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OS X im Detail: So arbeitet Quick Look

19.04.2013 | 13:18 Uhr |

Seit OS X in der Version 10.5 Leopard bietet Apple die Funktion „Quick Look“ an. Sie erlaubt es, eine markierte Datei durch Druck auf die Leertaste zu betrachten, ohne ein zusätzliches Programm aufrufen zu müssen. Doch was ist eigentlich Quick Look? Ist es selbst ein Programm? Diese und weitere Fragen klären wir in diesem Beitrag

Quick Look ist an sich kein herkömmliches Programm, das der Nutzer nach Bedarf startet. Es ist ein sogenannter „Daemon“ (Hintergrundprozess des Betriebssystems), der beim Start von OS X automatisch geladen wird und während der gesamten Zeit aktiv im Hintergrund arbeitet.

Der Vorteil solcher Hintergrundprozesse liegt in den Tiefen der Betriebssystem-Architektur. Hintergrundprozesse können sich selbst beenden, wenn Speicher benötigt wird, können sich „verdoppeln“ und bei Bedarf auch wieder schließen. Herkömmliche Programme steuert der Anwender dagegen selbst.

Apple bietet den externen Entwicklern eine Schnittstelle („Quick Look consumer SPI“), mit der sie Quick Look an ihre Programme anbinden können. Diese extra Schnittstelle von Apple ist deswegen erforderlich, weil Quick Look nicht zu dem quelloffenen Teil des Kernels in OS X gehört. Dennoch ist man nicht nur auf Apple angewiesen, wenn es um diese Funktionalität geht. Mit einem „Quick Look generator bundle“ lässt sich dieser „Daemon“ nämlich erweitern. So können Entwickler beispielsweise die Unterstützung von weiteren Dateiformaten implementieren.

Die Quick Look-Architektur baut auf dem "Ersteller-Verbraucher"-Prinzip auf. Das Quick Look daemon stellt, erweitre durch die "generatoren bundles", die Funktionalität dar. Auf der Verbraucher-Seite sitzt die API, über die mit dem Hintergrundprozess geredet und gearbeitet werden kann.
Vergrößern Die Quick Look-Architektur baut auf dem "Ersteller-Verbraucher"-Prinzip auf. Das Quick Look daemon stellt, erweitre durch die "generatoren bundles", die Funktionalität dar. Auf der Verbraucher-Seite sitzt die API, über die mit dem Hintergrundprozess geredet und gearbeitet werden kann.

Das oben angezeigte Fenster ist jedem OS-X-Nutzer bekannt und erscheint, wenn man eine Datei auswählt und auf die Leertaste drückt. Offiziell heißt die Ansicht „Document reader view and panel“, sie ist für alle Programme, egal ob von Apple oder von Drittherstellern, gleich.

Die Ansicht selbst zeigt aber noch keine Dokumente an, dafür sind „Display Bundles“ zuständig. Sie sorgen dafür, dass Quick Look eine PDF-Datei als solche erkennt und anzeigt. Da Quick Look zu dem proprietärem Code von Apple gehört, werden nicht alle Dateitypen unterstützt. Hier greifen die „Quick Look generator bundle“ ein. Diese Bundles werden meist von anderen Herstellern bereitgestellt und erweitern eben solche Beschränkungen von Quick Look.

Die Bestandteile sind klar, doch wie genau und in welcher Reihenfolge interagiert dieser Mechanismus?

1. Der Benutzer wählt eine Datei aus und betätigt die Leertaste

2. Der Finder sendet eine Anfrage an Quick Look

3. Quick Look erkennt, dass es sich um einen bekannten Dateityp handelt und stellt das Vorschaufenster mit dem Inhalt der Datei dar.

Kennt Quick Look diesen Dateityp nicht, greifen die „Quick Look deamon generatoren“ ein, die Dritthersteller nach Bedarf entwickeln und zur Installation bereitstellen. Diese Generatoren werden über eine spezifizierte „Mach“-Schnittstelle geladen und angesprochen (Mach ist ein Teil des OS-X-Kernels und dient als eine Zwischenschicht zwischen der Hardware und dem eigentlichen Betriebssystem, der Mach-Kernel ist für systemnahe Interaktionen zuständig). Hat alles geklappt, wird das bekannte Vorschaufenster angezeigt. Apple selbst hat sich in der Darstellung schon um die Navigationselemente und weitere Funktionalitäten gekümmert.

Das klassische Vorschau-Fenster wenn man die Quick Look-Funktion auf eine PDF-Datei anwendet. Um die kleinen Vorschaubilder rechts, sowie die Teilen-Funktion am oberen Bildschirmrand hat sich Apple bereits im "Document reader view and panel" gekümmert.
Vergrößern Das klassische Vorschau-Fenster wenn man die Quick Look-Funktion auf eine PDF-Datei anwendet. Um die kleinen Vorschaubilder rechts, sowie die Teilen-Funktion am oberen Bildschirmrand hat sich Apple bereits im "Document reader view and panel" gekümmert.
© Bastian Gruber

Tipp: Quick Look nachrüsten

Hat man des Öfteren mit exotischen Dateitypen zu tun, kann es sich lohnen, eine Erweiterung für Quick Look zu installieren. Das Programm steht zwar als DMG zum Download zur Verfügung, nach dem Entpacken muss man die Datei aber noch in den entsprechenden Ordner verschieben. Auf Wunsch kann man sie im Benutzerordner (~/Library/QuickLook) speichern. Dann steht sie allerdings nur für diesen Anwender zur Verfügung. Alternativ speichert man die heruntergeladene Datei im Systemordner "Library/QuickLook". Existiert der Ordner „QuickLook“ noch nicht, muss man ihn erst erstellen. Dadurch können alle Benutzer auf den Dienst des Quick-Look-Generators zugreifen.

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