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Passwort-Sicherheit mit 1Password

24.11.2014 | 12:13 Uhr |

Mit der App 1Password bietet Agilebits für Macs, PCs und iOS-Geräte einen tollen Passwortmanager, der unter iOS 8 auch als Erweiterung arbeitet und Ihre sicheren Passwörter automatisch einsetzt.

Mittlerweile dürfte es sich herumgesprochen haben, dass nur die Verwendung von sicheren Passwörtern – für jedes benutzte Portal ein unterschiedliches – vor dem Klau der digitalen Identität schützt. Wird dann eines der Portale gehackt und Ihr Passwort geknackt, da der Portalbetreiber schlampig arbeitet, ist der Schaden begrenzt, auf den Zugang zu genau dem Portal. Verwenden Sie die E-Mail-Adresse und das Passwort auch als Apple-ID, bei Amazon, Ebay und anderen, droht ein gewaltiger Schaden für Sie – der lässt sich verhindern.

Nur mit Passwortmanager

Basics: Die Passwortdatei von 1Password ist mit einem sicheren Masterpasswort zu schützen, alle anderen sind in dem „Tresor“ sicher gespeichert.
Vergrößern Basics: Die Passwortdatei von 1Password ist mit einem sicheren Masterpasswort zu schützen, alle anderen sind in dem „Tresor“ sicher gespeichert.

Wer sich wie der Verfasser dieses Beitrages entschieden hat, für seine über 150 Accounts jeweils Passwörter mit 12 bis 14 Zeichen, gemischt aus Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen zu verwenden, die zudem nicht aussprechbar sind (also nicht „$ehrG34Im!“), der benötigt einen guten und vor allem komfortablen Passwortmanager. Dieser speichert alle Daten in einer verschlüsselten Datei, die durch ein Masterpasswort gesichert ist. Dieses eine Passwort müssen Sie sich nur merken, es muss ebenfalls komplex sein und nicht knackbar. Ansonsten besteht die Gefahr des Totalschadens, etwa wenn die Passwortdatei von ihrem Rechner entwendet wird. Wir haben uns ein komplexes Passwort ausgedacht und es zunächst auf einen Zettel geschrieben.

Da es bei jedem Öffnen des Passwortmanagers einzugeben ist, haben Sie es sich schnell gemerkt und können die temporäre Merkhilfe entsorgen. Aber Achtung: Haben Sie das Masterpasswort vergessen, kann Ihnen nicht einmal der Hersteller der Software helfen, dann ist alles weg. Mittlerweile unterstützen die ersten Passwortmanager unter iOS 8 auch Touch-ID (ab iPhone 5S, iPad Air 2 und iPad Mini 3), spätestens nach einem Neustart des iOS-Geräts ist aber auch hier die Eingabe des Master-Passwortes nötig.

Unser Favorit: 1Password

Bei der Wahl eines Passwortmanagers bieten sich komplett kostenlose Lösungen wie Keepass oder kostenlose mit Premium-Option wie etwa Lastpass . Wir haben uns schon vor langer Zeit für 1Password von Agilebits entschieden.

Einstellungen: 1Password erlaubt in der Proversion die Nutzung mehrerer Tresore, die jeweils Passwortsammlungen aufnehmen. Dazu gibt es schon immer einen integrierten, sicheren Browser inklusive automatischem Einsetzen der Account-Daten. Wichtig sind auch hier die Sicherheitseinstellungen.
Vergrößern Einstellungen: 1Password erlaubt in der Proversion die Nutzung mehrerer Tresore, die jeweils Passwortsammlungen aufnehmen. Dazu gibt es schon immer einen integrierten, sicheren Browser inklusive automatischem Einsetzen der Account-Daten. Wichtig sind auch hier die Sicherheitseinstellungen.

Mittlerweile ist 1Password für OS X und Windows in Version 5 (OS X) beziehungsweise 4 (Windows) verfügbar, außerdem gibt es eine iOS-Version für iPhone und iPad . Letztere ist neuerdings kostenlos und bietet Basisfunktionalität. Wer es ernst meint mit einer bequemen und sicheren Passwortverwaltung, erwirbt per In-App-Kauf für 8,99 Euro die Pro-Version. Ein Tipp: Wer in einer Apple-Umgebung arbeitet, also neben der iOS-Version auch die für den Mac nutzt, sollte 1Password unbedingt im Mac App Store laden, nur so gibt es in Kombination mit iOS-Geräten die iCloud-Synchronisation.

Für die Rechnerversionen sind jeweils rund 30 Euro zu berappen. Zusammen mit der iOS-Pro-Version kommt man damit auf rund 40 (iOS- und OS-X- oder Windows-Version) beziehungsweise 70 Euro (alle Versionen). Was in Zeiten von „Geiz ist geil“ als teuer erscheinen mag, ist sehr gut angelegtes Geld. 1Password sichert nicht nur Ihre Forenzugänge, Seriennummern von Software, Kreditkartendaten, Routerpasswörter und mehr – alle Daten werden auf Wunsch über alle Plattformen synchron gehalten, per Extension am iPhone Zugangsdaten direkt eingesetzt.

