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GPS auf dem iPhone nutzen

24.05.2011 | 11:15 Uhr |

Die Standortbestimmung per GPS ist beim iPhone nicht mehr wegzudenken: Von der simplen Kartendarstellung über Navigations-Apps bis zur Suche nach Sehenswürdigkeiten in der Umgebung reicht die Palette.

Als das erste iPhone auf dem Markt erschien, konnte man die Leute noch mit der Karten-App beeindrucken, die Stadtpläne und Satellitenbilder zeigte, die man bis dato nur am Rechner hatte sehen können. In Städten konnte die App über die Liste der umliegenden WLAN-Sender sogar leidlich genau den eigenen Standpunkt zeigen.

Die Karten-App zeigt auf Wunsch Satellitenbilder und richtet per Kompass die Karte in Blickrichtung aus.
Vergrößern Die Karten-App zeigt auf Wunsch Satellitenbilder und richtet per Kompass die Karte in Blickrichtung aus.

Heutzutage würde man damit niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken, denn mittlerweile machen erstaunlich viele Apps erfolgreich Gebrauch von dem seit dem iPhone 3G vorhandenen GPS-Empfänger. So stimmen auf der Karten-App Standpunkt und Blickrichtung, Navigationsprogramme führen Reisende ans Ziel, Umgebungs-Apps zeigen Geschäfte oder Sehenswürdigkeiten in der Umgebung, Sport-Apps zeichnen Läufe und Touren auf, per Augmented Reality werden Infos über das Kamerabild geblendet, und selbst Spiele nutzen Ortsinformationen auf kreative Weise. Die Bandbreite der Möglichkeiten für intelligente Apps hat sich durch die Fähigkeit, den Ort des Tele-fons bestimmen zu können, enorm erweitert.

Ortungsdienste

Die Ortungsdienste können geziehlt für einzelne Apps verboten oder freigegeben werden. Schaltet man sie global ab, werden keine Daten übertragen.
Vergrößern Die Ortungsdienste können geziehlt für einzelne Apps verboten oder freigegeben werden. Schaltet man sie global ab, werden keine Daten übertragen.

Wenn eine App auf dem iPhone die Position bestimmen möchte, nutzt sie die Ortungsdienste des iOS. Das System fragt zunächst artig nach, ob der App die Standortermittlung überhaupt erlaubt werden soll. Über die Einstellungen lassen sich die Ortungsdienste auf Wunsch komplett abschalten, doch das dürfte nur selten sinnvoll sein. Besser ist es, in der Liste darunter einzelnen Apps das Orten generell zu gestatten oder zu verbieten. Denn während beispielsweise die Karten-App oder Navigationssoftware ohne Positionsbestimmung kaum sinnvoll nutzbar ist, fragt man sich bei anderen wie beispielsweise Bildbearbeitungsprogrammen oder dem Musikerkennungsdienst Shazam schon, wozu man deren Betreibern seinen Aufenthaltsort zugänglich machen sollte.

Navigations-Apps, GPS-Tracker und andere dürfen die Ortungsdienste per Multitasking auch im Hintergrund nutzen. So kann beispielsweise die Navigation weiterlaufen, während der Beifahrer Mails liest, oder ein Track weiter aufgezeichnet werden. Der kleine Kompasspfeil am oberen Bildschirmrand zeigt an, dass eine App die Ortungsdienste nutzt.

Ortsbestimmung auf dem iPhone

Seit dem iPhone 3G besitzen Apples Mobiltelefone einen integrierten GPS-Empfänger, der die Positionsbestimmung unabhängig vom Mobilfunknetz oder von Datenverbindungen ermöglicht - zumindest in der Theorie. Zum Glück verwendet Apple beim iOS allerdings einen Mischmasch aus allen möglichen Ortungsverfahren, um die Ortsbestimmung auch in Gebäuden oder mit dem iPod Touch zu ermöglichen.

GPS in Kurzform

Das "Global Positioning System" besteht aus einem Netz von Satelliten, die die Erde auf festen Bahnen umkreisen. Die Satelliten sind im Prinzip fliegende Atom-uhren, die ein unerhört genaues Zeitsignal aussenden. Aus der Zeit bis zum Empfang des Signals kann der Empfänger seine Entfernung zum Satelliten bestimmen. Kennt er die Entfernung zu mehreren Satelliten, kann er daraus seine Position bestimmen. Praktisch müssen mindestens drei Satelliten empfangen werden, um die Uhrzeit bestimmen und so die Position errechnen zu können, und mindestens vier, um auch die Höhe über dem Meeresspiegel zu ermitteln.

Damit das funktioniert, muss der GPS-Empfänger natürlich wissen, wann welcher Satellit wo ist. Der Almanach genannte Flugplan gilt mehrere Tage im Voraus, dazu kommen die Bahnabweichungen einzelner Satelliten (Ephemeriden), die nur rund vier Stunden ihre Gültigkeit behalten, und Korrekturfaktoren für das Zeitsignal. All diese Daten senden die GPS-Satelliten als Datenstrom, doch obwohl das komplette Datenpaket kaum 50 Kilobyte groß ist, dauert die komplette Übertragung über 12 Minuten und erfordert außerdem eine höhere Empfangsstärke, als für das reine Zeitsignal erforderlich wäre.

Um die Zeit bis zur ersten Positionsbestimmung nach dem Anschalten drastisch zu verkürzen, bieten moderne GPS-Empfänger wie der im iPhone die Möglichkeit, per "Assisted GPS" das Datenpaket einfach per Internet zu laden. Weiter verkürzen lässt sich die Zeit, wenn man ungefähr weiß, wo man ist, weil der Empfänger dann gezielt nach bestimmten Satelliten suchen kann.

Core Location

Um diesen Job kümmert sich die Core-Location-Bibliothek des iOS, über die Apps die Position erfragen. Als erste Maßnahme sucht Core Location nach WLAN-Sendern und Mobilfunkmasten in der Umgebung, die mit einer Datenbank bei Apple abgeglichen werden. Damit ist in Städten eine recht genaue Ortsbestimmung möglich, in dünner besiedelten Gebieten aber kann die Position kilometerweit danebenliegen. Auf dem iPod Touch erschöpfen sich damit die Möglichkeiten zur Positionsbestimmung, bei neueren iPhones wird hingegen spätestens jetzt der GPS-Chip aktiviert.

Kollektive Sammelwut

Die Daten zum Standort von WLAN-Sendern und Mobilfunkmasten hatte Apple bis iOS 3.2 bei der Firma Skyhook bezogen, mittlerweile lässt Apple sie aber nach einer damals kaum beachteten Änderung in den Datenschutzrichtlinien von allen iPhone-Besitzern einsammeln. Die protokollierten Daten werden - offenbar anonymisiert und nur dann, wenn ohnehin eine WLAN-Verbindung besteht - an Apples Server gesendet. Für Aufsehen gesorgt hat allerdings, dass Apple die Protokolle teilweise auf dem iOS-Gerät speichert .

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