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Owncloud einrichten

06.11.2013 | 11:07 Uhr |

Owncloud ist eine kostenlose Lösung, die als Cloud-Server im privaten oder beruflichen Umfeld ihren Dienst tut. Wir stellen die Software vor

Cloud-Computing ist in. Neben den Platzhirschen Dropbox, Google Drive, Sugar Sync und Co. gibt es fast wöchentlich neue Angebote, die Daten der Anwender kos­tenlos im Internet zu speichern. Der Vorteil liegt auf der Hand: Von überall haben Sie Zugriff auf Ihre wichtigen Daten, einen Internet-Zugang vorausgesetzt. Bei Cloud-Volumes handelt es sich quasi um externe Festplatten, die im Internet ihren Job tun. Ein wichtiger Unterschied zu einer externen Festplatte bereitet Benutzern gelegentlich Sorgen. Das Volume „gehört“ nicht wirklich dem einzelnen User, es ist Teil einer Ansammlung von Festplatten und Computern. Der Privatnutzer weiß nicht, wer Zugang zu seinen Daten hat.

Vertrauliche Daten

Wer lediglich unwichtige Dateien oder Fotos auf einem Cloud-Volume auslagert, mag sich hier nicht viel Gedanken machen. Geht es allerdings um vertrauliche Dateien, Firmendaten und Ähnliches, muss die Frage geklärt sein, wer alles Zugriff erlangen kann. Bei Cloud-Dienstleistern außerhalb Europas greifen nicht einmal die schon bei uns laxen Datenschutzrichtlinien – zum Beispiel in den USA. Deshalb verbieten zahlreiche Unternehmen die Nutzung derartiger Cloud-Dienste.

Sicherheit: SSL

Wer unterwegs auf sein persönliches Cloud-Volume zugreifen möchte oder muss, sollte die Verschlüsselungsoption von Owncloud nutzen. Zwar lässt sich die Verbindung zum Cloud-Volume auch unverschlüsselt erledigen, dennoch raten wir dazu, hier SSL einzusetzen. Gegen einen relativ geringen Aufpreis bieten gute Provider ein SSL-Zertifikat für Ihre Domain, über das die Verbindung zwischen Client (Rechner oder iPhone) und Cloud-Server sicher geschützt ist.
Neben der eigentlichen Verbindung zu Ihrem Cloud-Volume ist natürlich auch die Sicherheit der auf dem Online-Volume gespeicherten Dokumente zu beachten. Vertrauliche Dokumente gehören nie unverschlüsselt auf ein Cloud-Volume. Hier bieten sich zahlreiche Optionen zur Verschlüsselung der Daten. Wir empfehlen für die sichere Kodierung von Dateien und Verzeichnissen die kostenlose Lösung Truecrypt für Windows oder OS X. Mit SSL-Verbindung und Verschlüsselung ist Ihre Cloud sicher.

Wer etwas Arbeit in Kauf nimmt und in der Firma über einen Server verfügt oder bei seinem Webspace-Provider in Deutschland Platz auf dem Server gemietet hat, kann kostenlos einen eigenen Cloud-Dienst nur für sich und Familienmitglieder, Kollegen oder die Firma aufsetzen und nutzen.

Privater Cloud-Server

Mit Owncloud gibt es seit geraumer Zeit eine kostenlose Cloud-Lösung, die langsam den Kinderschuhen entwachsen ist. Der Cloud-Server lässt sich unter Linux oder OS X auf einem Server im Netzwerk installieren und betreiben. Privatpersonen, die sich keinen dezidierten Server leisten wollen, aber über Webspace bei einem Provider in Deutschland verfügen, können den Cloud-Dienst hier einrichten und nutzen.

Die sicherste Variante ist natürlich ein Server im eigenen Netzwerk, das setzt aber neben dem Rechner auch eine schnelle Verbindung ins Internet voraus, damit die Lösung auch die benötigte Bandbreite bietet. Wir zeigen in diesem Workshop, wie Sie Owncloud auf einem Webserver beim Provider einrichten und nutzen. Neben kostenlosen Clients für Windows, OS X und Linux bietet der Hersteller für 0,89 Euro auch eine App für iPhone und iPad. Die Einrichtung des Servers ist in wenigen Minuten erledigt.

So richten Sie Owncloud ein

1) Vorbereitung

Installations-Skript und Clients laden

Owncloud lässt sich auf dem eigenen Server im Unternehmen oder untergestellt bei
Ihrem Webspace-Provider installieren. Wir zeigen im Workshop die letztere Option. Am einfachsten funktioniert das über „Web Installer“, mit ein paar Klicks ist der Cloud-Dienst online. Owncloud bietet neben Clients für iOS und Android auch kostenlose für Ihren Rechner unter
Windows, OS X oder Linux.

Der einfachste Weg für die Installation auf Ihrem Web­space erfolgt über den Webinstaller. Die Skript-Datei kopieren Sie einfach in Ihr Webspace und rufen sie per Browser auf. Der Installer führt Sie in wenigen Schritten durch den Prozess, lädt dabei alle benötigten Dateien für Owncloud in der aktuellen Ver­sion vom Server des Herstellers. Die manuelle Instal­lation ist deutlich komplexer.

