgenden Absätze sollten deshalb zeigen, wie man sich den Desktop von macOS (und einige andere besondere Ordner) optimal zu nutze macht. Jeder Mac-Besitzer darf dabei selbst entscheiden, wie viel Zeit er in die Sortierung seiner Dateien stecken will. Deshalb gibt es von unserer Seite aus auch nur drei Empfehlungen für den Umgang mit dem Schreibtisch:

1.) Maximal 20 Dateien und Ordner auf dem Schreibtisch.

2.) Ordner auf dem Schreibtisch helfen beim Sortieren.

3.) Nicht gegen die Ordnerstruktur von macOS arbeiten.

Ziel dieser drei Tipps sollte sein, dass die Übersicht auf dem Desktop nie verloren geht. Ein Blick sollte genügen, um die Dateien oder Ordner zu erspähen, die man für die nächste Arbeit am Mac benötigt.

Nicht mehr als 20 Objekte

Eine strenge Obergrenze für die Zahl der Dateien auf dem Schreibtisch gibt es nicht. An manchen Tagen behält man auch bei 100 Dateien den Überblick, an anderen sind fünf schon zu viel. 20 Symbole auf dem Schreibtisch sind deshalb unsere Empfehlung. Im Hinterkopf sollte man behalten, dass macOS beim Start des Rechners das Aussehen des Schreibtischs im wahrsten Sinne des Wortes "berechnet": Für jede Datei und jeden Ordner wird das Symbol als eigenständiges grafisches Objekt berechnet und Bildpunkt für Bildpunkt an die Grafikkarte geschickt. Danach wird in einer weiteren Ebene der Name dazugefügt und zum Schluss kommen die "Objektinfos" sowie die Vorschau - wenn man diese Optionen aktiviert hat.

Zu den Objektinfos gehört die Dateigröße oder die Zahl der Objekte in einem Ordner. Beides muss Finder erst ermitteln, bevor es auf dem Schreibtisch angezeigt werden kann. Das gleiche gilt für das Vorschaubild bei Dateien. Deshalb sollte man diese beiden Komfortfunktionen ausschalten, wenn man mit einem weniger leistungsstarken Mac arbeitet; beispielsweise einem Mac Mini mit lahmer Festplatte oder einem älteren Macbook mit weniger als 2 GB Arbeitsspeicher. In der Regel erhält man dann einen deutlich schnelleren Finder.

TIPP Um Objektinfo und Vorschaubild auszuschalten, klickt man mit der Maus auf das Hintergrundbild des Schreibtischs und drückt dann die Kombination "Befehlstaste-J" oder wählt den Befehl "Darstellung > Darstellungsoptionen einblenden". Die Optionen stehen unten in diesem Fenster; etwaige Änderungen an diesen Ankreuzfeldern werden sofort sichtbar.

Mit der Deaktivierung von Darstellungsoptionen kann man die Performance des Systems verbessern.
Vergrößern Mit der Deaktivierung von Darstellungsoptionen kann man die Performance des Systems verbessern.

Ordner helfen beim Sortieren

Wenn die Zahl der Dateien auf dem Schreibtisch steigt und der Überblick schwindet, gibt es ein einfaches Mittel: Ein Klick auf den Schreibtisch, neuen Ordner anlegen ("Befehl-Hochstelltaste-N") und dann alle Dateien, die zu einer Aufgabe gehören, in diesen Ordner werfen. Wer sportlich ist, macht schon mit dem Ordnernamen klar, dass der Ordner nur eine bestimmte Zeit hier bleiben darf: "Februar2014" beispielsweise ist ein Name, der heute nichts mehr auf dem Schreibtisch zu suchen hat. Mit größter Wahrscheinlichkeit sind alle Informationen darin inzwischen veraltet oder überflüssig.

Wenn auch die Zahl der Ordner auf dem Schreibtisch wächst, sollte man im nächsten Schritt die vordefinierten Ordner von macOS nutzen. Wir empfehlen die Ordner im Benutzerordner (im Finder erreichbar mit "Gehe zu > Benutzerordner" oder "Befehl-Hochstelltaste-H") nicht zu verändern und alle persönlichen Daten in Unterordner zu schieben.

TIPP Per Kontextmenü und Menüleiste kann man alle Dateien auf dem Schreibtisch sortieren. Über einen Rechtsklick auf den Schreibtisch oder "Darstellung > Sortieren nach.." organisiert der Finder die Objekte nach ihrer Dateiart, Name, Größe und Tag. Bei der Sortierung nach Datum stehen Erstellungsdatum, Änderungsdatum oder das Datum des Hinzufügens zum Schreibtisch zur Wahl. Das ist beispielsweise hilfreich, um alte Dateien auszusortieren.

Dateien auf dem Schreibtisch kann man bequem sortieren.
Vergrößern Dateien auf dem Schreibtisch kann man bequem sortieren.

Alle meine Dateien

Sehr praktisch ist der Ordner "Alle meine Dateien" den man in der Seitenleiste des Finders unter "Favoriten" findet. Chronologisch listet er alle zuletzt bearbeiteten oder neu angelegten Dateien auf. Dokumente und Dateien von Heute, gestern oder der letzten Woche sind hier schnell zufinden. Unter "Finder > Findereinstellungen" kann man die Anzeige der Ordner in der Seitenleiste konfigurieren.