Alles synchron und einfach

iOS 8: 1Password unterstützt Touch-ID, alternativ lässt sich das Masterpasswort nutzen. Dank Cloudkit klappt die Synchronisation ohne Probleme.
Vergrößern iOS 8: 1Password unterstützt Touch-ID, alternativ lässt sich das Masterpasswort nutzen. Dank Cloudkit klappt die Synchronisation ohne Probleme.

Schon seit geraumer Zeit bietet 1Password die Synchronisation der Passwortdatei per WLAN oder Dropbox an. Seit der Verfügbarkeit von iOS 8 und OS X Yosemite (Mac) hat Agilebits zahlreiche Apple-Technologien integriert, die die Arbeit enorm erleichtern. 1Password nutzt zur Synchronisation der Daten zwischen iOS-Geräten des Nutzers und optional dem Mac Apples Cloudkit. Dabei handelt es sich um eine Schnittstelle des Betriebssystems, die Datenspeicherung und -transfer für alle Apps unterstützt. Die iCloud-Synchronisation in 1Password 5 (OS X) steht aufgrund von Apples Vorgaben nur für die App-Store-Version am Mac zur Verfügung. Windows-Nutzer greifen stattdessen zur Synchronisation via Dropbox.

Wer über ein iPhone 5S oder eines der neuen Modelle verfügt beziehungsweise eines der gerade vorgestellten iPads nutzt, kann sich ebenfalls freuen. Die App unterstützt Touch-ID, sie ersetzt die Eingabe des Masterpasswortes in fast allen Fällen (außer nach Neustarts).

Erweiterungen in iOS 8

Erweiterungen: Wählen Sie in Safari das Aktionsmenü, dort „Mehr“, und schalten Sie „1Password“ frei. Beim Besuch einer Website wählen Sie die Erweiterung (Bild links) und tippen dann im automatisch geöffneten Fenster den Account an.
Vergrößern Erweiterungen: Wählen Sie in Safari das Aktionsmenü, dort „Mehr“, und schalten Sie „1Password“ frei. Beim Besuch einer Website wählen Sie die Erweiterung (Bild links) und tippen dann im automatisch geöffneten Fenster den Account an.

Richtig cool ist die Unterstützung von Erweiterungen unter iOS 8. Erweiterungen erlaubt es Apps (in diesem Fall 1Password), ihre Funktionalität auch anderen Apps zur Verfügung zu stellen. Safari etwa unterstützt die 1Password-Erweiterung. Einmal eingeschaltet, entfällt damit endlich ein lästiger Weg beim Einloggen an einem Portal. Bis iOS 7 mussten Sie 1Password öffnen, Account-Namen und Passwort kopieren und dann in Safari bei dem Portal einsetzen.

Den Job übernimmt jetzt die Erweiterung, aufgerufen über das Aktionsmenü, sobald Sie das Login-Fenster in Safari geöffnet haben. Die Zugangsdaten werden automatisch übergeben – fertig. damit hat 1Password seinen einzigen Nachteil gegenüber Apples integriertem Passwortverwalter ausgemerzt, das einfache Nutzen der Account-Daten. Neben Safari unterstützt 1Password bereits jetzt Dutzende Apps, weitere kommen hinzu.

Apples Passwortverwaltung

Schon mit iOS 7 und der iCloud-Funktion „Schlüsselbund“ hat Apple eine eigene, rudimentäre Passwortverwaltung in iOS integriert, die allerdings nur Safari nutzt. Dabei handelt es sich nicht wie bei 1Password um eine komplette Passwortverwaltung. Die iOS-Funktion bietet lediglich bei der Neuanmeldung an Portalen einen Vorschlag für ein sicheres Passwort an und speichert es – alternativ ein vom Benutzer gewähltes. Bei einem erneuten Besuch der Site bietet die Funktion dann das automatische Einsetzen von Account-Daten und Passwort. Eine Verwaltung der Passwörter beinhaltet die Funktion nicht, Portal-URLs und Passwörter lassen sich lediglich in den Safari-Einstellungen einsehen. Die automatische Synchronisation zwischen iOS-Geräten und Macs funktioniert, Windows-Benutzer bleiben hier aber außen vor. Leider hat Apple hier nur eine rudimentäre Lösung zur Verfügung gestellt, besser als nichts, aber eben nicht komfortabel, auch nicht unter iOS 8.

1Password jetzt!

Wir können 1Password vorbehaltlos empfehlen, mit iOS 8 kommen viele nützliche Features hinzu. Wer für die App ein wirklich sicheres Masterpasswort nutzt, in 1Password unterschiedliche und sichere Passwörter gewählt hat und die Ausgabe nicht scheut, kann sich beruhigt zurücklehnen, seine Daten sind sicher.

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