2) Webspace

Eigenen Server und MySQL-Datenbank vorbereiten

Die Nutzung von Owncloud auf einem Server beim Web­space-Provider setzt dort eine Apache-Serverumgebung, PHP 5 und MySQL 5 voraus – alle modernen Provider haben das im Basisangebot. Bevor Sie Owncloud auf Ihrem Server installieren, können Sie entscheiden, den Cloud-Dienst in einer eigenen Subdomain zu installieren (im Bild), alternativ im Unterverzeichnis Ihres Webangebots.

Owncloud nutzt neben PHP 5 eine Datenbank zum Speichern aller Informationen und Daten. Im nächsten Schritt legen Sie eine neue MySQL-5-Datenbank an, die bei der Installation benötigt wird. Legen Sie anschließend eine neue, leere Datenbank an, und notieren Sie sich die Zugangsdaten. Im Beispiel sehen Sie die Einrichtung von Webspace beim Provider Domainfactory, der seine Server in Deutschland betreibt.

3) Installation

Owncloud auf dem Server einrichten

In Schritt 1.2 haben Sie die Installationsdatei für Owncloud auf Ihren Rechner geladen. Nachdem sämtliche Vorbereitungen abgeschlossen sind, kopieren Sie die Datei per FTP-Client ins Webverzeichnis auf Ihrem Server. Das Skript rufen Sie im Webbrowser auf, über die Beispiel-URL www.meinserver.de/setup-owncloud.php. Es übernimmt die ganze Installation, einfach und ohne Eingriff des Benutzers.

Das Skript lädt die aktuelle Version von Owncloud vom Server des Entwicklers. Legen Sie Benutzernamen und Passwort fest – Sie sind der Ad­ministrator. Klicken Sie den Button „Next“ und im unten angezeigten Dialog die Option „Fortgeschritten“. Tragen Sie hier die Zugangsdaten zu Ihrer MySQL-Datenbank ein. Mit einem Klick auf „Installation abschließen“ ist die Einrichtung geschafft.

4) Erste Schritte

Owncloud im Webbrowser nutzen

Nach wenigen Minuten ist die Installation von Owncloud erledigt. Zum Abschluss zeigt das Interface Download-Adressen für die Rechner-Clients (Windows, OS X und Linux) sowie für die Apps für iOS und Android. Laden sie die benötig­ten Programme beziehungsweise Apps auf Ihren Rechner und Ihr iPhone. Bevor Sie sie Lösungen nutzen, machen Sie sich mit dem Webinter­face vertraut.

Das Interface von Owncloud ist klar und gut gegliedert. Unter „Dateien“, „Musik“ und „Bilder“ lassen sich Daten samt Unterordner, Songs und Fotos auf den Cloud-Server laden – einfach per Webinterface. Neu und eine tolle Zusatzoption ist die Möglichkeit, auch Adressen und Termine zentral zu verwalten. Owncloud bietet hier den manuellen Eintrag und Import sowie eine Server-Unterstützung.

5) Auf dem Rechner

Clients für Windows und OS X nutzen

Owncloud kommt mit einem eigenen WebDAV-Server – egal ob Ihr Provider WebDAV unterstützt. Damit vereinfacht der Hersteller den Zugriff auf das Cloud-Volume vom Windows-PC oder Mac enorm. Die beiden kostenlosen Clients machen die Arbeit noch einfacher. Nach der Installation starten Sie die Programme, geben URL und Benutzername inklusive Passwort für Ihren Cloud-Dienst ein.

Wie von Dropbox her bekannt, erscheint das Owncloud-Volume als Verzeichnis auf Mac und Windows-PC. Sie kopieren einfach Dateien in das Verzeichnis oder legen Ordner an. Der Inhalt des Verzeichnisses wird automatisch mit dem Cloud-Volume synchronisiert. Weitere Benutzer für Ihren Owncloud-Server legen Sie im Webinterface über die Einstellungen an, inklusive der Zugriffsrechte.

6) Mit dem iPhone

Arbeiten mit der eigenen Cloud

Mithilfe der App Owncloud (0,89 Euro) haben Sie jetzt auch Zugriff vom iPhone. Mit der aktuellen Version hat der Hersteller einige Unzulänglichkeiten der ersten Fassungen behoben. Dateien lassen sich am iPhone in geeigneten Apps öffnen und bearbeiten – etwa Tabellenkalkulationen. Nach der Bearbeitung finden sie über den „Öffnen in“-Mechanismus von iOS ihren Weg zurück in die persönliche Cloud. Owncloud ist ein kostenloser Cloud-Server, der sich sehr einfach installieren lässt. Die optionale App für iPhone und iPad bietet einen transparenten Zugriff auf alle Daten inklusive deren Bearbeitung. Im Gegensatz zu Standardlösungen wie Dropbox bietet Owncloud noch etwas weniger Komfort, holt aber gewaltig auf. Außerdem haben Sie Ihre Daten auf einem Server der Wahl.

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