Aufräumfunktion nutzen

Seit macOS Sierra bietet das System einige Aufräumfunktionen , die man über das Systemprogramm Systeminformationen aufruft. Am einfachsten rufen Sie die App auf, indem Sie sie mit Spotlight oder Siri suchen: Geben Sie hier einfach „Speicherverwaltung“ ein, der erste Treffer ist direkt das gesuchte Programm. Alternativ können Sie auch über die Systeminformationen gehen: Hier verbirgt sich die App im Tab „Festplatten“ hinter dem Button „Verwalten“. 
 Eine ausführliche Vorstellung dieses Aufräumtools finden Sie hier. Nutzt man die Funktion "In iCloud speichern", wird der Schreibtisch auf Wunsch in iCloud gespeichert und von anderen Geräten aus nutzbar. Dann ist es sogar noch sinnvoller, auf einen geordneten Schreibtisch zu achten.

Sierra bietet die neue Option "In iCloud speichern".
Vergrößern Sierra bietet die neue Option "In iCloud speichern".

Tags nutzen

Schnelle Übersicht ermöglichen seit Mavericks Tags, die man bequem per Kontextmenü oder Finder zuweist. Diese heben Dateien und Ordner nicht nur optisch hervor, bei der Sortierung im Finder oder Suche mit Spotlight sind sie sehr nützlich. Einen eigenen Workshop zu diesem Thema finden Sie hier .

Benutzerordner optimal nutzen

Das bedeutet, dass Bilder, Filme und Musik in die gleichnamigen Unterordner des Benutzerordners kommen. Alle anderen Dateien und Ordner speichert man am besten im Unterordner "Dokumente". Seit Mac-OS X Snow Leopard gibt es den Unterordner "Downloads", den Safari und Nachrichten verwenden, wenn man Dateien aus dem Internet lädt beziehungsweise in einem Chat erhält.

Der Unterordner "Öffentlich" hat ebenfalls mit der Funktion "Freigaben" zu tun, aber auch generell mit allen Personen, die sich einen Mac teilen: Legt man eine Datei in den Unterordner "Öffentlich", ist sie für alle anderen Benutzer desselben Macs - aber nicht veränderbar. Sein privates Tagebuch sollte man deshalb dort nicht speichern; möglicherweise die Bilder der Familienfeier.

In öffentlichen WLANs sollte man die Dateifreigabe besser deaktivieren.
Vergrößern In öffentlichen WLANs sollte man die Dateifreigabe besser deaktivieren.

TIPP Wer in den Systemeinstellungen unter "Freigaben" die Funktion "Dateifreigabe" aktiviert, stellt die Dateien im Ordner "Öffentlich" (ausgenommen die Dateien im Unterordner "Briefkasten") über den Ethernet- oder WLAN-Anschluss des Rechners anderen Mac- oder Windows-Besitzern zur Verfügung. Speziell bei einem Notebook, das man auf Reisen mitnimmt, sollte man deshalb genau prüfen, welche Dateien im Ordner "Öffentlich" stehen beziehungsweise ob die Funktion "Dateifreigabe" wirklich aktiviert sein muss.

Auf Benutzerordner beschränkt

Unsere Empfehlung, sich auf den Benutzerordner (und die dort vorhandenen Unterordner) zu beschränken, bringt Vorteile bei der Sicherheit. Denn lediglich die Dateien in den Unterordnern des Benutzerordners genießen den vollen Schutz von macOS; sprich: allen anderen Benutzern des Mac ist es ohne Tricks nicht möglich, diese Dateien zu lesen oder gar zu verändern. Außerdem kann man sich so sicher sein, dass man bei der Suche mit Spotlight die Dateien auch wiederfindet.

Tabu sollte die oberste Ebene der Festplatte sein. Dort sollten sich eigentlich nur die vier Ordner Benutzer, Library, Programme und System befinden. Wer als Benutzer mit Verwaltungsrechten arbeitet (siehe Systemeinstellungen unter "Benutzer"), kann dort Dateien speichern und neue Ordner anlegen – wir raten aber dringend davon ab, da auf dieser Ebene der Festplatte besondere Rechte gelten, so dass eigentlich nur das Betriebssystem Schreib- und Leserechte hat. Wer dort eigene Ordner speichert, hebelt damit den Zugriffsschutz von macOS auf.

TIPP Wer als Benutzer ohne Verwaltungsrechte arbeitet, erhält seit Mac-OS X Snow Leopard eine Fehlermeldung, wenn man versucht, Dateien auf der obersten Ebene der Festplatte zu speichern.

Fazit

Der Schreibtisch ist der zentrale Anlaufpunkt bei der Suche nach Dateien. Die Suchfunktion Spotlight hilft, verschollene Dateien wieder zu finden. Sie setzt allerdings voraus, dass man sich wenigstens an ein Detail der gesuchten Datei erinnern kann. Wer den Mac-Schreibtisch gut sortiert, spart sich viele Suchvorgänge - und muss auch bei einem sehr alten Mac nicht warten, bis der Schreibtisch sicht- und nutzbar wird.

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